Trine Skei Grande

norwegische liberale Politikerin
Trine Skei Grande (2009)

Trine Skei Grande (* 2. Oktober 1969 in Overhalla) ist eine norwegische Politikerin und seit 2010 Vorsitzende der sozialliberalen Partei Venstre. Sie war von Januar 2018 bis Januar 2020 Kulturministerin in der Regierung Solberg, von Januar 2020 bis März 2020 übte sie das Amt der Bildungs- und Integrationsministerin aus. Am 11. März 2020 kündigte sie ihren Rücktritt von ihren Positionen an.

Politische KarriereBearbeiten

Von 1987 bis 1989 war sie Vorsitzende der Jugendpartei Unge Venstre in Nord-Trøndelag. Seit 1990 ist sie Mitglied des Parteivorstands von Venstre. Zwischen 1997 und 2000 führte sie ihre Partei in der Stadt Oslo an. Im Jahr 2000 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, seit 2010 ist sie die Parteivorsitzende.

Grande war zwischen 1991 und 1995 Abgeordnete im Fylkesting der damaligen Provinz Nord-Trøndelag. Von 1997 bis 2003 saß sie im Osloer Stadtrat. Sie ist seit 2001 als Repräsentantin für Oslo Mitglied im Storting und dort in verschiedenen Ausschüssen tätig. Zwischen 2001 und 2005 sowie zwischen 2009 und 2018 war sie Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. 2015 boykottierte sie gemeinsam mit der sozialdemokratischen Abgeordneten Marit Nybakk eine Reise des Auswärtigen Ausschusses in den Iran, da sie nicht damit einverstanden war, eine Kopfbedeckung tragen zu müssen.[1]

MinisterinBearbeiten

Nach der Parlamentswahl im Herbst 2017 wurde Grande im Januar 2018 zur Kulturministerin ernannt.[2] Mit der Beteiligung der christdemokratischen Kristelig Folkeparti (KrF) an der Regierung ging das Ressort Gleichstellung vom nun KrF-geführten Ministerium für Kinder und Familie über in Grandes Zuständigkeitsbereich.[3] Am 24. Januar 2020 wechselte sie nach einer größeren Kabinettsumbildung nach dem Regierungsaustritt der Fremskrittspartiet (FrP) ins Ministerium für Bildung und Integration.[4]

RückzugBearbeiten

Am 5. März 2020 erklärte der Wahlausschuss der Venstre-Partei, dass Grande weiter Parteivorsitzende bleiben sollte. Dies geschah nachdem es länger innerparteiliche Auseinandersetzung gab und die Parteivorstände in mehreren Provinzen Grande baten, zurückzutreten. Ein Parteitag im April hätte sie zur Vorsitzenden wählen müssen.[5] Am 11. März gab Grande ihren Beschluss bekannt, sich von der Wiederwahl als Parteivorsitzende zurückzuziehen. Sie wird des Weiteren aus der Regierung austreten und bei der Parlamentswahl 2021 nicht mehr antreten.[6] Am 13. März 2020 wurde Guri Melby als ihre Nachfolgerin für den Ministerposten vorgestellt.[7] Da wegen der COVID-19-Pandemie der Parteitag jedoch abgesagt werden musste, bleibt sie weiter Parteivorsitzende.[8]

WeblinksBearbeiten

Commons: Trine Skei Grande – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nekter å følge krav om å dekke seg til. Abgerufen am 17. April 2019 (norwegisch).
  2. Kulturdepartementet: Trine Skei Grande ny kulturminister. 17. Januar 2018, abgerufen am 17. April 2019 (norwegisch).
  3. Cato Husabø Fossen: Solberg vil la Ropstad slippe homo-paraden: Kultur-Grande får ansvar for likestilling. 20. Januar 2019, abgerufen am 9. Dezember 2019 (norwegisch Bokmål).
  4. David Vojislav Krekling: Her er Solberg-regjeringen 4.0. In: NRK. 24. Januar 2020, abgerufen am 24. Januar 2020 (norwegisch Bokmål).
  5. Håvard Grønli: Valkomiteen vil at Trine Skei Grande skal halde fram. In: NRK. 5. März 2020, abgerufen am 11. März 2020 (norwegisch Nynorsk).
  6. Alf Bjarne Johnsen, Runa Fjellanger, Eirik Mosveen: Trine Skei Grande går av – trekker seg som partileder og statsråd, og tar ikke gjenvalg. Abgerufen am 11. März 2020 (norwegisch Bokmål).
  7. Fredrik Kampevoll: Guri Melby (V) ny kunnskaps- og integreringsminister og Odd Emil Ingebrigtsen ny fiskeriminister. In: NRK. 13. März 2020, abgerufen am 13. März 2020 (norwegisch Bokmål).
  8. Grande fortsetter som Venstre-leder fram til høsten. In: Dagsavisen. 30. März 2020, abgerufen am 30. März 2020 (norwegisch).