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Lanzarote

eine der kanarischen Hauptinseln, gehört zu Spanien
Lanzarote
Escudo de Lanzarote.svg       Flag of Lanzarote.svg
Karte mit Gemeindegliederung
Basisdaten
Land: Europaische UnionEuropäische Union SpanienSpanien Spanien
Provinz: Provinz Las Palmas
Geographische Lage: 29° 3′ N, 13° 37′ WKoordinaten: 29° 3′ N, 13° 37′ W
Zeitzone: WEZ (UTC±0)
Fläche: 845,94 km²[1]
Einwohner: 142.132 (2012)
Bevölkerungsdichte: 168,02 Einw./km²
Hauptstadt: Arrecife
Präsident der Inselregierung: Pedro San Ginés Gutiérrez (CC)
Webseite (Cabildo de Lanzarote): cabildodelanzarote.com
Lage von Lanzarote innerhalb der Kanaren
Lage der Insel
Satellitenbild
Satellitenbild

Lanzarote [ˌlansaˈɾote, ˌlanθaˈɾote[2]] ist die nordöstlichste der acht bewohnten Kanarischen Inseln, die im Atlantischen Ozean eine von Spaniens 17 autonomen Gemeinschaften bilden.

Lanzarote liegt rund 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und ist rund 1000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Hauptverkehrsanbindung ist der Flughafen Arrecife.

Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Inhaltsverzeichnis

VerwaltungBearbeiten

Lanzarote gehört zur spanischen Provinz Las Palmas der Autonomen Gemeinschaft Canarias und ist in die sieben Gemeinden Arrecife, Haría, San Bartolomé, Teguise, Tías, Tinajo und Yaiza gegliedert. Die Hauptstadt Lanzarotes ist Arrecife, die Landessprache Spanisch.

Lanzarote besitzt einen Inselrat/eine Inselregierung, den Cabildo Insular de Lanzarote, dessen Präsident seit den Kommunalwahlen vom 24. Mai 2015 erneut Pedro San Ginés Gutiérrez der Partei Coalición Canaria ist. Die 23 Sitze des Inselrates sind seitdem wie folgt verteilt:[3]

GeographieBearbeiten

Lanzarote misst von Nord (Punta Fariones) nach Süd (Punta Pechiguera) rund 58 Kilometer und in der größten Ost-West-Ausdehnung 34 Kilometer. Mit einer Fläche von 845,94 Quadratkilometern hat die Insel einen Flächenanteil von 11,29 Prozent an der Gesamtfläche aller Kanaren. Südlich von Lanzarote liegt, durch die etwa 11,5 Kilometer breite Meerenge La Bocayna getrennt, die Insel Fuerteventura, und im Norden etwa einen Kilometer entfernt der Chinijo-Archipel mit den kleinen Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este. Von den insgesamt 213 Kilometern Küste sind zehn Kilometer Sand- und 16,5 Kilometer Kiesstrand, der Rest ist Felsküste. Auf der Insel gibt es zwei Gebirgszüge. Im Norden der Insel steigt das Famara-Massiv mit dem Gipfel Peñas del Chache auf 671 m an, und im Süden der Los Ajaches auf 608 m. Südlich des Famara-Massivs schließt sich die Sandwüste El Jable an, die das Famara-Massiv von den so genannten Feuerbergen (Montañas del Fuego) des Timanfaya-Nationalparks trennt. Im Timanfaya-Gebiet ereigneten sich zuletzt von 1730 bis 1736 und 1824 starke Vulkanausbrüche, die große Teile des fruchtbarsten Ackerlandes und mehrere Dörfer und Gehöfte mit zusammen etwa 420 Häusern unter sich begruben. Der Rest der Insel ist durch eine Hügellandschaft mit markant aufragenden Vulkankegeln geprägt.

KlimaBearbeiten

Lanzarote liegt in der Passatzone, was dazu führt, dass auf der Insel ganzjährig frische Winde aus Nord bis Nordost wehen. Lanzarote besitzt ein ganzjährig mildes und niederschlagsarmes arides Klima, da die Passatwinde an der relativ flachen Insel meist nicht abregnen. Die Lufttemperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 20,5 °C. Der Monatsdurchschnitt beträgt im Januar 16,9 °C und im August 24,7 °C. Die Wassertemperatur des Atlantischen Ozeans schwankt durch das Aufquellen kalten Tiefenwassers vor der nordwestafrikanischen Küste und dem Kanarenstrom zwischen 17 °C im Winter und 22 °C im Sommer.

KlimatabelleBearbeiten

Lanzarote
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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21
15
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lanzarote
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 20,4 21,1 22,5 22,8 24,0 25,5 27,8 28,9 28,7 26,4 23,8 21,3 Ø 24,5
Min. Temperatur (°C) 13,4 13,5 14,2 14,5 15,8 17,7 19,6 20,4 20,2 18,4 16,5 14,5 Ø 16,6
Niederschlag (mm) 25 18 12 6 2 0 0 0 2 6 15 26 Σ 112
Sonnenstunden (h/d) 6,6 7,1 7,4 8,3 9,1 9,0 9,1 8,8 7,4 7,2 6,7 6,0 Ø 7,7
Regentage (d) 3 2 2 1 0 0 0 0 1 1 4 5 Σ 19
Wassertemperatur (°C) 18 18 17 17 18 20 20 21 22 22 20 19 Ø 19,3
Luftfeuchtigkeit (%) 73 72 70 69 70 71 72 71 73 73 72 74 Ø 71,7
T
e
m
p
e
r
a
t
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20,4
13,4
21,1
13,5
22,5
14,2
22,8
14,5
24,0
15,8
25,5
17,7
27,8
19,6
28,9
20,4
28,7
20,2
26,4
18,4
23,8
16,5
21,3
14,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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NiederschlägeBearbeiten

Mit 112 Millimetern Niederschlag pro Jahr ist Lanzarote die trockenste der Kanarischen Inseln. 85 Prozent der Niederschläge fallen von Januar bis März. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt im Mittel 70 Prozent. Im gebirgigen Norden können mit bis zu 300 Millimetern pro Jahr deutlich mehr Niederschläge fallen als im Süden. Dort können die vom Atlantik kommenden nordöstlichen Passatwinde auf das Famara-Massiv mit dem höchsten Punkt von 671 m treffen, welches damit im untersten Bereich der Kondensationszone liegt. Die Passatwinde stauen sich nur bei starker Zirkulation und werden zum Aufstieg gezwungen. Die feuchte Atlantikluft kühlt während des Aufstiegs um 1 K (1 °C) pro 100 Meter ab (trockenadiabatische Abkühlung). Da die kühlere Luft jedoch weniger Wasserdampf speichern kann, die absolute Menge an Wasserdampf aber gleich bleibt, kondensiert der Wasserdampf, wenn die Sättigungsgrenze erreicht ist. Es entstehen Wolken beziehungsweise Nebel. Die Feuchtigkeit aus den Wolken reicht aus, um in diesem Gebiet Landwirtschaft in Form von Trockenfeldbau zu betreiben (siehe Absatz Landwirtschaft). Die Feuchtigkeit reicht ebenfalls aus, um im Tal der 1000 Palmen, in der Gegend um Haría, einen für Lanzarote ungewöhnlichen Anblick zu schaffen. Mit den vielen Palmen (kanarische Dattelpalme, Phoenix canariensis) und der besonders im Frühling üppigen Vegetation findet man in diesem Tal eine grüne Oase auf der ansonsten sehr vegetationsarmen Insel.

WasserversorgungBearbeiten

Die Wasserversorgung stellte auf der niederschlagsarmen Insel schon immer ein Problem dar. Ursprünglich wurde der Niederschlag mittels großer befestigter Flächen (Eras oder auch Alcogidas genannt) gesammelt und in großen Zisternen (Ajibes) gespeichert. Diese Anlagen haben über Jahrhunderte menschliches Leben auf Lanzarote erst ermöglicht. Zwar haben die Eras und Ajibes mit der Einführung von Meerwasserentsalzungsanlagen und der Verfügbarkeit von Leitungswasser fast überall an Bedeutung verloren. Die Eras aus befestigten Flächen mit ihren teilweise eigenwilligen Außenformen an den Berghängen Lanzarotes prägen aber noch heute in manchen Regionen die Landschaft. Sie sind als Bauwerke landschaftsprägend und kulturhistorisch von Bedeutung.

In den 1950er Jahren wurden zusätzlich rund 25 Prozent des Wasserbedarfs durch wasserführende Stollen im Famara-Massiv gedeckt. Von den sieben wasserführenden Stollen wurden 1950 vier genutzt.

 
Regenwassersammler Acogida am Monte Corona

Durch den in den 1950er Jahren einsetzenden Tourismus stieg der Wasserbedarf auf Lanzarote sprunghaft an, zumal im Durchschnitt jeder Tourist auf den Kanaren pro Tag etwa 230 Liter Wasser verbraucht, die Einheimischen hingegen nur 138 Liter. Die wegen der steigenden Entnahme sinkenden Grundwasserstände führten zu einem Nachdrücken von schwererem Meerwasser und damit zu einer Versalzung des Grundwassers. Daher musste mit Tankschiffen Wasser von den Nachbarinseln Teneriffa und Gran Canaria auf die Insel transportiert werden.

1964 ging östlich von Arrecife die erste kommunale Anlage zur Meerwasserentsalzung in Betrieb (Lanzarote I), die später erweitert (Lanzarote V) und durch Anlagen in Punta de Los Vientos (Lanzarote III and Lanzarote IV) und Yaiza (Lanzarote II) ergänzt wurde.[4][5] Die Meerwasserentsalzung bringt aufgrund des hohen Energiebedarfs beträchtliche ökologische Probleme mit sich. Der Strombedarf wird zwar durch Umkehrosmose gesenkt, kann aber nur teilweise durch Windkraftanlagen und Solaranlagen gedeckt werden, eine Nutzung der auf der Insel sehr oberflächennahen Geothermie[6] findet bisher hierfür nicht statt.[7] Die Gewinnung von Süßwasser auf Lanzarote erfordert daher weiterhin den Import von Erdöl.

In den 1970er Jahren schlug ein Projekt zur Speicherung von Regenwasser in einem Stausee, dem Presa de Mala bei dem Ort Mala, fehl.[8][9]

WetterphänomeneBearbeiten

Auf Lanzarote wie auch auf den anderen Kanarischen Inseln kann es mehrmals im Jahr zu einer besonderen Wetterlage, Calima genannt, kommen. Sie entsteht, wenn über der Sahara Staubpartikel durch Sandstürme und starke Thermik bis in große Höhen transportiert werden. Mit südöstlichen Winden werden diese Aerosole dann weit auf den Atlantik hinaus transportiert. Während solchen Wetterlagen kann die Sichtweite auf der Insel bis auf wenige 100 Meter abnehmen. Die Luft ist dann mit Staub angereichert und der Himmel kann in einem unwirklichen Rot- bis Braunton erscheinen. Während dieser Wetterlage können die Temperaturen zeitweise auf über 40 °C ansteigen. Der hohe Gehalt an Aerosolen in der Luft kann dazu führen, dass der Luftverkehr eingestellt oder umgeleitet werden muss, da aufgrund der Topographie Lanzarotes Flugzeuge den Flughafen Arrecife (ACE) aus Norden nur mit ausreichender Pilotensicht anfliegen können. Von den Einheimischen wird dieser heiße Südostwind auch Levante genannt.

