Ebersmunster

französische Gemeinde

Ebersmunster (deutsch: Ebersmünster, elsässisch: Awerschmínster) ist eine 525 Einwohner (Stand 1. Januar 2018) zählende französische Gemeinde im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Gemeinde ist Mitglied der Communauté de communes de Sélestat.

Ebersmunster
Wappen von Ebersmunster
Ebersmunster (Frankreich)
Ebersmunster
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin (67)
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Sélestat
Gemeindeverband Sélestat
Koordinaten 48° 19′ N, 7° 31′ OKoordinaten: 48° 19′ N, 7° 31′ O
Höhe 160–168 m
Fläche 7,61 km²
Einwohner 525 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 69 Einw./km²
Postleitzahl 67600
INSEE-Code
Website Commune d'Ebersmunster

Dorf und Kirche

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Ebersmunster liegt an der Ill, etwa 40 km südlich von Straßburg und etwa 30 km nördlich von Colmar. Nachbargemeinden sind Kogenheim im Norden, Hilsenheim im Osten, Muttersholtz im Südosten, Sélestat im Südwesten und Ebersheim im Westen.

VerkehrBearbeiten

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im weniger als drei Kilometer entfernten Ebersheim an der Bahnstrecke Straßburg–Basel. Der Radwanderweg Nr. 14 Véloroute de l’Ill – partie Nord zwischen Sélestat und Straßburg tangiert Ebersmunster.[1]

GeschichteBearbeiten

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde, auf einer Insel in der Ill namens Noviento, siedelten schon die Kelten, wie Funde belegen. In römischer Zeit führte eine Militärstraße nach Straßburg, dem Standort einer Legion, in der Nähe vorbei. Nach Auskunft der in diesem Punkt nicht sehr zuverlässigen Chronik soll sich auf der Insel ein Heiligtum der Göttin Diana befunden haben.[2]

Das Kloster Ebersmünster soll um 675 von Deodat von Nevers mit Unterstützung des Frankenkönigs Chilperich II. gegründet worden sein. Im 9. Jahrhundert schloss es sich dem Benediktinerorden an. Im Lauf der Jahrhunderte entstand um das Kloster herum der Ort Ebersmünster, dessen Geschichte eng mit der Geschichte der Abtei verknüpft ist.

Nach der Zerstörung der Abtei während des Dreißigjährigen Kriegs wurde sie wieder aufgebaut, im 18. Jahrhundert dann im Barockstil umgestaltet.

Im Zuge der französischen Revolution wurde das Kloster 1791 aufgelöst, die Klostergüter fielen an den Staat. Die Kirche wurde Pfarrkirche, die Konventsgebäude dienten unterschiedlichen Zwecken, ab 1829 als Schule der Marianisten.[3]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009 2017
Einwohner 409 436 407 434 445 435 460 521
Quelle: INSEE

Abteikirche EbersmunsterBearbeiten

 
Die ehemalige Benediktinerabteikirche von der Rue du Gén Leclerc

Bemerkenswert ist die dreitürmige ehemalige Abteikirche St. Mauritius, ein Werk des Vorarlberger Architekten Peter Thumb. Das nach einem Brand der Vorgängerkirche neu erbaute und 1727 vollendete Gotteshaus gilt als eine der schönsten Barockkirchen im Osten Frankreichs. In der Kirche befindet sich eine 1730–1732 von Andreas Silbermann gebaute Orgel, die zu den am besten erhaltenen Werken des berühmten Orgelbauers gehört. Sie wurde 1997–1999 sorgfältig restauriert.

Jedes Jahr wird von Mai bis Juli in der Abteikirche eine Konzertreihe veranstaltet, Les Heures Musicales d’Ebersmunster, deren Ertrag der Restaurierung der Kirche zugutekommt.

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Partnergemeinde von Ebersmunster in Deutschland ist St. Peter im Hochschwarzwald.[4]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Dorothée Eggenberger-Billerbeck: Die ehemalige Benediktinerkirche Ebersmünster. Ein Beitrag zur Vorarlberger Barockbaukunst. Dissertation, Haguenau 1974 (Societé d’Histoire de l’Église d’Alsace)
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 1204–1207.

WeblinksBearbeiten

Commons: Ebersmunster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NachweiseBearbeiten

  1. Alsace à vélo – Radfahren im Elsass. (PDF; 6,7 MB) Abgerufen am 18. August 2020 (Radwanderkarte).
  2. Dorothée Eggenberger-Billerbeck: Die ehemalige Benediktinerkirche Ebersmünster. Ein Beitrag zur Vorarlberger Barockbaukunst. Dissertation, Haguenau 1974, S. 165
  3. Website der Gemeinde – Histoire (Memento des Originals vom 16. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/commune-ebersmunster.fr
  4. Jumelages France - Bade-Wurtemberg. Abgerufen am 18. August 2020 (französisch).