Tyros

Stadt in Libanon

Tyros (arabisch صور, DMG Ṣūr von phönizisch „Felsen“, wegen einer vorgelagerten Klippe; lateinisch Tyrus) ist eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt.[1] Die Küstenstadt am Mittelmeer war eine der frühesten phönizischen Metropolen und der griechischen Mythologie zufolge der Geburtsort von Europa, ihrer Brüder Kadmos und Phoinix sowie von Karthagos Gründerin Dido. Wegen seiner zahlreichen antiken Kulturstätten wurde Tyros 1984 als ganzes in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen.[2]

Tyros
صور
SubmergedEgyptianHarbour TyreSour Lebanon RomanDeckert04112019.jpg
Im Meer versunkene Säulen aus der Antike vor der modernen Skyline
Staat: LibanonLibanon Libanon
Gouvernement: Süd-Libanon
Koordinaten: 33° 16′ N, 35° 12′ OKoordinaten: 33° 16′ N, 35° 12′ O
Einwohner: 135.204 (2005)
Zeitzone: UTC+2
Postleitzahl: 1601
Tyros (Libanon)
Tyros
Tyros
Überreste eines antiken Triumphbogens

Mit einer für 2016 geschätzten Einwohnerzahl von rund 200.000 in der Agglomeration gilt Tyros als viertgrößte Stadt des Libanon nach Beirut, Tripoli und Sidon. Sie ist die Hauptstadt des Bezirks Tyros im Gouvernement Süd-Libanon. Ein Großteil der Bevölkerung besteht aus Geflüchteten, da Tyros Standort von drei der offiziell zwölf palästinensischen Flüchtlingslager des Landes ist: Al Bass, Burj al-Shemali und ar-Raschidiya.[3]

GeschichteBearbeiten

Bronzezeit und frühe EisenzeitBearbeiten

Der Aufstieg von Tyros begann Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. Seine große Zeit hatte Tyros als Handelsmetropole ab der 20. Dynastie des ägyptischen Neuen Reichs im 12. Jahrhundert v. Chr. Der Handel von Tyros und anderen phönizischen Städten erfasste das gesamte Mittelmeerbecken. Auch Gebiete jenseits der Meerenge von Gibraltar, der sogenannten „Säulen des Herakles“, wurden bereits früh angesteuert, wie phönizische Funde ab ca. 900 v. Chr. in Huelva bezeugen.[4] Für die Kanarischen Inseln ist auf Lanzarote zumindest eine punisch-karthagische Siedlung bei Teguise ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. sicher belegt, ein sehr frühes 14C-Datum von diesem Fundort könnte sogar auf phönizische Kontakte bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. hinweisen.[5] Ob auch Großbritannien bereits durch Seefahrer aus Tyros erreicht wurde, ist umstritten. Die nördlichste bekannte phönizische Handelsniederlassung am Atlantik war jedenfalls Abul (ca. 50 km südöstlich von Lissabon); phönizische Funde, die eventuell teilweise bereits ins 9. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen, kamen auch weiter nördlich, in Santa Olaia zu Tage. Der Handel stützte sich auf eine Vielzahl von Faktoreien an den Küsten. Dauerhafte Siedlungen und Kolonien wurden nur ausnahmsweise gegründet, vor allem in Nordwestafrika, Sardinien und auf der Iberischen Halbinsel. Die bedeutendste Gründung war Karthago, der Sage nach im Jahr 814 v. Chr. durch die tyrische Königstochter Dido.

Tyros konnte seine politische Unabhängigkeit vor allem deshalb behaupten, weil die bisherigen Großmächte, das ägyptische Neue Reich und das Reich der Hethiter, geschwächt oder zerstört waren und zunächst keine andere Großmacht das Machtvakuum füllen konnte.

In der Bibel taucht Tyros namentlich an folgenden relevanten Stellen auf:

  • Tyros liegt im Stammesgebiet Asser (Jos 19,29).
  • Gesandte aus Tyros bauen für David ein Haus und bereiten den Tempelbau vor: Es werden Materialien (Zedernholz) und Handwerker gestellt (2Sam 5,11; 1Chr 14,1; 22,4).
  • Tyros ist in die Volkszählung Davids mit eingeschlossen (2Sam 24,7).
  • König Hiram von Tyros pflegt diplomatische Beziehungen zu David und Salomo (1Kön 5,15; 7,13–14); Hiram leistet beiden Unterstützung bei ihren Bauten (2Chr 2,2.10).
  • Salomo bezahlt Hiram für seine Bereitstellung an Holz und Gold mit 20 Städten in Galiläa, die Hiram aber nicht gefallen (1Kön 9,11–13).
  • Auch beim Bau des zweiten Jerusalemer Tempels spielt Tyros mit seinen Handwerkern und Baumaterialien eine Rolle (Esr 3,7).
  • In der prophetischen Literatur wird Tyros v. a. bei Jes, Jer, Hes, Hos, Jo, Am, Sach erwähnt.

Gemäß einer Freimaurerlegende über den Bau des salomonischen Tempels in Jerusalem wurde Hiram Abif als Delegierter von Hiram I., dem König von Tyros, entsandt.

Assyrische/Babylonische ZeitBearbeiten

Mit dem Wiedererstarken des Assyrischen Reichs wurde Tyros tributpflichtig und verlor zunehmend seine politische Eigenständigkeit, nicht jedoch seine Wirtschaftskraft. Die Seeherrschaft der Phönizier wurde allerdings seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. zunehmend von den antiken Griechen zurückgedrängt.

858/857 und 856/855 v. Chr. empfing Šulmanu-ašared III. den Tribut von Tyros. Dass dies für das Jahr 853 nicht erwähnt wurde, will der Historiker Brad E. Kelle als Anzeichen dafür werten, dass die Stadt an dem Bündnis von Ben-Hadad II. von Aram, Irhuleni von Hama und Ahab vom Nordreich Israel gegen das Assyrische Reich beteiligt war und Truppen für die Schlacht von Qarqar stellte. Im 18. Regierungsjahr (841/840 v. Chr.) Šulmanu-ašareds III. wurde der Tribut von Tyros wieder erwähnt.

Der Vasallenvertrag zwischen Aššur-aḫḫe-iddina (681–669 v. Chr.) und dem Stadtgott von Tyros enthält eine genaue Beschreibung des Herrschaftsgebietes von Tyros und verschiedene Vorschriften:

  • dem Befehl des assyrischen Statthalters zu gehorchen,
  • sich nicht an assyrischen Untertanen zu vergreifen,
  • gestrandete Schiffe an die Assyrer auszuliefern, doch ihre Besatzungen nicht anzutasten.