GeologieBearbeiten

 
Steilküste des Famara-Massivs, im Hintergrund die Insel La Graciosa

Lanzarote ist eine Insel vulkanischen Ursprungs. Vor rund 36 Millionen Jahren begannen wiederholte unterseeische Vulkanausbrüche den Sockel der Insel zu bilden. Diese Eruptionen entstanden als Erscheinungen von Intraplattenvulkanismus durch Kontinentaldrift und Hotspot-Vulkanismus. Ausführlicheres dazu im Artikel Kanarische Inseln. Vor 15,5 Millionen Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche hinaus. Das Geodynamische Labor Lanzarote erforscht die dazugehörigen terrestrischen, ozeanischen und atmosphärischen Phänomene.

Die Oberfläche Lanzarotes ist durch vier vulkanische Hauptphasen entstanden, die meist durch die Kalium-Argon-Datierung nachgewiesen sind:

  • Phase 1: Hier entstanden das Famara-Gebirgsmassiv im Norden, der zweithöchste Gebirgszug Los Ajaches, der östliche Teil der Rubicón-Ebene, sowie einzelne Vulkane bei Tías im Südosten. Diese Eruptionsphase fand vor 15,5 bis 3,8 Millionen Jahren statt, unterbrochen durch Zeiten, die von Erosion geprägt waren.
  • Phase 2: Hier entstanden der westliche Teil der Rubicón-Ebene mit dem Montaña Roja, einige Vulkane im Inselinneren, sowie der Montaña de Guanapay bei Teguise und der Atalaya bei Haría im Norden. Diese eruptive Phase fand vor etwa vor 2,7 bis 1,3 Millionen Jahren statt.
  • Phase 3: Hier gab es bis zu 100 Eruptionszentren, die sich vor etwa 730.000 bis 240.000 Jahren über die ganze Insel verteilt haben.
  • Phase 4: Hier wird unterschieden: Die erste Eruptionsphase ließ vor gut 3000 Jahren im Nordosten Lanzarotes das 30 Quadratkilometer große Malpaís de la Corona und damit auch die Cueva de los Verdes entstehen. Die zweite Eruptionsphase ereignete sich von 1730 bis 1736 und 1824, wobei über 23 Prozent der Fläche Lanzarotes mit etwa drei bis fünf Kubikkilometer neuer Lava aus etwa 30 neuen Vulkankratern bedeckt wurden. Diese Größenordnung ist hinsichtlich Dauer, eruptierter Lavamengen und Zusammensetzung der Laven (unter anderem Olivin-Basalt) in historischer Zeit weltweit eine der bedeutendsten, nach den Eruptionen der Eldgjá (um 934) und der Laki-Krater (1783–84) in Island. Heute erstreckt sich auf einem Großteil dieses Gebietes der Timanfaya-Nationalpark. Der Geologe Leopold von Buch besichtigte die Insel 1814. Er erkannte, dass die meisten Ausbrüche aus einer einzigen langen Erdspalte kamen, die heute auf mindestens 14 km geschätzt wird[10], und zitierte 1819 in einer Vorlesung vor der Preußischen Akademie der Wissenschaften[11] und 1825 in einer Übersichtsarbeit[12] aus dem Augenzeugenbericht des Pfarrers Andrés Lorenzo Curbelo.[13]
 
Der 562 Meter hohe Hacha Grande von der Rubicón-Ebene gesehen

GeschichteBearbeiten

Erste BesiedlungBearbeiten

Nach der Radiokarbonmethode datierte Stücke der Fundstelle Buenavista[14] weisen auf den Anfang des 1. Jahrtausends v. Chr. als Beginn der Besiedlung der Insel Lanzarote durch die Phönizier hin. Die Verbindung von fruchtbarem Boden und zeitweilig vorhandenen Wasserstellen führte dazu, dass einige Orte als bevorzugte Umgegend für die Ansiedlung einer Bevölkerung angesehen wurden, die durch Viehhaltung und Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt erzielen konnte. Am Anfang muss es ein staatlich finanziertes Unternehmen gewesen sein, ein Kolonialisierungsprozess aus geo-strategischen Gründen und zur landwirtschaftlichen Nutzung der Rohstoffe der Gegend. Es kann davon ausgegangen werden, dass Gruppen von nordafrikanischen Paleo-Berbern, die im Kontakt mit der Phönizischen Kultur Nordafrikas standen, die ersten Siedler waren. Der Kolonialisierungsprozess muss nach dem 6. Jahrhundert v. Chr. zusammen mit der Ausdehnung Karthagos verstärkt worden sein. Zur Zeitenwende kann der Beginn einer umfangreiche Ausnutzung des Gebietes der Insel beobachtet werden. Grundlage war das Inselmodell der landwirtschaftlichen Produktion mit dem Ziel Güter wie z. B. Purpur, Meersalz und Garum herzustellen, die für den römischen Kulturkreis von Interesse waren. Plinius der Ältere weist auf Beziehungen des mauretanischen Königs Juba II., der unter römischer Oberherrschaft stand, zu den Kanarischen Inseln hin. Es wird angenommen, dass zu dieser Zeit weitere Siedler aus dem Bereich nördlich und südlich der Straße von Gibraltar auf die Inseln kamen. Die Anwesenheit der römischen oder romanisierten Seefahrer auf den Inseln endete nach der politisch-wirtschaftlichen Krise des Römischen Imperiums im 3. Jahrhundert n. Chr. als auch ein Teil der Provinz Mauretania Tingitana aufgegeben wurde. Das führte zu einem Ende von Purpurwerkstätten und Salinen an der marokkanischen Atlantikküste. Zu dieser Zeit gerieten die Kanarischen Inseln immer mehr in die Isolation. Das führte endlich dazu, dass die Ureinwohner, die über keinerlei Kenntnisse des Schiffbaus und der Nautik verfügten, nicht einmal Verbindungen zwischen den Inseln unterhalten konnten.[15]

Zeit der isolierten EntwicklungBearbeiten

Auf der Insel Lanzarote entwickelte sich in der folgenden Zeit eine eigenständige Kultur.[16] Die Ureinwohner der Kanareninsel Lanzarote waren die Majos. Da sie selbst keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben, sind die Kulturen der Altkanarier nur durch archäologische Funde und Berichte europäischer Seefahrer aus dem 14. und 15. Jahrhundert bekannt.

