Alès

französische Gemeinde

Alès [alɛs] (bis in die 1920er Jahre: Alais) ist eine Stadt mit 40.802 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) im Département Gard in der französischen Region Okzitanien.

Alès
Wappen von Alès
Alès (Frankreich)
Alès
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Gard (30)
Arrondissement Alès (Unterpräfektur)
Kanton Alès-1, Alès-2, Alès-3
Gemeindeverband Alès Agglomération
Koordinaten 44° 8′ N, 4° 5′ OKoordinaten: 44° 8′ N, 4° 5′ O
Höhe 116–356 m
Fläche 23,24 km²
Einwohner 40.802 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 1.756 Einw./km²
Postleitzahl 30100
INSEE-Code
Website www.ville-ales.fr
Panorama von Alès

GeographieBearbeiten

Sie liegt nordwestlich von Nîmes in einer Flussbiegung des Gardon d’Alès, am südlichen Rand des Cevennen-Nationalparks.

GeschichteBearbeiten

Aufgrund von Funden kann angenommen werden, dass Alès ungefähr 5000 v. Chr. erstmals besiedelt wurde. Im Jahr 2008 wurde eines der größten römischen Mosaike aus der Zeit Julius Cäsars entdeckt. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Stadt an einer wichtigen römischen Handelstrassen lag und von Bedeutung war.

Ein Geldstück aus der Zeit der Merowinger trägt den Namen Alesto, der aus dem phönizischen Wort für Eisen stammt. Bereits um 1200 sicherte eine Charta von Alès die Rechte seiner Bewohner.

Alès war einer der Sicherheitsplätze für die Hugenotten zur Zeit der Reformation. In Alès fand im Jahr 1620 die Hauptsynode der reformierten Kirche Frankreichs statt, und 1629 wurde der Friede von Alès geschlossen. Die Zitadelle wurde 1688 von Vauban errichtet. In den Jahren 1702 bis 1704 fand hier der Aufstand der protestantischen Kamisarden statt.

Alès war Bischofssitz – die zugehörige ehemalige Kathedrale St. Jean-Baptiste stammt größtenteils vom Ende des 18. Jahrhunderts. Im Querschiff der Kathedrale befindet sich eine Himmelfahrt Mariä von Pierre Mignard aus dem 17. Jahrhundert.

Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Alès Zentrum des Kohlebergbaus im Gard, der im Jahr 1840 mit der Eröffnung der auf Veranlassung von Paulin Talabot gebauten Eisenbahn von Beaucaire über Nîmes nach Alès seinen Aufschwung nahm. Die Strecke wurde als Cevennenbahn weiter nach Saint-Germain-des-Fossés bei Vichy verlängert. Die Stadt hatte etwa 11.000 Einwohner und es gab zudem eine beachtliche Eisenverarbeitung und Seidenproduktion. 1912 wurden zwei Millionen Tonnen Kohle pro Jahr gefördert, 1947 arbeiteten 20.000 Mineure im Kohlebecken. Erst 1958 nahm die Kohleförderung wieder deutlich ab; im Jahr 1986 wurde die Mine d’ Destival und zwei Jahre später die von Oules und 1995 der letzte Abbauort geschlossen. Im 21. Jahrhundert ist die Stadt zum Forschungszentrum für Mechanik, Biotechnologie und Ökologie geworden.[1]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Im Musée du Colombier, das im restaurierten Teil des Schlosses Le Colombier untergebracht ist, ist ein Triptychon von Jean Bellegambe (um 1470–1534) ausgestellt.

MeteoritBearbeiten

Am 15. März 1806 fielen bei Alès zwei Fragmente eines Meteoriten zur Erde. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die beiden vier und zwei Kilogramm schweren Stücke von einem Kohligen Chondriten des Typs CI1, einem besonders seltenen Meteoritentyp, stammen. Der Fall wurde unter dem damaligen Ortsnamen Alais offiziell registriert.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2017
Einwohner 41.360 42.818 44.245 43.268 41.037 39.346 39.943 40.219
Quellen: Cassini und INSEE

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Alès – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Histoire Alès (französisch)
  2. Alais meteorite. mindat.org, abgerufen am 1. August 2021.
  3. Älteste Ordensfrau der Welt und zugleich älteste Europäerin wird 117. In: katholisch.de. 9. Februar 2021, abgerufen am 10. Februar 2021.