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Parma Calcio 1913

italienischer Fußballverein
(Weitergeleitet von FC Parma)

Die Società Sportiva Dilettantistica Parma Calcio 1913 (kurz S.S.D. Parma Calcio 1913 oder Parma Calcio 1913) ist ein Fußballverein aus der norditalienischen Stadt Parma. Der Verein entstand im Juni 2015 aus dem bankrotten FC Parma, der wiederum im Sommer 2004 aus der Konkursmasse des Parmalat-Konzerns entstanden war. Aus dieser war der Traditionsverein AC Parma herausgelöst und als FC Parma neu gegründet worden.

Parma Calcio 1913
Vereinswappen von Parma Calcio 1913
Basisdaten
Name Società Sportiva Dilettantistica Parma Calcio 1913 S.r.l.
Sitz Parma
Gründung 1913 (als Verdi AC)
2004 (als FC Parma)
30. Juni 2015
Farben gelb-blau
Präsident Jiang Lizhang
Website www.parmacalcio1913.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Roberto D’Aversa
Spielstätte Stadio Ennio Tardini
Plätze 21.473
Liga Serie A
2017/18 2. Platz (Serie B)
Heim
Auswärts
Alternativ

Seine größten Erfolge erlebte der Verein in den 1990er Jahren, als er unter dem Namen AC Parma an vier Europapokalendspielen (von 1993 bis 1995 drei in Folge) teilnahm, zweimal den UEFA-Pokal und einmal den Europapokal der Pokalsieger gewann. Ohne jemals einen Meistertitel gewonnen zu haben, ist Parma Calcio damit im Europapokal der vierterfolgreichste Verein Italiens hinter den großen drei, Juventus Turin, dem AC Mailand und Inter Mailand. Darüber hinaus haben die Parmesaner bei fünf Endspielteilnahmen dreimal die Coppa Italia für sich entschieden.

Die beste Platzierung in der Serie A, in welcher der Verein von 1990 bis 2008 sowie von 2009 bis 2015 24 Spielzeiten verbrachte, erreichte der AC Parma mit der Vizemeisterschaft 1997. Nach dem sportlichen Abstieg aus der höchsten Liga 2015 nahm der neugegründete Amateurverein an der viertklassigen Serie D teil. 2016/2017 spielte Parma Calcio in der Lega Pro und stieg als Vizemeister nach Play-offs in die zweitklassige Serie B auf. In der Saison 2017/18 wurde der Verein Vizemeister in der Serie B. In der Saison 2018/19 spielt der Verein in der Serie A. Somit gelang Parma Calcio dreimal in Folge ein Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Das Stadio Ennio Tardini, seit 1923 Heimstätte von Parma Calcio 1913

GründungsphaseBearbeiten

Der Verein wurde 1913 ursprünglich unter dem Namen Verdi AC gegründet. Jedoch wurde der Vereinsname schnell auf den Namen der Stadt geändert. Der Verein pendelte fortan die meiste Zeit seines Bestehens zwischen der zweitklassigen Serie B und der drittklassigen Serie C. Zum Ende der 1960er-Jahre stieg er dann in die halbprofessionellen Ligen Italiens ab.

Nachdem der Verein mehrmals seinen Besitzer und Namen gewechselt hatte, schloss er sich im Jahre 1970 mit dem AC Parmense zusammen. Der Verein steigt wieder in das italienische Profiligensystem auf, blieb aber bis Mitte der 1980er-Jahre wenig erfolgreich.

Sportliche HochphaseBearbeiten

Im Jahre 1985 übernahm der spätere italienische Nationaltrainer Arrigo Sacchi das Management des Vereins. Unter seiner Führung wurde die AC Parma Meister der Serie C1. Als der Verein im Mittelfeld der Serie B stand, wechselte Sacchi zum AC Mailand.

Sacchis Nachfolger Nevio Scala führte die AC Parma 1990 zum erstmaligen Aufstieg in die Serie A. Mit der Verpflichtung einiger talentierter Spieler aus dem Ausland formte Scala eine Spitzenmannschaft. Bereits im ersten Jahr gelang es dem Team, sich mit dem sechsten Platz in der Serie A für den UEFA-Pokal zu qualifizieren.

