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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kanzem
Kanzem
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kanzem hervorgehoben
Koordinaten: 49° 40′ N, 6° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Konz
Höhe: 145 m ü. NHN
Fläche: 4,29 km2
Einwohner: 638 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54441
Vorwahl: 06501
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 055
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Markt 11
54329 Konz
Website: www.kanzem.de
Ortsbürgermeister: Johann Peter Mertes (parteilos)
Lage der Ortsgemeinde Kanzem im Landkreis Trier-Saarburg
LuxemburgSaarlandEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldTrierBescheid (Hunsrück)Beuren (Hochwald)DamflosGeisfeldGrimburgGusenburgHermeskeilHinzert-PölertNaurath (Wald)Neuhütten (Hochwald)RascheidReinsfeldZüschBaldringenGreimerath (bei Trier)HeddertHenternKell am SeeLampadenMandernPaschelSchillingenSchömerichVierherrenbornWaldweilerZerfKanzemKonzNittelOberbilligOnsdorfPellingenTawernTemmelsWasserlieschWawern (Saar)Wellen (Mosel)WiltingenBonerathFarschweilerGusterathGutweilerHerlHinzenburgHolzerathKasel (bei Trier)KorlingenLorscheidMertesdorfMorscheidOllmuthOsburgPluwigRiveris (Gemeinde)Schöndorf (an der Ruwer)Sommerau (an der Ruwer)ThommWaldrachAylFisch (Saargau)FreudenburgIrsch (bei Saarburg)Kastel-StaadtKirfMannebach (bei Saarburg)MerzkirchenOckfenPalzemSaarburgSchodenSerrigTaben-RodtTrassemWincheringenBekondDetzemEnschFell (Mosel)FöhrenKennKlüsserathKöwerichLeiwenLongenLonguichMehring (Mosel)Naurath (Eifel)PölichRiolSchleichSchweichThörnichTrittenheimAach (bei Trier)FranzenheimHockweilerIgel (Mosel)Kordel (Eifel)LangsurNewelRalingenTrierweilerWelschbilligZemmerKarte
Über dieses Bild
Kanzem von der Wiltinger Kupp

Der Weinort Kanzem, zumindest bahnamtlich bis 1. September 1936 Canzem geschrieben,[2] liegt an der unteren Saar in Rheinland-Pfalz. Er ist eine Ortsgemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Konz im Landkreis Trier-Saarburg.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Zugang über BrückenBearbeiten

Kanzem liegt an der Saarstrecke, deren Haltepunkt Kanzem allerdings auf der anderen Seite der Saar liegt.

Im Zuge des Ausbaus der Saar zur Großschifffahrtsstraße in den 1980er Jahren wurde die Ortslage von Kanzem zu einer Insel, umgeben von der Saar und dem Schleusenkanal (siehe Bild Ortseingang).

Kanzem ist über vier Brücken erreichbar. Aus Richtung Konz über die 1929 erbaute Saarbrücke, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1956 wiederhergestellt wurde. Aus Richtung Saarburg über die Wiltinger Saarbrücke. Aus Richtung Biebelhausen und aus Richtung Wawern über Brücken, die in den 1980er Jahren erbaut wurden. Letztere hat eine Länge von 179 Metern bei einer Spannweite von 169 Metern.

Zwischen Kanzem und Wawern befindet sich die Schleuse Kanzem am nördlichen Ende eines Schleusenkanals, der in den 1980er Jahren im Zuge des Ausbaus der Saar zur Großschifffahrtsstraße in einem ehemaligen Saarlauf ausgebaggert wurde.

