Bezirk Mitte

Bezirk von Berlin, Deutschland

Mitte (anhören/?) ist der erste Verwaltungsbezirk von Berlin.[1] Am 31. Dezember 2023 hatte er 397.134 Einwohner. Er ist der vom Altersdurchschnitt zweitjüngste der Stadt.

Wappen von Mitte
Wappen von Mitte
Wappen von Berlin
Wappen von Berlin
Mitte
1. Bezirk von Berlin
Ortsteile des Bezirks MitteBezirk MitteBezirk Friedrichshain-KreuzbergBezirk PankowBezirk Charlottenburg-WilmersdorfBezirk SpandauBezirk Steglitz-ZehlendorfBezirk Tempelhof-SchönebergBezirk NeuköllnBezirk Treptow-KöpenickBezirk Marzahn-HellersdorfBezirk LichtenbergBezirk ReinickendorfBrandenburg
Ortsteile des Bezirks Mitte
Fläche 39,47 km²
Einwohner 397.134 (31. Dez. 2023)
Bevölkerungsdichte 10.062 Einwohner/km²
Adresse der
Verwaltung
Rathaus Tiergarten
Mathilde-Jacob-Platz 1
10551 Berlin
Website www.berlin.de/ba-mitte/
Ortsteile Gesundbrunnen
Hansaviertel
Mitte
Moabit
Tiergarten
Wedding
Politik
Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne)
Bezirksamt im Rathaus Tiergarten

Der Bezirk entstand 2001 mit der Berliner Verwaltungsreform durch Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Bezirke Wedding, Tiergarten und Mitte.

Im Bezirk Mitte befinden sich sowohl der Regierungssitz als auch die meisten Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland. Gleiches gilt für die Behörden und Institutionen des Landes Berlin.

In Mitte haben sich eine Vielzahl von Zweigstellen international tätiger Unternehmen angesiedelt. Globale Bekanntheit besteht außerdem durch zahlreiche kulturelle Institutionen und aufgrund seiner Stellung als Gründerzentrum.[2]

Geographie Bearbeiten

Lage Bearbeiten

Der Bezirk Mitte ist einer von den drei Berliner Bezirken, die nicht an das Bundesland Brandenburg grenzen. Er grenzt im Norden an den Bezirk Reinickendorf, im Osten an den Bezirk Pankow, im Südosten an den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, im Süden an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg und im Westen an den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Natur und Parkanlagen Bearbeiten

Insgesamt hat der Bezirk 738 Hektar (7,38 km²) öffentliche Grünflächen (Grünanlagen, Spielplätze, Friedhöfe, Kleingärten und Straßenbegleitgrün).[3] Die größten Grünanlagen sind: Großer Tiergarten, Zoologischer Garten, Fritz-Schloß-Park, Volkspark Rehberge und Volkspark Humboldthain.

Der Große Tiergarten ist eine im Ortsteil Tiergarten gelegene Parkanlage, die sich auf 2,1 km² erstreckt. Einige breite Straßen durchschneiden den Park, darunter die Straße des 17. Juni; sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.

Der Volkspark Rehberge im Ortsteil Wedding wurde in den Jahren 1922–1929 angelegt und ist gemeinsam mit dem Plötzensee und dessen Ufergeländes als ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.[4] Zusammen mit dem direkt im Südosten angrenzenden Goethepark bildet er eine Parklandschaft von rund 115 Hektar.

Nördlich des Volksparks befindet sich das Naturdenkmal Düne Wedding, die einzige erhaltene innerstädtische eiszeitliche Binnendüne Berlins. Im Bezirk gibt es fünf Findlinge, diese befinden sich im Volkspark Rehberge und im Volkspark Humboldthain.[5] Im Volkspark Humboldthain befindet sich auch die Humboldthöhe mit einer Höhe von 84,5 m die höchste Erhebung im Bezirk. Es handelt sich hierbei um einen ehemaligen Trümmerberg.