Diesen Vorschriften folgen die üblichen Selbstverfluchungen im Falle des Eidbruches:

  • Ninlil von Ninive möge ein flammendes Schwert gegen Tyrus ziehen,
  • Ištar von Arbela möge kein Erbarmen gewähren,
  • Gula möge Krankheiten schicken, dass die Bewohner von Tyros in ihrem Blute baden wie Wasser,
  • die Šebettu mögen eine Niederlage bewirken,
  • Melkart und Eschmun mögen das Volk der Deportation preisgeben usw.

Es wurden sowohl die obersten Götter der babylonischen Religion als auch lokale Götter und Götter der assyrischen Mythologie angerufen.

Eine Stele des Aššur-aḫḫe-iddina von 672 v. Chr. aus Sam'al, dem heutigen Zincirli zeigt, wie er die winzig kleinen Könige von Tyros und Ägypten an Seilen hält, die in den Nasenringen der Unterworfenen befestigt sind.

Nabū-kudurrī-uṣur II. (bekannter als Nebukadnezar II.) konnte die Stadt selbst nach dreizehnjähriger Belagerung nicht stürmen. Sie ergab sich 568 v. Chr. Danach setzte Nabu-kudurri-usur Ba’al II. als neuen König ein, der 568 bis 558 v. Chr. regierte. Rationenlisten aus dem 10. bis 35. Jahr Nabu-kudurri-usurs erwähnen Adelige und Handwerker aus Tyros. Dabei dürfte es sich um Geiseln und Deportierte gehandelt haben. Aus dem 40. Jahr Nabu-kudurri-usurs sind tyrische Händler in Babylon überliefert. Nach dem Tode Ba’als wurde Tyros 558 bis 551 v. Chr. von Richtern regiert, die Verhältnisse waren aber anscheinend sehr instabil. Vermutlich in dieser Zeit der Schwäche verlor Tyros auch die Kontrolle über seine Kolonien Kition auf Zypern und Karthago in Nordafrika. Im ersten Jahr Nabonids wurde wieder ein König eingesetzt, der in Babylon erzogen worden war, vermutlich ein Abkömmling der alten Herrscher. Tyros gehörte anschließend zum Perserreich und hatte wie auch die anderen phönizischen Küstenstädte eine relativ unabhängige Stellung. Die phönizischen Küstenstädte stellten die persische Flotte.

HellenismusBearbeiten

Um 333 v. Chr. war Azemilkos König von Tyrus. Auf die Nachricht von der persischen Niederlage in der Schlacht bei Issos segelte Azemilkos unter Befehl des Autophradates nach Halikarnassos. In Phönizien eroberte Alexander der Große ohne Gegenwehr die Häfen Arados, Marathos, Tripolis, Byblos und Sidon. Auch Tyros hatte Verhandlungen angeboten, es Alexander aber verweigert, im Tempel des Stadtgottes Melkart in Neu-Tyros, also auf der Insel zu opfern. Sie boten ihm lediglich an, Alt-Tyros auf dem Festland zu betreten.
De facto hieß das, dass sie versuchten, neutral zu bleiben bzw. sich einer direkten makedonischen Kontrolle zu entziehen. Als Alexander darauf bestand, auch Neu-Tyros zu besetzen, kam es zur Belagerung der Stadt (siehe Belagerung von Tyros (332 v. Chr.)). Sie begann im Januar 332 v. Chr. und dauerte sieben Monate. Alexander musste in mehrmonatiger Arbeit vom Festland aus zweimal einen Damm bauen, um die Inselstadt einzunehmen. Dazu benutzte er Pfeiler aus Libanonzedern und die Bauten der Altstadt. Nach archäologischen Untersuchungen konnte er dabei auch auf einen nicht vollendeten Vorgängerbau Nabu-kudurri-usurs aufbauen. Die geologischen Verhältnisse des Schwemmlandsaumes kamen ihm ebenfalls entgegen.[6][7] Auf dem Damm konnten Belagerungsmaschinen aufgestellt werden. Schiffe aus Sidon, Byblos, Arwad und Zypern beteiligten sich an der Belagerung. Tyros fiel im Herbst 332 v. Chr. Die Schiffe aus Arwad nahmen den Südhafen ein, die zypriotischen Schiffe liefen in den Nordhafen ein und die Besatzungen konnten Teile der Stadtmauern besetzen. König Azemilkos war mit den Sufeten und den Gesandten aus Karthago in den Tempel des Melkart geflüchtet und wurde von Alexander verschont, während er 2.000 Männer kreuzigen (Diodor) und 13.000 (Diodor) oder 30.000 (Arrian) Einwohner in die Sklaverei verkaufen ließ. Dem Rest gelang die Flucht nach Karthago. Alexander beging seinen Sieg im Melkarttempel der Stadt, wo er den Rammbock, der als Erster die Mauern gesprengt hatte, und das heilige tyrische Melkartschiff, das er bereits früher erbeutet hatte, feierlich dem Gotte weihte. Die Stadt wurde wieder aufgebaut und war der wichtigste makedonische Hafen an der levantinischen Küste.

„Von Alexander d. Gr. nach der Eroberung dem Reich eingegliedert, bleibt die Stadt doch autonom (neue Ära 275 beginnend). Auch unter röm. Herrschaft (seit 64 v. Chr.) blühte T. als selbstständige Stadt (eigene Münzen) lange Zeit, um 200 n. Chr. wird T. Hauptstadt der Provinz Syria Phönice“.[8]

Die Ausgrabungen in Tyros insbesondere in den letzten 20 Jahren brachten Hunderte von griechischen Inschriften zum Vorschein, die teilweise gut erhalten sind. Sie entstanden zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 8. Jahrhundert n. Chr., also von der Eroberung durch Alexander den Großen bis zur muslimischen Eroberung. Die Großereignisse finden in ihnen kaum ihren Niederschlag. Die Inschriften sagen etwas über das tägliche Leben und die sozialen und kultischen Einrichtungen aus. Die wahrscheinlich älteste griechische Inschrift ist in roten Granit gemeißelt. Die Inschrift ehrt Ptolemäus IV. von Ägypten zu einer Zeit, als Tyros zwischen den griechischen Pharaonen in Ägypten und den Seleukiden Streitobjekt war. Die Inschrift hilft, eine Passage des griechischen Historikers Polybios besser zu verstehen.

