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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Osburg
Osburg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Osburg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 43′ N, 6° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 456 m ü. NHN
Fläche: 32,92 km2
Einwohner: 2422 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 06500
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 103
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Website: www.gemeinde-osburg.de
Ortsbürgermeisterin: Silvia Klemens (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Osburg im Landkreis Trier-Saarburg
LuxemburgSaarlandEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldTrierBescheid (Hunsrück)Beuren (Hochwald)DamflosGeisfeldGrimburgGusenburgHermeskeilHinzert-PölertNaurath (Wald)Neuhütten (Hochwald)RascheidReinsfeldZüschBaldringenGreimerath (bei Trier)HeddertHenternKell am SeeLampadenMandernPaschelSchillingenSchömerichVierherrenbornWaldweilerZerfKanzemKonzNittelOberbilligOnsdorfPellingenTawernTemmelsWasserlieschWawern (Saar)Wellen (Mosel)WiltingenBonerathFarschweilerGusterathGutweilerHerlHinzenburgHolzerathKasel (bei Trier)KorlingenLorscheidMertesdorfMorscheidOllmuthOsburgPluwigRiveris (Gemeinde)Schöndorf (an der Ruwer)Sommerau (an der Ruwer)ThommWaldrachAylFisch (Saargau)FreudenburgIrsch (bei Saarburg)Kastel-StaadtKirfMannebach (bei Saarburg)MerzkirchenOckfenPalzemSaarburgSchodenSerrigTaben-RodtTrassemWincheringenBekondDetzemEnschFell (Mosel)FöhrenKennKlüsserathKöwerichLeiwenLongenLonguichMehring (Mosel)Naurath (Eifel)PölichRiolSchleichSchweichThörnichTrittenheimAach (bei Trier)FranzenheimHockweilerIgel (Mosel)Kordel (Eifel)LangsurNewelRalingenTrierweilerWelschbilligZemmerKarte
Über dieses Bild
typisch moselfränkisches Gehöft in der Ortsmitte

Osburg (moselfränkisch: Öhsborsch [øːsboʁʃ, øːsborʃ]) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

GeographieBearbeiten

Die anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde liegt im Erholungsgebiet Osburger Hochwald und im Naturpark Saar-Hunsrück nahe dem Riveristal (und der Riveristalsperre) zwischen Trier und Hermeskeil im moselfränkischen Sprachraum. Der mittelalterliche Rundturm dient der Kirche als Glockenturm. Bei Osburg befindet sich an der Landesstraße 151 (ehem. Bundesstraße 52) das Gewerbe- und Industriegebiet im Ortsteil Neuhaus. Der Ortsteil Forsthaus Sternfeld befindet sich ebenfalls an der L 151.[2]

GeschichteBearbeiten

Die Gegend um Osburg war vermutlich schon vor mehr als 2000 Jahren besiedelt, was Funde von Gegenständen und Bodendenkmalen, sowohl römischen als auch vor-/keltischen Ursprungs belegen.

Zwischen 1190 und 1200 wurde der Ort erstmals als Oysperg überliefert bei einer königlichen Schenkung des Hochwaldes an den Trierer Erzbischof.

Im Liber annalium iurium um 1212 wurden für den Ort die dem Erzbischof gehörenden Hufen, eine Mühle und eine Pfarrkirche erwähnt. Im 13. Jahrhundert erschien der Ort als Ozburc, Ozburch oder Hozburch. Eine erzbischöfliche Hofstatt und der Bau eines Gebäudes für einen Hofmann wurden 1317 erwähnt.

Der Zusammenhang der Personen Peter von Osburg und des Obristen Jakob von Osburg mit dem Ort ist ungeklärt. Ein weiterer Peter von Osburg, auch Johann Peter von Bernkastel genannt, war 1461–1464 Geistlicher in St. Wendel.[3]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Osburg zur Pflege Waldrach im Amt Pfalzel des Kurfürstentums Trier. Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen gehörte der Ort von 1798 bis 1814 zum Kanton Hermeskeil im Saardepartement und kam 1815 aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Im Jahr 1816 wurde die Gemeinde dem Landkreis Trier zugeordnet und gehörte von 1822 an zur Rheinprovinz. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Osburg zur Bürgermeisterei Farschweiler und später zum Amt Waldrach.

Die Waldhüttensiedlungen rund um den Ort wurden Mitte des 19. Jahrhunderts aufgelöst.

Im Jahre 1893 wurde die Straße zwischen Waldrach und Hermeskeil über Hinkelhaus und Neuhaus fertiggestellt, 1913 erhielt Osburg Wasserleitungen und elektrischen Strom.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort zu etwa 60 % zerstört. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges im vorderen Osburger Hochwald und im Ruwertal erschien im Dezember 2016 das Buch Gefallene Festungen. Südöstlich von Osburg befindet sich in der Nähe der Landesstraße 151 an der Grünbrücherschneise ein Bunker als Teil des ehemaligen Westwalls.

Ende des 20. Jahrhunderts entstanden mehrere Neubaugebiete und das Gewerbe- und Industriegebiet Osburg-Neuhaus.

Erstmals in seiner Geschichte stellte Osburg als „Nichtweinort“ mit Julia Bonert die Ruwerweinkönigin 2004/2006.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Osburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 515
1835 850
1871 1.055
1905 1.092
1939 1.246
1950 1.227
1961 1.380
Jahr Einwohner
1970 1.514
1987 1.599
1997 1.733
2005 2.252
2011 2.400
2017 2.435
Grafik der Einwohnerentwicklung
 

KlimaBearbeiten

Das Klima des Ortes Osburg sowie des gesamten Osburger Hochwaldes als Teil des Hunsrück ist ozeanisch geprägt. Die Sommer sind recht kühl, die Winter -im Vergleich zu weiter östlich gelegenen Mittelgebirgen- eher mild, aber auf Grund der Höhenlage und häufiger Niederschläge im Winter, durchaus schneereich.

