Ajla Tomljanović

kroatische Tennisspielerin
Ajla Tomljanović Tennisspieler
Ajla Tomljanović
Ajla Tomljanović 2015 bei den French Open
Nation: KroatienKroatien Kroatien
2009–2017
AustralienAustralien Australien
2014−
Geburtstag: 7. Mai 1993
Größe: 180 cm
Gewicht: 67 kg
1. Profisaison: 2010
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Preisgeld: 3.044.412 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 305:223
Karrieretitel: 0 WTA, 4 ITF
Höchste Platzierung: 39 (1. April 2019)
Aktuelle Platzierung: 56
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 68:80
Karrieretitel: 0 WTA, 3 ITF
Höchste Platzierung: 48 (20. Oktober 2014)
Aktuelle Platzierung: 140
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
16. März 2020
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

Ajla Tomljanović (* 7. Mai 1993 in Zagreb) ist eine kroatisch-australische Tennisspielerin. Sie besitzt seit Januar 2018 auch die australische Staatsbürgerschaft.[1]

KarriereBearbeiten

Tomljanović, die im Alter von sieben Jahren mit dem Tennisspielen begann, hatte bereits als Juniorin internationale Erfolge vorzuweisen. 2009 gewann sie bei den Australian Open zusammen mit Christina McHale den Doppeltitel der Juniorinnen[2] sowie den Doppelwettbewerb des renommierten International Casablanca Junior Cup an der Seite von Heather Watson. Dort setzte sie sich auch in der Einzelkonkurrenz durch und stieg in der Junioren-Tennisweltrangliste anschließend bis auf Position vier nach oben.

2008 sammelte Tomljanović erste Erfahrungen auf der ITF Women’s World Tennis Tour, auf der sie Ende 2009 ihr erstes Finale spielte und zum Auftakt der Saison 2010 in Plantation ihren ersten Titel bei einem Turnier der $25.000-Kategorie holte. Für die amerikanischen Premier Mandatory-Turniere in Indian Wells und Miami erhielt sie jeweils eine Wildcard fürs Hauptfeld und gab damit ihr Debüt auf der Women’s Tennis Association, jedoch verlor sie jeweils in der ersten Runde. Nach zwei weiteren Finalteilnahmen in Pelham und Prag, ging Tomljanović bei den French Open erstmals in der Qualifikation eines Grand Slam-Turniers an den Start, scheiterte aber bereits zum Auftakt. 2011 gewann sie zwei weitere Titel auf der ITF-Tour und errang in Budapest gegen Vanda Lukács ihren ersten Erfolg im Hauptfeld eines WTA-Turniers.

Aufgrund einer Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber konnte Tomljanović in der Saison 2012 nur sechs Turniere bestreiten und fiel in der Weltrangliste weit zurück. 2013 kehrte sie wiedererstarkt auf die Tour zurück, erreichte zwei Endspiele bei ITF-Turnieren, darunter das $100.000-Turnier in Midland und als Wildcard das Achtelfinale in Miami. Im Anschluss konnte sie in Dothan ihren ersten Titel bei einem Turnier der $50.000-Kategorie erzielen und qualifizierte sich in Wimbledon erstmals für das Hauptfeld eines Grand Slam-Turniers, unterlag jedoch in Runde eins Bojana Jovanovski Petrović in der Verlängerung des dritten Satzes. Ihr erster Hauptrundenerfolg gelang ihr dann in New York, wo sie ebenfalls aus der Qualifikation kommend zum Auftakt Casey Dellacqua schlagen konnte. Das Jahr beendete Tomljanović erstmals in den Top 100 der Weltrangliste.

2014 gelang ihr mit dem Einzug in das Viertelfinale bei den Australian Open an der Seite von Jarmila Wolfe ihr bisher bestes Ergebnis im Doppel. Daneben überraschte sie bei den French Open mit einem Drittrundenerfolg über Agnieszka Radwańska, ihrem ersten Sieg gegen eine Top 10-Spielerin, bevor sie bei ihrer ersten Teilnahme im Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers von Carla Suárez Navarro geschlagen wurde. Bei den US Open ging sie erstmals für Australien an den Start, nachdem sie dort die Niederlassungserlaubnis erhalten hatte. Bis zum Erhalt der australischen Staatsbürgerschaft 2018 repräsentierte sie ihre neue Heimat lediglich bei den vier Grand Slam-Turnieren, da diese unmittelbar der ITF unterstehen; bei den restlichen Turnieren der WTA-Tour spielte sie noch unter kroatischer Flagge.[3]

Anfang 2015 erreichte Tomljanović in Pattaya ihr erstes WTA-Endspiel, in dem sie Daniela Hantuchová in drei Sätzen unterlag. Im folgenden Jahr musste sie sich nach ihrer Auftaktniederlage bei den Australian Open einer Operation an der Schulter unterziehen, von der sie erst im März 2017 in Acapulco zurückkehrte.[4] Anschließend erreichte sie in Miami mit dem Einzug in die dritte Runde ihr bestes Saisonergebnis. Im weiteren Jahresverlauf konnte sie noch drei Endspiele auf der ITF-Tour erzielen, blieb aber ohne Titel. 2018 stand Tomljanović nach zwei Halbfinals zu Saisonbeginn bei Turnieren der WTA Challenger Series in Rabat in ihrem zweiten WTA-Endspiel, scheiterte jedoch an Elise Mertens. Auch ihr zweites Saisonfinale in Seoul verlor sie, dieses Mal gegen Kiki Bertens. Gegen Ende einer erneut wechselhaften Saison, in der sie in San José noch einmal ins Viertelfinale kam, überwinterte Tomljanović erstmals in den Top 50 der Saison.