Im Bezirk soll es mehr als 26.000 Straßenbäume geben.[6] In den Jahren 2011 bis 2019 konnte der Bezirk Mitte das ausgeglichenste Verhältnis in Berlin von neu gepflanzten Bäumen zu gefällten Bäumen aufweisen mit einer Quote von 1:1,2.[7]

Durch den Bezirk fließen die Flüsse Spree und Panke. Es gibt einige größere und kleinere Kanäle wie der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, Westhafenkanal, Landwehrkanal oder Spreekanal mit dem Kupfergraben. Die bekanntesten und größten Seen im Bezirk sind der Plötzensee und der Neue See im Großen Tiergarten. Weitere kleinere Seen sind im Volkspark Rehberge (Entenpfuhl, Sperlingsee und Möwensee) und im Großen Tiergarten (Tiergartengewässer, Grundwasserteich, Goldfischteich und Fauler See). Wasserflächen machen im Bezirk insgesamt 1,43 km² aus.[8]

Im Jahre 2021 waren 63,6 % der Flächen im Bezirk (ohne Gewässer) durch Straßen, Gebäude oder unbebaut versiegelt. Das ist einer der höchsten Versiegelungsgrade in Berlin.[5]

Ortsteile Bearbeiten

Der Bezirk Mitte unterteilt sich in sechs Ortsteile.

 
Blick auf den Ortsteil Mitte
 
Berliner Hauptbahnhof in Moabit
 
Ortsteil Wedding
 
HMKW-Campus in Gesundbrunnen
Liste der Ortsteile des Bezirks Mitte
Ortsteil Fläche
(km²)
Einwohner[9]
31. Dezember 2023
Ein­wohner
pro km²
Lage
0101 Mitte 10,70 107.875 10.082
 MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlin
Ortsteile des Bezirks Mitte
0102 Moabit 7,72 84.113 10.895
 MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlin
Ortsteile des Bezirks Mitte
0103 Hansaviertel 0,53 6.075 11.462
 MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlin
Ortsteile des Bezirks Mitte
0104 Tiergarten 5,17 16.313 3.155
 MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlin
Ortsteile des Bezirks Mitte
0105 Wedding 9,23 86.926 9.418
 MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlin
Ortsteile des Bezirks Mitte
0106 Gesundbrunnen 6,13 95.832 15.633
 MitteHansaviertelTiergartenMoabitWeddingGesundbrunnenBerlin
Ortsteile des Bezirks Mitte

Geschichte Bearbeiten

Der Großbezirk Mitte entstand 2001 mit der Berliner Verwaltungsreform durch Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Bezirke Wedding, Tiergarten und Mitte.

Bevölkerung Bearbeiten

Überblick Bearbeiten

Am 31. Dezember 2023 zählte der Bezirk Mitte Einwohner auf einer Fläche von 39,5 Quadratkilometern.[9] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 10.023 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Der Großteil des Bezirks ist verhältnismäßig dicht besiedelt mit einer durchschnittlichen Einwohnerdichte, die doppelt so hoch ist wie allgemein in Berlin. Eine Ausnahme bildet der Ortsteil Tiergarten, dessen Einwohnerdichte nur halb so hoch ist wie die von Berlin.

Die Einwohnerzahlen (Stand: jeweils 31. Dezember) basieren, abweichend von der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf Daten des Einwohnermelderegisters des Berliner Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.[12][13]

Bevölkerungsstruktur Bearbeiten

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Struktur der Bevölkerung des Bezirks Mitte am 31. Dezember 2022.[13]

Geschlecht Anzahl Anteil
männlich 204.044 51,6 %
weiblich 191.555 48,4 %
Insgesamt 395.599 100 %
 
 
Altersgruppen
unter 20 067.802 17,1 %
20 bis unter 40 156.999 39,7 %
40 bis unter 60 101.243 25,6 %
ab 60 069.555 17,6 %
Insgesamt 395.599 100 %
Herkunft Anzahl Anteil
Deutsche ohne Migrationshintergrund 170.775 43,2 %
Deutsche mit Migrationshintergrund 079.834 20,2 %
Ausländer 144.990 36,6 %
Insgesamt 395.599 100 %
 
