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Der FK Dynamo Moskau (russisch Футбольный клуб «Динамо» Москва, Futbolny Klub «Dinamo» Moskwa) ist ein aus dem Sportclub Dynamo Moskau hervorgegangener russischer Fußballverein, der in Moskau, der Hauptstadt des Landes, beheimatet ist.

Dynamo Moskau
Vereinswappen von Dynamo Moskau
Basisdaten
Name Futbolny Klub «Dinamo» Moskwa
Sitz Moskau
Gründung 18. April 1923
Farben weiß-blau
Präsident RusslandRussland Sergey Fedorov
Website fcdinamo.ru
Erste Mannschaft
Cheftrainer RusslandRussland Dmitri Chochlow
Spielstätte VTB-Arena
Plätze 26.121
Liga Premjer-Liga
2018/19 12. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

SowjetunionBearbeiten

Der heute eigenständige Verein war am 18. April 1923 als Fußballabteilung des Sportvereines Dynamo Moskau gegründet worden. 1936 war Dynamo Gründungsmitglied der sowjetischen Liga und blieb als eine von nur zwei Mannschaften, neben Dynamo Kiew, seit 1936 – mit Ausnahme der Unterbrechung des Spielbetriebs während des Großen Vaterländischen Krieges – stets in der jeweils höchsten sowjetischen Spielklasse und ist niemals in die 2. sowjetische Liga abgestiegen. Dynamo Moskau ist elffacher sowjetischer Meister und wurde nur von dem ukrainischen Verein Dynamo Kiew, der mit dreizehn gewonnenen Meisterschaften sowjetischer Rekordtitelträger ist, sowie von dem Stadtrivalen Spartak Moskau (12×) übertroffen. Zur Zeit der Sowjetunion war der Verein dem Geheimdienst KGB untergeordnet.

Im Jahre 1945 war Dynamo Moskau die erste sowjetische Fußballmannschaft, die nach Westeuropa reisen durfte. Es wurden vier Spiele auf der britischen Insel ausgetragen. Das bis dahin im Westen weitgehend unbekannte Team besiegte Cardiff City mit 10:1 und den FC Arsenal mit 4:3. Zwei Spiele endeten mit einem Unentschieden: 3:3 gegen den FC Chelsea und 2:2 gegen die Glasgow Rangers.

Am 27. Mai 1972 stand Dynamo im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Glasgow Rangers im Camp Nou, das mit 2:3 verloren wurde.

RusslandBearbeiten

Dynamo Moskau war nach der Auflösung der Sowjetunion eines der Gründungsmitglieder der neugeschaffenen russischen Obersten Liga. In den ersten beiden Spielzeiten 1992 und 1993 belegte das Team jeweils den dritten Tabellenplatz. In der folgenden Saison wurde man Vizemeister, was die bisher beste Leistung der Mannschaft in der russischen Liga darstellt. Am 14. Juni 1995 wurde der erste russische Pokalsieg (8:7 im Elfmeterschießen gegen Rotor Wolgograd) gefeiert. In den Spielzeiten 1997 und 2008 wurde erneut jeweils der dritte Rang erobert. Ansonsten wurden die Plätze im gesicherten Tabellenmittelfeld belegt. In der Saison 2011/12 erreichte das Team aus Moskau den dritten Tabellenrang und verlor das Pokalfinale am 9. Mai 2012 gegen Rubin Kasan mit 0:1. Am 17. August 2012 übernahm der Rumäne Dan Petrescu den Trainerposten beim FK Dynamo Moskau.[1] Durch die Teilnahme am Pokalfinale 2012 nahm Dynamo an der Qualifikation für die UEFA Europa League 2012/13 teil. In der dritten Qualifikationsrunde wurde der Vierte der schottischen Premier League Dundee United mit 2:2 und 5:0 besiegt. In der Play-off-Runde schied Dynamo gegen den deutschen Vertreter VfB Stuttgart nach 0:2 und 1:1 aus.[2]

In der Saison 2012/13 verpasste Dynamo als Tabellensiebter knapp einen Platz in einem europäischen Wettbewerb. Im Pokal verloren sie im Viertelfinale durch ein Tor von Samuel Eto’o mit 0:1 nach Verlängerung gegen Anschi Machatschkala. 2013/14 qualifizierte sich Dynamo als Tabellenvierter wieder für die Qualifikation zur UEFA Europa League 2014/15. Im Pokal schied Dynamo aber in der fünften Runde gegen den zweitklassigen Verein FK Saljut Belgorod aus. Im Anschluss an eine 0:4-Niederlage beim Tabellenletzten Anschi Machatschkala im April 2014 wurde der Cheftrainer Dan Petrescu entlassen.[3] Sein Nachfolger wurde Stanislaw Tschertschessow. Nach den Erfolgen in der dritten Qualifikationsrunde gegen den israelischen Ligadritten Hapoel Ironi Kirjat Schmona sowie in der Playoff-Runde gegen Omonia Nikosia, erreichte Dynamo Ende August 2014 die Gruppenphase der Europa League 2014/15.[4] Sie konnten alle sechs Begegnungen in ihrer Gruppe für sich entscheiden, belegten den ersten Tabellenplatz und qualifizierten sich damit für die K.O.-Runde, in der sie im Sechzehntelfinale gegen den RSC Anderlecht siegten und dadurch „zum ersten Mal seit 19 Jahren wieder ein Achtelfinale eines UEFA-Wettbewerbs“ erreichten.[5] Anschließend schieden sie im Achtelfinale gegen den SSC Neapel aus. Ursprünglich hätte Dynamo durch den vierten Tabellenplatz 2014/15 an der dritten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League 2015/16 teilnehmen dürfen, wurde jedoch von der UEFA wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay ausgeschlossen und durch Rubin Kasan ersetzt.[6] Im Pokal schied Dynamo bereits im Sechzehntelfinale gegen den zweitklassigen Verein Schinnik Jaroslawl aus.

Nach einem schwachen Start in der heimischen Liga musste am 13. Juli 2015 der bisherige Cheftrainer Stanislaw Tschertschessow den Verein verlassen. Letztendlich belegte Dynamo den vorletzten Tabellenplatz in der Premjer-Liga 2015/16 und musste somit erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Zweitklassigkeit absteigen.[7] Bereits sieben Spieltage vor dem Ende der Saison 2016/17 sicherte sich der Verein den sofortigen Wiederaufstieg in die Premjer-Liga.[8]

In der Premjer-Liga 2017/18 gelang Dynamo wieder eine entsprechende Etablierung und erzielte dabei einen von den Abstiegsrängen weit entfernten 8. Tabellenplatz.

StadionBearbeiten

Der FK Dynamo Moskau trug seine Heimspiele im 37.684 Zuschauer fassenden Dynamo-Stadion aus, das bereits im Jahre 1928 erbaut wurde. Das Heimstadion wurde 2008 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Es wurde auf dem Gelände des ehemaligen Dynamo-Stadions eine Multifunktionsarena errichtet. Dabei wurde das komplette Stadion abgetragen, nur die denkmalgeschützte Fassade blieb erhalten. Nach Fertigstellung der Arena 2018 ist diese in VTB-Arena-Park umbenannt worden.[9] Aufgrund der Baumaßnahme trug Dynamo seine Heimspiele in der Zwischenzeit in der Arena Chimki in Chimki im Nordwesten Moskaus aus.[10] Am 10. März sollte in Dynamos neuer Spielstätte das erste Fußballspiel stattfinden, das Stadion wurde jedoch Ende Februar als nicht spielbereit eingestuft.

SponsorenBearbeiten

Seit 2009 ist der Hauptsponsor des Vereines das zweitgrößte russische Kreditinstitut Wneschtorgbank.