RömerzeitBearbeiten

Von den Römern wurden mehrere größere Bauwerke errichtet, die teilweise heute noch erhalten sind.[9] Die Stadt war vermutlich der Geburtsort des berühmten römischen Juristen Domitius Ulpianus (D.50.15.1pr). Die oströmische Zeit dauerte bis zur Schlacht am Jarmuk. Danach wurde Tyros von den Arabern erobert.

MittelalterBearbeiten

Im Jahre 1089 wurde die Stadt von den Seldschuken erobert, geriet jedoch bald wieder in die Abhängigkeit der Fatimiden.

KreuzfahrerherrschaftBearbeiten

Nachdem sie 1112 einer Belagerung durch die Kreuzritter standgehalten hatte, wurde die Stadt am 27. Juli 1124 von diesen erobert und der Krondomäne des Königreichs Jerusalem zugeschlagen. Sie wurde weiterhin Sitz eines Erzbischofs. Nach dem Fall Jerusalems an Saladin (1187) wurde der Thronsitz nach Akkon verlegt, während die Beratungssitzungen in Tyros stattfanden. Einer Belagerung durch Saladin hielt die Stadt 1187 stand. Wenig später wurde Tyros in eine eigene Herrschaft umgewandelt. In der Kathedrale von Tyros wurden möglicherweise die Gebeine des während des Dritten Kreuzzugs verstorbenen römisch-deutschen Kaisers Friedrich I. Barbarossa († 1190) beigesetzt. Bis heute ist das Erzbistum Tyrus ein Titularerzbistum der römisch-katholischen Kirche.

MamelukenherrschaftBearbeiten

 
Keramik aus mamelukisch-tyrischer Produktion, National Museum of Beirut

Am 19. Mai 1291 nahmen Truppen von Al-Malik al-Aschraf Salah ad-Din Chalil, dem Sultan der Mamluken aus der Bahri-Dynastie, Tyros ein. Offenbar hatte zuvor die gesamte Bevölkerung die Stadt auf Schiffen an dem Tag evakuiert, als Akkon nach zwei Monaten Belagerung als eine der letzten Kreuzfahrerhochburgen gefallen war. Die neuen Herrscher fanden Tyros daher so gut wie menschenleer vor. Amalrich von Tyrus als letzter Kreuzfahrer-Herr der Stadt entkam nach Zypern.[10] Chalil ließ die Befestigungsanlagen einreißen, um eine Rückkehr der Franken zu verhindern.[11] Die Kreuzfahrer-Kathedrale, die schon durch das Erdbeben von 1202 schwer beschädigt war, wurde von den Mameluken ebenfalls demoliert.[12] In der Folge wurde die Stadt von Akkon aus regiert und wurde somit Teil von Palästina.[13]

Die traditionelle Keramik- und Glasindustrie in Tyros führte in der frühen Phase der Mamelukenherrschaft ihre Produktion kunstvoller Gegenstände fort.[14] Die Herstellung von Purpur, die eine Haupteinnahmequelle der Stadt seit ihrer frühesten Geschichte gewesen war, kam indes zum Erliegen, auch weil neue und billigere Farbstoffe auf den Markt kamen.[15]

Während das Sultanat nach dem Tod Chalils 1293 durch interne Machtkämpfe und politische Instabilität erschüttert wurde, verlor Tyros – das "London"[10] bzw. "New York"[16] der Alten Welt – jede Bedeutung und verfiel rapide. Als der marokkanische Forschungsreisende Ibn Battūta 1355 Tyros besucht, fand er nur noch einen Trümmerhaufen vor.[15] Viele Steine wurden nach Sidon, Akkon, Beirut und Jaffa abtransportiert und dort als Baumaterial verwendet.[10]

Osmanisches Reich (1516–1918)Bearbeiten

Khan Sour (2019)

Maan-HerrschaftBearbeiten

Das Osmanische Reich eroberte die Levante im Jahr 1516, aber dennoch blieb Tyros bis zum Ende des 16. Jahrhunderts praktisch verwaist. Dies änderte sich erst am Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Osmanische Führung an der Hohen Pforte den aus der Maan-Familie stammenden Drusen-Anführer Fachr ad-Dīn II. zum Emir ernannte und ihm die Verwaltung über das Gebiet von Dschabal Amil – den heutigen Südlibanon – und Galiläa übertrug, zusätzlich zu den Gebieten von Beirut und Sidon.[17] Eines seiner Projekte in Tyros war der Bau einer Residenz für seinen Bruder, Prinz Junis Al-Maani, auf den Fundamenten eines Gebäudes aus der Zeit der Kreuzfahrer. Die Ruinen der Maan-Residenz stehen noch heute im Zentrum des Marktes ("Suk)" von Tyros. Sie sind bekannt unter den Namen Khan Abdo El-Aschkar[18] bzw. Khan Al-Askar oder auch einfach als Khan Sur.[19][20]

Fachr ad-Din förderte außerdem die Ansiedlung von Schiiten und Christen östlich von Tyros, um die Straßenverbindung nach Damaskus abzusichern. Damit legte er die Grundlagen für die demographischen Entwicklungen, die Tyros bis heute entscheidend geprägt haben, da viele dieser Siedler – bzw. ihre Nachkommen – später in die Stadt zogen.[21] Die Aufbaubemühungen des Emirs gerieten allerdings ins Stocken, als er einen von den Osmanen unabhängigen Staat gründen wollte – was heute weithin als die frühreste Vision vom Libanon als ein eigenes Land gilt. Dazu ging er 1608 ein Bündnis mit Ferdinando I. de’ Medici ein, dem Großherzog der Toskana. Der Vertrag enthielt eine geheime Klausel, die gegen die Pforte gerichtet war.[22] Im Rahmen dieser Allianz mit Florenz strebte Fachr ad-Din einen Wiederaufbau des Hafens von Tyros als Stützpunkt für Kriegsschiffe an[19] und baute die Überreste der Kreuzfahrer-Kathedrale 1610 zu einer Militärgarnison aus.[23] Dessen ungeachtet wurde er von der türkischen Armee verjagt und ging ins toskanische Exil.[22]

Im Jahr 1618 kehrte Fachr ad Din in die Levante zurück, nachdem einige seiner Gegner innerhalb des osmanischen Regimes ausgebootet worden waren. Daraufhin entwickelte er auch politische Beziehungen zu Frankreich: nachdem König Louis XIII und Kardinal Richelieu einen diplomatische Abordnung entsandten,[24] ging der Maan-Palast in Tyros ins Eigentum des Franziskanischen Ordens über. Bis 1631 dominierte Fachr ad Din den Großteil der Region von Libanon, Syrien und Palästina, aber seine Ära endete 1635, als Sultan Murad IV. ihn mit einem oder zwei seiner Söhne hinrichten ließ, um seine politischen Ambitionen zu stoppen.[19]

Ali al-Saghir-DynastieBearbeiten

 
Die Ruinen der Kreuzfahrer-Kathedrale - gezeichnet von Cornelis de Bruyn 1714

In den folgenden Jahrzehnten etablierte Ali al-Saghir – ein Anführer der systematisch diskriminierten Metawali, den Zwölferschiiten des heutigen Libanon – eine Dynastie, die über drei Jahrhunderte eine Rolle in Dschabal Amil (und damit auch in Tyros) spielen sollte und auch noch im 21. Jahrhundert über einen gewissen Einfluss verfügt.[25]

Als allerdings der englische Gelehrte Henry Maundrell 1697 Tyros besuchte, fand er nur sehr wenige Einwohner vor, von denen die meisten vom Fischfang lebten.[15] Ihre prekären Lebensbedingungen wurden noch durch gelegentliche Angriffe toskanischer, maltesischer und monegassischer Piraten verschärft. Außerdem litt die tyrische Bevölkerung unter den hohen Steuern, welche die osmanischen Statthalter erhoben. Das Hinterland von Tyros galt derweil als eine gesetzlose Gegend, in die sich viele Kriminelle flüchteten.[25]

 
Die melkitische Kathedrale Sankt-Thomas

Trotz bzw. wegen dieser peripheren Lage wurde Tyros – zumindest nominell – das Zentrum eines Schismas innerhalb des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Antiochien:[26] dessen Erzbischof von Tyros und Sidon – Euthymios Saif – arbeitete mindestens seit 1683 auf eine Wiedervereinigung mit dem Heiligen Stuhl in Rom hin. Im Jahr 1701 ernannte ihn die Kongregation für die Evangelisierung der Völker (Congregation Propaganda Fide) der römischen Kurie in einem Geheimerlass zum Apostolischen Administrator der Melkiten.[27][28]

1724, ein Jahr nach Saifs Tod, wurde sein Neffe und Schüler Seraphim Tanas als Kyrillos VI. Tanas zum neuen Patriarchen von Antiochien gewählt. Er bestätigte alsbald die Einheit mit Rom und damit die Abspaltung von der Griechisch-Orthodoxen Kirche.[29] Tatsächlich lebten damals wohl nur sehr wenige christliche Familien in Tyros. Gottesdienste fanden nur in den Ruinen der Sankt Thomas-Kirche nahe der Kreuzfahrerkathedrale statt.[15]

Ab 1750 initiierte Scheich Nasif al-Nassar, der aus der Ali al-Saghir-Dynastie stammte, als Herrscher über den Dschabal Amil eine Reihe von Bauprojekten, um den Zuzug von Siedlern in die weitgehend entvölkerte Stadt zu fördern.[19][17] Al-Nassars Vertreter in Tyros wurde der Steuereintreiber und de-facto-Gouverneur Scheich Kaplan Hasan. Französische Kaufleute wurden ihre Haupthandelspartner, auch wenn sie sowohl mit Hasan wie al-Nassar immer wieder in Konflikt über die Geschäftsbedingungen gerieten.[25]

 
Die Alte Moschee

Zu al-Nassars Projekten gehörten der Bau eines Marktplatzes und der Umbau des früheren Maan-Palastes zu einem Militärstützpunkt.[18] Darüber hinaus gab er den Bau des Serail als sein eigenes Hauptquartier am Hafen in Auftrag wie auch die Errichtung des Al Mobarakee-Militärturms. Beide sind noch heute gut erhalten.[19][20]

1752 begann zudem der Bau der Melkitischen Kathedrale von Sankt Thomas dank der Spenden des reichen Kaufmanns George Mashakka (auch Jirjis Mishaqa geschrieben)[15] an einem Ort, wo bereits zu Kreuzfahrerzeiten im 12. Jahrhundert eine Kirche gestanden hatte.[19] Al-Nassar hatte den Seiden-[18] und Tabakhändler überzeugt, von Sidon nach Tyros zu ziehen. Zahlreiche Griechisch-Katholische Familien folgten Mashakka, der zugleich auch erhebliche Summen für den Bau einer großen Moschee spendete.[15] Diese ist heute als die Alte Moschee bekannt.[18]

 
Die Ruinen von Khan Rabu (2019)

Der Aufschwung erlitt allerdings schon bald eine Reihe von Rückschlägen; zunächst zerstörte Ende 1759 eine Serie von Erdbeben, die die ganze Levante erschütterten, Teile von Tyros. Eine unbekannte Anzahl an Menschen verlor dabei ihr Leben.[16] 1781 wurde Al-Nassar während eines Machtkampfes mit dem osmanischen Gouverneur von Sidon, Cezzâr Ahmed Pascha, getötet. Dieser ließ zudem die die schiitische Bevölkerung im Dschabal Amil durch brutale Feldzüge dezimieren. Somit endete die schiitische Autonomie in der Region für ein Vierteljahrhundert.[17]

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte eine erneute Aufschwungsphase ein. So wurde 1810 in der Nähe des ehemaligen Maan-Palastes von Fachr ad-Din II. und des Marktplatzes eine Karawanserei errichtet: Khan Rabu.[19] Ein Khan war traditionell ein großer rechteckiger Innenhof mit einer zentralen Wasserquelle, umgeben von überdachten Arkaden.[30] Khan Rabu – auch transliteriert als Ribu – entwickelte sich alsbald zu einem wichtigen Handelszentrum. Wenige Jahre später wurde auch der frühere Maan-Palast zu einem Khan umgebaut.[19]

Ägyptische BesetzungBearbeiten

 
Tyros nach einer Zeichnung von David Roberts aus dem Jahr 1839

Im Dezember 1831 fiel Tyros unter die Herrschaft von Muhammad Ali Pascha, dem faktisch unabhängig regierenden Gouverneur der osmanischen Provinz Ägypten. Eine Streitmacht unter Führung seines Sohnes Ibrahim Pascha hatte zuvor Jaffa und Haifa eingenommen, ohne dabei auf Widerstand zu stossen.[31] In den folgenden Jahren siedelte sich eine Anzahl von Menschen aus Ägypten in Tyros an, wo es in der Altstadt noch heute eine "Straße der Ägypter" gibt.[19]

