Villoslada de Cameros

Gemeinde in Spanien

Villoslada de Cameros ist ein Bergort und eine zur bevölkerungsarmen Serranía Celtibérica gehörende Gemeinde (municipio) mit nur noch 324 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) in der Autonomen Gemeinschaft La Rioja im Norden Spaniens.

Gemeinde Villoslada de Cameros
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Villoslada de Cameros – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Villoslada de Cameros (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: La Rioja La Rioja
Provinz: La Rioja
Comarca: Camero Nuevo
Koordinaten 42° 7′ N, 2° 40′ WKoordinaten: 42° 7′ N, 2° 40′ W
Höhe: 1040 msnm
Fläche: 94,71 km²
Einwohner: 324 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 3 Einw./km²
Postleitzahl(en): 26125
Gemeindenummer (INE): 26177
Verwaltung
Website: Villoslada de Cameros

Lage und KlimaBearbeiten

Der Ort Villoslada de Cameros liegt am Oberlauf des Río Iregua am nordwestlichen Rand des Parque Natural Sierra de Cebollera ca. 50 km (Fahrtstrecke) südwestlich der Provinzhauptstadt Logroño in einer Höhe von ca. 1040 m. Soria, die Hauptstadt der gleichnamigen altkastilischen Provinz, befindet sich ca. 56 km südöstlich. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 615 mm/Jahr) fällt hauptsächlich im Winter.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2018
Einwohner 1.149 722 666 388 325[3]

Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe bäuerlicher Kleinbetriebe und des daraus resultierenden geringeren Arbeitskräftebedarfs ist die Zahl der Einwohner seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig gesunken.

WirtschaftBearbeiten

Die Gemeinde war jahrhundertelang zum Zweck der Selbstversorgung landwirtschaftlich orientiert, wobei die Viehwirtschaft (Milch, Käse, Fleisch) im Vordergrund stand. Heute werden vor allem im Sommerhalbjahr Ferienwohnungen (casas rurales) vermietet.

GeschichteBearbeiten

Keltiberische, römische, westgotische und selbst islamisch-maurische Siedlungsspuren wurden – mit Ausnahme einer spätrömischen Grabstele – auf dem Gemeindegebiet nicht entdeckt. Das hochgelegene Gebiet diente jahrhundertelang als Sommerweide für Schafe und Ziegen. Eine militärische Rückeroberung (reconquista) durch die Christen fand wohl nicht statt, doch wurde der Platz im Rahmen der Repoblación allmählich besiedelt. Im Mittelalter war die Region zwischen den Königreichen Kastilien und Königreich Navarra umstritten.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
spätrömische Grabstele
  • An der höchsten Stelle des Ortes befindet sich die – unter Verwendung von Teilen eines Vorgängerbaus – im 17. Jahrhundert errichtete Iglesia de Nuestra Señora Del Sagrario. Das schlichte Portal und der Taufstein (pila bautismal) der mittelalterlichen Kirche sind noch erhalten. Das spätbarocke Altarretabel (retablo) im churrigueresken Stil ist während der Fastenzeit durch ein großes Fastentuch (sarga) mit flämisch-westfälischen Malereien der Passion Christi aus dem Jahr 1560 verhängt; das Tuch ist eines von ganz wenigen erhaltenen Exemplaren seiner Art in Spanien.[5]
  • Eine mehrbogige mittelalterliche, später jedoch erneuerte Steinbrücke quert den Río Iregua.
  • Die meist gepflasterten Gassen des Ortes sind von durchaus imposanten, teilweise verputzten Wohnhäusern begleitet.
Umgebung
  • Im Ort und in seiner Umgebung befinden sich mehrere Kapellen (ermitas).
  • Auf dem Cerro de San Cristóbal ist eine spätrömische Grabstele aus hellem Granit mit kaum mehr entzifferbaren lateinischen und keltiberischen Schriftzeichen aufgestellt. Der von einem Giebelfeld mit mittiger Rosette und seitlichen Akroteren überhöhte Mittelteil der Stele zeigt drei Figuren.

WeblinksBearbeiten

Commons: Villoslada de Cameros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Villoslada de Cameros – Klimatabellen
  3. Villoslada de Cameros – Bevölkerungsentwicklung
  4. Villoslada de Cameros – Geschichte und Sehenswürdigkeiten
  5. Villoslada de Cameros – Kirche und Altarvorhang