Finanziert wurde der Erfolg durch den italienischen Nahrungsmittelkonzern Parmalat, der sich als Sponsor zur Verfügung stellte und eine Beteiligung in Höhe von 45 Prozent des Vereins erwarb.

Der Erfolg der AC Parma auf nationaler und internationaler Ebene machte den Verein für zahlreiche Stars interessant. So schlossen sich die italienischen Nationalspieler Fabio Cannavaro, Gianfranco Zola, Dino Baggio und Diego Fuser dem Verein an.

Trainer Nevio Scala verließ 1996 den Verein und sein Amt wurde von Carlo Ancelotti übernommen. Mit ihm gelang 1997 mit der Vizemeisterschaft die beste Platzierung des Vereins in seiner Geschichte. Am Ende lag die AC Parma nur zwei Punkte hinter dem Meister Juventus Turin.

Seit ihrem Aufstieg in die Serie A konnte sich die AC Parma in jedem jeweils folgenden Jahr für einen Europapokal qualifizieren. Folgende drei europäische Trophäen gewann der Klub dabei: 1993 den Europapokal der Pokalsieger sowie 1995 und 1999 den UEFA-Pokal.

Niedergang des AC Parma und Neugründung als FC ParmaBearbeiten

Im Sommer 2004 musste die Muttergesellschaft der AC Parma, der Parmalat-Konzern, Konkurs anmelden. Dieser betraf auch den AC Parma. Nur durch ein vom italienischen Industrieminister Antonio Marzano eingebrachtes Gesetz konnte der Verein aus der Konkursmasse von Parmalat herausgelöst und somit vor der Liquidation gerettet werden. Als Nachfolgeverein wurde der FC Parma gegründet, der den Startplatz des AC Parma in der Serie A übernahm und bis zum Ablauf der Saison 2005/06 unter Gläubigerschutz gestellt wurde.

Wechselhafte Zeit als FC Parma und erneuter NiedergangBearbeiten

 
Anhänger des FC Parma
Logo des AC Parma
und des FC Parma


Am 15. Dezember 2004 übernahm Pietro Carmignani das Traineramt des italienischen Erstligisten und folgte dem zuvor entlassenen Silvio Baldini, der mit der AC Parma 2002 die Coppa Italia gewonnen hatte. In der Saison 2004/05 führten die finanziellen Turbulenzen fast zum Abstieg des Vereins, der Gang in die Serie B konnte aber gerade noch vermieden werden. In der darauf folgenden Saison lief es sportlich wieder besser und man konnte sich – auch dank der Urteile im Italienischen Fußballskandal – wieder für den UEFA-Pokal qualifizieren.

Am 12. Mai 2008 wurde einen Spieltag vor Ende der Saison 2007/08 der erst am 11. März 2008 verpflichtete Trainer Héctor Cúper aufgrund des drohenden Abstiegs entlassen. Sein Nachfolger wurde Jugendtrainer Andrea Manzo. Am Ende der Saison stieg der FC Parma als Tabellenvorletzter trotzdem in die Serie B ab, schaffte aber den direkten Wiederaufstieg und spielte in der Saison 2009/10 wieder erstklassig. Zum Saisonende wurde mit dem Erreichen des achten Platzes der Ligaerhalt gesichert, mit drei Zählern Rückstand auf Juventus Turin wurde die Qualifikation für die UEFA Europa League nur knapp verfehlt.

