Huttenheim

französische Gemeinde

Huttenheim (deutsch Hüttenheim) ist eine französische Gemeinde mit 2672 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sélestat-Erstein und zum Kanton Erstein.

Huttenheim
Huttenheim (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (67)
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Erstein
Gemeindeverband Canton d’Erstein
Koordinaten 48° 22′ N, 7° 35′ OKoordinaten: 48° 22′ N, 7° 35′ O
Höhe 156–162 m
Fläche 12,55 km²
Einwohner 2.672 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 213 Einw./km²
Postleitzahl 67230
INSEE-Code
Website mairie-huttenheim.fr

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Huttenheim liegt im Unterelsass am linken Ufer der Ill, etwa 29 Kilometer südsüdwestlich von Straßburg, zehn Kilometer südwestlich von Erstein und zwei Kilometer südwestlich von Benfeld.

GeschichteBearbeiten

Ältere Ortsbezeichnungen sind Hittenheim (727), Hudenheim (770), Hiddenheim (817), Hindinheim (884), Hitinheim (10. Jh.) und Hiddenheim.[1] Am gegenüberliegenden Ufer der Ill führte in unmittelbarer östlicher Nachbarschaft einst die Alte Römerstraße vorbei.

Das Dorf gehörte früher zum Hochstift Straßburg im Heiligen Römischen Reich.[2][3]

Im Jahr 1680 wurde die Ortschaft zusammen mit dem weltlichen Besitz des Bistums Straßburg aufgrund von Beschlüssen der Reunionskammern von Metz und Breisach vom Königreich Frankreich annektiert.[4]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet von Frankreich zurück an Deutschland, und das Dorf wurde dem Kreis Erstein im Bezirk Unterelsass des Reichslandes Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Getreide-, Kartoffel-, Gemüse-, Futterpflanzen-, Tabak-, Hopfen- und etwas Weinbau sowie Viehzucht oder arbeiteten in der heimischen Textilfabrik.[5]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war das Gebiet von der deutschen Wehrmacht besetzt, und der Ort stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Anzahl Einwohner seit 1945
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2018
Einwohner 1625 1893 2062 1974 1999 2094 2461 2686

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hüttenheim, Kreis Erstein, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Hüttenheim (meyersgaz.org).
  • Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 199 (Google Books).
  • Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass: Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente. Band 2, Straßburg 1825, S. 302, Ziffer 6 (Google Books).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band I: Unter-Elsass, Friedrich Bull, Straßburg 1876, S. 111–113 (Google Books).
  • Die alten Territorien des Elsaß nach dem Stand vom 1. Januar 1648. Mit Ortsverzeichnis und zwei Kartenbeilagen. Statistische Mittheilungen über Elsaß-Lothringen, Heft 27. Herausgegeben vom Statistischen Bureau für Elsaß-Lothringen. Verlag M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1896, S. 88–92 (Google Books).
  • August Hertzog: Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass durch Schilderung dreier Dörfer, Trübner, Straßburg 1886 (Google Books), insbesondere S. 59 ff. (Google Books)
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 94–96.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Huttenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band I: Unter-Elsass, Friedrich Bull, Straßburg 1876, S. 111–113 (Google Books).
  2. Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 199 (Google Books).
  3. Die alten Territorien des Elsaß nach dem Stand vom 1. Januar 1648. Mit Ortsverzeichnis und zwei Kartenbeilagen. Statistische Mittheilungen über Elsaß-Lothringen, Heft 27. Herausgegeben vom Statistischen Bureau für Elsaß-Lothringen. Verlag M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1896, S. 88–92 (Google Books).
  4. Maximilian du Prel: Die Deutsche Verwaltung in Elsass-Lothringen 1870-1879. Denkschrift mit Benutzung amtlicher Quellen. Karl J. Trübner, Straßburg 1879, S. 7, Ziffer II.1 (Google Books).
  5. August Hertzog: Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass durch Schilderung dreier Dörfer, Trübner, Straßburg 1886 (Google Books), insbesondere S. 59 ff. (Google Books).