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Der Kalif (arabisch خليفة Chalifa, DMG ḫalīfa ‚Nachfolger‘) ist nach dem islamischen Glauben der Nachfolger des Propheten Mohammed, der mit der religiösen und politischen Führung der islamischen Gemeinde, der Umma, betraut ist. Näheres ist dem Artikel zum Kalifat zu entnehmen.

Bei den unten aufgeführten Kalifen handelt es sich zunächst um jene, die – in ihrer kontinuierlichen, traditionellen Abfolge von 632 bis 1924 – von der großen Mehrheit der Sunniten anerkannt wurden. Es folgt eine Auswahl wichtiger Dynastien, deren Herrscher sich im Laufe der Geschichte und in unterschiedlichen Teilen der islamischen Welt zu „Gegenkalifen“ erhoben und das etablierte Kalifat so teilweise recht erfolgreich herausforderten, wenngleich ihre Anerkennung natürlich stets regional begrenzt war. Die Schiiten haben je nach Richtung andere Reihen von Imam-Kalifen, die zum Teil bis heute „herrschen“. Die wenigen übrig gebliebenen Charidschiten haben zum Teil Imame, die auch die Rolle von Kalifen haben.

Historiogramm zur Abfolge der Kalifen bis 1300

Inhaltsverzeichnis

Die vier „Rechtgeleiteten Kalifen“ (al-chulafa ar-raschidun)Bearbeiten

KalifendynastienBearbeiten

Kalifen der sunnitischen MehrheitBearbeiten

Die Umayyaden von DamaskusBearbeiten

Unter den Umayyaden, welche von Damaskus aus über ein Weltreich herrschten, wurde das Amt des Kalifen erblich.

Die AbbasidenBearbeiten

Nach dem blutigen Sturz der Umayyaden von Damaskus gründeten die Abbasiden die zweite Kalifendynastie.

Abbasiden von BagdadBearbeiten

Die Hauptstadt des Abbasidenkalifats war zunächst über lange Zeit die blühende Tigrismetropole Bagdad.

Abbasiden von KairoBearbeiten

Nach der Eroberung Bagdads durch die Mongolen kam es unter den ägyptischen Mamlukensultanen zu einer Restauration des Abbasidenkalifats in Kairo.

Die OsmanenBearbeiten

Der Friede von Küçük Kaynarca „erinnerte“ Abdülhamid I. 1774 daran, dass sein Vorfahr Selim I. seit der Eroberung Kairos 1517 den Kalifentitel angenommen habe. Dadurch konnten die osmanischen Sultane formal weiterhin religiöses Oberhaupt der Muslime auf der Krim bleiben, während Russland Schutzmacht der orthodoxen Christen im Osmanischen Reich wurde.[1]

Andere KalifendynastienBearbeiten

Die FatimidenBearbeiten

Das wohl erfolgreichste aller Gegenkalifate war das der ismailitischen Fatimiden. Es wurde zeitweilig von Marokko bis Mesopotamien anerkannt und kontrollierte auch die beiden heiligen Stätten Mekka und Medina.

Die Umayyaden von CórdobaBearbeiten

Kurz nach den schiitischen Fatimiden gründeten auch die von den Abbasiden gestürzten Umayyaden von Córdoba ein Gegenkalifat, welches aber nur in al-Andalus und Teilen des Maghrebs anerkannt wurde.

Die AlmohadenBearbeiten

Das sunnitische Kalifat der berberischen Almohaden wurde im Maghreb anerkannt.

Die HafsidenBearbeiten

Die Kalifen von SokotoBearbeiten

Die Kalifen von OmdurmanBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Josef Matuz: Das Osmanische Reich. 7., zur 4. unveränderten Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, WBG, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-86312-812-8, S. 202 f. (Erstausgabe: 1985).