Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Bezirk von Berlin
Wappen von Tempelhof-Schöneberg
Wappen von Berlin
Tempelhof-Schöneberg
7. Bezirk von Berlin
Bezirk MitteBezirk Friedrichshain-KreuzbergBezirk PankowBezirk Charlottenburg-WilmersdorfBezirk SpandauBezirk Steglitz-ZehlendorfBezirk Tempelhof-SchönebergBezirk NeuköllnBezirk Treptow-KöpenickBezirk Marzahn-HellersdorfBezirk LichtenbergBezirk ReinickendorfBrandenburgOrtsteile des Bezirks Tempelhof-Schöneberg
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 28′ 0″ N, 13° 23′ 0″ OKoordinaten: 52° 28′ 0″ N, 13° 23′ 0″ O.
Fläche 53,09 km²
Einwohner 351.644 (30. Jun. 2019)
Bevölkerungsdichte 6624 Einwohner/km²
Ausländeranteil 19,1[1] % (31. Dez. 2016)
Arbeitslosenquote 7,2[2] % (30. Nov. 2019)
Postleitzahl 10777, 10779, 10781, 10783, 10787, 10789, 10823, 10825, 10827, 10829, 12099, 12101, 12103, 12105, 12107, 12109, 12157, 12159, 12161, 12169, 12249, 12277, 12279, 12305, 12307, 12309, 14197
Adresse der
Verwaltung
Rathaus Schöneberg
John-F.-Kennedy-Platz
10825 Berlin
Website berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg
Durchschnittsalter 43,9 Jahre[1] (31. Dez. 2016)
Gliederung
Bezirksschlüssel 07
Gliederung des Bezirks

6 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
SPD Grüne CDU AfD Linke FDP
15 13 12 6 5 4
Sitzverteilung in der BVV

Tempelhof-Schöneberg ist der siebte Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte 351.644 Einwohner am 30. Juni 2019.[3]

Im Jahr 2001 ist der Bezirk im Rahmen der Verwaltungsreform durch Fusion der bisherigen Bezirke Tempelhof und Schöneberg entstanden. Verwaltungszentrale ist das Rathaus Schöneberg.

Das Mercedes-Benz-Werk im Süden des Bezirks zählt zu den größten privaten Arbeitgebern der Stadt Berlin. Am Bahnhof Südkreuz hat sich mit dem EUREF-Quartier ein Zentrum für die Energiewirtschaft etabliert.

Bekannt ist der Berliner Bezirk für die Tempelhofer Freiheit (ehemaliger Flughafen Tempelhof) als Naherholungsgebiet und für den Ortsteil Schöneberg mit seiner homosexuellen Szene im sogenannten Regenbogenkiez.

GeografieBearbeiten

Der Bezirk erstreckt sich von der südlichen Innenstadt Berlins weiter zur Südgrenze des Landes. Der Bezirk ist sehr unterschiedlich besiedelt. In Schöneberg, dem bevölkerungsreichsten Ortsteil Tempelhof-Schönebergs, lebt mehr als ein Drittel der Bevölkerung des Bezirks. Friedenau ist der kleinste Ortsteil des Bezirks (und einer der kleinsten in Berlin), aber dafür der am dichtesten besiedelte Ortsteil Berlins.

Im Jahr 2014 wurde ein Tausch von Flächen mit dem angrenzenden Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen.[4]

StadtgebietBearbeiten

 
Mietshaus in Friedenau

Die Flächennutzung im Bezirk im Jahr 2008:[5]

  • Tempelhof-Schöneberg insgesamt 5310 ha
  • Gebäude- und Freifläche: 3076 ha (1719 ha Wohnfläche, 538 ha Gewerbe- und Industriefläche)
  • Betriebsfläche: 27 ha
  • Erholungsfläche: 584 ha (58 ha Sportplätze und Freibäder, 527 ha Grünanlagen und Camping)
  • Verkehrsfläche: 1354 ha (862 ha Straßen, Plätze und Wege, 491 ha Bahn- und Flugplatzgelände)
  • Landwirtschaftsfläche: 60 ha
  • Waldfläche: 48 ha
  • Wasserfläche: 42 ha
  • Flächen anderer Nutzung: 118 ha (117 ha Friedhöfe)
  • Freizeitflächen: 172 Kinderspielplätze (406.145 m²), 7 Hallen-, Frei- und Sommerbäder (8.493 m²), 115 Sportanlagen (343.864 m²), 1 Trabrennbahn (261.673 m²)