Nach dem Einzug ins Viertelfinale von Brisbane sowie ihres mittlerweile vierten WTA-Endspiels in Hua Hin, in dem sie sich im Tiebreak des dritten Satzes gegen Dajana Jastremska geschlagen geben musste, konnte Tomljanović mit dem Triumph über Aryna Sabalenka in Miami nach knapp fünf Jahren ihren zweiten Erfolg gegen eine Spielerin aus den Top 10 der Welt verbuchen. Anschließend erzielte sie mit Platz 39 ihre bislang beste Weltranglistenposition. Bis zum Saisonabschluss hatte Tomljanović wieder mit wachsender Inkonstanz zu kämpfen, wobei sie in Zhengzhou mit dem Einzug ins Halbfinale, nachdem sie in der zweiten Runde Kiki Bertens schlug, noch einmal aufhorchen ließ. Dort schied sie jedoch gegen die spätere Siegerin Karolína Plíšková aus und beendete die Saison knapp außerhalb der besten 50 der Welt.

Im Februar 2010 trat sie in Lissabon gegen Portugal erstmals für Kroatien im Fed Cup an.[5] In den Jahren 2010 und 2011 bestritt sie für das kroatische Fed-Cup-Team elf Partien, von denen sie vier gewinnen konnte. Im Fed-Cup-Finale 2019 startete sie erstmals für die Mannschaft ihres neuen Heimatlandes Australien. Bei der 2:3-Niederlage ihres Teams gegen Frankreich ging sie zweimal im Einzel an Start, wobei sie zunächst gegen Kristina Mladenovic verlor, ihre zweite Begegnung gegen Pauline Parmentier aber gewinnen konnte.

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 17. Januar 2010 Vereinigte Staaten  Plantation ITF $25.000 Sand Schweden  Johanna Larsson 6:3, 6:3
2. 13. März 2011 Vereinigte Staaten  Clearwater ITF $25.000 Hartplatz Bulgarien  Sesil Karatantschewa 7:63, 6:3
3. 29. Mai 2011 Italien  Grado ITF $25.000 Sand Rumänien  Alexandra Cadanțu 6:2, 6:4
4. 21. April 2013 Vereinigte Staaten  Dothan ITF $50.000 Sand China Volksrepublik  Zhang Shuai 2:6, 6:4, 6:3

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 10. Mai 2009 Kroatien  Zagreb ITF $50.000 Sand Kroatien  Petra Martić Weissrussland  Ksenija Mileuskaja
Russland  Anastassija Piwowarowa
6:3, 6:74, [10:5]
2. 30. Oktober 2011 Puerto Rico  Bayamón ITF $25.000 Hartplatz Sudafrika  Chanel Simmonds Vereinigte Staaten  Victoria Duval
Vereinigte Staaten  Allie Kiick
6:3, 6:1
3. 13. November 2011 Vereinigte Staaten  Phoenix ITF $75.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Jamie Hampton Vereinigte Staaten  Maria Sanchez
Vereinigte Staaten  Yasmin Schnack
3:6, 6:3, 6:3

Abschneiden bei Grand-Slam-TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Bilanz Karriere
Australian Open 2 2 1 1 1 2 3:6 2
French Open AF 2 1 1 1 1 4:5 AF
Wimbledon 1 1 2 1 2 2:5 2
US Open 2 1 1 2 2 2 1 4:7 2

DoppelBearbeiten

Turnier 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Bilanz Karriere
Australian Open VF 2 2 1 1 1 5:6 VF
French Open 1 1 1 1 2 1:4 2
Wimbledon 1 AF 1 2 3:4 AF
US Open AF 1 1 AF 2 5:5 AF

WeblinksBearbeiten

Commons: Ajla Tomljanović – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rising tennis star Ajla Tomljanovic has dumped Croatia for Australia, couriermail.com.au vom 25. August 2014
  2. Australian Open - Honour Roll, abgerufen am 19. Oktober 2013
  3. Rising star Ajla Tomljanovic to boost Australian tennis stocks. In: smh.com.au. 24. Juli 2014, abgerufen am 21. Juli 2020 (englisch).
  4. After injury lows, Ajla Tomljanovic poised for new highs in 2019. In: wtatennis.com. 2. Januar 2019, abgerufen am 21. Juli 2020 (englisch).
  5. FedCup, Alja Tomljanovic, abgerufen am 19. Oktober 2013