Im Sommer sind Hitzetage mit Tageshöchsttemperaturen von mehr als 30 °C im Gegensatz zum naheliegenden Moseltal recht selten. Selbst Sommertage mit einer Höchsttemperatur von 25 °C und mehr gibt es nicht häufig. Im Vergleich zu Becken- und Tallandschaften tritt in Osburg im Sommer daher eine wesentlich geringere Schwüle- und Wärmebelastung auf. Raureif tritt zum Teil noch im Juni und oft auch schon wieder im September auf. Auch in den Hochsommermonaten Juli und August treten in Osburg Tiefsttemperaturen von 5 °C und darunter auf. Mit Schneefall oder Schneeregen muss selbst noch im Mai (so z. B. noch am 23. Mai 2013) und bereits wieder im Oktober gerechnet werden. Es ist ganzjährig recht windig mit zum Teil schweren Stürmen im Winterhalbjahr.

Statistische Erhebungen von 2003 bis 2015 haben gezeigt, dass die Durchschnittstemperatur in Osburg mit ca. 8 °C in etwa um 3 °C niedriger liegt als in den Niederungen des Moseltales. Während die Täler von Mosel, Saar und Ruwer im Herbst und Winter oft in dichte Talnebel gehüllt sind, herrscht zur gleichen Zeit in Osburg auf Grund der Höhenlage oft schönes Wetter mit einer guten Fernsicht, die nach Norden und Nordwesten weit in die Eifel und bis in die luxemburgisch-belgischen Ardennen reicht. Durch diesen Inversionseffekt herrscht in den Höhenlagen oft eine besonders gute und klare Luft, die im Hunsrück anerkanntermaßen eine hohe Qualität aufweist.

Die Niederschlagshöhe ist in Osburg mit durchschnittlich ca. 1.060 Liter pro m² im Jahr (Durchschnittswert 2003 bis 2015) – wie im ganzen südwestlichen Hunsrück – recht hoch. Die Niederschlagshöhen im Osburger Hochwald gehören auf Grund der ausgeprägten Luvlage zu den höchsten in Rheinland-Pfalz. Tagesniederschlagssummen von 50 bis 100 Liter/m² können durchaus auftreten (in Osburg z. B. 88,2 Liter pro m² innerhalb 24 Stunden am 26./27. August 2010). Die monatlichen Niederschläge können in Osburg durchaus deutlich mehr als 200 Liter pro m² betragen (z. B. Juli 2014 mit 237,4 Liter pro m²).[5]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Gemeinderat
5
11
11 
Insgesamt 16 Sitze

Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 5 11 16 Sitze
2014 5 2 9 16 Sitze
2009 5 3 8 16 Sitze
2004 4 3 9 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Osburg e. V.

OrtsbürgermeisterBearbeiten

  • Hans Rausch, CDU, bis 1984
  • Werner Mergens, FWG, 1984 bis 2011, Träger des Bundesverdienstordens[7]
  • Hubert Rommelfanger, FWG, 2012 bis 2017
  • Klaus Bauer, SPD, 2017[8] bis 2019
  • Silvia Klemens, FWG, ab 2019

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Der Schild ist geteilt und in der oberen Hälfte gespalten. Rechts oben in Silber ein rotes Balkenkreuz. Links oben in Blau eine silberne Burg mit einem Turm. Unten in Gold ein grüner Dreiberg mit drei grünen Tannen.“
Wappenbegründung: Das rote Kreuz in Silber ist das heraldische Wahrzeichen des Erzbistums und Kurstaates Trier, zu dem Osburg vom Mittelalter bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte. Die Burg erinnert an die ehemalige Burg Osburg, deren Turm in dieser Form heute als Turm der modernen Pfarrkirche erhalten ist. Der Dreiberg mit den Tannen weist auf die landschaftliche Lage von Osburg im Trierer Hochwald hin.

PartnergemeindeBearbeiten

Kultur und VereineBearbeiten

Mehr als 20 Vereine sind in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen aktiv. Die Gewerbevereinigung Osburger Hochwald e. V. mit Sitz in Osburg bestand von 2002 bis 2018 und führte mehrfach Gewerbeschauen im Gewerbe- und Industriegebiet Osburg-Neuhaus durch. Das Osburger Dorf- und Heimatfest erlangte überregionale Bedeutung durch den Auftritt international bekannter Interpreten.[9]

MedienBearbeiten

Örtliche Medien sind der Trierische Volksfreund, der Mosel-Ruwertaler Wochenspiegel und das Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Nahe Osburg-Neuhaus befindet sich ein 380-Kilovolt-Umspannwerk, es wird betrieben durch die Amprion GmbH. Die Anlage ist Bestandteil des europäischen Höchstspannungsnetzes und dient der Versorgung im Trierer Umland. Siehe auch: Liste der Schaltanlagen im Höchstspannungsnetz in Deutschland#Rheinland-Pfalz.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

  • Schule, Kindergarten, Feuerwehrhaus, Festplatz, Sportplatz, Tennisplätze, Vereinshaus, Pfarrheim
  • Osburger Hochwaldhalle

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Osburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 119 (PDF; 3 MB).
  3. Kath. Pfarrgemeinde St. Wendelin
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten.
  5. Quelle: Private Wetterseite von Jörg Peter Steinmetz, Osburg
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Trierischer Volksfreund
  8. Ergebnis Ortsbürgermeisterwahl Osburg 2017
  9. Bericht im Trierischen Volksfreund
  10. Quelle: Holocaust Research Project (engl.), abgerufen am 19. Juli 2016