Wohnlagen
einfache Wohnlagen bzw. ohne Angabe 240.832 60,9 %
mittlere Wohnlagen 093.153 23,5 %
gute Wohnlagen 061.614 15,6 %
Insgesamt 395.599 100 %
Religion Anzahl Anteil
evangelisch 039.409 10,0 %
römisch-katholisch 030.852 07,8 %
sonstige bzw. keine 325.338 82,2 %
Insgesamt 395.599 100 %

Das Durchschnittsalter lag am 31. Dezember 2022 bei 39,1 Jahren (Berliner Durchschnitt: 42,7 Jahre). Der Bezirk hat mit 36,6 % den höchsten Ausländeranteil an der Bevölkerung (Berliner Durchschnitt: 23,4 %).

Sprache Bearbeiten

Rund 25 % der Bevölkerung des Bezirks Mitte sprechen neben der Amtssprache Deutsch mindestens eine weitere Sprache.[14] Durch den hohen Anteil von Einwandererfamilien im nördlichen und westlichen Teil des Bezirks Mitte (ehemaliger Teil von West-Berlin) hat sich besonders in den migrantisch geprägten Ortsteilen Wedding, Moabit und Gesundbrunnen ein Urbanolekt auf Basis der deutschen Sprache herausgebildet.

Wirtschaft Bearbeiten

Innovations- und Gewerbestandorte (Auswahl) Bearbeiten

 
Sitz der Bayer Division Pharmaceuticals

Im Bezirk befinden sich drei größere Industrie- und Gewerbegebiete (Stand 2011):[15]

Moabit-West: Auf dem rund 43 ha großen Areal zwischen Sickingenstraße und Huttenstraße haben sich eine Vielzahl von kleinen und mittelgroßen Betrieben angesiedelt. Der Standort ist jedoch in erster Linie geprägt durch großflächige Betriebe wie Siemens, das dort Gasturbinen für den Weltmarkt produziert.[16] Nördlich des S-Bahnringes liegt der Berliner Großmarkt mit dem Fruchthof Berlin und der Westhafen.

Fennstraße: Der Standort ist rund 14 ha groß und liegt an der Fenn- und Sellerstraße im Ortsteil Wedding. Das prägende Unternehmen ist hier die Bayer AG.

Humboldthain: An diesem 21 ha großen Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort haben sich vorwiegend kleinere Unternehmen angesiedelt. Städtebaulich markant für den Standort sind die ehemaligen AEG-Fabriken, die an die Zeit der Industriemetropole Berlin Ende des 19. Jahrhunderts erinnern. Sie beherbergen das in den 1980er Jahren gegründete erste deutsche Gründerzentrum (BIG) mit dem Technologie- und Innovationspark (TIB).[17]

Tourismus Bearbeiten

 
Hotel Adlon

Eine Vielzahl von Hotels hat sich in Berlin-Mitte angesiedelt. Aufgrund der zentralen Lage, der Nähe zum Regierungsviertel, der vielen ansässigen Kulturinstitutionen und der zahlreichen Festivals werden die meisten Übernachtungen im Bezirk Mitte getätigt. Über 40 % aller Hotelübernachtungen in Berlin finden hier statt.[18] Zu den bekanntesten Hotels gehören das Hotel Adlon, The Ritz-Carlton Berlin und das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz.

Einzelhandel Bearbeiten

Mit dem Alexanderplatz, der Friedrichstraße, dem Potsdamer Platz und der Gegend um den Hackeschen Markt hat der Bezirk vier wesentliche Einzelhandelsstandorte, die von lokalen, nationalen und internationalen Kunden frequentiert werden. Weitere Einkaufsstraßen im Bezirk sind u. a. die Müllerstraße, die Turmstraße, die Badstraße, die Leipziger Straße und die Potsdamer Straße.[19] Zu den bekanntesten Warenhäusern in Mitte zählen die Galeries Lafayette Berlin, das Kulturkaufhaus Dussmann, das Galeria Kaufhof Berlin-Alexanderplatz und das Quartier 206.

Unternehmen (Auswahl) Bearbeiten

 
Potsdamer Platz

Kreativindustrie und Medien (Auswahl) Bearbeiten

 
Quartier 205, Zentrale von BMG Rights Management
 
Filmproduktion in der Friedrichstraße

Im Jahr 2015 befanden sich die meisten Unternehmen der Berliner Kreativindustrien im Bezirk Mitte.[21]

Infrastruktur Bearbeiten

Straßen und Plätze (Auswahl) Bearbeiten

 
Gendarmenmarkt

Durch den Bezirk Mitte führen die Bundesstraßen B 1, B 2, B 5 und B 96. Der Tunnel Tiergarten Spreebogen, fertiggestellt im Jahr 2006, ist mit einer Länge von 2392 Metern der längste Straßentunnel Berlins. 19,3 % der Flächen im Bezirk (ohne Gewässer) sind durch Straßen versiegelt.[2] Auf 100 Einwohner kommen im Bezirk 18,2 gemeldete private PKWs (Vergleich Berlin: 28,2 Pkws pro 100 EW). Der Motorisierungsgrad ist somit einer der niedrigsten in ganz Berlin.[22] Nur rd. 10 % der Bewohner im Bezirk nutzten 2018 ein PKW täglich oder fast täglich. Ein Viertel der Bewohner war täglich oder fast täglich mit dem Fahrrad unterwegs.[23] Aufgrund der zentralen Lage des Bezirkes gibt es trotz des geringen Motorisierungsgrades die meisten Straßenverkehrsunfälle. Insgesamt gab es 16.942 Straßenunfälle im Jahre 2022, dabei sind 2413 Menschen zu Schaden gekommen.[24]

Öffentlicher Personennahverkehr Bearbeiten

 
U-Bahnhof Gesundbrunnen

Durch den Bezirk führen der S-Bahn-Ring, die Stadtbahn und die Nordsüd-S-Bahn mit den S-Bahn-Linien S1, S2, S3, S5, S7, S9, S25, S26, S41, S42 und S75. In der Bauphase befinden sich die Tunnelarbeiten des S-Bahn-Projektes S21 (Stand: 2015). Der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn wurde in den 1930er Jahren erbaut und ist mit einer Länge von 5884 Metern der längste S-Bahn-Tunnel der Stadt.[25] Der 2006 fertiggestellte 3453 m lange Tunnel Nord-Süd-Fernbahn ist der längste unterirdische Tiefbau für Fernzüge.

Von den Linien der U-Bahn Berlin führen durch den Bezirk die U1, U2, U5, U6, U8 und U9. Ein neuer Teilabschnitt der U-Bahn-Linie U5 zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof wurde am 4. Dezember 2020 eröffnet.

Zum ÖPNV gehören auch Straßenbahn- und Omnibuslinien, die zahlreich im Bezirk vorhanden sind. Rund 40 % der Bewohner des Bezirks nutzten den ÖPNV im Jahre 2018 täglich oder fast täglich.[26]

Wasserwege für den Schiffsverkehr (Auswahl) Bearbeiten

 
Fahrgastschiffe auf der Spree

Auf den natürlichen und künstlichen Wasserstraßen des Berliner Zentrums findet sowohl Fahrgast- als auch Güterschifffahrt statt. Der Bezirk hat mit dem Westhafen einen noch in Nutzung befindlichen Binnenhafen. Darüber hinaus gibt es den Nordhafen (ehemaliger Binnenhafen), den Humboldthafen (Hafenbecken) und den Historischen Hafen Berlins. Außerdem hat der Bezirk mit 123 Brücken neben Charlottenburg-Wilmersdorf und Treptow-Köpenick die meisten Brücken.[27]

Politik Bearbeiten

Bezirksverordnetenversammlung Bearbeiten

In den Berliner Bezirken ist eine Zählgemeinschaft (anders als in den Landesparlamenten der Bundesrepublik) nicht mit einer Koalition verbunden, sodass sich die Fraktionen bei Sachfragen jeweils Mehrheiten suchen. Seit 2021 besteht eine Zählgemeinschaft von Grünen und SPD.

Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Mitte am 12. Februar 2023 führte zu folgendem Ergebnis:

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung Mitte 2023[28]
Wahlbeteiligung: 50,9 %
 %
30
20
10
0
28,5 %
20,0 %
16,2 %
15,8 %
5,5 %
4,7 %
9,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2021
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
± 0,0 %p
+7,2 %p
−2,3 %p
−1,0 %p
+0,7 %p
−2,0 %p
−2,5 %p
Sitzverteilung in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte seit 2023
      
Insgesamt 55 Sitze

Bezirksbürgermeister Bearbeiten

Der Bezirk Mitte ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister und in der AG Ressourcensteuerung vertreten.[29][30]

Bezirksamt Bearbeiten

Mitglieder des Bezirksamts sind (Stand: März 2023):[31]

Partei Funktion Geschäftsbereich
Stefanie Remlinger Bündnis 90/Die Grünen Bezirksbürgermeisterin Personal, Finanzen, Weiterbildung und Kultur
Ephraim Gothe SPD stellvertretender
Bezirksbürgermeister
Stadtentwicklung und Facility Management
Benjamin Fritz CDU Bezirksstadtrat Schule und Sport
Carsten Spallek CDU Bezirksstadtrat Soziales und Bürgerdienste
Almut Neumann Bündnis 90/Die Grünen Bezirksstadträtin Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen
Christoph Keller Die Linke Bezirksstadtrat Jugend, Familie und Gesundheit

Wappen Bearbeiten

Das Wappen des Bezirks Mitte wurde nach der Bezirksfusion der drei Bezirke Mitte (alter Bezirk), Tiergarten und Wedding durch den Heraldiker Theodor Lorenz (* 6. April 1929, † 25. März 2005) neu entworfen und gestaltet. Das heutige Wappen wurde am 9. Oktober 2001 durch den Senat von Berlin verliehen.

 
Wappen

Blasonierung: Der sechsfach in Rot und Silber geständerte Schild ist mit einem goldenen Mittelschild belegt, darin ein wachsender schwarzer, rotbewehrter und -gezungter Bär, der in den Pranken einen blauen Schild mit aufrechtem goldenem Lilienzepter hält. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.[32]

Wappenbegründung: Die Farben von Rot und Silber entsprechen den historischen Stadtfarben Berlins. Der Herzschild mit dem Berliner Bären verweist auf den ehemaligen Bezirk Mitte als der historischen Mitte Berlins ebenso wie die Lage in der gefächerten Schildteilung auf die zentrale Lage des Bezirks deutet. Der kleine Schild mit dem Zepter war bereits das Herzschild im Wappen der Dorotheenstadt – es ist ein Kennzeichen der Herrschergewalt und verweist auf die historische Rolle Berlins als Residenzstadt und Hauptstadt mehrerer deutscher Staaten. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Polizei Bearbeiten

Bis Anfang 2020 lag der Bezirk als einziger vollständig im Gebiet einer Polizeidirektion der Polizei Berlin, der Direktion 3, die nur einen Bezirk umfasste. Diese wurde Anfang 2020 aufgelöst, Teile des Bezirks kamen zu der Direktion 1 (Nord), der Direktion 2 (West) und der Direktion 5 (City).[33]

Wahlkreise Bearbeiten

 
Abgeordnetenhauswahlkreise im Bezirk Mitte, hervorgehoben Wahlkreis 1

Für die Wahl zum Bundestag entspricht das Gebiet des Bezirks dem des Bundestagswahlkreises Berlin-Mitte (75).

Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin ist der Bezirk in sieben Wahlkreise untergliedert. Es sind die Wahlkreise Mitte 1 in Alt-Mitte Nord, Mitte 2 in Alt-Mitte Süd, Mitte 3 in Tiergarten, Mitte 4 in Moabit, Mitte 5 in nördlichen Wedding, Mitte 6 im nördlichen Gesundbrunnen und Mitte 7 in Wedding-Zentrum und im südlichen Gesundbrunnen.

Städtepartnerschaften Bearbeiten

International

Japan  Higashiōsaka, Japan (seit 1959, damals mit dem alten Bezirk Wedding und dem japanischen Fuse begründet)
Israel  Cholon, Israel (seit 1970 freundschaftliche Beziehungen, seit 1980 Partnerstadt, damals mit dem alten Bezirk Wedding begründet)
Norwegen  Frogn, Norwegen (seit 1990, liefert den Weihnachtsbaum am Brandenburger Tor)
Frankreich  Tourcoing, Frankreich (seit 1995, damals mit dem alten Bezirk Wedding begründet)
Japan  Shinjuku (seit 1994), das Herz der japanischen Hauptstadt Tokio
Japan  Tsuwano (seit 1995) zurückgehend auf den Gelehrten Mori Ogai, der einige Zeit in Berlin lebte
Ungarn  Terézváros (Bezirk von Budapest), Ungarn (seit 2005)
Turkei  Beyoğlu (Stadtteil von Istanbul), Türkei (seit 2008)

National

Institutionen des Landes Berlin (Auswahl) Bearbeiten

 
Rotes Rathaus

Regierungsviertel Bearbeiten

Im Bezirk Mitte befindet sich das Regierungsviertel mit den wichtigsten Institutionen der Bundesregierung mit ihren Ministerien und des Deutschen Bundestages, dem Parlament der Bundesrepublik Deutschland, sowie zahlreiche Botschaften und Landesvertretungen;

 
Regierungsviertel

Bildung Bearbeiten

Öffentliche Schulen Bearbeiten

 
Lessing-Gymnasium

Es gibt im Bezirk insgesamt 32 Grundschulen und zwei Grundstufen an Gemeinschaftsschulen.[36] Eine Grundschule befindet sich im Bau.[37] 15.549 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2017/18 eine Grundschule im Bezirk. Neben den zwei Gemeinschaftsschulen gibt es neun integrierte Sekundarschulen (ISS), sieben Gymnasien und vier Sonderschulen. Mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 betrug die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den integrierten Sekundarschulen 5539 und in den Gymnasien 4833.[38]

Unter den nachgefragtesten Oberschulen in Berlin belegte 2017 die Herbert-Hoover-Schule (ISS) im Gesundbrunnen den siebten Platz und die Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule[39] in Moabit den achten Platz. Auf Platz zwei unter den Gymnasien wurde das Lessing-Gymnasium in Wedding aufgeführt.[40]

Des Weiteren gibt es noch sieben private Grundschulen, zwei private integrierte Sekundarschulen, vier private Gymnasien, zwei private Gemeinschaftsschulen und eine Waldorfschule.

 
Humboldt-Universität
 
European School of Management and Technology

Hochschulen Bearbeiten

Forschung Bearbeiten

Bibliotheken Bearbeiten

Architektur Bearbeiten

Überblick Bearbeiten

 
Brandenburger Tor am Pariser Platz

Im Gebiet des seit 2001 bestehenden Bezirks Mitte liegen die Ursprünge der urbanen Entwicklung Berlins. Bereits 1747 wohnten in der Stadt etwa 100.000 Einwohner. Die Gegend durchlief seitdem mehrere Phasen der städtebaulichen Erneuerung. Bemerkenswerte Hochbauten wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts auf dem heutigen Gebiet des Bezirks Mitte errichtet. Der Berliner Dom, erbaut 1905, ist mit einer gegenwärtigen Höhe von 98 Metern das höchste Berliner Kirchengebäude.[41] Im Ortsteil Wedding befindet sich mit der Siedlung Schillerpark ein Bau der Moderne, der 2008 auf die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.[42] Diese Siedlung wurde 1924–30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hoffmann.[43] Der 1969 fertiggestellte Berliner Fernsehturm war zum Zeitpunkt seiner Eröffnung mit 368 Metern das dritthöchste freistehende Bauwerk der Welt. Seit 1990 ist er das höchste Bauwerk in Deutschland und das zweithöchste in der Europäischen Union. Mit einer Bauhöhe von 125 Metern ist das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz, fertiggestellt 1970, der gegenwärtig zweithöchste Hotelbau in der Bundesrepublik (Stand: 2020). Das Bettenhaus der Charité, im Jahr 1982 eröffnet, ist mit einer Höhe von über 72 Metern das höchste Klinikgebäude Deutschlands.

Im Jahre 2021 waren durch Bebauung im Bezirk 24,2 % der Flächen (ohne Gewässer) versiegelt. Eine deutliche Zunahme der Versiegelung ist in den Jahren 2016–2021 im Bereich um den Hauptbahnhof mit Europacity erfolgt.[4]

Bauwerke (Auswahl) Bearbeiten

Sakralgebäude Bearbeiten

Kultur Bearbeiten

Überblick Bearbeiten

Im Bezirk Mitte befinden sich einige der national und international bekanntesten Kulturinstitutionen der Metropole Berlin.

Museen Bearbeiten

Mit der Museumsinsel, eingebettet zwischen Spree und Spreekanal, hat der Bezirk ein einzigartiges Ensemble historischer Museumsbauten von besonderer künstlerischer und geisteswissenschaftlicher Bedeutung. 1999 wurde die Museumsinsel zum UNESCO-Welterbe ernannt.[44] Jedes Jahr kommen Millionen Besucher, um die Museen auf der Spreeinsel zu besichtigen.[45] Darüber hinaus befinden sich noch zahlreiche weitere Museen im Bezirk.

 
Ischtar-Tor im Pergamonmuseum
 
Friedrichswerdersche Kirche

Theater- und Opernbühnen Bearbeiten

 
Maxim-Gorki-Theater

Kinos (Auswahl) Bearbeiten

 
Kino International

Freizeit und Sport Bearbeiten

Der Bezirk hat 40 allgemeine Sportanlagen inklusive vier Schwimmhallen der Berliner Bäder-Betriebe und 43 Schulsportanlagen. Zu den größten Sportanlagen gehört das Poststadion mit einer Zuschauerkapazität von 10.000 Plätzen, das Stadion Rehberge und das Erika-Heß-Eisstadion.[47] Im Bezirk sind 204 Sportvereine und Betriebssportgruppen aktiv mit insgesamt 80.284 Mitgliedern im Jahre 2022.[48] Darüber hinaus gibt es im Bezirk 254 öffentliche Spielplätzen.[49]

Veranstaltungen (Auswahl) Bearbeiten

 
Berlinale

Im Bezirk finden zahlreiche bedeutende Veranstaltungen statt.[50]

 
Arminiusmarkthalle

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Commons: Mitte (district of Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mitte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  2. a b Startup Genome legt seinen Global Startup Ecosystem Report 2017 vor. Berlin landet auf Platz sieben der Weltrangliste. In: BerlinValley, abgerufen am 29. Juni 2017.
  3. Öffentliche Grün- und Erholungsanlagen. 18. Oktober 2023, abgerufen am 20. Februar 2024.
  4. a b Übersicht der Landschaftsschutzgebiete. 25. Oktober 2023, abgerufen am 12. Februar 2024.
  5. a b FIS-Broker. Abgerufen am 12. Februar 2024.
  6. Baumfällungen in Mitte. 21. Oktober 2022, abgerufen am 12. Februar 2024.
  7. Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND): BUND Baumreport Berlin 2012 - 2019. In: www.bund-berlin.de. BUND Berlin, Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2024.
  8. Öffentliche Grün- und Erholungsanlagen. 18. Oktober 2023, abgerufen am 20. Februar 2024.
  9. a b Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2023, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 27. Februar 2024 ([1]) (Hilfe dazu).
  10. Adressverzeichnisfür die lebensweltlich orientierten Räume Berlin-Mitte, auf statistik-berlin-brandenburg.de
  11. Lebensweltlich orientierte Räume (LOR) im Bezirk Mitte
  12. Melderechtlich registrierte Einwohner am Ort der Hauptwohnung nach Bezirken 1991 bis 2019
  13. a b Statistischer Bericht A I 5-hj 2/22. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2022. Bestand-Grunddaten. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2023.
  14. Berlin – Eine Stadt mit vielen Sprachen (Memento des Originals vom 17. Januar 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mr-kartographie.de, mr-artographie.de, abgerufen am 18. Januar 2020.
  15. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe. (PDF) 2011, abgerufen am 6. April 2018.
  16. Corinna Visser: Die Turbinen drehen langsamer. In: Tagesspiegel Online. 20. Dezember 2012, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 6. April 2018]).
  17. Auf diese Zentren baut der Senat. In: Der Tagesspiegel, abgerufen am 1. Februar 2020.
  18. Tourismus-Statistik in Berliner Bezirken. Bei: visitberlin, abgerufen am 23. Januar 2020.
  19. Einzelhandels- und Zentrenkonzept. 2. September 2014, abgerufen am 6. April 2018.
  20. N26, Revolut, Klarna – Berlin avanciert zur Fintech-Hauptstadt Europas, Gründerszene, abgerufen am 1. Februar 2020.
  21. Kultur- und Kreativwirtschaftsindex Berlin - Brandenburg 2015, PDF, S. 11, Berlin.de, abgerufen am 30. Januar 2020.
  22. Autobesitz in Berlin: Was die Verteilung von Pkw in der Stadt über soziale Unterschiede sagt. Abgerufen am 20. Februar 2024.
  23. "Mobilität in Städten – System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) 2018" - Mobilitätsdaten für Berlin auch bezirksweise. 2. Februar 2024, abgerufen am 20. Februar 2024.
  24. Straßenverkehr. Abgerufen am 20. Februar 2024.
  25. Guck mal, Gotthard! Auch Berlin hat ein paar (relativ) lange Tunnel. In: B.Z., abgerufen am 30. Januar 2020.
  26. „Mobilität in Städten – System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) 2018“ - Mobilitätsdaten für Berlin auch bezirksweise. 2. Februar 2024, abgerufen am 20. Februar 2024.
  27. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 20. Februar 2024.
  28. Ergebnisse. Abgerufen am 12. Februar 2023.
  29. Rat der Bürgermeister, abgerufen am 18. Mai 2019
  30. Kleine Anfrage der FDP – abgerufen am 18. Mai 2019
  31. Die Mitglieder des Bezirksamts. In: www.berlin.de/ba-mitte. Abgerufen am 17. März 2023.
  32. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen, abgerufen am 28. Januar 2020.
  33. Direktion 1 (Nord), auf berlin.de
  34. Berliner Feuerwehr-Standorte. Bei: Berlin.de, abgerufen am 30. Juni 2017.
  35. Vertretungen der Länder in der Bundeshauptstadt, Berlin.de, abgerufen am 24. Juni 2017.
  36. Der Fachbereich Schule. 2. Januar 2018, abgerufen am 18. Januar 2018.
  37. Übergabe der neuen Grundschule „Europacity Mitte“ an den Bezirk Mitte. 18. Oktober 2017, abgerufen am 18. Januar 2018.
  38. Maßnahmen und Finanzen. 23. April 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. April 2018; abgerufen am 24. April 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlin.de
  39. Heinrich-von-Stephan-Schule – Gemeinschaftsschule in Berlin. Abgerufen am 18. Januar 2018 (deutsch).
  40. R. Köhler, F. Anders: Das sind Berlins beliebteste Oberschulen. (morgenpost.de [abgerufen am 18. Januar 2018]).
  41. Berliner Kirchtürme, abgerufen am 30. Januar 2020.
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