Die neuerliche Fremdherrschaft hatte indes nur kurze Zeit Bestand. Zunächst richtete am 1. Januar 1837 das große Galiläa-Erdbeben auch in Tyros verheerende Schäden an.[32] Zwei Jahre später revoltierten schiitische Kräfte unter Hamad al-Mahmud aus der Ali al-Saghir-Dynastie gegen die Besatzer.[17] Sie wurden dabei vom Britischen Weltreich und dem Kaisertum Österreich unterstützt: am 24. September 1839 nahmen die Rebellen Tyros nach dessen Beschuss durch Kriegsschiffe der Verbündeten ein.[33]

Französische EinflusszoneBearbeiten

 
Das Mamluk-Haus bei den Ruinen der Kreuzfahrer-Kathedrale

Für ihren siegreichen Kampf gegen die ägyptischen Besatzer belohnten die osmanischen Herrscher Al-Mahmud und seinen mit ihm verwandten Nachfolger Ali al-As'ad mit der Wiederherstellung der schiitischen Autonomie in Dschabel Amil.[17] In Tyros erlangte indessen die Mamluk-Familie eine beherrschende Stellung. Familienoberhaupt Jussuf Aga Ibn Mamluk war angeblich ein Nachfahre des schiitenfeindlichen Cezzâr Ahmed Pascha.[23]

 
Postkarte von 1868/9

Die ägyptische Besatzung hatte zugleich die Tür für europäische Einmischung in die osmanischen Angelegenheiten geöffnet. Derlei Interventionen erfolgten über Allianzen mit den verschiedenen Religionsgruppen des Libanon. So weitete Frankreich unter Napoleon III. über die mit ihm verbündeten maronitischen Anführer seinen Einfluss in der Region von der Mitte des 19. Jahrhunderts an systematisch aus.[17] Als der Kaiser der Franzosen 1860 während des Bürgerkrieges, der im Libanongebirge zwischen drusischen und maronitischen Gruppen tobte, ein Expeditionskorps von rund 7.000 Soldaten entsandte, gab er auch die ersten archäologischen Studien in Tyros in Auftrag. Diese leitete der Historiker Ernest Renan. Nach dem Ende seiner Mission kam es allerdings zu zahlreichen wilden Grabungen, durch die historische Stätten beschädigt wurden.[15]

Ebenfalls 1860 wurde in Tyros die Griechisch-Orthodoxe Kirche von Sankt Thomas in der Nähe der Griechisch-Katholischen Kathedrale von Sankt Thomas eingeweiht. Etwa zur gleichen Zeit baute der Franziskanerorden in unmittelbarer Nähe der Kathedrale die lateinisch-katholische "Kirche des Heiligen Landes".[19][20]

 
Sepps Mission 1874

1874 unternahm der bayerische Historiker und Politiker Johann Nepomuk Sepp mit seinem Sohn Bernhard und dem Berliner Privatdozenten Hans Prutz eine Mission nach Tyros, um die Gebeine Kaiser Friedrich Barbarossas in den Ruinen der Kreuzfahrer-Kathedrale zu suchen. Dazu hatte er schon kurz nach der deutschen Reichsgründung um die Unterstützung des Reichskanzlers Otto von Bismarck geworben, der tatsächlich Sondermittel für das Unternehmen gewährte, obwohl Sepp „von archäologischer Methode keine Ahnung hatte.“[34] Als Ziel der Expedition benannte Sepp im Vorwort seines Reiseberichtes zum einen:

„[Die] Zurückführung der Überreste des alten Barbarossa [wird] die deutsche Nation in heilige Begeisterung versetzen. Welch ein Triumphzug, unseren größten Kaiser in den Kölner Dom zu übertragen, der als Sinnbild des längst in’s Stocken geratenen alten Reiches beim Aufbaue des neuen sich vollendet!“[23]

 
Heliogravüre des Hafens von 1874

Zum anderen verfolgte Sepp offen imperialistische Absichten, indem er die angebliche „Sehnsucht der Tyrer nach einer deutschen Colonie“ beschwor und dem Reichskanzleramt vorschlug, sich die Kreuzfahrer-Kathedrale als Nationaleigentum anzueignen.[23] Zwar war die Suche nach Barbarossas Gebeinen erfolglos und selbst Expeditionsmitglied Prutz sprach später „von wirren Spielen einer dem realen Boden der Wissenschaft gänzlich entfremdeten Phantasie“.[35] Immerhin gelang es dem Team aber, die Ruinen der Kathedrale auszugraben. Dazu ließ es in Zusammenarbeit mit der herrschenden Mamluk-Familie rund 120 Menschen, die auf dem Gelände wohnten, gegen Entschädigungen umsiedeln. Eine Anzahl von archäologischen Funden brachte Sepp nach Berlin, wo sie sich teilweise noch immer in den Sammlungen der Stiftung Preussischer Kulturbesitz befinden.[12]

 
Photochromdruck, zwischen 1890 und 1900

Nach Angaben von Sepp hatte Tyros damals rund 5.000 Einwohner.[23] Ein US-amerikanischer Reisender, der die Stadt um die gleiche Zeit besuchte, schätzte ihre Zahl auf maximal 4.000, davon etwa die Hälfte Schiiten und die andere Hälfte Katholiken sowie einige wenige Protestanten.[16] 1882 gründete die römisch-katholische Ordensgemeinschaft der Schwestern des hl. Joseph von der Erscheinung an der Westseite der Halbinsel im christlichen Viertel von Tyros eine Schule, die bis in die 2010er Jahre Bestand hatte.

Unterdessen sorgten die osmanischen Landreformen von 1858 für eine Machtverschiebung, die Dschabal Amil im allgemeinen und Tyros im besonderen bis zum Ende des 20. Jahrhunderts entscheidend prägen sollte. Die Änderung der Eigentums- und Nutzungsrechte an Grundstücken führte dazu, dass einige wenige Familien auf Kosten der Kleinbauern riesigen Großgrundbesitz anhäuften. Während die Al-As'ad-Familie aus der Ali al-Saghir-Dynastie ihre Lehn im Hinterland von Tyros ausbaute, stieg in der Stadt selber eine andere Familie aus der frühkapitalistischen Klasse der urbanen Kaufleute ("Wujaha'") in die Klasse der Feudalherren ("Zu'ama") auf:[36] Die Mitglieder der Al-Khalil-Familie waren als Getreidehändler zu Reichtum gekommen und nahmen nun eine dominante Stellung in Tyros ein.[13] Sie waren ein Zweig einer anderen Hauptdynastie in Dschabal Amil, der Zayn-Familie aus Nabatäa,[37] und außerdem mit dem Feudalherren-Clan der Osseirans in Sidon verschwägert.[13] Ihr Aufstieg wurde offenbar von der Ulama - den schiitischen Religionsgelehrten - unterstützt, um die unpopuläre Herrschaft der sunnitischen Mamluk-Familie in Tyros zu untergraben.[37]

