Süßwasser

frei verfügbares Wasser, in dem unabhängig von seinem Aggregatzustand keine oder nur sehr geringe Mengen von Salzen gelöst sind
Der Davos-See
Alpsee

Süßwasser ist das frei verfügbare (also ohne das in Mineralen und Lebewesen gebundene) Wasser, in dem unabhängig von seinem Aggregatzustand keine oder nur sehr geringe Mengen von Salzen (Salinität von unter 0,1 Prozent) gelöst sind. Der Anteil des Süßwassers am Wasserhaushalt der Erde ist je nach Schätzung mit 2,6 bis 3,5 % sehr gering; ein erheblicher Anteil des globalen Süßwasservorkommen ist in Eis in Form von Gletschern und dem Eis der Polkappen gebunden oder liegt als fossiles Grundwasser vor.[1] Das Salzwasser der Ozeane dominiert.

Von der UNESCO wurde 2003 als „Jahr des Süßwassers“ ausgerufen.

VorkommenBearbeiten

 
Verteilung des globalen Wasservorkommens

Der überwiegende Anteil des globalen Süßwasservorkommens ist im Eis der Gletscher in beiden Polarregionen und einiger Hochgebirge gebunden. Daneben findet sich Süßwasser insbesondere in Form von Oberflächenwasser aus Bächen, Flüssen und Seen sowie im insbesondere durch Sickerwasser aus wasserdurchlässigen Gebirgsgesteinen gebildeten Grundwasser und Grundwasserleitern.

Nicht nutzbar sind bislang Unterseequellen, in denen versickertes Süßwasser im Salzwasser der Meere wieder auftaucht.

ÖkologieBearbeiten

Süßwasser ist der Lebensraum vieler Lebewesen, seine Ökologie wird von der Limnologie untersucht.

Der Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre im Anthropozän führt neben der Versauerung der Weltmeere auch zur Versauerung von Süßwasserseen.[2]

Durch die globale Erwärmung könnten die Treibhausgasemissionen der nördlichen Süßwasserseen um das 1,5- bis 2,7-fache steigen, da die Vegetationsbedeckung in Wäldern der nördlichen Breiten dadurch zunimmt und dadeshalb mehr organische Moleküle in die Gewässer gelangen, welche von Mikroben in den Seesedimenten abgebaut werden. Bei diesem Abbauprozess werden Kohlendioxid und Methan als Nebenprodukte freigesetzt.[3][4][5]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Helmut Lehn, Oliver Parodi: Wasser – elementare und strategische Ressource des 21. Jahrhunderts. I. Eine Bestandsaufnahme. Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 21(3), S. 272–281 (2009), ISSN 0934-3504

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Süßwasser – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Freshwater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. deutschlandfunk.de, Forschung aktuell, 25. April 2017, Lucian Haas: Neuer Schmutz in altem Wasser – Fossiles Grundwasser enthält Verunreinigungen (ondemand-mp3.dradio.de (Memento des Originals vom 27. April 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ondemand-mp3.dradio.de, 26. April 2017)
  2. CO2 in Luft und Wasser - Versauerung beeinträchtigt auch Süßwassertiere. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 4. Februar 2018]).
  3. Andrew J. Tanentzap, Amelia Fitch u. a.: Chemical and microbial diversity covary in fresh water to influence ecosystem functioning. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. , S. 201904896, doi:10.1073/pnas.1904896116.
  4. Climate change could double greenhouse gas emissions from freshwater ecosystems. In: cam.ac.uk. 18. November 2019, abgerufen am 21. November 2019 (englisch).
  5. Klimawandel könnte die Treibhausgasemissionen aus Süßwasserökosystemen verdoppeln. In: solarify.eu. 20. November 2019, abgerufen am 21. November 2019.