Die Spielzeit 2010/11 verlief für den FC Parma durchwachsen und man schloss die Saison auf dem 12. Tabellenplatz ab. Dagegen verpasste man in der Saison 2011/12 als Tabellenachter die Qualifikation für die UEFA Europa League erneut nur knapp – am Ende fehlten zwei Punkte auf den Tabellensechsten Inter Mailand. Nach dem 10. Platz in der Saison 2012/13 gelang 2013/14 mit dem 6. Platz wieder die sportliche Qualifikation für die Europa League, doch wurde der FC Parma von der UEFA wegen steuerlicher Unregelmäßigkeiten von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die folgende Spielzeit verlief, schon allein sportlich gesehen, katastrophal für den FC Parma. Trotz einiger Überraschungssiege zu Hause gegen Juventus Turin, die AC Florenz und Inter Mailand sowie eines 4:5 gegen den AC Mailand befand sich der Verein bereits früh am Tabellenende. Hinzu kamen drei Abzüge von insgesamt sieben Punkten aus finanziellen Gründen. Im März 2015 wurde der Klub schließlich offiziell für insolvent erklärt. Die Schulden beliefen sich auf 218 Millionen Euro.[1] Teilweise konnten die Parmesaner nicht einmal mehr das Geld für die Austragung ihrer Heimspiele aufbringen, so dass diese verschoben werden mussten. Letztlich stieg der Verein mit 19 Punkten als Tabellenletzter aus der Serie A ab, woran auch die sportliche Bilanz von 26 Punkten ohne Abzüge nichts geändert hätte.

Zweite NeugründungBearbeiten

 
Vereinswappen von der Neugründung 2015 bis 2016

Am 30. Juni 2015 wurde der Verein als Parma Calcio 1913 neu gegründet und übernahm nach Artikel 52, Paragraph 10 der Norme organizzative interne della FIGC (kurz NOIF, dt. Internes Organisationsreglement der FIGC) die Nachfolge des FC Parma im Amateurbereich. In der Saison 2015/16 trat Parma Calcio somit in der viertklassigen Serie D, der höchsten Spielklasse im Amateurbereich, an.[2] Neuer Präsident wurde der frühere Trainer Nevio Scala, der den AC Parma 1990 in die Erstklassigkeit geführt hatte. Unterstützt wird der Klub vom Nahrungsmittelkonzern Barilla und sieben weiteren Investoren. Als Trainer folgte nach drei Jahren unter Roberto Donadoni der frühere Spieler des AC Parma, Luigi Apolloni, der bis dahin in der Serie B und der Ersten Liga Sloweniens tätig gewesen war. Schon nach einer Saison, in der der Zuschauerrekord der Serie D verdoppelt wurde, stieg der Verein mit 94 Punkten als ungeschlagener Meister seiner Gruppe direkt in die professionelle Lega Pro auf. 2016/2017 gelang der Durchmarsch in die Serie B, 2017/2018 erfolge der Durchmarsch in die Serie A. Der Spieler Emanuele Calaiò geriet jedoch unter Manipulationsverdacht und so muss der Verein in der Saison 2018/2019 mit einer Hypothek von minus 5 Punkten starten.[3]