 
Der Hafen zwischen 1898 und 1914

Das Ergebnis dieses dunklen Zeitalters, in dem die ungebildeten Massen faktisch wie Slaven unter den Feudalherren und osmanischen Beamten lebten,[38] war eine massenhafte Verarmung der Bevölkerung, weshalb viele Einwohner von Tyros und Dschabal Amil in den 1880er Jahren auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen auswanderten, vor allem nach Westafrika.[39]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Tyros laut Schätzungen eine Bevölkerung von rund 2.800 Schiiten, 2.700 Christen und 500 Sunniten. Im gesamten Bezirk Tyros lebten demnach insgesamt etwa 40.000 Schiiten und 8.000 Christen.[17]

1906 wurde die maronitische Kathedrale Notre-Dame-des-Mers in der Nähe des Hafens nach jahrelangen Bauarbeiten eingeweiht. Sie ersetzte eine kleinere Kirche, die an der gleichen Stelle gestanden hatte, und spiegelte das Wachstum der Glaubensgemeinschaft in Tyros, die 1838 als eigene Eparchie errichtet worden war.[19]

Die Jungtürkische Revolution von 1908 und die durch sie veranlasste Wiedereröffnung des osmanischen Parlaments lösten in Dschabal Amil einen Machtkampf aus: auf der einen Steite stand Rida al-Sulh aus einer Sunni-Dynastie in Sidon, die den schiitischen Al-As'ad-Clan der Ali al-Saghir-Dynastie mit Hilfe von verbündeten Schiiten-Familien wie den Al-Khalils in Tyros aus der Küstenregion verdrängt hatte. Auf der anderen Seite stand Kamil Al-As'ad, dessen Clan noch immer das Hinterland dominierte.[17] Letzterer gewann zwar diese Runde des Ringens um die Führung, aber die Konkurrenz zwischen den al-Khalils und Al-As'ads blieb für weitere sechzig Jahre das Hauptmotiv der schiitischen Politik im Südlibanon.[13]

Erster WeltkriegBearbeiten

 
Luftaufnahme von ca. 1918

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurden viele Schiiten in Dschabal Amil vom osmanischen Regime zum Kriegsdienst eingezogen, so dass sie ihre Bauernhöfe verlassen mussten. Ein Jahr später kam es zu einer Hungersnot, als auch noch eine Heuschreckenplage das Gebiet heimsuchte. Diese Entwicklungen lösten eine weitere Auswanderungswelle aus, nach Afrika wie auch in die USA.[17]

 
Sikh-Pioniere vor Tyros

Mit dem wachsenden Widerstand gegen die türkischen Herrscher in der Levante wuchs auch in Dschabal Amil das Arabische Einheitsstreben. Das osmanische Regime reagierte im März 1915 mit einer Reihe von Repressionen und verhaftete zahlreiche Aktivisten der Dezentralisierungspartei in Tyros wie auch in Sidon, Nabatäa und Beirut. Einige von ihnen wurden hingerichtet. Im gleichen Jahr ließ das osmanische Regime Abdel Karim al-Khalil exekutieren, das Oberhaupt des Al-Khalil-Clans in Tyros. Dies geschah auf die Anstiftung von Kamil al-As'ad aus der rivalisierenden Ali al-Saghir-Dynastie hin,[17] wie viele Zeitgenossen glaubten.[13]

Noch 1915 erreichten auch Kampfhandlungen Tyros: im November des Jahres wurden vier Einheimische, die angeblich für den französischen Geheimdienst spionierten, in Tyros gefangengenommen. Zwei von ihnen wurden in Beirut hingerichtet. Daraufhin ließ der Kommandant der französischen Marine, der den geschützten Kreuzer D'Estrés befehligte, den Hafen von Tyros unter Feuer nehmen und vier Boote versenken. Im Februar 1917 unternahmen Agenten des britischen Geheimdienstes eine Operation in der Gegend von Tyros, um Informationen über die Stärke der osmanischen Präsenz dort zu sammeln.[40]

 
Ml 248 der Royal Navy läuft Tyros an - Gemälde von Donald Maxwell

Im September 1918 zog sich die osmanische Heeresgruppe Yıldırım nach ihrer Niederlage gegen die britische Armee in der Schlacht bei Megiddo in Richtung Damaskus zurück. Der Kommandant der Ägyptische Expeditionsstreitkräfte, General Edmund Allenby, befahl daraufhin seiner Infanterie und Kavallerie, die Häfen von Beirut und Tripoli zu erobern, um seinen Truppen bei ihrer Verfolgung der sich zurückziehenende osmanischen Verbände Nachschub zu liefern. Tyros war ein strategisch wichtiger Punkt auf dieser Route. Innerhalb von nur drei Tagen machte die zweite Kolonne der siebten Meerut-Division der Britisch-Indischen Armee den Weg über die "Leiter von Tyros" frei, indem sie den schmalen Pfad über die steile Klippe so ausbaute, dass sie auch von gepanzerten Fahrzeugen, Lastwagen und Artillerie passiert werden konnte.

Das XXI Corps des Kavallerieregiments aus einem Geschwader der Duke of Lancashire Yeomanry und zwei Geschwadern der 1/1 Hertfordshire Yeomanry drang darüber schnell vor und erreichte Tyros am 4. Oktober.[41] Auf ihrem Vormarsch stießen sie kaum auf türkische Truppen. In der Zwischenzeit lieferte die britische Marine im Hafen von Tyros Nachschub für drei Tage an, um den Vormarsch der Infanterieeinheiten gen Norden nach Sidon und Beirut zu ebnen.[42] Dies geschah über Motorbarkassen, da allein diese klein genug waren, um den versandeten Hafen von Tyros - einst die größte Marinebasis der Welt - anzulaufen.[43]

So endete nach über vier Jahrhunderten die Hoheit der Dynastie der Osmanen über Tyros. Das historische Vermächtnis der Kolonialherrschaft wirkt indes bis heute fort:

