DDR-Meisterschaften im Feldfaustball 1978

Die DDR-Meisterschaften im Feldfaustball 1978 waren seit 1949 die 29. Austragung der Meisterschaften im Faustball auf dem Feld in der DDR im Jahre 1978.

FinaleBearbeiten

Die beiden Finalturniere der jeweils vier Oberliga-Erstplatzierten der Frauen und Männer fanden im Stadion „25. Jahrestag“ in Geithain statt.[1][2][3]

Die traditionelle Endrunde stand auf einem sehr guten Niveau, obgleich auf Grund des vorangegangenen Dauerregens der Rasen nur wenige technische Raffinessen im Spiel an der zwei Meter hohen Leine zuließ. Schlaghärte, zentimetergenaues Zuspiel zu gekonnten Kern-, Hammer- oder Rundschlägen sowie enorme Einsatzbereitschaft waren die herausstechenden Merkmale, und die Elite der über 8000 Aktiven zwischen Ostsee und Erzgebirge bewies einmal mehr, dass Faustball eine attraktive, interessante und anspruchsvolle Sportart ist.

In der Herrenkonkurrenz, in der der 14fache DDR-Meister ISG Hirschfelde seit 1955 erstmals nur Zaungast war, behauptete sich Titelverteidiger Lok Dresden souverän und hatte nur gegen seine zweite Garnitur mehr Mühe als erwartet. Fortschritt Glauchau erkämpfte sich vor Altmeister Chemie Zeitz den zweiten Rang. Oberliganeuling Lok Dresden II fiel keineswegs ab, doch liegen seine Stärken wohl eher im Hallenspiel.

Das begeisterungsfähige Publikum sparte nicht mit Beifall – besonders für die Leinenspieler, die das Leder in die gegnerische Hälfte befördern. Dabei zeichneten sich neben Hellmut Pöge (Lok Dresden I) auch Rolf Malecha (Fortschritt Glauchau) und Routinier Wolfgang Ehrlich (Chemie Zeitz) aus.

Im Damenwettbewerb dominierte Chemie Weißwasser, deren Aktive sich nach 1973 in Lichtenstein zum zweiten Male mit der Meisterplakette schmücken durften. Der Titelgewinner der zurückliegenden vier Jahre, die Görlitzer Spielgemeinschaft, war durch den Ausfall von zwei Stammspielerinnen chancenlos.[2]

FrauenBearbeiten

SG Görlitz
Chemie Weißwasser
TSG Berlin-Oberschöneweide
ISG Hirschfelde
Pentacon Dresden
Lok Schwerin
Lok Schleife
Fortschritt Groitzsch
Mannschaften der Frauenoberliga

Abschlusstabelle der Hauptrunde:[4][3]

Platz Mannschaft Punkte Siege Remis Niederlagen Bälle Vorgabezähler[A 1]
1. SG Görlitz (M) 22:2 11 1 349:241 3
2. Chemie Weißwasser 21:3 10 1 1 342:238 2
3. TSG Berlin-Oberschöneweide 16:8 8 4 299:262 1
4. Pentacon Dresden 13:11 6 1 5 271:261 0
5. Lokomotive Schleife 8:16 4 8 275:323
6. Lokomotive Schwerin 3:21 1 1 10 261:373
7. Fortschritt Groitzsch (N) 1:23 1 11 198:297
8. ISG Hirschfelde zurückgezogen1
1 Die ISG Hirschfelde zog sich nach einem Spieltag aus dem Wettbewerb zurück.[4]

Die Hirschfelder Mannschaft stand durch ihren Rückzug automatisch als Absteiger fest. Neuling Fortschritt Groitzsch hatte an den Spielen um die Qualifikation für die kommende Oberligasaison teilzunehmen.[4]

Aufstiegsrunde: Nach den Regeln gab es eine Aufstiegsrunde mit den vier Staffelsiegern der Bezirksgruppenliga und dem Oberligaletzten – aufgrund des Rückzuges der ISG Hirschfelde – die Mannschaft von Fortschritt Groitzsch.


Finalturnier:[2][5]

SG Görlitz Pentacon Dresden 27:29 (15:18)
Chemie Weißwasser TSG Berlin-Oberschöneweide 39:26 (20:15)
Chemie Weißwasser Pentacon Dresden 40:18 (21:11)
SG Görlitz TSG Berlin-Oberschöneweide 35:26 (18:10)
Chemie Weißwasser SG Görlitz 47:20 (29:9)
Pentacon Dresden TSG Berlin-Oberschöneweide 28:28 (11:17)

Abschlusstabelle:[2]

Platz Mannschaft Punkte Vorgabezähler Gesamt Bälle/Diff.
1. Chemie Weißwasser 6:0 2 8:0 126:64 +62
2. SG Görlitz 2:4 3 5:4 82:102 -20
3. Pentacon Dresden 3:3 0 3:3 75:95 -20
4. TSG Berlin-Oberschöneweide 1:5 1 2:5 80:102 -22

Durch die in der Hauptrunde erzielten Vorgabezähler schafften es die Görlitzer, trotz der Niederlage gegen die Dresdner vor diesen den zweiten Platz zu erringen.

