Tor Mikkel Wara

norwegischer Politiker

Tor Mikkel Wara (* 27. Dezember 1964 in Karasjok als Tor Mikkel Vara) ist ein norwegischer Politiker der Fortschrittspartei (FrP). Von April 2018 bis März 2019 war er Justizminister in der Regierung Solberg.

LebenBearbeiten

Wara wurde in der Gemeinde Karasjok in der nordnorwegischen Provinz Finnmark geboren. Er ist offiziell als Tor Mikkel Vara registriert, verwendet jedoch die Schreibweise Wara. Nach eigenen Aussagen übernahm er die Schreibweise von seinem Vater, der den Nachnamen ebenfalls mit einem W schrieb. Das Justizministerium erklärte auf Nachfrage, dass es sich bei Wara um eine norwegische Version des finnischen Namens Vaara handele.[1] Er studierte Sozialökonomie und Politikwissenschaften an der Universität Oslo.

Politischer WerdegangBearbeiten

Von 1983 bis 1984 war er sogenannter Vararepresentant des Fylkestings der Finnmark. Zwischen 1987 und 1989 war er Mitglied des Osloer Stadtrats. 1987 wurde er zudem zum Vorsitzenden der Jugendorganisation der FrP gewählt. Von 1989 bis 1993 saß Wara als Repräsentant für Oslo im norwegischen Parlament, dem Storting.

Zwischen 1993 und 2018 hatte er keine politischen Ämter inne und zog sich einige Zeit ganz aus der aktiven Politik zurück, da er nach eigener Aussage die populistische Ausrichtung seiner Partei bezüglich der Einwanderungs- und Flüchtlingsthematik nicht unterstützen wollte.[2] Er begann in der PR-Branche zu arbeiten, ab 2003 war er in seiner eigenen Beratungsfirma Wara Consulting tätig. Am 4. April 2018 wurde er zum Justizminister in Erna Solbergs Regierung ernannt.

Rücktritt als JustizministerBearbeiten

Am 10. März 2019 wurde sein privates Auto, das vor seinem Wohnhaus geparkt war, angezündet. Zunächst wurde vermutet, dass es sich um eine Tat von politischen Gegnern handelte. Am 14. März 2019 wurde jedoch seine Lebensgefährtin Laila Anita Bertheussen festgenommen, weil sie vom norwegischen Inlandsgeheimdienst Politiets sikkerhetstjeneste (PST) verdächtigt wurde, das Auto selbst angezündet zu haben. Die Vermutung, dass es sich möglicherweise um eine Inszenierung handelte, wurde bereits davor von einigen linken Künstlern geäußert, die schon länger in einer juristischen Auseinandersetzung mit ihr waren. Die Künstler wiesen vor allem darauf hin, dass die gegen das Paar ausgesprochenen Drohungen in unkorrektem Norwegisch geschrieben waren, was laut ihnen ein zu offensichtlicher Hinweis auf die Herkunft der Täter sei. Wara ließ sich nach der Festnahme seiner Lebensgefährtin zunächst von seinem Amt als Justizminister beurlauben und gab am 28. März 2019 seinen Rücktritt bekannt.[3][4][5][6] Im September 2019 wurden die Ermittlungen in dem Fall zunächst abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft übergeben.[7] Diese bat den PST im Oktober jedoch um erneute Ermittlungen.[8] Am 23. Januar 2020 wurde bekannt gegeben, dass gegen Bertheussen Anklage erhoben wird.[9] Neben den Drohungen gegen ihren Mann wurden ihr auch Drohungen gegen die beiden FrP-Politiker Christian und Ingvil Smines Tybring-Gjedde vorgeworfen.[10]

Im Dezember 2019 gab die norwegische Beratungsfirma First House bekannt, dass Wara im Januar 2020 seine Tätigkeit als Berater bei der Firma beginnen wird.[11]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kristian Elster: Finner ikke Tor Mikkel Wara i folkeregisteret. 5. April 2018, abgerufen am 12. Januar 2020 (norwegisch Bokmål).
  2. Espen Breivik: Den nye justisministeren åtvara mot innvandringshets og forlét Frp-leiinga for 25 år sidan. 4. April 2018, abgerufen am 17. März 2019 (nn-NO).
  3. Kai Strittmatter Kopenhagen: Krimi um Norwegens Justizminister. In: sueddeutsche.de. 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 17. März 2019]).
  4. Solberg vil ikke beklage uttalelse i Wara-saken. Abgerufen am 17. März 2019 (norwegisch).
  5. Ein Verdacht, der den Minister den Job kostet. 17. März 2019, abgerufen am 18. März 2019.
  6. TV 2 AS: Wara går av: - Noen trenger meg mer enn regjeringen. Abgerufen am 28. März 2019 (norwegisch Bokmål).
  7. Harald Stolt-Nielsen: PST anbefaler at Tor Mikkel Waras samboer tiltales. Abgerufen am 25. September 2019 (norwegisch Bokmål).
  8. Sverre Holm-Nilsen, Olav Rønneberg, Martin H. W. Zondag: Ber PST om nye undersøkelser i Bertheussen-saken. In: nrk.no. 16. Oktober 2019, abgerufen am 7. Dezember 2019 (norwegisch).
  9. Sie soll Angriffe auf ihren Partner und Ex-Minister inszeniert haben. Jetzt droht ihr Gefängnis. 24. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020.
  10. Harald S. Klungtveit: Bertheussen tiltalt for å ha truet to regjeringsmedlemmer og Christian Tybring-Gjedde. 23. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020 (norwegisch Bokmål).
  11. Tor Mikkel Wara til First House. In: First House. 20. Dezember 2019, abgerufen am 8. März 2020 (norwegisch).