Kabinett Gentiloni

64. Kabinett der Italienischen Republik
Paolo Gentiloni und Matteo Renzi bei der traditionellen Übergabe des Ministerratsglöckchens am 12. Dezember 2016 in Palazzo Chigi

Das Kabinett Gentiloni regierte Italien vom 12. Dezember 2016 bis zum 24. März 2018 und danach geschäftsführend bis zum 1. Juni 2018. Nach den Parlamentswahlen vom 4. März 2018, der Konstituierung der neuen Parlamentskammern und der Wahl ihrer Präsidenten reichte Ministerpräsident Paolo Gentiloni seinen Rücktritt bei Staatspräsident Sergio Mattarella ein, der Gentiloni und seine Regierung beauftragte, die laufenden Amtsgeschäfte bis zur Vereidigung einer neuen Regierung zu übernehmen. Die Vereidigung des neuen Kabinetts Conte I erfolgte am 1. Juni 2018.

Das Kabinett Gentiloni war die dritte Regierung in der von 2013 bis 2018 andauernden 17. Legislaturperiode der Republik. Wie zuletzt das Kabinett Renzi stützte es sich auf eine Koalition aus dem sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) und kleineren Zentrums- und Regionalparteien. Matteo Renzi trat mit seinem Kabinett am 7. Dezember 2016 zurück, nachdem ein Verfassungsreformvorhaben am 4. Dezember 2016 in einem Referendum abgelehnt worden war. Fast alle Minister des Kabinetts Gentiloni gehörten der Vorgängerregierung an; Paolo Gentiloni war im Kabinett Renzi Außenminister.

Gentiloni wurde am 11. Dezember 2016 von Staatspräsident Sergio Mattarella mit der Regierungsbildung beauftragt; Gentiloni und dessen Minister wurden am folgenden Tag von Mattarella vereidigt. Am 13. und 14. Dezember erhielt die neue Regierung das Vertrauen der beiden Parlamentskammern.

Minister und StaatssekretäreBearbeiten

Amt Bild Minister Vizeminister[1] (Unter-)Staatssekretäre[2]
Ministerpräsident   Paolo Gentiloni (PD) Maria Elena Boschi (PD), Sandro Gozi (PD)
Ministerien
Auswärtige Angelegenheiten   Angelino Alfano (NCD) Mario Giro (SC) Vincenzo Amendola (PD), Benedetto Della Vedova (SC)
Inneres   Marco Minniti (PD) Filippo Bubbico (PD) Gianpiero Bocci (PD), Domenico Manzione (parteilos)
Justiz   Andrea Orlando (PD) Federica Chiavaroli (NCD), Cosimo Maria Ferri (parteilos), Gennaro Migliore (PD)
Wirtschaft und Finanzen   Pier Carlo Padoan (parteilos) Luigi Casero (NCD),
Enrico Morando (PD)
Pier Paolo Baretta (PD), Paola De Micheli (PD)
Verteidigung   Roberta Pinotti (PD) Gioacchino Alfano (NCD), Domenico Rossi (CD)
Infrastruktur und Verkehr   Graziano Delrio (PD) Riccardo Nencini (PSI) Umberto Del Basso De Caro (PD), Simona Vicari (NCD)
Wirtschaftliche Entwicklung   Carlo Calenda (parteilos) Teresa Bellanova (PD) Antonio Gentile (NCD), Antonello Giacomelli (PD), Ivan Scalfarotto (PD)
Land- und Forstwirtschaft   Maurizio Martina (PD) Andrea Olivero (SC) Giuseppe Castiglione (NCD)
Bildung und Forschung   Valeria Fedeli (PD) Vito De Filippo (PD), Angela D’Onghia (parteilos), Gabriele Toccafondi (NCD)
Kultur und Tourismus   Dario Franceschini (PD) Dorina Bianchi (NCD), Ilaria Borletti Buitoni (PD), Antimo Cesaro (SC)
Gesundheit   Beatrice Lorenzin (NCD) Davide Faraone (PD)
Arbeit und Soziales   Giuliano Poletti (parteilos) Franca Biondelli (PD), Luigi Bobba (PD), Massimo Cassano (NCD)
Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz   Gian Luca Galletti (CpE) Barbara Degani (NCD), Silvia Velo (PD)
Minister ohne Geschäftsbereich
Beziehungen zum Parlament   Anna Finocchiaro (PD) Maria Teresa Amici (PD), Luciano Pizzetti (PD)
Verwaltungsreformen und -vereinfachung   Marianna Madia (PD) Angelo Rughetti (PD)
Regionale Angelegenheiten   Enrico Costa (NCD) Gianclaudio Bressa (PD)
Territorialer Zusammenhalt und Süditalien   Claudio De Vincenti (PD)
Sport   Luca Lotti (PD)

Bei den Ministern mit Geschäftsbereich gab es im Vergleich zum Kabinett Renzi nur drei Veränderungen: Gentilonis früheren Außenministerposten übernahm der ehemalige Innenminister Angelino Alfano. Das Innenministerium ging an Marco Minniti, der im Kabinett Renzi als Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten für die Nachrichtendienste Italiens zuständig war. Die dritte Veränderung betraf das Bildungsministerium. Auch bei den Staatssekretären gab es nur wenige Veränderungen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kabinett Gentiloni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auchBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. „Vizeminister“ ist in Italien seit 2001 eine zusätzliche Bezeichnung für (Unter-)Staatssekretäre in herausgehobener Stellung, die den jeweiligen Minister in besonderer Weise entlasten. Die Zahl der Vizeminister ist auf zehn begrenzt. Siehe Ministerium (Italien) und Rechtsgrundlagen
  2. Das Äquivalent deutscher oder österreichischer Staatssekretäre wird in Italien Sottosegretario di Stato oder „Unterstaatssekretär“ genannt. Segretario di Stato oder „Staatssekretär“ ist in Italien ein wenig gebräuchliches Synonym für Minister (mit Geschäftsbereich). In seltenen Fällen wird es als zusätzliche Amtsbezeichnung genannt (Ministro – Segretario di Stato).