Wiederentdeckung der Kanarischen Inseln im 14. JahrhundertBearbeiten

Im 14. Jahrhundert gab es bedeutende Fortschritt in der europäischen Schifffahrt durch die Verwendung von Kompass, Astrolabium und Portolanen. Besonders die Seefahrer der italienischen Handelszentren suchten einen neuen Weg nach Indien. Dabei wurde das Gebiet entlang der Westküste Afrikas neu erkundet.[17] Im Rahmen dieser Entwicklung kam vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts Lancelotto Malocello auf die Insel Lanzarote. Es wird angenommen, dass er dort eine Handelsstation errichtete. In dem Bericht Le Canarien über die Unterwerfung der Insel Lanzarote, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts verfasst wurde, wird eine „Burg“ genannt die „Lancelot Maloisel“ erbaut habe.[18] In einem Portolan des mallorquinischen Kartografen Angelino Dulcert aus dem Jahr 1339 sind die Inseln Lanzarote, Lobos und Fuerteventura lagerichtig eingezeichnet. Lanzarote wird als „Insula de lanzarotus marocelus“ bezeichnet und die Fläche mit dem Wappen Genuas, der Heimat des Lancelotto Malocellos gefüllt.[19]

Im Verlauf des 14. Jahrhunderts kam eine Vielzahl von Expeditionen von Genuesen, Portugiesen, Mallorquinern, Katalanen und Andalusiern auf die Insel um Menschen zu fangen, die sie auf den Märkten im Mittelmeergebiet und auf der spanischen Halbinsel als Sklaven verkauften. Von einem der Angriffe, dem des Gonzalo Pérez Martel, Herr von Almonaster, auf die Bevölkerung von Lanzarote im Jahr 1393 berichtet die Chronik Heinrichs III. dass Seeleute auf der Insel landeten und den König, die Königin und weitere 160 Personen als Gefangene nahmen.[20]

Unterwerfung der Majos durch EuropäerBearbeiten

Am 1. Mai 1402 startete in La Rochelle eine Expedition unter der Leitung von Jean de Béthencourt und Gadifer de la Salle in Richtung der Kanarischen Inseln. Ziel des Unternehmens war die Schaffung eines Stützpunktes zur Gewinnung und den Export der Flechte Roccella canariensis die in Europa zu einem roten Farbstoff verarbeitet wurde.[21] Damit der Handelsstützpunkt unabhängig von der Versorgung aus Europa arbeiten könnte, sollten französische Bauern und Handwerker als Kolonisten angesiedelt werden. Die Teilnehmer der Expedition waren daher neben wenigen Soldaten, Bauern und Handwerker von denen einige auch ihre Frauen mitgenommen hatten. Die Bekehrung der Ureinwohner zum Christentum war ein Ziel Béthencourts, das er sehr ernst nahm.[22] Aus diesem Grund begleiteten die Geistlichen Jean Le Verrier und Pierre Bontier die Expedition. Sie verfassten zusammen die Urfassung der Chronik Le Canarien die den Ablauf der Expedition darstellt. Ende Juli 1402 erreichte das Schiff die Südküste der Insel Lanzarote. An Bord waren zu der Zeit etwa 60 Personen darunter zwei ehemalige Sklaven die von Lanzarote nach Europa verschleppt worden waren. Sie sollten als Übersetzer und Vermittler tätig werden. Bei der Landung kam es zu keinerlei Feindseligkeiten. Jean de Béthencourt gelang es durch Verhandlungen mit Guadafrá dem Oberhaupt der Majos, einen Vertrag abzuschließen, der es ihm erlaubte eine Befestigungsanlage auf der Insel zu errichten. Als Gegenleistung sollte er die Majos vor Sklavenjägern schützen. Die Befestigungsanlage, das Castillo de Rubicón, bestand aus einem Wehrturm, Brunnen, wenigen Häusern und einer Kirche die dem Heiligen Martial von Limoges gewidmet war.[23]

Nach kurzem Aufenthalt auf der Insel wurde den Leitern der Expedition klar, dass die Ausrüstung und personelle Ausstattung für das Vorhaben, besonders wenn es auf die anderen Inseln ausdehnt werden sollte, unzureichend waren. Daher reiste Jean de Béthencourt nach Kastilien um dort, durch die Vermittlung eines Verwandten, Robín de Bracamonte, der Botschafter des Königs von Frankreich am kastilischen Hof war, Unterstützung von König Heinrich III. zu erhalten. Vorbedingung für die Hilfe war, dass Jean de Béthencourt sich der Oberherrschaft des kastilischen Königs unterstellte und einen Vasalleneid auf ihn ablegte. In der Folge war die begonnene Expedition auf den Kanarischen Inseln ein Unternehmen der Krone von Kastilien. Jean de Béthencourt erhielt den Titel eines „Señor de las islas Canarias“ (Herr der Kanarischen Inseln).[24]

Durch die Bulle „Romanus pontifex“ schuf Papst Benedikt XIII. am 7. Juli 1404 das Bistum Rubicón. Da der Bischofssitz grundsätzlich in einer Stadt sein musste, nach der auch das Bistum benannt wurde, erklärte man das Castillo de Rubicón zur Stadt. Die 13,5 x 7 m große Kirche San Marcial war die Kathedrale.[25] Nach der Eroberung der Insel Gran Canaria wurde der Bischofssitz im Jahr 1485 nach Las Palmas de Gran Canaria verlegt.