OrtsteileBearbeiten

 
Funkhaus des Senders Deutschlandradio
 
Ullsteinhaus in Tempelhof
 
Konzert in der Columbiahalle, 2013
Ortsteil und Ortslagen Fläche (km²) Ein­wohner[6]
30. Juni 2019
Ein­wohner
pro km²
Lage
0701 Schöneberg 10,60 123.680 11.668
BerlinFriedenauSchönebergTempelhofMariendorfMarienfeldeLichtenradeBrandenburg 
Über dieses Bild
0702 Friedenau 1,65 28.355 17.185
BerlinFriedenauSchönebergTempelhofMariendorfMarienfeldeLichtenradeBrandenburg 
Über dieses Bild
0703 Tempelhof 12,20 62.442 5.118
BerlinFriedenauSchönebergTempelhofMariendorfMarienfeldeLichtenradeBrandenburg 
Über dieses Bild
0704 Mariendorf 9,38 52.954 5.645
BerlinFriedenauSchönebergTempelhofMariendorfMarienfeldeLichtenradeBrandenburg 
Über dieses Bild
0705 Marienfelde 9,15 32.463 3.548
BerlinFriedenauSchönebergTempelhofMariendorfMarienfeldeLichtenradeBrandenburg 
Über dieses Bild
0706 Lichtenrade 10,10 51.750 5.124
BerlinFriedenauSchönebergTempelhofMariendorfMarienfeldeLichtenradeBrandenburg 
Über dieses Bild

Stadtquartiere und PlätzeBearbeiten

 
Die Akazienstraße in Schöneberg
(Auswahl)

ParkanlagenBearbeiten

 
Teich in Lichtenrade

Parks

Friedhöfe

GeschichteBearbeiten

1920–2000Bearbeiten

Mit der Bildung von Groß-Berlin am 1. Oktober 1920 verlor Schöneberg seine Selbstständigkeit und bildete von da an gemeinsam mit Friedenau den 11. Berliner Verwaltungsbezirk Schöneberg. Der Bezirk Tempelhof wurde im gleichen Jahr aus den bis dahin zum Landkreis Teltow gehörenden Gemeinden Tempelhof, Mariendorf (ohne Südende), Marienfelde und Lichtenrade als 13. Verwaltungsbezirk gebildet.

Das Gebäude des Berliner Kammergerichts war in der Zeit des Nationalsozialismus Sitz des Volksgerichtshofs. Während der deutschen Teilung war es der Sitz des Alliierten Kontrollrats.

Rede von J. F. Kennedy, 1963

Der Bezirk Schöneberg gehörte von 1945 bis 1990 zum Amerikanischen Sektor von Berlin (West-Berlin). Im Rathaus Schöneberg hatten während der Teilung Berlins das Berliner Abgeordnetenhaus (bis 1993) und der Senat von West-Berlin ihren Sitz.

Das Rathaus und die darauf zulaufenden Straßen waren der Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er 1963 seine Rede mit dem berühmten Zitat „Ich bin ein Berliner“.

Seit 2001Bearbeiten

Am 11. Juli 2000 haben die Bezirksämter Schöneberg und Tempelhof in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, dass der aus den bisherigen Bezirken Schöneberg und Tempelhof zum 1. Januar 2001 gebildete Bezirk den Namen Tempelhof-Schöneberg tragen soll: „Die Bezirksämter halten es für zweckmäßig, dem kraft Gesetzes zum 1. Januar 2001 gebildeten Bezirk unter Voranstellung des Namens des einwohner- und flächenmäßig größeren Bezirks den Doppelnamen ‚Tempelhof-Schöneberg‘ zu geben.“

BevölkerungBearbeiten

 
Bevölkerungspyramide des Bezirks, 2010

Per 31. Dezember 2019 zählte der Bezirk Tempelhof-Schöneberg 351.644 Einwohner auf einer Fläche von 53,1 Quadratkilometern.[7] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 6.624 Einwohnern pro Quadratkilometer und lag damit über dem berlinweiten Durchschnitt.

2016 lag der Ausländeranteil bei 19,1 %, während insgesamt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 35,0 % lag.[1] Die Arbeitslosenquote im Bezirk betrug im November 2019 auf 7,2 %.[2] Im Jahr 2016 betrug das Durchschnittsalter der Bevölkerung 43,9 Jahre.[1]

Im Jahr 2018 lag das mittlere monatliche Haushaltsnettoeinkommen der Einwohnerschaft im Bezirk durchschnittlich bei 2025 Euro.[8] Das Einkommen entsprach damit genau dem berlinweiten Durchschnitt und lag etwa um 5 Prozent niedriger als das durchschnittlich verfügbare Haushaltseinkommen in Deutschland.

GesundheitBearbeiten

In Tempelhof-Schöneberg liegt die geburtenstärkste Klinik Deutschlands.[9] 2019 kamen im St. Joseph Krankenhaus 4330 Kinder zur Welt.[10]

WirtschaftBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Burmester-Lautsprecher in einem Cabriolet

Die Burmester Audiosysteme GmbH wurde in Schöneberg gegründet und ist als Hersteller von Premium-Audiokomponenten bekannt.

Das 1902 gegründete Mercedes-Benz-Werk Berlin in Marienfelde ist einer der größten industriellen Arbeitgeber in Berlin. Rund 2500 Mitarbeiter sind dort angestellt. Das Werk gehört zur Daimler AG.

In Tempelhof produziert die Backwarenfirma Bahlsen aus Hannover in der Oberlandstraße. Darüber hinaus wird am Standort ein Fabrikverkauf angeboten.

Ebenfalls in der Oberlandstraße produziert Procter & Gamble Klingen und anderen Rasierbedarf unter dem Markennamen Gillette.

HandelBearbeiten

Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) am Schöneberger Wittenbergplatz ist ein Warenhaus mit einem gehobenen Sortiment und Luxuswaren. Es zählt zu den bekanntesten Warenhäusern Europas[11] und ist mit rund 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das größte Warenhaus Deutschlands.

Die angrenzende Tauentzienstraße, im Berliner Volksmund kurz der Tauentzien, bildet die Verlängerung des Kurfürstendamms und zählt zu einer der teuersten Lagen Deutschlands. Die Tauentzienstraße ist eine der meist frequentierten Einkaufsstraßen der Stadt.

In Tempelhof existiert darüber hinaus am Tempelhofer Damm zwischen Alt-Tempelhof und Ordensmeisterstraße ein Einkaufs- und Geschäftszentrum. Am Tempelhofer Hafen wurde 2009 das gleichnamige Einkaufszentrum eröffnet.

EnergiewirtschaftBearbeiten

 
Der EUREF-Campus

Das Europäische Energieforum (EUREF) liegt im Ortsteil Schöneberg. Der Campus um den Gasometer Schöneberg ist ein Standort für Unternehmen aus den Bereichen Energie, Nachhaltigkeit und Mobilität. U.a. befindet sich hier die Firmenzentrale der GASAG.[12]

MedienwirtschaftBearbeiten

Im Bereich der Medienwirtschaft ist der Sitz des Deutschlandradios in Schöneberg bedeutend. Sony Music Entertainment betreibt ab dem Jahr 2020 seine Deutschlandzentrale im Bezirk.

Springer Nature, eine der umsatzstärksten Buchverlagsgruppen der Welt, hat seine Geschäftsstelle in der Nähe des Bahnhofs Südkreuz eingerichtet.[13]

HandwerkBearbeiten

Im Jahr 2012 waren von den 30.862 in Berlin ansässigen Handwerksbetrieben insgesamt 2.859 in Tempelhof-Schöneberg gemeldet.[14]

VerkehrBearbeiten

 
Eingangshalle im Bahnhof Südkreuz

IndividualverkehrBearbeiten

Die Autobahnen A 100 und A 103 sowie die Bundesstraßen B 1, B 96, und B 101 führen durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die geplante Radschnellverbindung Teltowkanal-Route soll ebenfalls durch Tempelhof-Schöneberg verlaufen.

Der Bezirk wurde 2015 für die Einrichtung der deutschlandweit ersten sogenannten Begegnungszone im Bereich der Maaßenstraße bekannt. Das Projekt gilt jedoch als gescheitert.[15]

Öffentlicher PersonenverkehrBearbeiten

Die S-Bahn-Linien S1, S2, S25, S41, S42, S45 und S46 sowie die U-Bahn-Linien U1, U2, U3, U4, U6, U7 und U9 führen durch den Bezirk.

Der Bahnhof Südkreuz in Schöneberg verfügt über eine direkte Anbindung an den Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn. Der Bahnhof wird unter anderem von der ICE-Linie Hamburg – Berlin – LeipzigMünchen bedient.

PolitikBearbeiten

Für den Bezirk sind die Amtsgerichte Schöneberg und Tempelhof-Kreuzberg sowie die Finanzämter Schöneberg und Tempelhof zuständig.

BezirksverordnetenversammlungBearbeiten

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2016[17]
Wahlbeteiligung: 64,1 %[16]
 %
30
20
10
0
24,7
21,9
21,1
11,1
8,7
6,8
2,0
3,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[17][18]
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-1,9
-2,7
-8,2
+11,1
+5,0
+5,0
-5,6
-2,7

Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg am 18. September 2016 ergab folgende Sitzverteilung: SPD 15, Grüne 13, CDU 12, Linke 5, FDP 4 und AfD 6 Sitze.[19]

BezirksamtBearbeiten

Bezirksstadtrat[20] Partei Abteilung
Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin SPD Finanzen, Personal und Wirtschaftsförderung
Jörn Oltmann,
stellv. Bezirksbürgermeister
Grüne Stadtentwicklung und Bauen
Christiane Heiß Grüne Bürgerdienste, Ordnungsamt, Straßen- und Grünflächenamt
Matthias Steuckardt CDU Bildung, Kultur und Soziales
Oliver Schworck SPD Jugend, Umwelt, Gesundheit, Schule und Sport

BezirksbürgermeisterBearbeiten

Amtszeit Name Partei
1. Januar 2001[21] – 19. Dezember 2001 Dieter Hapel CDU
19. Dezember 2001 – 23. November 2011 Ekkehard Band SPD
seit 23. November 2011 Angelika Schöttler SPD

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister und in der AG Ressourcensteuerung vertreten.[22][23]

BundestagswahlenBearbeiten

Bei Bundestagswahlen bildet der Bezirk den Wahlkreis 81 Berlin-Tempelhof – Schöneberg.[24]
Aktueller Wahlkreisabgeordneter ist Jan-Marco Luczak (CDU), der das Direktmandat bei der Bundestagswahl 2009 (32,5 %),[25][26] bei der Bundestagswahl 2013 (35,0 %),[27][26] sowie der Bundestagswahl 2017 (28,9 %)[28] gewann.

WappenBearbeiten

Das heutige Wappen wurde am 25. März 2003 durch den Senat von Berlin verliehen.

Wappenbeschreibung: In dem durch einen grünen Stab silbern-golden gespaltenen Schild über einem grünen Bogenschildfuß mit Mittelkuppe vorn ein schwebendes rotes Kreuz mit verbreiterten Enden, hinten ein schreitender roter Hirsch. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.[29]

Wappenbegründung: Das Wappen des Bezirks Tempelhof-Schöneberg vereinigt die Wappen der ehemaligen Bezirke Tempelhof und Schöneberg in einem gespaltenen Schild. Dabei verweist das vordere Feld mit dem Templerkreuz auf die Gründer des Ortes Tempelhof. Der rote Hirsch im hinteren Feld ist dem Wappen Schönebergs entlehnt, der ehemals in doppelter zugewendeter Form auf einem grünen Dreiberg sprang – Die Mauerkrone das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

 
Rathaus Schöneberg, Sitz des Bürgermeisters Tempelhof-Schöneberg

Der Bezirk unterhält folgende Städtepartnerschaften:[30]

International
Niederlande  Amstelveen, Niederlande
Vereinigtes Konigreich  London Borough of Barnet, Vereinigtes Königreich
Frankreich  Charenton-le-Pont, Département Val-de-Marne, Frankreich
Polen  Koszalin, Polen
Frankreich  Levallois-Perret, Frankreich
Turkei  Mezitli, Bezirk der Stadt Mersin, Türkei
Israel  Nahariya, Israel

National

PolizeiBearbeiten

Die Direktion 4 der Berliner Landespolizei ist für die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf zuständig. Am Bahnhof Südkreuz übernimmt die Bundespolizei Aufgaben des Grenzschutzes.

BildungBearbeiten

 
HWR Campus in Schöneberg

SchulenBearbeiten

(Auswahl)

HochschulenBearbeiten

ArchitekturBearbeiten

SakralbautenBearbeiten

KulturBearbeiten

Die Columbiahalle in Tempelhof ist ein Veranstaltungsort für Pop- und Rockkonzerte. Die Halle bietet biet zu 3500 Besuchern Platz.[31]

Das Metropol am Nollendorfplatz, früher auch als Neues Schauspielhaus bekannt, ist ein vielseitig nutzbarer Veranstaltungsraum. Hier finden Konzerte und unterschiedliche Ereignisse wie privat organisierte Galas oder auch Abiturfeiern statt.[32]

Der Bezirk betreibt die nach Leo Kestenberg benannte Leo-Kestenberg-Musikschule[33] mit dem Sinfonieorchester Tempelhof (SOT).[34]

Im Bezirk befindet sich auch das Kulturzentrum ufaFabrik und das über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Urban Nation; ein Ausstellungshaus für urbane Gegenwartskunst.

Märkte und FesteBearbeiten

Der Wochenmarkt am Winterfeldplatz findet jeden Samstag statt. Das Kürbisfest wird einmal jährlich in der Schöneberger Akazienstraße gefeiert.[35]

Im Monat Dezember, zur Weihnachtszeit, finden alljährlich zahlreiche Gospel-Konzerte in der Apostel-Paulus-Kirche statt. Seit den 1990ern Jahren hat sich die Kirche zu einem Zentrum für Kirchen- und Gospelmusik entwickelt.[36]

SzenelebenBearbeiten

 
Maaßenstraße bei Nacht

Im Nollendorfkiez um die Fuggerstraße, die Motzstraße und den Nollendorfplatz befinden sich zahlreiche Kneipen, Bars und Läden, die sich überwiegend an ein homosexuelles Publikum richten. Jährlich an einem Wochenende im Juni oder Juli findet in diesem Teil Berlins das Lesbisch-Schwule Stadtfest statt, das mit einer Mischung aus Informationsständen gleichgeschlechtlicher Gruppen, Showbühnen sowie Imbiss- und Verkaufsbuden hunderttausende Besucher aus aller Welt anzieht.[37]

Der Kiez galt bereits in den Goldenen Zwanzigern als Gegend, die über eine dichte Infrastruktur und kulturelles Angebot für homo- und transsexuelle Menschen verfügt.[38] Das Viertel ist geprägt von teilweise komplett erhaltenen Straßenzügen der Gründerzeit und kaiserzeitlichen Schmuckplätzen, wie dem Winterfeldplatz oder dem Viktoria-Luise-Platz.

PersönlichkeitenBearbeiten

(chronologisch sortiert)

Der Bezirk in der KunstBearbeiten

Der autobiografisch angelehnte Roman Leb wohl, Berlin des britischen Autors Christopher Isherwood, der zweieinhalb Jahre in der Nollendorfstraße 17 wohnte, wo ein Großteil der Handlung des Buches spielt. Der Roman war unter anderem Vorlage für das Musical Cabaret. Teile des Films Himmel über Berlin von Wim Wenders wurden in Schöneberg gedreht.

SportBearbeiten

Der Berlin ePrix, ein Motorsport-Rennen der Formel E, wurde 2015 und 2017 auf dem Tempelhofer Feld ausgetragen. Eine der traditionsreichen Pferderennbahnen in Deutschland ist die Trabrennbahn Mariendorf. Seit 1895 findet dort jährlich das Deutsche Traber-Derby statt.

Der Olympischer Sport-Club Berlin zählt mit etwa 2500 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen in Tempelhof-Schöneberg. Sieben olympische Medaillen, 37 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie Weltspielen und über 280 Deutsche Meisterschaften hat der Club nach Berlin geholt.[40]

Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gab es im Jahr 2017 mindestens 15 Yoga­studios.[41]

Das Sportzentrum Schöneberg ist eine der größten Schwimmhallen in Berlin. Hier werden Wettkämpfe in unterschiedlichen Disziplinen des Schwimmsports abgehalten. Das Stadtbad Schöneberg zählt zu den bekannten Hallenbädern im Freizeitbereich.

Seit der Eröffnung des Tempelhofer Feldes nutzen viele Berliner die großen Flächen des Parks als individuellen Trainings- und Übungsplatz. Kiteboarder und Windskater haben dort Freiraum, um ihren Sport auszuüben.[42]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Stadtentwicklungsamt, Fachbereich Vermessung und Geoinformation (Hrsg.): Tempelhof-Schöneberg, Straßen – Plätze – Brücken, Ihre Herkunft, Bedeutung und Umbenennungen. 1. Aufl., 2012.

WeblinksBearbeiten

Commons: Bezirk Tempelhof-Schöneberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Tempelhof-Schöneberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2016 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  2. a b November: Arbeitslosigkeit in Berlin auf dem Tiefststand. In: Berliner Zeitung, abgerufen am 12. Januar 2020.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Gebietstausch mit Friedrichshain-Kreuzberg. (Memento vom 11. März 2014 im Internet Archive) In: Berliner Abendblatt. 28. Februar 2014, abgerufen am 13. April 2014.
  5. Zahlen & Fakten. (Memento vom 9. April 2014 im Internet Archive) Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg auf Berlin.de. Abgerufen am 31. März 2014.
  6. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2019, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 9. November 2019 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  7. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2019 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 10. Juni 2020 ([1]) (Hilfe dazu).
  8. Kleine Berlin Statistik 2018, PDF, Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 12. Januar 2020.
  9. 4.535 Babys erblickten das Licht der Welt - starker Anstieg der Geburtenzahlen in Berlin, St Joseph Krankenhaus, abgerufen am 28. Januar 2020.
  10. St. Joseph Krankenhaus 2019 erneut geburtenstärkste Einzelklinik Deutschlands, Berliner Woche, abgerufen am 28. Januar 2020.
  11. AP / DPA / chm: 100 Jahre KaDeWe: Purer Luxus auf 60.000 Quadratmetern. In: Stern, 1. März 2007: „Man nennt es in einem Atemzug mit Harrods in London oder den Galeries Lafayette in Paris: das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe). In diesem Jahr wird Deutschlands bekanntestes Kaufhaus 100 Jahre alt.“
    Birgitt Eltzel: Das KaDeWe wird geliftet. Karstadt-Konzern will Deutschlands bekanntestes Kaufhaus umbauen – und jüngere Kunden gewinnen. In: Berliner Zeitung, 23. Januar 2004.
    Pssst! Das KaDeWe, Deutschlands berühmtestes Kaufhaus, ist 95 Jahre geworden. In: Die Welt, 20. April 2002.
  12. Gasag-Gruppe zieht auf Euref-Campus in Schöneberg, Berliner Morgenpost, abgerufen am 12. Januar 2020.
  13. Ranking der Buchverlage mit den höchsten Umsätzen weltweit im Jahr 2017, Statista, abgerufen am 30. Januar 2020.
  14. Berliner Wirtschaft in Zahlen – Ausgabe 2013. Hrsgg. von der IHK Berlin, abgerufen am 29. Juni 2017.
  15. Begegnungszone Maaßenstraße gilt als gescheitert, Berliner Morgenpost, abgerufen am 12. Januar 2020.
  16. Bericht der Landeswahlleiterin 2016, S. 154, abgerufen am 12. Februar 2017
  17. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 20. September 2016
  18. Die Landeswahlleiterin für Berlin – Berliner Wahlen 2011, abgerufen am 6. Februar 2017
  19. Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen 2016-Tempelhof-Schöneberg, abgerufen am 7. Juni 2017.
  20. Übersicht der Kollegiumsmitglieder, abgerufen am 7. Juni 2017.
  21. Dieter Hapel stellt sich vor,@1@2Vorlage:Toter Link/www.hapel.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. abgerufen am 7. Juni 2017.
  22. Rat der Bürgermeister – abgerufen am 18. Mai 2019
  23. Kleine Anfrage der FDP – abgerufen am 18. Mai 2019
  24. Amtliche Wahlkreiseinteilung 2013 (Memento vom 13. April 2016 im Internet Archive)
  25. Der Landeswahlleiter von Berlin – Bundestagswahl 2009, S. 18, 36, 39, 66/67, abgerufen am 2. Oktober 2017
  26. a b Ergebnistabelle Erst- und Zweitstimmen im Wahlkreis 81 Berlin-Tempelhof-Schöneberg am 22. September 2013 und am 27. September 2009, abgerufen am 17. August 2017
  27. Die Landeswahlleiterin für Berlin – Bundestagswahl 2013, S. 14, 22, 25, 47, abgerufen am 2. Oktober 2017
  28. Bundeswahlleiter – Bundestagswahl 2017, abgerufen am 2. Oktober 2017.
  29. Die Bezirkswappen. In: www.berlin.de. 15. Oktober 2018. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
  30. Städtepartnerschaften des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. (Memento vom 27. Januar 2014 im Internet Archive) Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg im Webportal Berlin.de, abgerufen am 27. Februar 2014.
  31. C-Halle am Columbiadamm GmbH: Columbiahalle. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) columbiahalle.berlin, S. 2, archiviert vom Original am 20. Februar 2016; abgerufen am 21. Februar 2016 (deutsch/englisch).
  32. Legendäres Metropol feiert Comeback: Das erwartet die Gäste, Berliner Morgenpost, abgerufen am 28. Januar 2020.
  33. Startseite - Leo Kestenberg Musikschule. In: www.lkms.de. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
  34. SinfonieOrchester Tempelhof - Startseite. In: 59023045.swh.strato-hosting.eu. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
  35. Dickes Ding: Kürbisfest in der Akazienstraße, Der Tagesspiegel, abgerufen am 14. Januar 2020.
  36. „Du kannst nicht mehr weglaufen“. In: Die Welt, 26. März 2014
  37. Autor salih: Ist Krieg oder was? Queer Nation Building in Berlin-Schöneberg. In: Salih Alexander Wolter. 15. Juni 2012. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
  38. Magazin-Die Siegessäule, abgerufen am 7. Juni 2017.
  39. Klaus Wowereit: Mein Leben. In: klaus-wowereit.de. Abgerufen am 29. Juni 2017: „Ich wurde am 1. Oktober 1953 im Bezirk Tempelhof geboren.“
  40. OSC Berlin, abgerufen am 5. Juli 2017.
  41. Willkommen bei yoga@inberlin – das Verzeichnis für Yoga Studios in Berlin, (Memento vom 8. August 2017 im Internet Archive) abgerufen am 3. Juli 2017.
  42. Kitesurfen fernab vom Meer – Kitelandboarden. In: Die Welt, 15. August 2011, abgerufen am 5. Juli 2017.