Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 1. und 4. September 1972 im Münchner Olympiastadion ausgetragen. 49 Athleten nahmen daran teil.

Olympische Ringe
2014 Olympiastadion Munich.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 49 Athleten aus 29 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 1. September 1972 (Vorläufe)
4. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Goldmedaille Kipchoge Keino (KeniaKenia KEN)
Silbermedaille Ben Jipcho (KeniaKenia KEN)
Bronzemedaille Tapio Kantanen (FinnlandFinnland FIN)

Olympiasieger wurde der Kenianer Kipchoge Keino vor seinem Landsmann Ben Jipcho. Bronze gewann der Finne Tapio Kantanen.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Willi Maier, Willi Wagner und Hans-Dieter Schulten, die alle in den Vorläufen ausschieden.
Auch die Schweizer Toni Feldmann, Hans Menet und Georges Kaiser schieden in der Vorrunde aus.
Läufer aus der DDR, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 8:22,0 min Kerry O’Brien (Australien  Australien) Berlin, BR Deutschland 4. Juli 1970[1]
Olympischer Rekord 8:30,8 min Gaston Roelants (Belgien  Belgien) Finale von Tokio, Japan 17. Oktober 1964

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athleten traten am 1. September zu insgesamt vier Vorläufen an. Die jeweils vier Laufbesten qualifizierten sich für das Finale, das am 4. September stattfand.

ZeitplanBearbeiten

1. September, 16.30 Uhr: Vorläufe

4. September, 16.40 Uhr: Finale[2]

Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

VorrundeBearbeiten

Datum: 1. September ab 16.30 1972, Uhr[3]

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Tapio Kantanen Finnland  Finnland 8:24,8 min OR
2 Kipchoge Keino Kenia  Kenia 8:27,6 min
3 Takaharu Koyama Japan 1870  Japan 8:29,8 min
4 Gheorghe Cefan Rumänien 1965  Rumänien 8:33,8 min
5 Andy Holden Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:33,8 min
6 Toni Feldmann Schweiz  Schweiz 8:35,8 min
7 Steve Savage Vereinigte Staaten  USA 8:39,0 min
8 Gérard Buchheit Frankreich  Frankreich 8:41,2 min
9 Filbert Bayi Tansania  Tansania 8:41,4 min
10 Vitus Ashaba Uganda  Uganda 8:45,0 min
11 Tadeusz Zieliński Polen 1944  Polen 8:49,8 min
12 Wigmar Pedersen Danemark  Dänemark 9:03,0 min

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Ben Jipcho Kenia  Kenia 8:31,6 min
2 Mikko Ala-Leppilampi Finnland  Finnland 8:31,8 min
3 Michail Schelew Bulgarien 1967  Bulgarien 8:35,8 min
4 Willi Maier Deutschland BR  BR Deutschland 8:37,6 min
5 Akira Takeuchi Japan 1870  Japan 8:40,4 min
6 Sergei Skripka Sowjetunion 1955  Sowjetunion 8:41,4 min
7 Jan Voje Norwegen  Norwegen 8:42,0 min
8 Hans Menet Schweiz  Schweiz 8:45,4 min
9 Eddie Leddy Irland  Irland 8:47,4 min
10 Kazimierz Maranda Polen 1944  Polen 8:50,4 min
11 Esau Adenji Kamerun 1961  Kamerun 9:34,4 min
DNF Kerry O’Brien Australien  Australien

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Pekka Päivärinta Finnland  Finnland 8:29,0 min
2 Romualdas Bitė Sowjetunion 1955  Sowjetunion 8:30,2 min
3 Jean-Paul Villain Frankreich  Frankreich 8:30,4 min
4 Josef Horčic Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 8:30,6 min
5 Anders Gärderud Schweden  Schweden 8:30,8 min
6 Willi Wagner Deutschland BR  BR Deutschland 8:34,0 min
7 Paul Thijs Belgien  Belgien 8:35,0 min
8 John Bicourt Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:38,8 min
9 Doug Brown Vereinigte Staaten  USA 8:41,2 min
10 Panagiotis Nakopoulos Griechenland 1970  Griechenland 8:48,4 min
11 Yohannes Mohamed Athiopien 1941  Äthiopien 8:52,6 min
12 Robert Hackman Ghana  Ghana 8:57,6 min