Herrschaft der SeñoresBearbeiten

Nach der Unterwerfung der Bevölkerung der Inseln Fuerteventura und El Hierro und vergeblichen Versuchen der Eroberung anderer Inseln verließ Jean de Béthencourt im Dezember 1405 die Inselgruppe und beauftragte seinen Neffen Maciot de Béthencourt mit der Herrschaft über die Inseln.[26] Der übertrug am 15. November 1419 die herrschaftlichen Rechte an den Kanarischen Inseln im Namen von Jean de Béthencourt unwiderruflich an den Grafen von Niebla, Enrique de Guzmán. Maciot de Béthencourt wurde von dem Grafen in seiner Stellung als Hauptmann und Gouverneur der Inseln bestätigt.[27] Nach Streitigkeiten zwischen Maciot de Béthencourt und den neuen Herren der Insel Lanzarote, besetzten 1448 portugiesische Truppen die Insel. Nach Aufständen aller Teile der Bevölkerung zog der portugiesische Prinz Heinrich der Seefahrer seine Truppen 1450 von der Insel ab.

Im Jahr 1452 erbte Inés Peraza de las Casas die Herrschaftsrechte auf der Insel, die sie, der damaligen Tradition entsprechend, bis zu dessen Tod zusammen mit ihrem Ehemann Diego García de Herrera y Ayala ausübte. Diese Besitz- und Herrschaftsrechte wurden im Jahr 1477 durch die Königin Isabella I. und König Ferdinand V. von Kastilien ausdrücklich bestätigt.[28] Nach dem Tod Inés Perazas im Jahr 1503 übernahm ihr Sohn Sancho de Herrera praktisch die Herrschaft auf der Insel. Seine Nachkommen blieben bis zur Abschaffung der Feudalherrschaft im 19. Jahrhundert Herren von Lanzarote.[29]

Naturkatastrophen im 18. und 19. JahrhundertBearbeiten

 
Die unterirdische Hitze des Timanfaya-Vulkans reicht noch heute aus, um einen Heuballen zu entzünden

Zu Beginn des zweiten Teils der vierten Hauptphase der vulkanischen Aktivitäten auf Lanzarote kam es ab dem 1. September 1730 zu schweren Vulkanausbrüchen. Es bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern schließlich insgesamt 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche wurden durch Andrés Lorenzo Curbelo, Pfarrer von Yaiza, der mit Ausnahme von drei Monaten auf der Insel blieb, in einem 1744 in endgültiger Fassung abgeschlossenen, aber nur in Form der Auszüge durch den Geologen von Buch erhaltenen Bericht dokumentiert. Sie dauerten nach Curbelos Angabe bis April 1736,[13][10] nach den Akten der Inselverwaltung vielleicht nur bis Mai 1735.[30] Am Ende hatten Lava und feste Auswürfe rund ein Viertel der Insel unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel. Auch von den 1.077 Haushalten waren über 200 direkt betroffen, mehrere Gehöfte und Dörfer wie etwa Santa Catalina, Tingafa, Mancha Blanca und Chimanfaya (heute Timanfaya) wurden völlig zerstört, viele andere von den Auswürfen der Vulkane beschädigt, so San Bartolomé, Conil, Masdache und Montaña Blanca.[13] Das Gebiet mit den zusammenhängend meisten Vulkanen erhielt den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge).

Vor 1730 hatte Lanzarote Weizen, Gerste und anderes Getreide in Überschuss produziert, es über Jahre hinweg eingelagert und damit als „Kornkammer“ des Archipels andere kanarische Inseln versorgt. Da die Inselführung befürchtete, keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung zu haben, war es den Inselbewohnern anfangs unter Androhung von Strafe verboten, die Insel zu verlassen. Bald aber reichte die Produktion selbst für die eigene Versorgung nicht mehr aus und es kam Ende 1731 erneut zu schweren Vulkanausbrüchen. Der Hälfte der Bevölkerung wurde es daher erlaubt, auf die Nachbarinseln Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa[13] auszuwandern.

1768 kam es zu einer Dürrekatastrophe, nachdem die Winterniederschläge mehrere Jahre lang ausblieben. Die Dürre forderte zahlreiche Tote, viele Bewohner wanderten auf die Nachbarinseln oder nach Kuba und Amerika aus.

Im Jahre 1824 kam es zum Abschluss der vierten vulkanischen Hauptphase zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so folgenreich war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. 1974 wurde der Nationalpark Timanfaya gegründet.

NaturBearbeiten

FloraBearbeiten

 
Karge Flora im Norden nahe Órzola

Lanzarote besitzt aufgrund der geringen Niederschläge eine karge Flora. Deshalb herrschen hier wasserspeichernde (Sukkulente), gegen Trockenheit resistente (Xerophyten) und salztolerante Gewächse (Salzpflanzen) vor. Es sind insgesamt rund 570 Arten auf der Insel anzutreffen, darunter einheimische und eingeschleppte, aber auch 13 endemische Arten, die nur auf Lanzarote, und weitere 55 Arten, die nur auf den Kanarischen Inseln vorkommen. Flechten als niedere Pflanzen beginnen mit der Besiedlung des jungen Lavagesteins. Bisher wurden 180 unterschiedliche Flechten gezählt. Sie leiten die Sukzession ein, das bedeutet, dass sie die Besiedelung mit höheren Pflanzenarten vorbereiten. An diesen fortgeschrittenen Stellen wachsen Euphorbien (Wolfsmilchgewächse, auf den Inseln tabaiba genannt) und der Strauch-Dornlattich, ein aulaga genannter genügsamer Dornenstrauch. Diese Pflanzen haben sich in erstaunlicher Weise an die Wasser- und Nährstoffarmut angepasst. Im feuchteren Norden ist die Artenvielfalt größer. Hier findet man die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis), verschiedene Farnarten, Kanarische Kiefern (Pinus canariensis) und vereinzelt den wilden Ölbaum (Olea europaea). Nach den winterlichen Regenfällen erwacht im Februar und März die Vegetation im Norden und verwandelt die karge Landschaft in eine blühende. In der Vergangenheit sollen Lorbeerwälder die Hochflächen des Risco de Famara bedeckt haben. Ein kleiner Rest dieses Waldes befindet sich noch heute an der höchsten Stelle der Famara-Steilküste.

