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La Rioja (spanische Region)

Region und Weinanbaugebiet in Spanien

La Rioja [la'rjoxa] ist eine Provinz und autonome Gemeinschaft im Norden Spaniens mit der Hauptstadt Logroño. Weitere Städte und Ortschaften dieser für ihren Wein, den Rioja, bekannten Region sind Calahorra, Arnedo, Haro, San Asensio und Nájera. La Rioja umfasst eine Fläche von 5.045,25 km²; die Einwohnerzahl beträgt 315.675 Einwohner (Stand 1. Januar 2018). Die Autonomie Gemeinschaft besitzt ein eigenes Parlamento de La Rioja.

La Rioja (spanisch)
La Rioja
Flagge
Wappen
Flagge Wappen
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Über dieses Bild
Basisdaten
Land: SpanienSpanien Spanien
Hauptstadt: Logroño
Fläche: 5.045 km²
Einwohner: 315.675 (1. Januar 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 62,6 Einw./km²
Ausdehnung: Nord–Süd: ca. 50 km
West–Ost: ca. 100 km
ISO 3166-2: ES-RI
Website: larioja.org
Politik und Verwaltung
Autonomie seit: 9. Juni 1982
Präsident: José Ignacio Ceniceros González (PP)
Vertretung in den
Cortes Generales:
Kongress: 9 Sitze
Senat: 2 Sitze
Gliederung: Die Autonome Gemeinschaft besteht
aus einer einzigen Provinz.
Karte
Karte
Der Ebro und Weinanbau in der Rioja
Landschaft in der Rioja

WortherkunftBearbeiten

Vermutlich ist das Wort Rioja eine Zusammensetzung aus „Río-Oja“,[2] bedeutet also „Oja-Fluss“, der durch die Region La Rioja in den Ebro fließt. Andere Meinungen bringen das Wort mit Ableitungen aus der baskischen Sprache in Verbindung.[3]

GeographieBearbeiten

Die Rioja grenzt an die autonomen Gemeinschaften Kastilien-León, Baskenland, Navarra und Aragonien. Die Nordgrenze der Region mit dem Baskenland und Navarra ist etwa identisch mit dem Verlauf des Ebro.

Das Klima ist trocken mit kontinentalem Einfluss, warm im Sommer und kühl im Winter.

Neben dem fruchtbaren Ebrobecken bietet die Rioja auch Bergketten des Iberischen Gebirges, wie der Sierra de la Demanda, deren höchster Gipfel der San Lorenzo mit 2271 m ist.

GeschichteBearbeiten

Zur Zeit des Römischen Reichs war die Rioja im Norden und Westen von Vaskonen und im Süden und Osten von keltischen Stämmen (Beronen und Pelendonen) besiedelt.

Im Westgotenreich gehörte der größte Teil der Rioja zum Herzogtum Kantabrien, einer Grenzmark zur Verteidigung gegen Kantabrer und Vaskonen. Nach dem Fall des Westgotenreiches im 8. Jahrhundert gehörte es zunächst wie die gesamte Halbinsel zum maurisch beherrschten Gebiet, geriet aber noch vor der Jahrtausendwende unter den Einfluss des rebellierenden christlichen Königreichs Asturien.

Ab dem 10. Jahrhundert rangen Navarra und Kastilien um die Vorherrschaft in der Region. Im Verlauf dieser Konfrontationen trafen 1176 Alfons VII. von Kastilien und Sancho VI. von Navarra ein Abkommen, so dass Navarra ab 1177 den Großteil der Rioja an Kastilien abtreten musste.

Seit der Schaffung des provinzialen Verwaltungssystems durch die spanischen Bourbonen bis ins 19. Jahrhundert war das Gebiet der Rioja auf die spanischen Provinzen Soria und Burgos aufgeteilt. Im Rahmen der Verwaltungsreform des Rafael del Riego wurde 1833 die Provinz Logroño geschaffen. Nach Ende der Franco-Diktatur wurde der Name der Provinz 1980 offiziell in La Rioja geändert. Seit 1982 ist La Rioja eine autonome Gemeinschaft mit eigenem Autonomiestatut innerhalb des spanischen Gesamtstaates. Die Schaffung der einwohner- und zusammen mit den Balearen auch flächenmäßig kleinsten Autonomie im Zuge der Transition in Spanien hatte historisch-politische Gründe, die mit Rücksichtnahmen auf den Interessenausgleich zwischen baskischer Unabhängigkeitsbewegung und dem kastilisch dominierten spanischen Zentralstaat zusammenhängen.

Bevölkerungsentwicklung der ProvinzBearbeiten

 

WirtschaftBearbeiten

2015 betrug das BIP der Rioja 7.890.000.000 Euro. Rund die Hälfte des BIPs fallen auf den Dienstleistungssektor, ein Viertel auf den Industriesektor. Der wichtigste Industriezweig ist die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie vor der Metall- und der Textilindustrie.[4]

In der Region La Rioja liegen große Teile des Weinanbaugebietes D.O.C. Rioja, das zu den bedeutendsten in Europa gehört; siehe hierzu den Hauptartikel Rioja (Wein). Daher ist die Region am Instituto de Ciencias de la Vid y del Vino beteiligt.

Neben dem Weinbau gibt es in der Rioja im Ebrobecken wichtige Gemüseanbaugebiete. Es werden vor allem Champignons, Artischocken, Spargel und Paprika kultiviert.

Im Vergleich mit dem BIP pro Kopf der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreicht La Rioja einen Index von 98 (EU-27:100, Stand 2015).[5] Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenrate 12 %.[6]

Mit einem Wert von 0,899 erreicht La Rioja Platz 4 unter den 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens im Index der menschlichen Entwicklung.[7]

Größte GemeindenBearbeiten

Stand 1. Januar 2018

Gemeinde Einwohner
Logroño 151.113
Calahorra 23.923
Arnedo 14.815
Haro 11.309
Alfaro 9.460
Lardero 10.193
Nájera 8.047
Villamediana de Iregua 7.973
Santo Domingo de la Calzada 6.231
Autol 4.469

Subregionen und ComarcasBearbeiten

Die autonome Region La Rioja ist unterteilt in drei Subregionen. Rioja Alta, Rioja Media und Rioja Baja, die sich weiter in 13 Verwaltungseinheiten (Comarcas) wie folgt untergliedern:

Subregionen
von La Rioja
Sierra
(Bergregion)
Valle
(Talregion)
Rioja Alta Comarca de Anguiano
Comarca de Ezcaray
Comarca de Haro
Comarca de Santo Domingo de la Calzada
Comarca de Nájera
Rioja Media Tierra de Cameros
Comarca de Logroño
Rioja Baja Comarca de Cervera Comarca de Alfaro
Comarca de Arnedo
Comarca de Calahorra

 

WeblinksBearbeiten

  Commons: La Rioja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: La Rioja – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Henrike Knörr: Guillermo Rittwagen.
  3. Luis Vicente Elías Pastor: Revista de Folklore. Fundación Joaquín Díaz 1990/10a/114.
  4. Datos de Economía. Instituto de Estadística de La Rioja.
  5. Eurostat. Abgerufen am 15. April 2018.
  6. Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. Abgerufen am 5. November 2018.
  7. Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 12. August 2018 (englisch).

Koordinaten: 42° 17′ N, 2° 28′ W