Arabisches Königreich Syrien vs. Französisch-Britische OETABearbeiten

 
Der Hafen um 1918

Nachdem die Scharifianische Armee 1918 im Gefolge der zwei Jahre zuvor begonnenen Arabische Revolte gegen die osmanische Herrschaft die Levante mit britischer Unterstützung erobert hatte, erklärte Feudalherr Kamil al-As'ad, der zuvor Osmanist gewesen war, noch am 5. Oktober das Gebiet von Dschabal Amil – einschließlich Tyros – zu einem Teil des Arabischen Königreiches Syrien.[17] Das pro-syrische Regime in in Beirut ernannte allerdings seinen Rivalen Riad as-Solh zum Gouverneur von Sidon, der seinerseits Abdullah Yahya al-Khalil zum Repräsentanten von Faisal I. in Tyros ernannte.[37][13]

 
Scharaf ad-Dins Pass

Während die Feudalherren der al-As'ad und as-Solhs einmal mehr um die Vorherrschaft rangen, brachte ihre Unterstützung für die großsyrische Sache sie sogleich in Konflikt mit den französischen Kolonialinteressen: am 23. Oktober 1918 gründeten Frankreich und das Vereinigte Königreich das gemeinsame Militärregime der Occupied Enemy Territory Administration (OETA), unter dem Dschabal Amil unter französische Kontrolle fiel.[17]

In der Folge richtete die französische Armee ihr Hauptquartier für Tyros in dem historischen Garnisonsgebäude Khan Sour ein,[19] welches zuvor die melkitische Erzeparchie von den Franziskanern übernommen hatte.[18] Als Reaktion begann eine Guerillagruppe damit, militärische Angriffe auf französische Soldaten und pro-französische Elemente zu verüben. Ihr Anführer Sadik al-Hamsa stammte aus der Ali al-Saghir-Dynastie.[17]

 
Kamil al-As'ad (1870-1924)

Im Kontrast zu dieser Revolte stieg der schiitische Imam von Tyros, Sayyid Abd al-Husain Scharaf ad-Din al-Musawi, zum prominentesten Verfechter von gewaltfreiem Widerstand gegen die europäischen Kolonisatoren auf. Er genoß als Theologe grosses Ansehen, da seine Bücher in den heiligen Schia-Stätten Nadschaf und Ghom gelehrt wurden. Dieses Renommee hatte er bereits 1908 dazu benutzt, eine entscheidende Rolle im Machtkampf zwischen dem al-As'ad-Clan und der as-Solh-Dynastie einzunehmen. Nun wurde er zum führenden Befürworter für den Verbleib von Dschabal Amil im Arabischen Königreich Syrien,[21] während sein Verbündeter al-As'ad eine abwartende Haltung einnahm.[44] Als 1919 die King-Crane-Kommission der US-Regierung die Region besuchte, warb Scharaf ad-Din um US-Unterstützung für das großsyrische Projekt Faisals. Dieser Appell brachte offenbar das französische Regime dazu, einen Attentatsversuch auf Scharaf ad-Din zu unterstützen.[17]

Am Anfang des Jahres 1920 führte Scharaf ad-Din eine schiitische Delegation an, die in Damaskus für die Einheit mit Syrien plädierte.[38] Zur gleichen Zeit wuchsen in Dschabal Amil die Spannungen zwischen schiitischen und maronitischen Gruppen. Scharaf ad-Din und al-As'ad setzten sich zwar für einen friedlichen Ansatz und Deeskalation ein,[17] aber französische Berichte beschuldigten Scharaf ad-Din, die Angriffe bewaffneter Schiiten finanziert und ermutigt zu haben.[36]

Als im April 1920 gewalttätige Zusammenstöße zwischen militanten Schiiten und Maroniten Dschabal Amil erschütterten,[17] flohen viele Christen aus dem Hinterland nach Tyros.[44] Eine französische Kolonialarmee, die von maronitischen Freiwilligen unterstützt wurde, schlug die schiitische Rebellion nieder.[17] Tyros, das von Aufständischen belagert wurde,[45] und seine Bevölkerung litten unter Bombardierungen durch französische Kriegsflugzeuge und Artillerie.[46]

Französisches Mandatsgebiet GroßlibanonBearbeiten

Am 1. September 1920 riefen die franzöischen Kolonialherren den neuen Staat Großlibanon als Mandatsgebiet unter der Kuratel des Völkerbundes - vertreten durch die Dritte Französische Republik - aus. Der französische Hochkommissar der Levante wurde General Henri Gouraud, dessen Levante-Armee im Juli 1920 die syrischen Truppen in der Schlacht von Maysalun besiegt hatten und der sich in der Tradition der Kreuzritter sah. Tyros und der gesamte Dschabal Amil wurden im Rahmen dem südlichen Teil des Völkerbundmandats für Syrien und Libanon zugeschlagen.[46]

Noch im Jahr 1920 wurde Tyros zu einer räumlich-administrative Gemeinde des Mandat erklärt. Zum Bürgermeister ernannte das neue Kolonialregime Ismail Yehia Khalil[47] aus der schiitischen Feudaldynastie der al-Khalils. Als prominentester Gegner des französischen Imperialismusprojektes musste Imam Sayed Scharaf ad-Din fliehen. Sein Stadthaus in Tyros wurde von französischen Soldaten geplündert und sein Landhaus in einem benachbarten Dorf niedergebrannt. Außerdem wurden seine Bücher und Schriften konfisziert. Er entkam zunächst nach Damaskus, musste aber kurz darauf nach Ägypten weiterflüchten und verbrachte schließlich einige Monate in Palästina, bevor er nach Tyros zurückkehren durfte.[38]

Die einfache Bevölkerung in Tyros und dem gesamten Dschabal Amil litt derweil unter hohen Steuern[36] und anderen Abgaben, die das Kolonialregime als Strafe für die gescheiterte Revolte auferlegte.[17] Darüber hinaus forcierten die französischen Herrscher den Export landwirtschaftlicher Produkte aus dem Südlibanon nach Syrien, so dass die Handelsakitiväten im Hafen von Tyros weitgehend zum Erliegen kamen.[48] Infolge der grassierenden Massenarmut erreichte die Zahl derjenigen, die aus Tyros über Marseille nach Westafrika auswanderten, einen neuen Hohepunkt. Dieser Trend wurde erst gebrochen, als die französischen Kolonialherren in Afrika zum Ende der 1920er Jahre strikte Kontrollen für die Einwanderung verhängten.[39]

Die GötterweltBearbeiten

Die älteste schriftliche Bezeugung tyrischer Götter findet sich im 676 v. Chr. geschlossenen Vertrag zwischen dem Assyrerkönig Asarhaddon und dem Baal von Tyros. Die drei Götter, die den Vertrag auf Seiten von Tyros garantieren heißen Baalschamin, Astarte und Melkart (König der Stadt), der später auch als Baal Sur (Herr des Felsens – auf dem die Stadt errichtet ist) angerufen wird. Flavius Josephus setzt diese Götter mit Zeus, Aphrodite und Herakles gleich.

