Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 20 km Gehen (Männer)

Das 20-km-Gehen der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 31. August 1972 ausgetragen. Start und Ziel war das Olympiastadion München. 24 Athleten nahmen teil, von denen 22 das Ziel erreichten.

Olympische Ringe
2014 Olympiastadion Munich.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 20-km-Gehen
Geschlecht Männer
Teilnehmer 24 Athleten aus 12 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München (Start/Ziel)
Wettkampfphase 31. August 1972
Medaillengewinner
Goldmedaille Peter Frenkel (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR)
Silbermedaille Wolodymyr Holubnytschyj (Sowjetunion 1955Sowjetunion URS)
Bronzemedaille Hans-Georg Reimann (Deutschland Demokratische Republik 1949DDR GDR)

Olympiasieger wurde Peter Frenkel aus der DDR. Silber gewann Wolodymyr Holubnytschyj aus der Sowjetunion, Bronze ging an Hans-Georg Reimann aus der DDR.

Für die BR Deutschland – offiziell Deutschland – traten an mit folgenden Resultaten: Heinz Mayr – Platz 13, Wilfried Wesch – Platz 16 und Bernd Kannenberg – Aufgabe.
Neben den Medaillengewinnern trat auch Gerhard Sperling für die DDR – offiziell DDR – an und wurde Vierter.
Geher aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltbestleistung 1:24:50 h Paul Nihill (Vereinigtes Konigreich  Großbritannien) Douglas, Großbritannien 30. Juli 1972[1]
Olympischer Rekord 1:29:34,0 h Ken Matthews (Vereinigtes Konigreich  Großbritannien) Tokio, Japan 15. Oktober 1964

Anmerkung: Weltrekorde wurden im Straßengehen wegen der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt.

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Geher traten am 31. August zu ihrem Wettkampf an. Vorkämpfe gab es nicht.[2]

WettkampfverlaufBearbeiten

Datum: 31. August 1972, 15.45 Uhr[3]

Favorisiert waren die sowjetischen Geher Mykola Smaha, Europameister 1971, und Wolodymyr Holubnitschyj Olympiasieger 1968, sowie die DDR-Athleten Gerhard Sperling, Peter Frenkel und Hans-Georg Reimann, bei den Europameisterschaften 1971 auf den Plätzen zwei, vier und fünf. Auch der Brite Paul Nihill, Inhaber der Weltbestleistung und Dritter der Europameisterschaften 1971, sowie der bundesdeutsche Geher Bernd Kannenberg zählten zu den Anwärtern auf eine vorderen Platzierung. Kannenberg hatte zu Beginn des Olympiajahres eine Weltbestzeit über 50 Kilometer aufgestellt.

Die beiden Ostdeutschen Frenkel und Reimann legten auf den ersten zehn Kilometern das Tempo vor, wobei sie sich in der Führungsarbeit abwechselten. Holubnitschyj hielt den Anschluss. Zu Sperling und Smaha entstand eine Lücke, dahinter lag Kannenberg. Der Rest des Feldes war etwas weiter zurück. Im weiteren Verlauf konnte sich Frenkel mehr und mehr von seinen Gegnern absetzen. Reimann lag auf Platz zwei, Holubnitschyj war Dritter. Nach achtzehn Kilometern zog der sowjetische Geher an Reimann vorbei. Bernd Kannenberg stieg mit Kniebeschwerden auf Platz fünf liegend aus dem Wettkampf aus, er wollte sich ganz auf seine stärkere Disziplin, das 50-km-Gehen konzentrieren. Peter Frenkel wurde mit dreizehn Sekunden Vorsprung Olympiasieger vor Wolodymyr Holubnitschyj, der damit die vierte olympische Medaille in Folge über 20-km-Gehen gewinnen konnte. Hans-Georg Reimann gewann Bronze vor Gerhard Sperling und Mykola Smaha. Paul Nihill wurde Sechster.[4]

Peter Frenkel blieb knapp drei Minuten unter Ken Matthews olympischen Rekord von 1964. Die Weltbestzeit verfehlte Frenkel um knapp zwei Minuten.

Mit 39 Jahren war der Luxemburger Charles Sowa der älteste Teilnehmer im Feld. Wie auch Wolodymyr Holubnichyj trat er zum vierten Mal bei Olympischen Spielen an.

Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit
5 km 22:16 min Peter Frenkel 22:16 min
10 km 43:57 min Hans-Georg Reimann 21:41 min
15 km 1:05:22 h Peter Frenkel 21:25 min
20 km 1:26:42 h Peter Frenkel 21:20 min

EndergebnisBearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Peter Frenkel Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 1:26:42,4 h OR
2 Wolodymyr Holubnytschyj Sowjetunion 1955  Sowjetunion 1:26:55,2 h
3 Hans-Georg Reimann Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 1:27:16,6 h
4 Gerhard Sperling Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR 1:27:55,0 h
5 Mykola Smaha Sowjetunion 1955  Sowjetunion 1:28:16,6 h
6 Paul Nihill Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:28:44,4 h
7 Jan Ornoch Polen 1944  Polen 1:32:01,6 h
8 Vittorio Visini Italien  Italien 1:32:30,0 h
9 José Oliveros Mexiko  Mexiko 1:32:40,6 h
10 Larry Young Vereinigte Staaten  USA 1:32:53,4 h
11 Jan Rolstad Norwegen  Norwegen 1:33:03,2 h
12 Pedro Aroche Mexiko  Mexiko 1:33:05,0 h
13 Heinz Mayr Deutschland BR  BR Deutschland 1:33:13,8 h
14 Phil Embleton Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:33:22,2 h
15 Tom Dooley Vereinigte Staaten  USA 1:34:58,8 h
16 Wilfried Wesch Deutschland BR  BR Deutschland 1:35:20,6 h
17 Peter Marlow Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:35:38,8 h
18 Charles Sowa Luxemburg  Luxemburg 1:36:23,8 h
19 Goetz Klopfer Vereinigte Staaten  USA 1:38:33,6 h
20 Hunde Toure Athiopien 1941  Äthiopien 1:43:11,6 h
21 José Esteban Valle Nicaragua  Nicaragua 1:45:09,4 h
DNF Bernd Kannenberg Deutschland BR  BR Deutschland
DSQ Jewgeni Iwtschenko Sowjetunion 1955  Sowjetunion
DNS Tadeusz Gorzechowski Polen  Polen
Ludomir Nitkowski Polen  Polen
Shaul Ladany Israel  Israel
Teodor Ionescu Rumänien 1965  Rumänien
Ioan Mureşanu Rumänien 1965  Rumänien
Daniel Björkgren Schweden  Schweden
Stefan Ingvarsson Schweden  Schweden
Hans Tenggren Schweden  Schweden
Oscar Barletta Italien  Italien
Fernando Ielli Italien  Italien
Kjell Georg Lund Norwegen  Norwegen
Aram Lewonian Bulgarien 1971  Bulgarien
János Dalmati Ungarn 1957  Ungarn
Antal Kiss Ungarn 1957  Ungarn

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 566 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 25. November 2017
  3. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions", S. 56, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 25. November 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 25. November 2017