Kabinett De Gasperi V

Das Kabinett De Gasperi V regierte Italien vom 23. Mai 1948 bis zum 26. Januar 1950. Davor regierte das Kabinett De Gasperi IV, danach das Kabinett De Gasperi VI. Die Regierung von Ministerpräsident Alcide De Gasperi wurde von folgenden Parteien im Parlament getragen:

Am 1. Januar 1948 war die neue Verfassung der Republik Italien in Kraft getreten, die von der Verfassunggebenden Versammlung ausgearbeitet worden war. Auf der Grundlage der neuen Verfassung konnten am 18. April 1948 die ersten regulären Parlamentswahlen der Republik stattfinden, die die Christdemokraten De Gasperis mit 48,5 % der Stimmen und absoluter Mehrheit in beiden Parlamentskammern gewannen. Das neu konstituierte Parlament wählte am 12. Mai Luigi Einaudi zum ersten italienischen Staatspräsidenten. Wegen der neuen, normalisierten politischen Lage trat De Gasperi mit seinem vierten Kabinett zurück.

Trotz der absoluten Mehrheit seiner DC führte er aber die Koalition mit den drei kleineren Parteien fort und sein neues fünftes Kabinett wies gegenüber dem vierten kaum Veränderungen auf. Die Koalition verfügte, unterstützt von der Südtiroler Volkspartei, über eine Mehrheit von 369 der 574 Sitze im Abgeordnetenhaus und 156 der 237 im Senat. Am 28. Juni 1948 schloss die Regierung ein Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA (Marshallplan). Um der verbreiteten Wohnungsnot Herr zu werden, beschloss die Regierung im Juni/Juli 1948 auf Vorschlag des Arbeits- und Sozialministers Amintore Fanfani den Piano Casa („Hausplan“) zum Bau von 300.000 Sozialwohnungen (case popolari). Auf dessen Grundlage entstand z. B. ab 1950 die Siedlung Tuscolano II in Rom. Am 4. April 1949 trat Italien als Gründungsmitglied der NATO bei. Im November 1949 traten die PSLI-Minister aufgrund innerparteilicher Konflikte zurück und wurden durch DC-Mitglieder ersetzt.

Anfang 1950 geriet die Regierung in eine Krise: Am 9. Januar 1950 wurden sechs streikende Arbeiter in Modena von der Polizei erschossen. Die linke Opposition reagierte mit Massenprotesten. Zur gleichen Zeit setzte der linke Flügel der DC den Ministerpräsidenten unter Druck, den wirtschaftspolitischen Kurs zu ändern. Am 12. Januar 1950 erklärte De Gasperi den Rücktritt der Regierung. Bis zum Antritt der Folgeregierung (De Gasperi VI) am 27. Januar 1950 blieb das alte Kabinett geschäftsführend im Amt.[1]

MinisterBearbeiten

 
Alcide De Gasperi
Ministerien Name Partei
Ministerpräsident Alcide De Gasperi DC
Stellvertretende Ministerpräsidenten Attilio Piccioni
Giovanni Porzio
Giuseppe Saragat (bis 7. November 1949)
DC
PLI
PSLI
Äußeres Carlo Sforza PRI
Inneres Mario Scelba DC
Justiz Giuseppe Grassi PLI
Verteidigung Randolfo Pacciardi PRI
Finanzen Ezio Vanoni DC
Schatz Giuseppe Pella DC
Haushalt Giuseppe Pella DC
Landwirtschaft Antonio Segni DC
Öffentliche Arbeiten Umberto Tupini DC
Verkehr Guido Corbellini DC
Industrie Ivan Matteo Lombardo (bis 7. November 1949)
Giovanni Battista Bertone (ab 7. November 1949)
PSLI
DC
Außenhandel Cesare Merzagora (bis 1. April 1949)
Giovanni Battista Bertone (ab 1. April 1949)
parteilos
DC
Post Angelo Raffaele Jervolino DC
Arbeit und Soziales Amintore Fanfani DC
Bildung Guido Gonella DC
Handelsmarine Giuseppe Saragat (bis 7. November 1949)
Guido Corbellini (ab 7. November 1949)
PSLI
DC
Italienisches Afrika Alcide De Gasperi DC
Ohne Geschäftsbereich Roberto Tremelloni (bis 7. November 1949) PSLI
Ohne Geschäftsbereich Alberto Giovannini PLI

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Governi I Legislatura: V Governo De Gasperi. In: dellaRepubblica – per la storia dell'Italia repubblicana.