Überliefert ist auch, dass Hiram von Tyros, der im AT der Bibel als Zeitgenosse Salomos erscheint, die Tempel für diese drei Götter errichtete. Münzabbildungen aus römischer Zeit zeigen u. a. Aphrodite-Tyche mit einer Mauerkrone, neben ihr eine Viktoria und ein Tropaion abgebildet. Andere Münzen zeigen einen Baum, einen Brandaltar und zwei Bätyloi, die als „ambrossie petre“ (göttliche Felsen) bezeichnet sind. Der Dichter Nonnos von Panopolis erwähnt einen brennenden Ölbaum und Herodot zwei Meter hohe Stelen aus Gold und Smaragd als Tempeleinrichtungen. Die Einrichtung des Tempels, den tyrische Seefahrer im spanischen Gades errichteten, bestand aus einem goldenen Ölbaum, einem Feueraltar und den Baetyl aus Gold- und Silberlegierungen.

Das älteste Bild Melqarts findet sich auf einer Stele des Bar-Hadad (König von Aram) in Aleppo aus dem 9. Jahrhundert v. Chr., auf ihr ist der Gott mit einer Doppelaxt dargestellt. Die Geburt des stetig wiedergeborenen Vegetations- oder Fruchtbarkeitsgottes wird auf einem Weiherelief dargestellt. Eine gehörnte Hirschkuh säugt das Kind, neben dem von einem Adler überragten Bett der Mutter und einem Baum mit brennenden Blättern. Texte erwähnen ihn öfter als Sohn der Aphrodite und des Baalschamin. Die von Hiram installierte Egersis (eine Art Passionsspiel), so berichten zumindest christliche Quellen, vollzog den Tod, die Verbrennung auf einem Scheiterhaufen und die Auferstehung dieses Gottes nach. Ähnliches wird auch über die Götter Adonis und Eschmun berichtet.

Heutiges TyrosBearbeiten

 
Schild in Tyros zur Kennzeichnung als geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention von 1954

Heute sind vor allem Ruinen aus der Römerzeit erhalten, Reste eines gigantischen Hippodroms und die Nekropole vor den Toren der alten Stadt. 1978 marschierte Israel in den südlichen Libanon ein und zerstörte im Rahmen der Operation Litani Teile der Stadt.[49] 1982 griff Israel in den libanesischen Bürgerkrieg ein und eroberte den südlichen Teil des Landes. Bei der israelischen Invasion wurden ca. 50 % der Häuser Tyros’ zerstört und ca. ein Drittel der 60.000 Einwohner verlor seine Unterkunft.[50] 1982 und 1983 wurden Bombenanschläge auf Einrichtungen der israelischen Armee ausgeübt. 1984 wurden die Ruinen von Tyros in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.[51] Große Teile der Stadt sind darüber hinaus geschütztes Kulturgut entsprechend der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

Während des Libanon-Konfliktes im Sommer 2006 wurde Tyros von der israelischen Luftwaffe mehrfach bombardiert und erlitt schwere Schäden. Viele internationale Journalisten, wie zum Beispiel Antonia Rados, berichteten Anfang August aus Tyros vom Konflikt.

In der Nähe der Stadt befinden sich seit Ende der 1940er Jahre mehrere palästinensische Flüchtlingslager: Al-Bass, ar-Raschidiya (mit etwa 25.580 Bewohnern) und Burj al-Shemali.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Johann Nepomuk Sepp: Meerfahrt nach Tyrus zur Ausgrabung der Kathedrale mit Barbarossa’s Grab. Seemann, Leipzig 1879.
  • H. Jacob Katzenstein: The History of Tyre. From the beginnings of the second millenium B.C.E. until the fall of the neo-babylonian empire in 538 B.C.E. The Schocken Institute for Jewish Research, Jerusalem 1997, ISBN 965-342-677-X (überarb. Version seiner Dissertation, Universität Jerusalem 1964).
  • Brad E. Kelle: What’s in a Name? Neo-Assyrian designations for the Northern Kingdom and their implications for Israelite history and Biblical interpretation. In: Journal of Biblical Literature. Band 121, Nr. 4, Atlanta 2002, S. 639–666, ISSN 0021-9231.
  • Michael Sommer: Die Phönizier. Handelsherren zwischen Orient und Okzident (= Kröners Taschenausgabe. Band 454). Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-45401-7.
  • Ernest Will: Die Götter von Tyros. In: Ur- und Frühzeit. Band 16, Nr. 1, Hornburg 1989, ISSN 0170-5725.

WeblinksBearbeiten

Commons: Tyros – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

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  3. Suzanne Maguire, Maya Majzoub: TYRE CITY PROFILE. Hrsg.: Tarek Osseiran. UN-HABITAT Lebanon, Beirut 2016, S. 12, 16, 33–34, 39–43, 57, 72 (englisch, reliefweb.int [PDF; abgerufen am 14. Januar 2021]).
  4. F. González de Canales, L. Serrano, J. Llompart: El Emporio Fenicio-Precolonial de Huelva, ca. 900–770 a.C., Madrid 2005, ISBN 978-84-9742-345-8.
  5. S. dazu Pablo Atoche Peña: Excavaciones arqueológicas en el sitio de Buenavista (Lanzarote). Nuevos datos para el estudio de la colonización protohistórica del archipélago canario. In: Gerión. Band 29, 2011, Nr. 1, S. 59–82 online (PDF).
  6. Kurt F. de Swaaf: Forscher enträtseln Alexanders Tyrus-Trick. In: Der Spiegel. 15. Mai 2007 (spiegel.de).
  7. Nick Marriner, Christophe Morhange, Samuel Meulé: Holocene morphogenesis of Alexander the Great's isthmus at Tyre in Lebanon. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 104, Nr. 22, Washington 29. Mai 2007, ISSN 0027-8424, doi:10.1073/pnas.0611325104.
  8. W. B. Fleming: The History of Tyre. 1915 – O. Eißfeldt, RE 7 A 2 (1948), 1875 – 10908, zitiert nach: W. R.: dtv-Lexikon der Antike. Band 3. München, 1971, S. 276.
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