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Amos Biwott Kenia  Kenia 8:23,8 min OR
2 Bronisław Malinowski Polen 1944  Polen 8:28,2 min
3 Dušan Moravčík Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 8:33,4 min
4 Steve Hollings Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:35,0 min
5 Franco Fava Italien  Italien 8:35,0 min
6 Hans-Dieter Schulten Deutschland BR  BR Deutschland 8:39,8 min
7 Boualem Rahoui Algerien  Algerien 8:41,0 min
8 Spyridon Kontosoros Griechenland 1970  Griechenland 8:41,0 min
9 Georges Kaiser Schweiz  Schweiz 8:45,4 min
10 Mike Manley Vereinigte Staaten  USA 8:50,4 min
11 Sverre Sørnes Norwegen  Norwegen 8:54,8 min
12 Usaia Sotutu Fidschi  Fidschi 9:12,0 min
13 Julio Quevedo Guatemala  Guatemala 9:28,4 min

FinaleBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Kipchoge Keino Kenia  Kenia 8:23,6 min OR
2 Ben Jipcho Kenia  Kenia 8:24,6 min
3 Tapio Kantanen Finnland  Finnland 8:24,8 min
4 Bronisław Malinowski Polen 1944  Polen 8:28,0 min
5 Dušan Moravčík Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 8:29,2 min
6 Amos Biwott Kenia  Kenia 8:33,6 min
7 Romualdas Bitė Sowjetunion 1955  Sowjetunion 8:34,6 min
8 Pekka Päivärinta Finnland  Finnland 8:37,2 min
9 Takaharu Koyama Japan 1870  Japan 8:37,8 min
10 Mikko Ala-Leppilampi Finnland  Finnland 8:41,0 min
11 Jean-Paul Villain Frankreich  Frankreich 8:46,8 min
12 Michail Schelew Bulgarien 1967  Bulgarien 9:02,6 min

Datum: 4. September 16.40 1972, Uhr[4]

Als Favoriten galten der Franzose Jean-Paul Villain, Europameister von 1971, der Weltrekordler Kerry O’Brien, Australien, sowie die drei Kenianer Amos Biwott, Olympiasieger von 1968, Kipchoge Keino, u. a. Olympiasieger von 1968 über 1500 Meter, und Ben Jipcho. Hinzu kam nach seinem olympischen Rekord im ersten Vorlauf noch der Finne Tapio Kantanen. Aus diesem Favoritenkreis konnte sich O’Brien nicht für das Finale qualifizieren, er musste seinen Vorlauf abbrechen.

Das Finalrennen wurde nicht besonders zügig angegangen. Die ersten 1000 Meter wurden in 2:54 Minuten durchlaufen, der zweite 1000-Meter-Abschnitt war mit 3:00 Minuten noch langsamer. An der Spitze lag der Pole Bronislaw Malinowski, der jetzt das Tempo forcierte und zwei Runden vor Schluss eine kleine Lücke zu seinen Konkurrenten herauslief. Das Feld wurde weit auseinandergezogen. Auf der vorletzten Runde hatte sich mit Malinowski, den drei Kenianern, dem Finnen Kantanen sowie dem Tschechoslowaken Dušan Moravčík eine Spitzengruppe aus sechs Läufern gebildet. Eingangs der letzten Runde übernahm Keino die Spitze, dahinter lag Jipcho. Überraschend war Biwott hier bereits etwas zurückgefallen. Keinos langgezogenen Spurt konnten jetzt nur noch Jipcho und Kantanen folgen. Aber schon in der Zielkurve löste sich Kipchoge Keino von seinen letzten Verfolgern und lief dem Olympiasieg entgegen. Um die Silbermedaille gab es einen Zweikampf mit knappem Ausgang. Ben Jipcho wurde schließlich Zweiter und Bronze ging zwei Zehntelsekunden dahinter an Tapio Kantanen. Bronisław Malinowski wurde Vierter, Dušan Moravčík Fünfter. Kipchoge Keino legte die letzten 1000 Meter in schnellen 2:38 Minuten zurück und verbesserte Amos Biwotts olympischen Rekord aus dem vierten Vorlauf um zwei Zehntelsekunden.[5]

Kipchoge Keino und Ben Jipcho liefen zum zweiten kenianischen Doppelerfolg in Folge in diesem Wettbewerb.

LiteraturBearbeiten

VideoBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 553 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  3. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 54f, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  4. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 55, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 23. November 2017
  5. SportsReference (engl.), abgerufen am 23. November 2017