Per-Willy Amundsen

norwegischer Politiker
Per-Willy Amundsen (2017)

Per-Willy Amundsen (* 21. Januar 1971 in Harstad) ist ein norwegischer Politiker der Fremskrittspartiet (FrP). Von Dezember 2016 bis Janaur 2018 war er Justizminister in der Regierung Solberg. Von 2005 bis 2013 und erneut seit 2017 ist er Abgeordneter im Storting.

Politische KarriereBearbeiten

Von 1989 bis 1990 war Amundsen Vorsitzender der Jugendorganisation seiner Partei, der Fremskrittspartiets Ungdom (FpU), in der damaligen Provinz Troms und von 1992 bis 1994 Mitglied des Vorstands der Jugendpartei in Hordaland. Amundsen studierte zwischen 1991 und 1995 Wirtschaftswissenscahft an der Norwegischen Handelshochschule und er arbeitete anschließend bis 1999 für unterschiedliche Arbeitgeber, bevor er bis 2001 selbstständig tätig war. In den Jahren 1999 bis 2005 war er Abgeordneter im Stadtrat von Harstad.

Bei der Parlamentswahl 2005 erhielt Amundsen erstmals ein Mandat für das norwegische Nationalparlament Storting. Er wurde Mitglied im Kommunal- und Verwaltungsausschuss, bevor er im Oktober 2011 in den Energie- und Umweltausschuss wechselte. Bei der Wahl 2013 verlor Amundsen sein Mandat, da er es nicht schaffte, Spitzenkandidat der Parteiliste im Wahlkreis Troms zu werden.[1] Stattdessen wurde er im Oktober 2013 zum Staatssekretär im Ministerium für Kommunen und Regionen ernannt. Diesen Posten hatte er bis zum 20. Dezember 2016 inne, als er das Amt des Justizministers übernahm. Am 17. Januar 2018 übernahm bei einer Regierungsumbildung schließlich seine Parteikollegin Sylvi Listhaug den Ministerposten.

Da er bei den Wahlen 2017 wieder einen Sitz im Storting erhalten hatte, kehrte er beim Ende seine Amtszeit in das Parlament zurück. Dort wurde er Mitglied im Außen- und Verteidigungsausschuss, bevor er im Januar 2020 in den Justizausschuss wechselte. Seit Januar 2020 ist er zudem Mitglied im Fraktionsvorstand der FrP.

Politische PositionenBearbeiten

KlimapolitikBearbeiten

2012 sprach Amundsen davon, dass die Sonne der größte Einflussfaktor auf die Temperatur und das CO2 in der Atmosphäre wäre und nicht die Menschen. Er meinte zudem, dass „Klimafundamentalisten“ die Debatte in Norwegen übernehmen würden und er mit seiner Partei wieder zu einer vernünftigen Politik zurückkehren wolle. Es wäre seiner Ansicht nach irrational, Milliarden von Kronen für den Klimaschutz auszugeben, wenn es in Wirklichkeit keine bedeutende Auswirkung hätte, da nur eine kleine Anzahl an Ländern sich den Klimazielen verpflichte, während Länder wie China ihren Ausstoß weiter erhöhten.[2] Bei der Übernahme des Justizministeramtes im Jahr 2016 weigerte er sich, sich zu seinen Aussagen zu äußern.[3]

Rechte der samischen MinderheitBearbeiten

In seiner Zeit als Justizminister lehnte er es zudem ab, sich zu den Rechten der samischen Minderheit zu äußern, obwohl diese auch in den Aufgabenbereich des Justizministeriums fallen. Im Jahr 2007 erklärte er, dass Gemeinden am samischen Feiertag nicht die samische Flagge hissen sollten, da es keinen samischen Staat gibt. 2011 sagte er in seiner Funktion als Sprecher für samische Politik seiner Partei, dass die samische Flagge allgemein nicht verwendet werden sollte, da sie Menschen den Eindruck geben könnte, dass manche Samen sich von der übrigen Gesellschaft abspalten wollen. Im Jahr 2010 sprach er sich zudem für die Abschaffung des Sametings – des Parlaments der samischen Minderheit in Norwegen – aus, da dieses Parlament Teil einer ethnischen Sonderbehandlung sei.[4]

EisenbahnverkehrBearbeiten

Gemeinsam mit Torgeir Knag Fylkesnes (SV) hatte er sich 2020 im Storting erfolglos für den Ausbau der Nord-Norgebanen bis nach Tromsø eingesetzt.[5]

Abid RajaBearbeiten

Im September 2019 wurde bekannt, dass er zunächst im Geheimen Pläne vorbereitete, um die Wiederwahl des Venstre-Politikers Abid Raja als Vizepräsident des Stortings zu verhindern. Dieser hatte zuvor der FrP den Gebrauch von „brauner Rhetorik“ vorgeworfen. Amundsen sagte, dass Raja das Recht habe, ein kontroversieller Politiker zu sein, er jedoch dann ungeeignet in der Führung des Parlaments sei. Amundsens Pläne wurden von FrP-Kollegen zurückgewiesen, da die Venstre-Partei einen Anspruch auf einen Vizepräsidenten habe und sie diesen auch frei aussuchen dürfe.[6]

WeblinksBearbeiten

Commons: Per-Willy Amundsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Halvor Hegtun: Mot stortings-exit for Per-Willy Amundsen. 2. Februar 2013, abgerufen am 2. Juni 2019 (norwegisch Bokmål).
  2. FrPs Amundsen gir solen skylden for klimaendringene. Abgerufen am 2. Juni 2019 (norwegisch).
  3. Tanita Wassås Kveinå: Nektet å svare om tidligere uttalelser. 20. Dezember 2016, abgerufen am 2. Juni 2019 (norwegisch Bokmål).
  4. Heaika Nilsen Skum: Justisminister Amundsen nekter å svare på samiske spørsmål. 22. Dezember 2016, abgerufen am 2. Juni 2019 (norwegisch Bokmål).
  5. Martin Lægland: Stortinget sier nei til Nord-Norgebanen. Ap kunne sikret flertall, men stemte mot. 26. Mai 2020, abgerufen am 27. Mai 2020 (norwegisch Bokmål).
  6. David Vojislav Krekling: Amundsen vil fjerne Raja som visepresident på Stortinget. 28. September 2019, abgerufen am 29. September 2019 (norwegisch Bokmål).