FaunaBearbeiten

 
Besonderheit: Der Albinokrebs (Munidopsis polymorpha)

Die meisten Säugetiere (außer Fledermäusen) gelangten vermutlich durch den Menschen auf die Insel. Darunter auch Dromedare, die als Arbeits- und Lasttiere gefragt waren, da sie perfekt an die Umweltbedingungen angepasst waren. Heute werden diese Tiere hauptsächlich im Tourismus eingesetzt. 1985 wurde auf Fuerteventura die Kanaren-Spitzmaus (Crocidura canariensis) entdeckt und 1987 als eigene Art beschrieben.[31] Diese Spitzmausart wurde nachfolgend auch auf Lanzarote und zwei der Hauptinsel vorgelagerten unbewohnten Eilanden nachgewiesen.

Die Vogelwelt umfasst rund 35 Arten, darunter der seltene Eleonorenfalke, aber auch Wanderfalken und Fischadler.

Unter den Reptilien findet sich die Ostkanareneidechse (Gallotia atlantica), die vornehmlich im Inselnorden vorkommt.

Eine außergewöhnliche Besonderheit ist der kleine Albinokrebs (Munidopsis polymorpha, Ordnung Remipedia), der in der unterirdischen Lagune von Jameos del Agua vorkommt. Dieser Krebs lebt normalerweise in einer Wassertiefe von mehreren tausend Metern. Unklar bleibt, wie er dorthin kam.

LandwirtschaftBearbeiten

 
Traditionelle Anbaumethode im Weinanbaugebiet La Geria

Auf etwa 2300 Hektar wird auf Lanzarote Wein (siehe hierzu auch den Artikel Lanzarote (Weinbaugebiet)) angebaut. Die bedeutendsten Rebsorten sind der rote Listán Negro und Negramoll. Weißweine werden aus Listán Blanco, Malvasia, Moscatel und Diego hergestellt. Das Weinanbaugebiet La Geria ist ein Naturschutzgebiet und für seine traditionelle Anbaumethode auf Lapilli bekannt (spanisch enarenado natural). Die teilweise meterdicke dunkle Lapillischicht (Vulkanasche, auch Picón genannt) wird nutzbar, da sie tagsüber aufheizt und nachts Feuchtigkeit aus der Luft aufsaugt. Weil es hier nur sehr selten regnet, wird so das Wasser gespeichert. Die Wurzeln der angebauten Pflanzen und der Weinreben können so bis in den darunter liegenden Boden dringen, welcher dazu noch vor Erosion geschützt ist. In La Geria gibt es im Ort Masdache die Bodega El Grifo mit eigenem Weinmuseum.

Diese Art des Trockenfeldbaus hat sich auf etwa 8000 Hektar im mittleren und nördlichen Teil der Insel verbreitet. Das älteste Beispiel sind die Opuntienfelder um Guatiza, auf denen Schildläuse zur Herstellung des Karminfarbstoffs gezüchtet werden. Man hat meist künstlich etwa 15 cm dicke Lapillischichten auf fruchtbaren Boden aufgebracht (spanisch enarenado artificial). So werden heute hauptsächlich Kartoffeln, Zwiebeln, Mais, Knoblauch, Tomaten und Luzerne angebaut. Eine weitere Art des Trockenfeldbaus sind die Sandkulturen in und am Rande der Tiefebene El Jable, die sich unterhalb des Famaramassivs ins Landesinnere erstreckt. Im Wesentlichen werden hier auf etwa 1000 Hektar Süßkartoffeln, Melonen, Kürbisse, Tomaten und Gurken auf einer dünn mit Lapilli bedeckten Sandfläche angebaut. Die Erträge sind hier allerdings etwas geringer. Als landwirtschaftliches Nutztier werden in mehreren Gebieten Ziegen gehalten, aus deren Milch Ziegenkäse in diversen Variationen traditionell hergestellt wird. Allgemein gehen die landwirtschaftlichen Nutzflächen langsam zurück, da sich die Nutzung immer weniger lohnt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Der Künstler César Manrique (1919–1992) trug entscheidend zur Gestaltung der Insel bei. Manrique erreichte 1968 beim befreundeten Präsidenten der Inselverwaltung Pepin Ramírez, dass kein Gebäude auf der Insel höher als drei Stockwerke – der Höhe einer ausgewachsenen Palme – gebaut werden durfte. Damit wurde auf Lanzarote den Auswüchsen eines ungebremsten Massentourismus mit großen Bettenburgen vorgebeugt. Lange Zeit gab es daher nur ein einziges Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife, welches bereits stand, bevor die entsprechenden Gesetze griffen. Diese Entwicklung hat sich seit einigen Jahren zunehmend verändert, so dass in den Touristenhochburgen Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca in Richtung der Papagayo-Strände nun doch höhere Gebäude genehmigt wurden. Die Gestaltung der Häuser sah außerdem vor, sie generell weiß zu streichen und in Fischerorten deren Fensterläden, Türen und Gartenzäune blau und in landwirtschaftlichen Gegenden grün abzusetzen. Inzwischen sind Grün und Blau, aber auch Braun oder Naturholzfarben inselweit vermischt.

KunstBearbeiten

In der Fundación César Manrique sind neben den permanent ausgestellten Werken aus dem Nachlass des Künstlers César Manrique in temporären Ausstellungen auch internationale Künstler zu sehen, deren inhaltlicher Schwerpunkt im Thema „Kunst und Natur“ liegen. Die Fundación César Manrique liegt nördlich von Arrecife an der Landstraße LZ 34, nahe bei Tahiche.

Ein weiteres Ausstellungsgebäude für Wechselausstellungen der Fundación, die Sala Saramaro, befindet sich an der Plaza de la Constitución in Arrecife. Ebenfalls in Arrecife liegt das Museo Insular de Arte Contemporáno (MIAC) im Castillo San José, nahe dem Hafen in der Avenida de Naos.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

InfrastrukturBearbeiten

Nahe der Inselhauptstadt Arrecife liegt der Flughafen Lanzarote. Hier landen die Charterflieger hauptsächlich aus England, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Des Weiteren wird regionaler Flugverkehr, hauptsächlich mit Binter Canarias, zu den anderen Inseln des Archipels betrieben.