Ehemalige SpielerBearbeiten

TorhüterBearbeiten

AbwehrspielerBearbeiten

MittelfeldspielerBearbeiten

StürmerBearbeiten

TrainerhistorieBearbeiten

1919–1920 Italien  Violi
Italien  Porcelli
Italien  Spaggiari
1920/21 England  Percy Humphrey
1921/23 Osterreich  Adolf Riebe
1923/24 Italien  Guido Ara
1924/25 Italien  Gabbi
1925/26 Osterreich  Karl Achatzy
1926/27 Italien  Ghini
Osterreich  Johann Strnad
1927/28 Italien  Emilio Grossi
1928/29 Italien  Raoul Violi
1929/30 Italien  Emilio Grossi
1930/31 Ungarn  Armand Halmos
1931/32 Italien  Emilio Grossi
1932/33 Italien  Crotti
1933–1936 Italien  Tito Mistrali
1936/37 Italien  Alfredo Mattioli
1937/38 Italien  Elvio Banchero
1938/39 Ungarn  Pál Szalaj
1939/40 Ungarn  József Wereb
1940–1942 Italien  Alfredo Mattioli
1942/43 Italien  Italo Defendi
1945/46 Italien  Giuseppe Ferrari
1946/47 Italien  Renato Cattaneo
Italien  Lombatti
Italien  Frione
Italien  Mistrali
1947/48 Italien  Bruno Dentelli
Italien  Mazzoni
Dietrich
Italien  Tagliani
1948/49 Italien  Renato Cattaneo
Italien  Giuberti
Italien  Mistrali
Italien  Ferrari
Italien  Lombatti
Italien  Carlo Rigotti
1949/50 Italien  Carlo Rigotti
1950/51 Italien  Giovanni Mazzoni
Italien  Boni
Italien  Mattioli
1951–1953 Italien  Paolo Tabanelli
1953/54 Italien  Carlo Alberto Quario
1954–1956 Italien  Ivo Fiorentini
1956/57 Italien  Olivieri
Italien  Giuberti
Tschechien  Čestmír Vycpálek
1957/58 Tschechien  Čestmír Vycpálek
1958–1960 Italien  Guido Mazzetti
1960/61 Italien  Guido Mazzetti
Italien  Mario Genta
1961/62 Italien  Mario Genta
1962/63 Italien  Mario Genta
Italien  Canforini
1963/64 Italien  Canforini
Italien  Diotallevi
Italien  Sentimenti
1964/65 Italien  Bruno Dazzi
Italien  Bruno Arcari
1965/66 Italien  Ivano Corghi
Italien  Dante Boni
1966/67 Italien  Dante Boni
Italien  Brighenti
1967/68 Italien  Giancarlo Vitali
1968/69 Italien  Dante Boni
Italien  Lorenzi
Italien  Dante Boni
1968/69 Italien  Giancarlo Vitali
1969/70 Italien  Giancarlo Vitali
Italien  Stefano Angeleri
1970/71 Italien  Stefano Angeleri
1971/72 Italien  Stefano Angeleri
Italien  Antonio Soncini
1972/74 Italien  Giorgio Sereni
1974/75 Italien  Giorgio Sereni
Italien  Renato Gei
1975/76 Italien  Giovanni Meregalli
1976/77 Italien  Tito Corsi
Italien  Bruno Mora
1977/78 Italien  Gianni Corelli
Italien  Giorgio Visconti
1978/79 Italien  Graziano Landoni
Italien  Cesare Maldini
1979/80 Italien  Cesare Maldini
Italien  Domenico Rosati
1980/81 Italien  Domenico Rosati
Italien  Giorgio Sereni
1981/82 Italien  Giancarlo Danova
1982/83 Italien  Giancarlo Danova
Italien  Bruno Mora
1983/84 Italien  Marino Perani
1984/85 Italien  Marino Perani
Italien  Flaborea
Italien  Pietro Carmignani
1985–1987 Italien  Arrigo Sacchi
1987/88 Tschechien  Zdeněk Zeman
Italien  Giampiero Vitali
1988/89 Italien  Giampiero Vitali
1989–1996 Italien  Nevio Scala
1996–1998 Italien  Carlo Ancelotti
1998–2000 Italien  Alberto Malesani
2000/01 Italien  Alberto Malesani
Italien  Arrigo Sacchi
Italien  Renzo Ulivieri
2001/02 Italien  Renzo Ulivieri
Argentinien  Daniel Passarella
Italien  Pietro Carmignani
2002–2004 Italien  Cesare Prandelli
2004/05 Italien  Silvio Baldini
Italien  Pietro Carmignani
2005/06 Italien  Mario Beretta
2006/07 Italien  Stefano Pioli
Italien  Claudio Ranieri
2007/08 Italien  Domenico Di Carlo
Argentinien  Héctor Cúper
Italien  Andrea Manzo
2008/09 Italien  Luigi Cagni
Italien  Francesco Guidolin
2009/10 Italien  Francesco Guidolin
2010/11 Italien  Pasquale Marino
Italien  Franco Colomba
2011/12 Italien  Franco Colomba
Italien  Roberto Donadoni
2012–2015 Italien  Roberto Donadoni
2015–2016 Italien  Luigi Apolloni
2016–2017 Italien  Stefano Morrone
2017– Italien  Roberto D'Aversa

ErfolgeBearbeiten

NationalBearbeiten

InternationalBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: SSD Parma Calcio 1913 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten