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Shinjuku

einer von 23 Sonderbezirken von Tokio

Shinjuku (jap. 新宿区 -ku, „Bezirk ~“, engl. "~ City"[1]) ist ein („Sonder-“)Bezirk und Verwaltungssitz der japanischen Präfektur Tokio. Er liegt im Westen Tokios.

Shinjuku-ku
新宿区
Shinjuku
Geographische Lage in Japan
Shinjuku (Japan)
Red pog.svg
Region: Kantō
Präfektur: Tokio
Koordinaten: 35° 42′ N, 139° 43′ OKoordinaten: 35° 42′ 2″ N, 139° 42′ 54″ O
Basisdaten
Fläche: 18,23 km²
Einwohner: 349.511
(1. Oktober 2019)
Bevölkerungsdichte: 19.172 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 13104-1
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Shinjuku
Baum: Japanische Zelkove
Blume: Azalee
Rathaus
Adresse: Shinjuku City Hall
1-4-1, Kabuki-chō
Shinjuku-ku
Tōkyō 160-8484
Webadresse: http://www.city.shinjuku.tokyo.jp/
Lage Shinjukus in der Präfektur Tokio
Lage Shinjukus in der Präfektur

GeschichteBearbeiten

Während des 17. JahrhundertsBearbeiten

Namensgebend für Shinjuku war eine um 1698 eingerichtete Poststation an der Hauptverkehrsstraße Kōshū-kaidō, welche von Edo in die Provinz Kai führte. Wegen der Residenz des Naitō-Klans aus der Provinz Shinano erhielt die Station den Namen „Neue Station Naitō“ (Naitō-Shinjuku). Sie lag entlang der Straße parallel zum heutigen Gebiet des Shinjuku Gyoen (Naitōmachi).

1920 bis 1945Bearbeiten

1920 wurde die 1889 als Gemeinde im Landkreis Toyotama entstandene Stadt Naitō-Shinjuku (im Wesentlichen die heutigen Stadtteile Shinjuku und Naitōmachi) in die damalige Stadt Tokio eingegliedert. 1932 wurden mit der Eingemeindung der bisherigen Kreisstadt Yodobashi und weiterer Gemeinden (auf dem Gebiet des heutigen Bezirks Shinjuku die Städte Ōkubo, Totsuka und Ochiai) Gebiete westlich der heutigen Yamanote-Linie Teil der Stadt Tokio.

Vom Großen Kantō-Erdbeben 1923 blieb Shinjuku weitgehend verschont, da es in einer seismisch ungefährlichen Gegend liegt. Vor allem der Stadtteil Nishi-Shinjuku ist heute aufgrund seiner vielen Wolkenkratzer bekannt, die nach dem Umzug der Kläranlage Yodobashi entstanden.

1945 bis 2000Bearbeiten

Die Luftangriffe auf Tokio 1945 zerstörten etwa 90 % der Gegend um den Bahnhof Shinjuku[2]. Nach dem Krieg wurde die Stadt nach beinahe identischem Plan wieder aufgebaut. Ausschließlich in Kabukichō gab es grundlegende Erneuerungen[3].

Der Bezirk Shinjuku entstand in seiner heutigen Form 1947 durch den Zusammenschluss der alten Stadtbezirke Yotsuya, Ushigome und Yodobashi.[4]

1991 wurde der Bezirk Shinjuku mit dem Umzug der Präfekturverwaltung aus Marunouchi, Chiyoda Verwaltungssitz der Präfektur Tokio.

NamensherkunftBearbeiten

Während der Edo-Zeit gab es fünf große Straßen, die alle von der Brücke Nihombashi ausgingen. Entlang dieser Straßen entstanden Hotels, in denen Postbeamte die Pferde ihrer Postkutsche ausruhen lassen konnten. Auch an der Koshu-Straße, die als eine der fünf Straßen nach Kōfu führte, entstanden diese, jedoch gab es eine Stelle, an der zwei Hotels in größerem Abstand zueinander standen. Daher gab der Daimyo Naito den Aufruf, ein weiteres Hotel zu bauen, das daraufhin den Namen „Naito-Shinjuku“ (dt. Neues Naito-Hotel) erhielt[4]. Als aus der Gegend 1947 eine Stadt wurde, übernahm man den Namen „Shinjuku“[5].

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Takashimaya Times Square mit dem NTT Docomo Yoyogi Building im Hintergrund
 
Nächtliches Lichtermeer

Rund um den gleichnamigen Bahnhof Shinjuku, der eines der höchsten Passagieraufkommen der Welt aufweist, konzentrieren sich auf nur zwei Quadratkilometern:

  • das bedeutendste Kommerz- und Verwaltungszentrum Japans mit dem zweitgrößten Wolkenkratzerviertel des Landes nach Minato in Nishi-Shinjuku. Das Viertel entstand in den 1970er Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage der Stadt. Dort stehen neben den größten Hotels der Stadt unter anderem der Mode Gakuen Cocoon Tower und das Tokyo Metropolitan Government Building, in dem die Verwaltung der Präfektur Tokio (Tōkyō-to) ihren Sitz hat. Die Präfektur Tokio vertritt den 1943 vollzogenen Zusammenschluss der ehemaligen Präfektur Tokio (Tōkyō-fu) mit der Stadt Tokio (Tōkyō-shi). Die Verwaltung der Präfektur Tokio erfüllt somit Aufgaben einer Präfekturverwaltung und eines Rathauses.
  • der größte Einkaufsdistrikt Japans mit fast einem Dutzend riesiger Kaufhäuser (darunter das 15-stöckige Takashimaya-Kaufhaus „Takashimaya Times Square“).
  • der Kaiserliche Park Shinjuku, einer der bekanntesten Parks in Japan, der für seine Kirschblüte berühmt ist.
  • Kabukichō, das größte (und eines der ältesten) Vergnügungsviertel Japans mit den meisten Kinos der Stadt, unzähligen Restaurants und Kneipen und vor allem einem riesigen Rotlichtbezirk sowie mehreren Dutzend sog. Love Hotels und dem Rathaus von Shinjuku.
  • Shinjuku ni-chōme, das Amüsierviertel für Schwule und Lesben in Tokio.
 
Das Rathaus von Shinjuku in Kabukichō
 
Das 243 m hohe Tokyo Metropolitan Government Building im Stadtteil Nishi-Shinjuku

Daneben liegen in Shinjuku mehrere bedeutende Universitäten wie z. B. die Waseda-Universität. Unweit vom Bahnhof Shinjuku entfernt liegt der Stadtteil Ōkubo, der das Zentrum der koreanischen Bewohner Tokios ist.

Die bekannte Künstlerin Yayoi Kusama eröffnete im September 2017 hier ihr eigenes Yayoi Kusama Museum.

StatistikBearbeiten

Zum 1. Oktober 2019 hatte der Bezirk eine gemeldete Bevölkerung von 349.511 und bei einer Fläche von 18,23 km² eine Bevölkerungsdichte von 19.172 Personen pro km². Wegen der zentralen Funktion des Bezirks wird jedoch geschätzt, dass die tatsächliche Bevölkerung zu jeder Tages- und Nachtzeit über einer Million liegt. Shinjuku hat mit fast 10 % einen der höchsten Ausländeranteile aller japanischen Gemeinden.

Stadtviertel (Auswahl)Bearbeiten

Für eine vollständige Aufzählung aller heutigen Stadtteile Shinjukus, siehe Liste der Stadtteile des Tokioter Bezirks Shinjuku.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

PolitikBearbeiten

Fraktionen im Parlament
(Stand: 27. Mai 2019)[6]
      
Insgesamt 38 Sitze

Bürgermeister des Shinjuku-ku ist seit 2014 der ehemalige LDP-Präfekturparlamentsabgeordnete Ken’ichi Yoshizumi. 2018 wurde er mit Unterstützung von LDP und Kōmeitō gegen den LP-Politiker Tetsuo Nozawa (KDP, KPJ, LP, SDP) mit deutlicher Mehrheit für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung stieg leicht auf 28,2 %.[7][8] Das 38-köpfige Parlament des Bezirks Shinjuku wurde bei den einheitlichen Regionalwahlen 2019 neu gewählt.[9]

Für das Präfekturparlament bildet der Bezirk einen Viermandatswahlkreis. Bei der letzten Wahl 2017 wählte Shinjuku je einen Abgeordneten von Tomin First no Kai, KPJ, Kōmeitō und LDP.[10]

Für das nationale Abgeordnetenhaus bildet der Großteil des Bezirks Shinjuku zusammen mit Chiyoda und Minato den Wahlkreis Tokio 1, den bei der Abgeordnetenhauswahl 2017 knapp der Konstitutionellen Demokrat Banri Kaieda gegen die Liberaldemokratin Miki Yamada gewann. Ein kleiner Teil des Bezirks im Nordwesten (Teile der ehemaligen Stadt Ochiai) gehört seit 2017 zum Wahlkreis 10, der 2017 den Liberaldemokraten Hayato Suzuki wählte.

PartnerschaftenBearbeiten

 
Partnerstadt Berlin-Tiergarten

Shinjuku unterhält Partnerschaften mit folgenden Verwaltungseinheiten:

Angrenzende Städte und GemeindenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Shinjuku – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Shinjuku City, Seiten für englischsprachige Ausländer
  2. Geschichte des Bezirks Shinjuku (Memento des Originals vom 26. Oktober 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.city.shinjuku.lg.jp
  3. Ichikawa, 2003
  4. a b Geschichte der Namensherkunft von auf der Website von Shinjuku. In: Offizielle Website von Shinjuku. Abgerufen am 24. Juli 2016 (japanisch).
  5. Geschichte der Namensherkunft von Shinjuku. 4. Mai 2009. Abgerufen am 27. Juli 2012.
  6. Bezirksparlament Shinjuku: Fraktionen, abgerufen am 8. Juni 2019.
  7. 「新宿をより発展させる」 区長に吉住さん再選. In: Tōkyō Shimbun. 13. November 2018, abgerufen am 8. Juni 2019 (japanisch).
  8. 東京・新宿区長選は自民、公明推薦の吉住氏が再選. In: Sankei Shimbun. 11. November 2018, abgerufen am 8. Juni 2019 (japanisch).
  9. 統一地方選2019>東京>新宿区議選. In: Tōkyō Shimbun. April 2019, abgerufen am 7. Juni 2019 (japanisch).
  10. Tōkyō Shimbun: Präfekturparlamentswahl in Tokio 2017, Ergebnis Shinjuku-ku