Der Seehafen Puerto de Arrecife, Los Mármoles genannt, ist der wichtigste Umschlagplatz von Versorgungsgütern für die Insel. Von hier aus gibt es auch Fährverkehr nach Las Palmas de Gran Canaria, Santa Cruz de Tenerife und Cádiz auf dem spanischen Festland. Zwei weitere Fährlinien der Unternehmen Naviera Armas und Fred. Olsen verkehren mehrmals täglich von Playa Blanca im Süden der Insel aus zur benachbarten Insel Fuerteventura. Seit 2004 wird Fuerteventura auch fünfmal wöchentlich mit einer Personenfähre von Puerto del Carmen aus angefahren.

Alle Orte der Insel sind durch ausgebaute Straßen erreichbar. Die Straße LZ-2 ist zwischen dem Flughafen und Arrecife sowie zwischen Yaiza und Playa Blanca autobahnähnlich angelegt. Von 1988 bis 1996 war der Autobestand Lanzarotes um 65 Prozent angestiegen. Damit gibt es etwa 800 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner (Stand: 2006), also weit über EU-Durchschnitt. 2016 wurde der Ausbau der Umgehungsstraße LZ-3 um die Hauptstadt Arrecife fertiggestellt, was eine bessere Verbindung zwischen dem Flughafen und dem Inselnorden zur Folge hat.

LiteraturBearbeiten

  • Klaus G. Förg, Eberhard Fohrer: Lanzarote. Die eigenwillige Vulkanschönheit. (Bildband) Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 2005, ISBN 3-475-53599-8.
  • Eberhard Fohrer: Lanzarote. Michael Müller Verlag, Erlangen 2011, ISBN 978-3-89953-617-1.
  • María Antónia Perera Betancort et al.: Lanzarote Naturaleza entre volcanes / Actas X Semana Científica Telesforo Bravo. Hrsg.: Julio Afonso-Carrillo. Instituto de Estudios Hispánicos de Canarias, Puerto de la Cruz 2015, ISBN 978-84-608-1557-0 (spanisch, iehcan.com [PDF; 6,4 MB; abgerufen am 4. September 2018]).
  • Alejandro Scarpa. César Manrique, acupuntura territorial en Lanzarote. Arrecife: Centros de Arte, Cultura y Turismo del Cabildo de Lanzarote. 2019, ISBN 978-84-12-00223-2. (Spanische Version mit Zusammenfassungen auf Deutsch). http://manriquelanzarote.com/libro/