ErfolgeBearbeiten

NationalBearbeiten

InternationalBearbeiten

Aktueller Kader 2018/19Bearbeiten

Stand: 31. August 2018

Nr. Position Name
1 Russland  TW Anton Schunin
2 Russland  AB Grigori Morosow
3 Schweden  AB Sebastian Holmén
4 Russland  AB Wladimir Rykow
5 Ghana  AB Abdul Aziz Tetteh
6 Russland  MF Artur Jussupow
7 Russland  ST Jewgeni Markow
8 Russland  ST Kirill Pantschenko
9 Portugal  ST Miguel Cardoso
10 Litauen  MF Fiodor Černych
11 Russland  MF Iwan Temnikow
17 Russland  MF Anton Terechow
19 Russland  AB Wladimir Мoskwitschjow
Nr. Position Name
20 Russland  MF Wjatscheslaw Gruljow
22 Brasilien  MF Joãozinho
23 Russland  MF Anton Sosnin
24 Russland  AB Roman Jewgenjew
25 Russland  AB Alexei Koslow
27 Mali  MF Samba Sow
31 Russland  TW Igor Leschtschuk
34 Russland  AB Konstantin Rausch
44 Bosnien und Herzegowina  AB Toni Šunjić
48 Russland  ST Jewgeni Luzenko
78 Russland  MF Danil Lipowoj
-- Polen  MF Sebastian Szymański

VereinsrekordeBearbeiten

Dynamos RekordtorschützenBearbeiten

Treffsicherster Angreifer in Diensten von Dynamo Moskau war Sergei Solowjow. Dieser erzielte in 209 Spielen für die Hauptstädter insgesamt 135 Tore. Damit ist er auch der einzige Stürmer, der für Dynamo mehr als 100 Tore schießen konnte.

Platz Name des Spielers Tore Zeitraum
1. Russland  Sergei Solowjow 135 1940–1952
2. Russland  Konstantin Beskow 93 1941–1954
3. Russland  Wassili Karzew 72 1945–1951
4. Russland  Waleri Gassajew 70 1979–1985
5. Russland  Igor Tschislenko 68 1957–1970
6. Russland  Wassili Trofimow 67 1939–1953
7. Russland  Wladimir Iljin 63 1946–1957
8. Russland  Wladimir Sawdunin 62 1945–1966
9. Russland  Wladimir Koslow 58 1967–1976
10. Russland  Alexander Borodjuk 57 1982–1989

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligatreffer. Tore in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen.

Dynamos RekordspielerBearbeiten

1987 stellte Alexander Nowikow mit 327 Partien für Dynamo den Rekord für die meisten Ligaspiele im Dress der Moskauer auf. Damit löste er Torhüter-Legende Lew Jaschin ab, der zwischen 1950 und 1970 insgesamt 326 Spiele für Dynamo bestritt.

Platz Name des Spielers Einsätze Zeitraum
1. Russland  Alexander Nowikow 395 1973–1987
2. Russland  Lew Jaschin 326 1950–1970
3. Russland  Wiktor Anitschkin 322 1960–1972
4. Russland  Waleri Maslow 319 1961–1971
5. Russland  Wiktor Zarjow 298 1955–1966
6. Russland  Alexander Machowikow 287 1971–1983
7. Russland  Gennadi Jewrjuschichin 283 1966–1976
8. Russland  Sergei Nikulin 280 1969–1984
9. Russland  Wladimir Sawdunin 249 1945–1966
10. Russland  Alexei Petruschin 244 1970–1981

Bemerkung: Gezählt wurden nur Ligaspiele. Spiele in nationalen und internationalen Pokalwettbewerben wurden nicht mit einbezogen.

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

Russland

GUS und ehemalige Sowjetunion

Europa

Amerika

Afrika

Asien/ Ozeanien

TrainerBearbeiten

(unvollständig)

Name des Trainers Zeitraum Bemerkung
Russland  Konstantin Kwaschin 1936 • 1936: 1. Sowjetischer Meistertitel
Russland  Wiktor Dubinin 1937 • 1937: 2. Sowjetischer Meistertitel
• 1937: 1. Sowjetischer Pokalgewinn
Russland  Michail Towarowski 1938
Russland  Wiktor Dubinin 1939
Russland  Wiktor Teterin 1939
Russland  Lew Kortschebokow 1939
Russland  Boris Arkadjew 1940–1944 • 1940: 3. Sowjetischer Meistertitel
Russland  Lew Kortschebokow 1944
Russland  Michail Jakuschin 1944–1950 • 1945: 4. Sowjetischer Meistertitel
• 1949: 5. Sowjetischer Meistertitel
Russland  Wiktor Dubinin 1950–1951
Russland  Michail Semitschastny 1952–1953
Russland  Michail Jakuschin 1953–1960 • 1954: 6. Sowjetischer Meistertitel
• 1955: 7. Sowjetischer Meistertitel
• 1957: 8. Sowjetischer Meistertitel
• 1959: 9. Sowjetischer Meistertitel
• 1953: 2. Sowjetischer Pokalgewinn
Russland  Wsewolod Blinkow 1961
Russland  Alexander Ponomarjow 1962–1965 • 1963: 10. Sowjetischer Meistertitel
Russland  Wjatscheslaw Solowjow 1965–1966
Russland  Konstantin Beskow 1967–1972 • 1967: 3. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1970: 4. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1972: Finalist beim Europapokal der Pokalsieger
Russland  Gawriil Katschalin 1973–1974
Russland  Alexander Sewidow 1975–1979 • 1976: 11. und letzter Sowjetischer Meistertitel
• 1977: 5. Sowjetischer Pokalgewinn
• 1977: 1. und letzter Sowjetischer Super-Cup-Gewinn
• 1976: Ciutat de Barcelona (Einziger internationale Pokal)
Russland  Wiktor Zarjow 1979
Russland  Jewgeni Gorjanski 1980
Russland  Wjatscheslaw Solowjow 1980–1983
Russland  Wadim Iwanow 1983
Russland  Alexander Sewidow 1983–1985 • 1984: 6. und letzter Sowjetischer Pokalgewinn
Russland  Eduard Malofejew 1985–1987
Russland  Anatoli Byschowez 1987–1990
Russland  Semjon Altman 1990–1991
Russland  Waleri Gassajew 1991–1993
Russland  Adamas Golodez 1993
Russland  Konstantin Beskow 1994–1995 • 1995: 1. Russischer Pokalgewinn
Russland  Adamas Golodez 1995–1998
Russland  Georgi Jarzew 1998–1999
Russland  Alexei Petruschin 1999
Russland  Waleri Gassajew 2000–2001
Russland  Alexander Nowikow 2001–2002
Ukraine  Wiktor Prokopenko 2002–2003
Tschechien  Jaroslav Hřebík 2003–2004
Russland  Wiktor Bondarenko 2004
Russland  Oleg Romanzew 2004–2005
Brasilien  Ivo Wortmann 2005
Russland  Andrei Kobelew 2005
Russland  Juri Sjomin 2006
Russland  Andrei Kobelew 2006–2010
Montenegro  Miodrag Božović 2010–2011
Russland  Sergei Silkin 2011–2012
Russland  Dmitri Chochlow 2012
Rumänien  Dan Petrescu 2012–2014
Russland  Stanislaw Tschertschessow 2014–2015
Russland  Andrei Kobelew 2015–2016
Ukraine  Juri Kalitwinzew 2016–2017
Russland  Dmitri Chochlow 2017–

Aktueller TrainerstabBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: FC Dinamo Moscow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. championat.com: Петреску стал новым главным тренером московского "Динамо" Artikel vom 17. August 2012 (russisch)
  2. de.uefa.com: uefa.com: „Stuttgart mit einem Bein in der Gruppenphase“ Artikel vom 22. August 2012
  3. gazeta.ru: Петреску уволили из «Динамо» Artikel vom 7. April 2014 (russisch)
  4. kicker.de:EL-Gruppenauslosung, veröffentlicht und abgerufen am 29. August 2014
  5. de.uefa.com: Dinamo Moskva dreht Partie gegen Anderlecht Artikel vom 26. Februar 2015
  6. spiegel.de: „Europa League: Uefa schließt Dynamo Moskau aus“ Artikel vom 19. Juni 2015
  7. uefa.com: Abstieg 2015/16 Artikel vom 21. Mai 2016
  8. championat.com: «Динамо» досрочно обеспечило себе выход в РФПЛ Artikel vom 12. April 2017 (russisch)
  9. Preserving Petrovski Park: Erick van Egeraat wins international competition to design VTB Arena Park, Mitteilung auf worldarchitecturenews.com vom 30. Juni 2010.
  10. stadionwelt.de: VTB Arena wird erst Anfang 2018 eröffnet Artikel vom 7. Februar 2017