Kader des Siegers:[1]

  BSG Chemie Weißwasser:
Gisela Bursch, Ursula Lisk, Ingrid Klei, Petra Bergmann, Waltraud Steide
Übungsleiter: Walter Wiedemann

MännerBearbeiten

ISG   
Hirschfelde
Chemie Zeitz
Lok Dresden
Plasttechnik Greiz
Einheit Halle
Fortschritt
Glauchau
Traktor Bachfeld
Motor Zwickau-Süd
Medizin Erfurt
Mannschaften der Männeroberliga

Abschlusstabelle der Hauptrunde:[1]

Platz Mannschaft Punkte Siege Remis Niederlagen Bälle Vorgabezähler[A 1]
1. Lokomotive Dresden I (M) 38:2 19 1 662:460 3
2. Fortschritt Glauchau 33:7 16 1 3 671:562 2
3. Chemie Zeitz 31:9 15 1 4 708:513 1
4. Lokomotive Dresden II (N) 24:16 12 8 588:547 0
5. Plasttechnik Greiz 20:20 10 10 565:563
6. Einheit Halle 18:22 9 11 471:485
7. ISG Hirschfelde I 16:24 8 12 508:528
8. Motor Zwickau-Süd 16:24 8 12 578:631
9. Traktor Bachfeld 13:27 6 1 13 481:584
10. ISG Hirschfelde II1 7:33 3 1 16 442:564
11. Medizin Erfurt (N) 4:36 2 18 445:682
1 Die ISG Hirschfelde trat am letzten Spieltag nicht an, so dass ihre Spiele gegen Plasttechnik Greiz, Traktor Bachfeld und Medizin Erfurt jeweils 2 × 0:15 gewertet wurden. Einen Einfluss auf die Finalrundenteilnahme und den Abstieg hatte dies nicht.

Abstieg: Nach der neu beschlossenen Regelung, stiegen ab dieser Saison die Staffelersten der drei DDR-Ligen direkt auf, so dass es nun auch drei Oberligaabsteiger gab.[6] Oberliganeuling Medizin Erfurt, die zweite Vertretung der ISG Hirschfelde und die BSG Traktor Bachfeld stiegen aus der Oberliga ab. Ihre Plätze nahmen 1979 die Liga-Staffelsieger Empor Tangermünde, Motor Schleusingen und Fortschritt Walddorf ein.[1]

Finalturnier:[2][5]

Fortschritt Glauchau Chemie Zeitz 31:31 (11:21)
Lok Dresden I Lok Dresden II 29:15 (16:14)
Chemie Zeitz Lok Dresden I 27:38 (10:25)
Fortschritt Glauchau Lok Dresden II 34:19 (17:8)
Lok Dresden I Fortschritt Glauchau 36:19 (14:11)
Chemie Zeitz Lok Dresden II 30:26 (15:11)

Abschlusstabelle:[2][7][5]

Platz Mannschaft Punkte Vorgabezähler Gesamt Bälle/Diff.
1. Lok Dresden I 6:0 3 9:0 103:61 +42
2. Fortschritt Glauchau 3:3 2 5:3 84:86 -2
3. Chemie Zeitz 3:3 1 4:3 88:95 -7
4. Lok Dresden II 0:6 0 0:6 60:93 -33

Die Vorgabezähler beeinflussten den Abschlussstand derart, dass die Mannschaft aus Glauchau am Ende vor dem Serienmeister Chemie Zeitz auf den zweiten Platz kam.

Kader des Siegers:[1]

  Lokomotive Dresden:
Hellmut Pöge, Harald Häser, Gerd Weber, Detlef Sorge, Volker Kretschmer, Jochen Bitterlich
Übungsleiter: Fredi Bitterlich

AnmerkungBearbeiten

  1. a b Vorgabezähler: Gemäß ihrer Platzierung in der Hauptrunde erhielten die qualifizierten Mannschaften Punkte für die Endrunde. Der Erste erhielt dabei drei Punkte, der Zweitplatzierte zwei, der Dritte noch einen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Gunter Herzog: Männer, Oberliga. DDR-Hochburg Hirschfelde seit 23 erstmals nur Meisterschaftzuschauer. In: DFV (Hrsg.): der faustball. 23. Jahrgang, Nr. 10, Oktober 1978, ISSN 0323-3138, S. 2–4.
  2. a b c d e f Günter Herzog: Die Faustballtitel nach Dresden und Weißwasser. In: Neues Deutschland. 25. September 1978, S. 7, abgerufen am 11. Oktober 2019 (kostenfreier online-Zugang erforderlich).
  3. a b Im Faustball-Finalturnier sind wieder Berlinerinnen beteiligt. In: Berliner Zeitung. 20. September 1978, S. 7, abgerufen am 11. Oktober 2019 (kostenfreier online-Zugang erforderlich).
  4. a b c Frauen, Oberliga. Überraschungen blieben aus! In: DFV (Hrsg.): der faustball. 23. Jahrgang, Nr. 8, August 1978, ISSN 0323-3138, S. 3–4.
  5. a b c Gunter Herzog: Finalrunde um die 29. DDR-Feldmeisterschaft: Erneut die Dresdner Lok-Männer – Weißwasser-Frauen lösten Görlitz ab. In: DFV (Hrsg.): der faustball. 23. Jahrgang, Nr. 11, November 1978, ISSN 0323-3138, S. 2–4.
  6. Aus dem Protokoll des Präsidiums. In: DFV (Hrsg.): der faustball. 22. Jahrgang, Nr. 12, Dezember 1977, ISSN 0323-3138, S. 5.
  7. Kurz notiert. In: Neue Zeit. 25. September 1978, S. 6, abgerufen am 11. Oktober 2019 (kostenfreier online-Zugang erforderlich).

WeblinksBearbeiten