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Superficie por islas de Canarias. In: gobiernodecanarias.org. Abgerufen am 11. September 2017 (spanisch).
  2. Im kanarischen Spanisch, wie auch in ganz Hispanoamerika, wird das „z“ als [s] ausgesprochen. Die Real Academia Española sagt daher: „[S]e indica siempre, y en primer lugar, la pronunciación seseante, por ser la mayoritaria en el conjunto de los países hispanohablantes.“ (Übersetzung: Die Aussprache mit „s“ (Seseo) wird stets an erster Stelle angegeben, da sie von der Mehrheit der Spanischsprechenden verwendet wird.) Real Academia Española: Diccionario panhispánico de dudas. Erste Ausgabe. Santillana: Madrid, 2005, ISBN 84-294-0623-9.
  3. Centro de Datos: ELECCIONES AL CABILDO DE LANZAROTE 2015 (24 de mayo de 2015). (xls) Cabildo de Lanzarote, abgerufen am 16. Juni 2017.
  4. Desaladora Lanzarote V. Arrecife, Lanzarote / Lanzarote V Desalination Plant – Arrecife, Lanzarote. In: Futurenviro. Sonderausgabe Juni 2015. Saguenay SLU, Juni 2015, ISSN 2340-2628 (spanisch/englisch, futurenviro.com [PDF; 2,6 MB; abgerufen am 25. Februar 2018]).
  5. New Desalination Plant For Lanzarote. In: lanzaroteinformation.com. 17. November 2010, abgerufen am 18. April 2019 (englisch).
  6. Lanzarote: Montaña del Fuego im Timanfaya Nationalpark, online 2011, Abruf 24. Februar 2018
  7. Erdwärme für Teneriffa, In: Wochenblatt - Die Zeitung der Kanarischen Inseln, 10. August 2013, Abruf 24. Februar 2018
  8. La presa de Mala. In: rubicon.lanzarote3.com. 14. Juli 2015, abgerufen am 28. September 2017 (spanisch).
  9. Stausee von Mala wird niemals Wasser führen. In: radio-europa.fm. 17. Dezember 2014, abgerufen am 1. Oktober 2017.
  10. a b Juan Carlos Carracedo, Eduardo Rodríguez Badiola, Vicente Soler: Aspectos volcanológicos y estructurales, evolución petrológica e implicaciones en riesgo volcánico de la erupción de 1730 en Lanzarote, Islas Canarias. In: Consejo Superior de Investigaciones Científicas (España) (Hrsg.): Estudios geológicos. Bd. 46, 1990, S. 25–55 (PDF, 1,7 MB)
  11. Leopold von Buch: Ueber einen vulcanischen Ausbruch auf der Insel Lanzerote. In der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften am 4. Feb. 1819 vorgelesene Abhandlung. Frei einsehbares und als eBook herunterladbares Digitalisat
  12. Leopold von Buch: "Physikalische Beschreibung der Canarischen Inseln." Berlin 1825.
  13. a b c d Andrés Lorenzo Curbelo, Wolfgang Borsich: "Als die Vulkane Feuer spien. Tagebuch Lanzarote. Notizen über die Ereignisse in den Jahren 1730 bis 1736." Übersetzung der Auszüge des Tagebuchs Curbelos, Konzept & Layout durch Wolfgang Borsich. Editorial Yaiza S.L., Lanzarote 2011. ISBN 978-84-89023-31-4
  14. Pablo Atoche Peña: Excavaciones arqueológicas en el sitio de (Lanzarote) – Nuevos datos para el estudio de la colonización protohistórica del archipiélago. In: Gerión. Band 29, Nr. 1, 2011, ISSN 0213-0181, S. 59–82 (spanisch, [1] [abgerufen am 25. Mai 2017]).
  15. Pablo Atoche Peña, María Ángeles Ramírez Rodriguez: C14 references and cultural sequence in the Proto-history of Lanzarote (Canary Islands). In: Juan A. Barceló, Igor Bogdanovic, Berta Morell (Hrsg.): Cronometrías para la Historia de la Península Ibérica. Actas del Congreso de Cronometrías para la Historia de la Península Ibérica. 2017, ISSN 1613-0073, S. 278 (englisch, [2] [abgerufen am 16. Januar 2019]).
  16. Pablo Atoche Peña: Las Culturas Protohistóricas Canarias en el contexto del desarrollo cultural mediterráneo: propuesta de fasificación. In: Rafael González Antón, Fernando López Pardo, Victoria Peña (Hrsg.): Los fenicios y el Atlántico IV Coloquio del CEFYP. Universidad Complutense, Centro de Estudios Fenicios y Púnicos, 2008, ISBN 978-84-612-8878-6, S. 329 (spanisch, [3] [abgerufen am 25. Mai 2017]).
  17. Eduardo Aznar: Le Canarien : Retrato de dos mundos I. Textos. In: Eduardo Aznar, Dolores Corbella, Berta Pico, Antonio Tejera (Hrsg.): Le Canarien : retrato de dos mundos (= Fontes Rerum Canarium). Band XLII. Instituto de Estudios Canarios, La Laguna 2006, ISBN 84-88366-58-2, S. 11 (spanisch).
  18. Pierre Bontier, Jean Le Verrier: Le Canarien : Retrato de dos mundos I. Textos. In: Eduardo Aznar, Dolores Corbella, Berta Pico, Antonio Tejera (Hrsg.): Le Canarien : retrato de dos mundos (= Fontes Rerum Canarium). Band XLII. Instituto de Estudios Canarios, La Laguna 2006, ISBN 84-88366-58-2, S. 99 (spanisch).
  19. Hans-Joachim Ulbrich: Die Entdeckung der Kanaren vom 9. bis zum 14. Jahrhundert: Araber, Genuesen, Portugiesen, Spanier. In: Almogaren. Nr. 20, 2006, ISSN 1695-2669, S. 129 ([4] [abgerufen am 25. Februar 2017]).
  20. José Carlos Cabrera Pérez, María Antonia Perera Betancort, Antonio Tejera Gaspar: Majos, la primitiva población de Lanzarote - Islas Canarias. Fundación César Manrique, Teguise (Lanzarote) 1999, ISBN 84-88550-30-8, S. 104 (spanisch, [5] [abgerufen am 22. Mai 2017]).
  21. Alejandro Cioranescu: Juan de Bethencourt. Aula de Cultura de Tenerife, Santa Cruz de Tenerife 1982, ISBN 84-500-5034-0, S. 158 (spanisch).
  22. Le Canarien : Retrato de dos mundos I. Textos. In: Eduardo Aznar, Dolores Corbella, Berta Pico, Antonio Tejera (Hrsg.): Le Canarien : retrato de dos mundos (= Fontes Rerum Canarium). Band XLII. Instituto de Estudios Canarios, La Laguna 2006, ISBN 84-88366-58-2, S. 46 (spanisch).
  23. Eduardo Aznar: Le Canarien : Retrato de dos mundos I. Textos. Hrsg.: Eduardo Aznar, Dolores Corbella, Berta Pico, Antonio Tejera. Instituto de Estudios Canarios, La Laguna 2006, ISBN 84-88366-58-2, S. 49 (spanisch).
  24. Eduardo Aznar: Le Canarien : Retrato de dos mundos I. Textos. Hrsg.: Eduardo Aznar, Dolores Corbella, Berta Pico, Antonio Tejera. Instituto de Estudios Canarios, La Laguna 2006, ISBN 84-88366-58-2, S. 15 (spanisch).
  25. Antonio Tejera Gaspar, Eduardo Aznar Vallejo: San Marcial de Rubicón : la primera ciudad europea de Canarias. Artemisa, La Laguna 2004, ISBN 84-96374-02-5, S. 73 ff. (spanisch).
  26. Miguel Ángel Ladero Quesada: Jean de Béthencourt, Sevilla y Henrique III. In: Eduardo Aznar, Dolores Corbella, Berta Pico, Antonio Tejera (Hrsg.): Le Canarien : retrato de dos mundos II. (= Fontes Rerum Canarium). Band XLIII. Instituto de Estudios Canarios, La Laguna 2006, ISBN 84-88366-59-0, S. 30 (spanisch).
  27. Alejandro Cioranescu: Juan de Bethencourt. Aula de Cultura de Tenerife, Santa Cruz de Tenerife 1982, ISBN 84-500-5034-0, S. 232 (spanisch).
  28. Manuel Lobo Cabrera: La conquista de Gran Canaria (1478–1483). Ediciones del Cabildo de Gran Canaria, Las Palmas de Gran Canaria 2012, ISBN 978-84-8103-653-4, S. 55 ff. (spanisch).
  29. Antonio Rumeu de Armas: El señorío de Fuerteventura en el siglo XVI. In: Anuario de estudios atlánticos. Nr. 32, 1986, S. 30 (spanisch, [6] [abgerufen am 20. Juni 2016]).
  30. Cazorla León Santiago, Sánchez Rodríguez: Los Volcanes de Chimanfaya. Hrsg.: Ayuntamiento de Yaiza, Lanzarote, Departamento de Educación y Cultura, 2003
  31. Crocidura canariensis. Mammal Species of the World. 3. Auflage, online - abgerufen am 28. Dezember 2012.