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Polizei (Italien)

italienische Polizei
Das italienische Innenministerium auf dem Viminal in Rom, oberste Koordinierungsstelle der italienischen Polizeien

Italien hat wie Frankreich oder Spanien kein föderal gegliedertes Polizeisystem, sondern unterhält mehrere nationale Polizeiorganisationen mit zum Teil sich überschneidenden Zuständigkeiten. Dies hat auch den Zweck, eine Machtkonzentration in einer Hand beziehungsweise in einem Ministerium zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Nationale PolizeienBearbeiten

Es gibt zwei Polizeien mit allgemeinen Aufgaben und ständiger Verfügbarkeit.

Dem Innenministerium untersteht die zivile Polizia di Stato (Staatspolizei).

Die Carabinieri unterstehen als vierte Teilstreitkraft dem Verteidigungsministerium und versehen nach Weisung des Innenministeriums Polizeidienst. Die Stationen, die ein dichtes Netz bilden, sind meist nur tagsüber besetzt. Die Funkstreifenwagen-Einheiten der übergeordneten Kompanien und Provinz-Kommandos sind ständig im Einsatz. Hierarchisch darüber befinden sich noch die 16 Legionen und vier Interregionalen Kommandos.

Eine dritte nationale Polizeitruppe ist die Guardia di Finanza, eine militärisch organisierte Finanz- und Zollpolizei, die dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen untersteht und für die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität zuständig ist. Sie ist vor allem auch im Bereich Steuer- und Zollfahndung tätig.

In der für die Mafiabekämpfung zuständigen Direzione Investigativa Antimafia (DIA) arbeiten vor allem Angehörige der oben genannten Polizeien unter einem Dach zusammen.

Die Polizia Penitenziaria ist die Gefängnis- und Justizpolizei.

Im Rahmen der Operation "Strade Sicure" übernehmen auch Soldaten des italienischen Heeres Polizeiaufgaben.

Das Innenministerium ist für die Koordinierung aller nationalen Polizeikräfte zuständig. Der Chef der Staatspolizei ist zugleich Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit und als solcher nationaler Polizeikoordinator. Polizia Penitenziaria und Guardia di Finanza können bei Bedarf auch für allgemeine Polizeiaufgaben verwendet werden.

Spezielle PolizeienBearbeiten

Darüber hinaus bestehen auf nationaler Ebene einige besondere Polizeibehörden. Dazu gehören die dem Justizministerium unterstehende Polizia Penitenziaria (Gefängnispolizei). Bis 2016 existierte die dem Landwirtschaftsministerium unterstehende Forstpolizeibehörde Corpo Forestale dello Stato. Ihr Aufgabenbereich wurde in die Carabinieri überführt. Darüber hinaus operiert die militärisch organisierte Küstenwache Guardia Costiera im Geschäftsbereich des Verkehrsministeriums.

Während die Carabinieri dem Verteidigungsministerium permanent unterstellt sind (und nach Weisung des Innenministeriums tätig werden), können Finanzpolizei und Küstenwache im Verteidigungsfall ebenfalls dem Verteidigungsministerium bzw. dem Generalstab zur militärischen Verteidigung der Landesgrenzen unterstellt werden.

Lokale PolizeienBearbeiten

Auf lokaler Ebene gibt es die manchmal unbewaffneten Vigili Urbani oder Polizia Municipale (Gemeindepolizeien), die sich hauptsächlich um die Regelung des örtlichen Straßenverkehrs, das Fundamt, die Parkraumbewirtschaftung und um die kleineren Belange der Bevölkerung kümmern. Sie unterstehen den jeweiligen Bürgermeistern, die oberste Dienstaufsicht führen jedoch die Regionalregierungen.

Auf Provinzebene gibt es noch die kleinen Provinzpolizeien Polizia Provinciale, die für die Einhaltung der Jagd- und Binnenfischereivorschriften der jeweiligen Provinzregierung sorgen.

LiteraturBearbeiten

  • R. Canosa: La polizia in Italia dal 1945 ad oggi. Il Mulino, Bologna 1976.
  • G. Oliva: Storia dei carabinieri dal 1814 ad oggi. Mondadori, Mailand 2002.
  • A. Paloscia: I segreti del Viminale. Storia della polizia. Newton Compton, Rom 1989.
  • A. Sannino: Le forze di polizia nel dopoguerra. Mursia, Mailand 2007.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Polizei (Italien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien