Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Pellingen
Pellingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Pellingen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 6° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Konz
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 7,22 km2
Einwohner: 1151 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54331
Vorwahl: 06588
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 106
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 11
54329 Konz
Website: www.pellingen.de
Ortsbürgermeister: Wolfgang Willems (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Pellingen im Landkreis Trier-Saarburg
LuxemburgSaarlandEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldTrierBescheid (Hunsrück)Beuren (Hochwald)DamflosGeisfeldGrimburgGusenburgHermeskeilHinzert-PölertNaurath (Wald)Neuhütten (Hochwald)RascheidReinsfeldZüschBaldringenGreimerath (bei Trier)HeddertHenternKell am SeeLampadenMandernPaschelSchillingenSchömerichVierherrenbornWaldweilerZerfKanzemKonzNittelOberbilligOnsdorfPellingenTawernTemmelsWasserlieschWawern (Saar)Wellen (Mosel)WiltingenBonerathFarschweilerGusterathGutweilerHerlHinzenburgHolzerathKasel (bei Trier)KorlingenLorscheidMertesdorfMorscheidOllmuthOsburgPluwigRiveris (Gemeinde)Schöndorf (an der Ruwer)Sommerau (an der Ruwer)ThommWaldrachAylFisch (Saargau)FreudenburgIrsch (bei Saarburg)Kastel-StaadtKirfMannebach (bei Saarburg)MerzkirchenOckfenPalzemSaarburgSchodenSerrigTaben-RodtTrassemWincheringenBekondDetzemEnschFell (Mosel)FöhrenKennKlüsserathKöwerichLeiwenLongenLonguichMehring (Mosel)Naurath (Eifel)PölichRiolSchleichSchweichThörnichTrittenheimAach (bei Trier)FranzenheimHockweilerIgel (Mosel)Kordel (Eifel)LangsurNewelRalingenTrierweilerWelschbilligZemmerKarte
Über dieses Bild

Pellingen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Konz an.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Pellingen ist Namensgeber der naturräumlichen Einheit Pellinger Hochflächen.

Zu Pellingen gehören auch die Gemeindeteile Jagdhütte und Hof Langenstein.[2]

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 992 mm und liegt damit im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 84 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im November. Im November fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 9 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

FrühgeschichteBearbeiten

Altsteinzeit (um 50.000 v. Chr.)Bearbeiten

Fund eines Faustkeils aus der Altsteinzeit beim Wacken. (Quelle: Landesmuseum Trier)

Jungsteinzeit (5000–3500 v. Chr.)Bearbeiten

Bruchstück einer neolithischen Schneide unter den keltischen Fürstengräbern (Indiz/Quelle: Ausgrabungen der Fürstengräber, Landesmuseum Trier)

AltertumBearbeiten

Bronzezeit (2200 – 800 v. Chr.)Bearbeiten

Bruchstück unter den keltischen Fürstengräbern (Indiz/Quelle: Ausgrabungen der Fürstengräber, Landesmuseum Trier)

Hallstattzeit (800–450 v. Chr.)Bearbeiten

Samen von Unkräutern in einer älteren Siedlungsschicht unterhalb des keltischen Fürstengrabes bezeugen erste ackerbauliche Tätigkeiten auf der Pellinger Hochfläche. (Quelle: Ausgrabungen der Fürstengräber, Landesmuseum Trier)

Latènezeit(450–50 v. Chr.)Bearbeiten

Älteste Funde belegen, dass die Pellinger Gemarkung als Wohngebiet keltischer Urbevölkerung vom Volk der Treverer anzusehen ist. Entlang einer alten keltischen Verkehrsachse vom heutigen Saarland über Trier wurden an den „Drei Köpfen“ drei Hügelgräber entdeckt, durch deren Inhalt – Beigaben für die Toten – sie als keltische Fürstengräber (5. bis 4. Jahrhundert v. Chr.) identifiziert werden konnten. Insbesondere die dort gefundenen Stoffreste geben einen guten Einblick in das damalige Alltagsleben. Etruskische Ornamente bei den Grabbeigaben belegen weitreichende Handelsbeziehungen bis in den Mittelmeerraum in der vorrömischen Zeit. (Quelle: Ausgrabungen der Fürstengräber, Landesmuseum Trier)

RömerzeitBearbeiten

Nach der Eroberung des Trever-Gebietes durch Julius Cäsar wurde auch über die Pellinger Höhen entlang eines vermutlich alten Keltenweges eine römische Heerstraße ausgebaut, die das römische Trier (Augusta Treverorum) mit den wichtigen Handelszentren Contiomagus (Dillingen-Pachten) und Teulegium (Tholey) verbanden. Eine römische Theatermaske und eine Stele mit dem Gesicht eines Satyrs sind auch heute noch in der Pfarrkirche St. Antonius zu sehen. Neueste Ausgrabungen belegen weitere Standorte von kleinen römischen Besiedlungen im Umfeld der Römerstraße. Es sind hierbei nicht diese großen Landvillen wie an der Mosel, sondern kleine Gebäude. Vielleicht waren es Gebäude von Pächterfamilien? Nachweisliche verkohlte Holzreste an diesen Fundstätten beweisen, dass diese Gebäude während des Germaneneinfalls um 275 n. Chr. heimgesucht wurden.

MittelalterBearbeiten

Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 973. Hier bestätigte Kaiser Otto II. der Abtei Oeren (St. Irminen) den Besitz von „Pellinc“ = Pellingen.[3] Diese Nennung bereitet den Historikern noch einige Schwierigkeiten, da der Ort weder vorher noch nachher als Besitztum der Abtei Oeren/St.Irminen zu finden ist. Der Historiker Petrus Becker vermutet in der Chronik der Benediktinerabtei, dass es sich hierbei um rechts des Olewiger Baches und ursprünglich zu Pellingen gehörende Besitztümer handelt, die später unter Poppo zum Komplex Franzenheim-Ollmuth gefallen sind. Der Kirchenhistoriker Ferdinand Pauly folgert demnach auch, dass die Abtei St. Matthias bereits in frühester Zeit ein Gebiet zur Seelsorge besaß, welches sich von der südlichen Stadt Trier bis weit in das Pellinger Bergland erstreckte. Im Jahre 1148 bestätigte Papst Eugen III. der Abtei ihre Besitzungen. Hier wird „Pellinc“ mit Kirche und Grundherrschaft erwähnt. Dies ist gleichzeitig der erste Nachweis einer Kirche in Pellingen. 1787 wurden Krettnach, Ober- und Niedermennig von der Pfarrei Pellingen abgetrennt. Die klösterliche Herrschaft endete mit der Französischen Revolution.

NeuzeitBearbeiten

Pellinger SchanzenBearbeiten

Zur Verteidigung der Stadt Trier gegen die von der Festung Saarlouis vorrückenden französischen Revolutionstruppen wurden die Pellinger Schanzen als Verteidigungslinie entlang der alten Römerstraße ausgebaut. Im Jahre 1792 konnten die französischen Truppen noch zurückgeschlagen werden. In der entscheidenden Schlacht im Jahre 1794 mussten sich die alliierten österreichischen, preußischen und trierischen Truppen der über 15.000 Mann starken französischen Übermacht unter General Moreau geschlagen geben. Am nächsten Tag marschierten die Revolutionstruppen in die Stadt Trier. Noch heute zeugt eine Tafel am Triumphbogen in Paris über die Bedeutung dieser Schlacht. In dieser Folge bedeutete es das Ende des Kurfürstentums Trier.

Zweiter WeltkriegBearbeiten

Am 1. März 1945 nahmen vorrückende US-Truppen Pellingen ein.[4]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Pellingen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 245
1835 379
1871 526
1905 483
1939 535
1950 515
Jahr Einwohner
1961 570
1970 652
1987 937
1997 957
2005 1.001
2018 1.151

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

3
4
9
Insgesamt 16 Sitze

Der Ortsgemeinderat in Pellingen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 3 9 4 16 Sitze
2014 1 8 3 12 Sitze
2009 1 7 4 12 Sitze
2004 2 5 5 12 Sitze
1999 2 4 6 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Pellingen e. V.

VerkehrBearbeiten

Durch Pellingen führt die Bundesstraße 268 von Trier nach Saarbrücken, die in Trier auch als Pellinger Straße bezeichnet wird.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pellingen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 76 (PDF; 2,2 MB).
  3. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien, Band 1, Coblenz: Hölscher, 1860, (Urkunde 241)
  4. Charles B. MacDonald: The Last Offensive. Chapter VII, The Saar-Moselle Triangle, S. 133 (online [abgerufen am 23. Dezember 2015]).
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen