Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – Hammerwurf (Männer)

Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 4. und 7. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. 31 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
2014 Olympiastadion Munich.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Hammerwurf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 31 Athleten aus 17 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 4. September 1972 (Qualifikation)
7. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Anatolij Bondartschuk (Sowjetunion 1955Sowjetunion URS)
Silbermedaille Jochen Sachse (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR)
Bronzemedaille Wassili Chmelewski (Sowjetunion 1955Sowjetunion URS)

Olympiasieger wurde Anatolij Bondartschuk aus der Sowjetunion. Die Silbermedaille gewann Jochen Sachse aus der DDR, Bronze ging an Wassili Chmelewski aus der Sowjetunion.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – gingen Uwe Beyer, Edwin Klein und Karl-Hans Riehm an den Start. Alle drei erreichten das Finale. Beyer wurde Vierter, Klein Siebter und Riehm Zehnter.
Neben Silbermedaillengewinner Sachse nahm Reinhard Theimer für die DDR – offiziell DDR – teil. Auch er erreichte das Finale und belegte Platz dreizehn.
Der Österreicher Peter Sternad wurde im Finale Siebzehnter.
Athleten aus der Schweiz und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 76,40 m Walter Schmidt (Deutschland BR  BR Deutschland) Lahr/Schwarzwald, Bundesrepublik Deutschland (heute Deutschland) 4. September 1971[1]
Olympischer Rekord 73,36 m Gyula Zsivótzky (Ungarn 1957  Ungarn) Finale von Mexiko-Stadt, Mexiko 17. Oktober 1968

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athleten traten am 4. September in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 66,00 m. Da mehr als zwölf Athleten diese Weite übertrafen, wurde das Finalfeld nicht weiter aufgefüllt.

Im Finale am 7. September hatte jeder Athlet zunächst drei Versuche. Den besten acht Teilnehmern standen anschließend weitere drei Versuche zu.

ZeitplanBearbeiten

4. September, 10.30 Uhr: Qualifikation
7. September, 16.50 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die nachfolgenden Athleten hellgrün unterlegt.

QualifikationBearbeiten

Datum: 4. September 1972, ab 10.30 Uhr[3]

Gruppe ABearbeiten

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Reinhard Theimer Deutschland Demokratische Republik 1949  Deutsche Demokratische Republik 70,66 m - - 70,66 m
2 Wassili Chmelewski Sowjetunion 1955  Sowjetunion 70,00 m - - 70,00 m
3 Strećko Štiglić Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 65,52 m 69,60 m - 69,60 m
4 Mario Vecchiato Italien  Italien 68,12 m - - 68,12 m
5 Karl-Hans Riehm Deutschland BR  BR Deutschland 64,44 m 67,64 m - 67,64 m
6 István Encsi Ungarn 1957  Ungarn 67,38 m - - 67,38 m
7 Stavros Moutaftsidis Griechenland 1970  Griechenland 67,22 m - - 67,22 m
8 Edwin Klein Deutschland BR  BR Deutschland 67,14 m - - 67,14 m
9 Takeo Sugawara Japan  Japan 65,94 m 64,56 m 66,50 m 66,50 m
10 Barry Williams Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich x 66,32 m - 66,32 m
11 Albert Schoterman Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 65,18 m 63,74 m 64,06 m 65,18 m
12 Stanisław Lubiejewski Polen 1944  Polen 60,34 m 64,80 m x 64,80 m
13 George Fenn Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 57,28 m 62,14 m 58,86 m 62,14 m
14 Wladimir Prichodko Frankreich  Frankreich 60,80 m 61,78 m 59,58 m 61,78 m
15 Darwin Piñeyrúa Uruguay  Uruguay 59,84 m x 58,50 m 59,84 m

Gruppe BBearbeiten

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Anatolij Bondartschuk Sowjetunion 1955  Sowjetunion 72,88 m - - 72,88 m
2 Gyula Zsivótzky Ungarn 1957  Ungarn 71,20 m - - 71,20 m
3 Jochen Sachse Deutschland Demokratische Republik 1949  Deutsche Demokratische Republik 69,94 m - - 69,94 m
4 Tom Gage Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 65,32 m 65,14 m 69,40 m 69,40 m
5 Jacques Accambray Frankreich  Frankreich 68,00 m x x 68,00 m
6 Shigenobu Murofushi Japan  Japan 65,94 m 67,26 m - 67,26 m
7 Uwe Beyer Deutschland BR  BR Deutschland 67,04 m x x 67,04 m
8 Peter Stenrad Osterreich  Österreich x 66,74 m x 66,74 m
9 Iosif Gamsky Sowjetunion 1955  Sowjetunion x x 66,72 m 66,72 m
10 Sándor Eckschmiedt Ungarn 1957  Ungarn 66,44 m - - 66,44 m
11 Todor Manolow Bulgarien 1967  Bulgarien x x 65,62 m 65,62 m
12 Howard Payne Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 63,58 m 64,56 m 64,10 m 64,56 m
13 Yoshihisa Ishida Japan  Japan 63,00 m 63,82 m x 63,82 m
14 Georgios Georgiadis Griechenland 1970  Griechenland 63,58 m x x 63,58 m
15 William Silen Puerto Rico  Puerto Rico x x 62,02 m 62,02 m
16 José Alberto Vallejo Argentinien  Argentinien x 60,08 m x 60,08 m
DNS Jorge Núñez Mexiko  Mexiko x 60,08 m x 60,08 m

FinaleBearbeiten

Datum: 7. September 1972, 16.50 Uhr[3]

Als Topfavorit galt der sowjetische Europameister von 1969 Anatolij Bondartschuk. Weitere Medaillenanwärter waren die bundesdeutschen Werfer Uwe Beyer, Europameister von 1971, und Edwin Klein, die DDR-Athleten Reinhard Theimer, Vizeeuropameister von 1971, und Jochen Sachse, der ungarische Olympiasieger von 1968 Gyula Zsivótzky sowie Wassili Chmelewski aus der UdSSR.

Im Finale warf Bondartschuk den Hammer gleich im ersten Versuch auf die neue Olympiarekordweite von 75,50 m. Diese Weite wurde im Verlauf des Wettbewerbs nicht mehr übertroffen. Dahinter ging es eng zu, zunächst mit sehr deutlichem Abstand zu Bondartschuk. Vier Werfer mit Weiten von knapp über 71 m folgten auf den nächsten Plätzen: Sachse, Zsivótzky, sein Landsmann Sándor Eckschmiedt und Klein. Im zweiten Durchgang setzte sich Chmelewski mit 71,62 m vor Sachse auf den zweiten Platz. Beyer warf 71,52 m und war damit zunächst Vierter nur zwei Zentimeter hinter Sachse. Wassili Chmelewski verbesserte sich in der dritten Runde noch einmal sehr deutlich auf 74,04 m, wurde jedoch im letzten Versuch von Jochen Sachse noch verdrängt, dem 74,96 m gelangen, was ihm die Silbermedaille einbrachte. Wassili Chmelewski blieb auf dem Bronzerang, dahinter belegten Uwe Beyer und Gyula Zsivótzky die Plätze vier und fünf.[4]

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Anatolij Bondartschuk Sowjetunion 1955  Sowjetunion 75,50 m OR 72,62 m 71,76 m 73,78 m 73,50 m 72,90 m 75,50 m OR
2 Jochen Sachse Deutschland Demokratische Republik 1949  Deutsche Demokratische Republik 71,54 m x 73,70 m 71,26 m x 74,96 m 74,96 m
3 Wassili Chmelewski Sowjetunion 1955  Sowjetunion 68,82 m 71,62 m 74,04 m 68,16 m x x 74,04 m
4 Uwe Beyer Deutschland BR  BR Deutschland 70,32 m 71,52 m x 68,98 m 69,90 m x 71,52 m
5 Gyula Zsivótzky Ungarn 1957  Ungarn 71,38 m 70,44 m 70,48 m x 70,66 m 70,20 m 71,38 m
6 Sándor Eckschmiedt Ungarn 1957  Ungarn 71,20 m x 67,26 m 69,24 m 67,90 m 68,86 m 71,20 m
7 Edwin Klein Deutschland BR  BR Deutschland 71,14 m x x 69,70 m 70,26 m x 71,14 m
8 Shigenobu Murofushi Japan  Japan 69,36 m 70,88 m 70,32 m 65,70 m 69,08 m 68,54 m 70,88 m
9 Mario Vecchiato Italien  Italien x 69,46 m 70,58 m nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
70,58 m
10 Karl-Hans Riehm Deutschland BR  BR Deutschland 70,12 m 68,98 m 69,44 m 70,12 m
11 István Encsi Ungarn 1957  Ungarn 66,32 m 69,82 m 70,06 m 70,06 m
12 Tom Gage Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 66,94 m 69,50 m x 69,50 m
13 Reinhard Theimer Deutschland Demokratische Republik 1949  Deutsche Demokratische Republik x 69,16 m x 69,16 m
14 Strećko Štiglić Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 67,60 m 68,34 m 67,60 m 68,34 m
15 Stavros Moutaftsidis Griechenland 1970  Griechenland 68,14 m 68,30 m 67,04 m 68,30 m
16 Barry Williams Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 68,18 m 66,56 m x 68,18 m
17 Peter Sternad Osterreich  Österreich 65,60 m 65,94 m 66,64 m 66,64 m
18 Iosif Gamsky Sowjetunion 1955  Sowjetunion 66,26 m x 65,34 m 66,26 m
19 Jacques Accambray Frankreich  Frankreich x 65,06 m x 65,06 m
20 Takeo Sugawara Japan  Japan 55,82 m 64,56 m 64,70 m 64,70 m

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 558 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 1. Dezember 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 1. Dezember 2017
  3. a b Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 63, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 1. Dezember 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 1. Dezember 2017