GeschichteBearbeiten

Kanzem wird 1030 in einer Urkunde der Trierer Abtei St. Marien unter dem Namen Camesa als Filialort der Mutterkirche Wiltingen erstmals erwähnt. Der Ortsname geht auf vorrömische Zeit zurück und deutet auf eine frühe Besiedlung hin. Seit dem 12. Jahrhundert war Kanzem gemeinsam mit der Nachbargemeinde Wiltingen eine eigene Herrschaft, die als Enklave im Kurfürstentum Trier zum Herzogtum Luxemburg gehörte, bis die gesamte Region 1794 von Frankreich besetzt und durch den Frieden von Campo Formio 1797 an Frankreich angeschlossen wurde. Durch Beschluss des Wiener Kongresses 1815 kam Kanzem zur preußischen Rheinprovinz.[3][4]

Am 18. Juli 1946 wurde Kanzem gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem im Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abgetrennten Saargebiet angegliedert, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Am 6. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Kanzem an das 1946 neugebildete Land Rheinland-Pfalz.

GemeinderatBearbeiten

Der Ortsgemeinderat in Kanzem besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis 2009 wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU WG Gesamt
2019 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 5 4 3 12 Sitze
2004 4 5 3 12 Sitze

Weine aus KanzemBearbeiten

In Kanzem angebaute bekannte Saarweine sind:

Weitere Weinbergslagen, die auch von Kanzemer Winzern bearbeitet werden:

Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat ZukunftBearbeiten

 
2. Preis

Kanzem nimmt seit 1977 regelmäßig an Dorfwettbewerben mit nachstehenden Ergebnissen teil:

Hauptklasse Sonderklasse
Jahr Kreis Bezirk Kreis Bezirk Land
1983 1 1
1984 3 4
1987 4 5
1988 1 3 Bronze
1989 1
1990 3 5
1991 4 4
1995 5
1997 1 3 Silber
1999 1 1
2003 1 1 Gold

Ermuntert durch die Erfolge von 1999 bewarb sich die Ortsgemeinde Kanzem im Jahre 2000 als Vertreterin des Landes Rheinland-Pfalz um die Teilnahme am Europäischen Dorferneuerungswettbewerb. Das Motto lautete „Ohne Zukunft keine Vergangenheit“. Die Bewertungskriterien forderten in besonderem Maße einen ganzheitlichen Ansatz in der Dorferneuerung. Ergebnis war ein 2. Preis mit der Auszeichnung „Ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“, der am 13. Oktober 2000 Vertretern der Ortsgemeinde von der internationalen Bewertungsjury überreicht wurde.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Philosophischer FriedhofsgartenBearbeiten

Die besondere Gartenanlage eines Philosophischen Gartens wurde ab 2001 von Kanzemer Bürgerinnen und Bürgern geplant, gestiftet und ausgeführt. Die 2004 fertiggestellte öffentliche Anlage soll mit ihren vier Teilgärten Werden, Sein, Abschiednehmen und Paradies zum Nachdenken über das Leben und seine Vergänglichkeit anregen.

Landschaftsökologischer LehrpfadBearbeiten

Der landschaftsökologische LehrpfadNaturspur am Altarm der Saar“ beschäftigt sich mit den historischen und ökologischen Aspekten der Themenbereiche „Das Dorf“, „Der Fluss“, „Der Wald“ und „Die Kiesgruben“.

NaturschutzgebieteBearbeiten

Ein erheblicher Teil des Naturschutzgebiets Wiltinger Saarbogen liegt auf Kanzemer Gemeindegebiet.

VinothekBearbeiten

2007 wurde in Kanzem eine Vinothek eröffnet, an der sich die führenden Weingüter Kanzems sowie jeweils ein „Gastwinzer des Monats“ beteiligen.

WegekreuzeBearbeiten

Im Ortsbereich gibt es drei Wegekreuze. Eines davon steht am Saarufer und wird im Volksmund Halfenkreuz genannt. Das zwei Meter hohe Kreuz aus hellem Sandstein entstand um 1700. Nach der Überlieferung ging an dieser Stelle ein Saarschiff unter.

PersonenBearbeiten

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kanzem – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Verzeichnis der Änderungen von Bahnhofsnamen; unter RB-Direktion "Saarbrücken"
  3. Kanzem auf saar-obermosel.de
  4. Geschichte auf kanzem.de/
  5. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahlen 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen