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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 400 m Hürden (Männer)

Der 400-Meter-Hürdenlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 31. August, 1. und 2. September 1972 im Münchner Olympiastadion ausgetragen. 37 Athleten nahmen daran teil.

Olympische Ringe
2014 Olympiastadion Munich.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 400-Meter-Hürdenlauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 37 Athleten aus 25 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 31. August 1972 (Vorläufe)
1. September 1972 (Halbfinale)
2. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille John Akii-Bua (UgandaUganda UGA)
Silbermedaille Ralph Mann (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Bronzemedaille David Hemery (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)

Olympiasieger wurde in neuer Weltrekordzeit John Akii-Bua aus Uganda. Er gewann vor dem US-Amerikaner Ralph Mann und dem britischen Titelverteidiger David Hemery.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Dieter Büttner, Rainer Schubert und Rolf Ziegler. Ziegler schied als Fünfter seines Laufes im Halbfinale aus. Büttner konnte seinen Halbfinallauf nicht beenden. Schubert qualifizierte sich für das Finale und belegte dort Platz fünf.
Die DDR – offiziell DDR – wurde durch Christian Rudolph vertreten, der wie Büttner seinen Halbfinallauf nicht beenden konnte.
Der Schweizer Hansjörg Wirz schied in der Vorrunde aus.
Läufer aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athleten traten am 31. August zu insgesamt fünf Vorläufen an. Die jeweils drei Laufbesten sowie der nachfolgend Zeitschnellste erreichten das Halbfinale am 1. September. Hieraus qualifizierten sich die vier Laufbesten für die das Finale, das am 2. September ausgetragen wurde.

ZeitplanBearbeiten

31. August, 10.00 Uhr: Vorläufe
1. September, 14.30 Uhr: Halbfinale
2. September, 16.15 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die übrigen hellgrün unterlegt.

VorrundeBearbeiten

Datum: 31. August 1972, ab 10.00 Uhr[3]

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Dieter Büttner Deutschland BR  BR Deutschland 49,78 s
2 Wiktor Sawtschenko Sowjetunion 1955  Sowjetunion 49,90 s
3 Jean-Pierre Corval Frankreich  Frankreich 50,15 s
4 Tadeusz Kulczyki Polen 1944  Polen 50,19 s
5 Manuel Soriano Spanien 1945  Spanien 50,88 s
6 Fatwell Kimaiyo Kenia  Kenia 51,23 s
7 Roberto Frinolli Italien  Italien 51,69 s
8 Jean-Aimé Randrianalijoana Madagaskar  Madagaskar 52,75 s

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 David Hemery Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 49,72 s
2 Gary Knoke Australien  Australien 50,10 s
3 Juri Sorin Sowjetunion 1955  Sowjetunion 50,35 s
4 William Koskei Kenia  Kenia 50,58 s
5 Giorgio Ballati Italien  Italien 50,90 s
6 José Jacinto Hidalgo Venezuela 1954  Venezuela 54,00 s
7 Norman Brinkworth Pakistan  Pakistan 54,67 s

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Christian Rudolph Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 50,00 s
2 Ralph Mann Vereinigte Staaten  USA 50,18 s
3 Rainer Schubert Deutschland BR  BR Deutschland 50,23 s
4 Ari Salin Finnland  Finnland 50,54 s
5 Jean-Pierre Perrinelle Frankreich  Frankreich 51,81 s
6 José Carvalho Portugal  Portugal 52,64 s
7 Hassan Bergaoui Tunesien  Tunesien 53,70 s

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Akii-Bua Uganda  Uganda 50,35 s
2 Stavros Tziortzis Griechenland 1970  Griechenland 50,54 s
3 Ivan Daniš Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 50,62 s
4 Bruce Field Australien  Australien 51,46 s
5 Hansjörg Wirz Schweiz  Schweiz 52,34 s
6 Richard Bruggeman Vereinigte Staaten  USA 54,36 s
7 Julio Ferrer Puerto Rico  Puerto Rico 54,83 s
DNS Francisco Rojas Soto Paraguay 1954  Paraguay

Vorlauf 5Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Jewgeni Gawrilenko Sowjetunion 1955  Sowjetunion 49,73 s
2 Jim Seymour Vereinigte Staaten  USA 49,81 s
3 Rolf Ziegler Deutschland BR  BR Deutschland 50,17 s
4 Roger Johnson Neuseeland  Neuseeland 50,48 s
5 Michael Murei Kenia  Kenia 51,63 s
6 Lee Chung-Ping Taiwan  Taiwan 52,61 s
7 Gladstone Agbamu Nigeria  Nigeria 53,68 s
DNF John Sherwood Vereinigtes Konigreich  Großbritannien

HalbfinaleBearbeiten

Datum: 1. September 1972, ab 14.30 Uhr[3]

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Akii-Bua Uganda  Uganda 49,25 s
2 Ralph Mann Vereinigte Staaten  USA 49,53 s
3 David Hemery Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 49,66 s
4 Rainer Schubert Deutschland BR  BR Deutschland 49,80 s
5 Rolf Ziegler Deutschland BR  BR Deutschland 49,88 s
6 Ivan Daniš Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 50,01 s
7 Wiktor Sawtschenko Sowjetunion 1955  Sowjetunion 50,28 s
8 Jean-Pierre Corval Frankreich  Frankreich 50,75 s

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Jim Seymour Vereinigte Staaten  USA 49,33 s
2 Jewgeni Gawrilenko Sowjetunion 1955  Sowjetunion 49,34 s
3 Juri Sorin Sowjetunion 1955  Sowjetunion 49,60 s
4 Stavros Tziortzis Griechenland 1970  Griechenland 50,06 s
5 Tadeusz Kulczyki Polen 1944  Polen 50,80 s
6 Gary Knoke Australien  Australien 52,79 s
DNF Dieter Büttner Deutschland BR  BR Deutschland
Christian Rudolph Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR

Christian Rudolph zog sich auf der Bahn 1 laufend nach der letzten Hürde einen Riss der Achillessehne zu und stürzte. Dieter Büttner auf Bahn 2 konnte dem Gestürzten nicht ausweichen, stolperte über ihn und kam ebenfalls zu Fall.

FinaleBearbeiten

 
Olympiasieger John Akii-Bua aus Uganda
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Akii-Bua Uganda  Uganda 47,82 s WR
2 Ralph Mann Vereinigte Staaten  USA 48,51 s
3 David Hemery Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 48,52 s
4 Jim Seymour Vereinigte Staaten  USA 48,64 s
5 Rainer Schubert Deutschland BR  BR Deutschland 49,65 s
6 Jewgeni Gawrilenko Sowjetunion 1955  Sowjetunion 49,66 s
Stavros Tziortzis Griechenland 1970  Griechenland
8 Juri Sorin Sowjetunion 1955  Sowjetunion 50,25 s

Datum: 2. September 1972, 16.15 Uhr[3]

Als Favorit galt zunächst einmal Ralph Mann aus den Vereinigten Staaten, der als Weltjahresbester in München anreiste. Der britische Weltrekord-Halter und Olympiasieger von 1968 David Hemery hatte eine lange Wettkampfpause hinter sich und kam erst zu Anfang des Olympiajahres in den Leistungssport zurück. Er hatte nach anfänglich schwächeren Zeiten bei seinem Wiedereinstieg sein Leistungsniveau erheblich gesteigert, sodass er zumindest zum weiteren Kreis der Medaillenanwärter gezählt werden musste.
Hemery begann das Finalrennen wie schon bei seinem Olympiasieg in Mexiko-Stadt in hohem Tempo und führte das Feld an. Eingangs der Zielgeraden hatte Außenseiter John Akii-Bua aus Uganda aufgeschlossen und zog fast mühelos am Briten vorbei. Akii-Bua vergrößerte seinen Vorsprung vor dem gesamten Feld immer weiter und war im Ziel der erste Athlet, der die Strecke unter 48 Sekunden bewältigte. Silber ging an Ralph Mann, der den am Schluss nachlassenden Briten David Hemery mit 1/100 Sekunde schlagen konnte. Der US-Amerikaner Jim Seymour hatte zwar ebenfalls noch viel Boden auf Hemery gutgemacht, konnte jedoch keinen Medaillenplatz mehr erreichen. Mit deutlichem Abstand zu Seymour wurde der Deutsche Rainer Schubert Fünfter.[4]

John Akii-Bua war der erste Olympiasieger aus Uganda.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 554 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 23. November 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  3. a b c Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 54, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 23. November 2017