Ministerium für Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz

Sitz des Ministeriums in der Via Cristoforo Colombo

Das Ministerium für Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz (italienisch Ministero dell’ambiente e della tutela del territorio e del mare, kurz MATTM) ist das Umweltministerium Italiens und Teil der Regierung Italiens. Das an der Via Cristoforo Colombo in Rom ansässige Ministerium wurde am 1. August 1986 gegründet.

Derzeitiger Umweltminister ist Sergio Costa.[1]

AufgabenBearbeiten

Das Ministerium ist zuständig für Grundsatzfragen der Umweltpolitik, für Naturschutz und Landschaftspflege, Bodenschutz, Hochwasserschutz, Meeresschutz und Klimaschutz sowie für Umweltverträglichkeitsprüfungen.

OrganisationBearbeiten

Die politische Führung besteht aus dem Minister und zwei oder drei Staatssekretären. Letztere sind in Italien keine Beamte, sondern Politiker. Amtschef des Ministeriums und damit oberster Beamter ist der Generalsekretär. Administrativ unterstehen ihm die Abteilungsleiter („Generaldirektoren“) der derzeit sieben Abteilungen („Generaldirektionen“) des Ministeriums:[2]

  • Abteilung für allgemeine Aufgaben und Personal
  • Abteilung für Bodenschutz und Wasserwirtschaft
  • Abteilung für Natur- und Meeresschutz
  • Abteilung für Abfallwirtschaft und Umweltverschmutzung
  • Abteilung für Klima und Energie
  • Abteilung für nachhaltige Entwicklung und internationale Angelegenheiten
  • Abteilung für Umweltverträglichkeitsprüfungen

Zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehört unter anderem das Forschungsinstitut Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA) sowie Verwaltungseinrichtungen von Nationalparks in Italien und anderen Naturschutzgebieten soweit diese in nationaler Zuständigkeit sind. Zugeordnet sind dem Ministerium besondere Dienststellen oder Einheiten nationaler Polizeibehörden, insbesondere der Carabinieri, der Guardia Costiera und der Guardia di Finanza.

GeschichteBearbeiten

Das Ministero dell’Ambiente wurde 1986 vom Kabinett Craxi II gegründet; davor hatte das Ministerium für Kulturgüter und seit 1983 ein Minister ohne Geschäftsbereich Umweltangelegenheiten bearbeitet. Im Zuge einer Reform der Ministerialbürokratie (Riforma Bassanini) wurde es 1999 in Ministero dell’Ambiente e della Tutela del Territorio umbenannt. 2001 übernahm es Teile der Aufgaben des ehemaligen Ministeriums für öffentliche Arbeiten. 2006 erhielt das Ministerium seine aktuelle Bezeichnung.

Bisherige MinisterBearbeiten

Minister Amtszeit Kabinett
Alfredo Biondi 1983–1984 Kabinett Craxi I
Valerio Zanone 1984–1986 Kabinett Craxi I
Francesco De Lorenzo 1986–1987 Kabinett Craxi II
Mario Pavan 1987 Kabinett Fanfani VI
Giorgio Ruffolo 1987–1992 Goria, De Mita, Andreotti VI, Andreotti VII
Carlo Ripa di Meana 1992–1993 Kabinett Amato I
Francesco Rutelli 1993 Kabinett Ciampi
Valdo Spini 1993–1994 Kabinett Ciampi
Altero Matteoli 1994–1995 Kabinett Berlusconi I
Paolo Baratta 1995–1996 Kabinett Dini
Edoardo Ronchi 1996–2000 Prodi I, D’Alema I, D’Alema II
Willer Bordon 2000–2001 Kabinett Amato II
Altero Matteoli 2001–2006 Berlusconi II, Berlusconi III
Alfonso Pecoraro Scanio 2006–2008 Kabinett Prodi II
Stefania Prestigiacomo 2008–2011 Kabinett Berlusconi IV
Corrado Clini 2011–2013 Kabinett Monti
Andrea Orlando 2013–2014 Kabinett Letta
Gian Luca Galletti 2014–2018 Kabinett Renzi, Gentiloni
Sergio Costa seit dem 1. Juni 2018 Kabinett Conte I, Conte II

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Vorstellung auf den Internetseiten des Ministeriums
  2. Ministero dell’ambiente: Consulenti e collaboratori, abgerufen am 2. Dezember 2019.