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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Reinsfeld
Reinsfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Reinsfeld hervorgehoben

Koordinaten: 49° 40′ N, 6° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Hermeskeil
Höhe: 510 m ü. NHN
Fläche: 19,77 km2
Einwohner: 2347 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54421
Vorwahl: 06503
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 114
Adresse der Verbandsverwaltung: Langer Markt 17
54411 Hermeskeil
Website: www.reinsfeld.de
Ortsbürgermeister: Uwe Roßmann (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Reinsfeld im Landkreis Trier-Saarburg
LuxemburgSaarlandEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldTrierBescheid (Hunsrück)Beuren (Hochwald)DamflosGeisfeldGrimburgGusenburgHermeskeilHinzert-PölertNaurath (Wald)Neuhütten (Hochwald)RascheidReinsfeldZüschBaldringenGreimerath (bei Trier)HeddertHenternKell am SeeLampadenMandernPaschelSchillingenSchömerichVierherrenbornWaldweilerZerfKanzemKonzNittelOberbilligOnsdorfPellingenTawernTemmelsWasserlieschWawern (Saar)Wellen (Mosel)WiltingenBonerathFarschweilerGusterathGutweilerHerlHinzenburgHolzerathKasel (bei Trier)KorlingenLorscheidMertesdorfMorscheidOllmuthOsburgPluwigRiveris (Gemeinde)Schöndorf (an der Ruwer)Sommerau (an der Ruwer)ThommWaldrachAylFisch (Saargau)FreudenburgIrsch (bei Saarburg)Kastel-StaadtKirfMannebach (bei Saarburg)MerzkirchenOckfenPalzemSaarburgSchodenSerrigTaben-RodtTrassemWincheringenBekondDetzemEnschFell (Mosel)FöhrenKennKlüsserathKöwerichLeiwenLongenLonguichMehring (Mosel)Naurath (Eifel)PölichRiolSchleichSchweichThörnichTrittenheimAach (bei Trier)FranzenheimHockweilerIgel (Mosel)Kordel (Eifel)LangsurNewelRalingenTrierweilerWelschbilligZemmerKarte
Über dieses Bild
Rösterkopf bei Reinsfeld

Reinsfeld (moselfränkisch: Räänzelt / Räänsbelt) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hermeskeil an. Reinsfeld ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

GeographieBearbeiten

Reinsfeld liegt im Naturpark Saar-Hunsrück am Fuße des Rösterkopfes (708,1 m ü. NHN).

Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Azur-Campingpark, Bahnhof Pölert, Birkenhof, Eichhof, Felsenmühle, Industriegebiet Völkersheide, Lindenhof und Meisbrück.[3]

Nachbargemeinden sind Beuren (Hochwald), Hinzert-Pölert, Rascheid, Hermeskeil, Gusenburg, Grimburg, Kell am See und Osburg.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 1115 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 90 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,6-mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren stark. An 68 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

Reinsfeld wurde zuerst in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Egbert aus dem Jahr 981 unter dem Namen „Reinoniscampo“ erwähnt.[4] Der Name „Reinoniscampus“ wird gedeutet als „das Feld des Reno oder Raino“. Der Ort ist vermutlich um das Jahr 800 entstanden. In verschiedenen Urkunden aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist die Schreibweise des Ortsnamens „Reynsvelt“ (1190), „Reinisvelt“ (1252) und „Reinesvelt“ (1252). Weitere Urkundlich erwähnte Namen sind: „Reinsuelt“ und „renesuelt“ (1215), „Reynsvelt“ (1298), „Reinfelt“ (1330), „Reyntzfelt“ (1463), „reinsfeldt“ und „Rheinsfeld“ (1546), „Rainsfelt“ (1570), „Reinßfeldt“ (1625), „Rheinsfeldt“ (1668 und 1689), „Reinsfelt“ (1702), „rheinsfelt“ (1724), „Reinsfeldt“ (1739) und jetzigen Namen 1755. Die oben genannte Urkunde wird auch „Egbert-Fälschung“ genannt. Es ist eine Abschrift oder Rekonstruktion aus dem Jahr 1215, die mit Siegel des Trierischen Erzbischofs Theoderich gesiegelt ist. Die Urschrift der Fälschung ist nicht mehr vorhanden. Vermutlich fiel die Originalurkunde einem Brand bei der Zerstörung Triers durch die Normannen 882 zum Opfer, mitsamt dem trierischen Schrifttum.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Reinsfeld landesherrlich zum Kurfürstentum Trier und war dem Amt Grimburg zugeordnet. Innerhalb des Amtes war Reinsfeld Sitz eines Pflege genannten Verwaltungs- und Gerichtsbezirks, der auch die Funktion eines Hochgerichts hatte. Zur Pflege Reinsfeld gehörten die Zenten Bescheid, Beuren, Geisfeld, Gusenburg, Hermeskeil, Malborn, Nonnweiler, Pölert, Rascheid, Reinsfeld und Wadrill.[5]

Nach der Besetzung des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Reinsfeld von 1798 bis 1814 zum Kanton Hermeskeil im Saardepartement. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region an das Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung war Reinsfeld der Bürgermeisterei Hermeskeil im Landkreis Trier im neu eingerichteten Regierungsbezirk Trier zugeordnet, der von 1822 an zur Rheinprovinz gehörte.

 
Ruwer-Hochwald-Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse
 
Kath. Pfarrkirche St. Remigius
 
Pfarrhaus

1889 wurde Reinsfeld mit dem Bau der Hochwaldbahn mit Trier und Hermeskeil verbunden. 1897 ermöglichte die Erweiterung der Hochwaldbahn mit der Strecke Hermeskeil-Türkismühle eine Überregionale Anbindung. Nun war es für Männer, die in den Gruben und Hütten des Saargebietes arbeiteten, möglich wöchentlich nach Hause zu kommen. Dies war auch die Voraussetzung für die Holzverarbeitende Industrie: 1896 gründete Alexander von Hammerstein ein Zweigwerk. Das Holz des Osburger Hochwaldes taugte jedoch nur für Eisenbahnschwellen, so, dass die Produktion ab 1911 allmählich auf Schwellen umgestellt wurde. So brachte der Bau der Hochwaldbahn den wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung nach Reinsfeld. Am 13. Januar 1930 zerriss der Knall einer Explosion die Ruhe des Ortes: Eine Lok der Reichsbahn explodierte unmittelbar am Haus des Bahnwärters, dessen Frau schwerverletzt wurde. Sie stand zum Zeitpunkt auf der Haustür. Die Verletzungen ergaben sich durch einen umstürzenden Mast und Verbrühungen. Durch die Dampfkesselexplosion wurde das Haus des Bahnwärters stark und andere Häuser leicht beschädigt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Reinsfeld, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 538
1835 765
1871 772
1905 885
1939 1.540
Jahr Einwohner
1950 1.615
1961 1.880
1970 2.050
1987 2.041
2005 2.300
Grafik der Einwohnerentwicklung
 

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Ortsgemeinderat in Reinsfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:

Wahl SPD CDU OWL Gesamt
2019 5 5 6 16 Sitze
2014 7 4 5 16 Sitze
2009 6 4 6 16 Sitze
2004 7 5 4 16 Sitze

* OWL = Offene Wählerliste e. V.

OrtsbürgermeisterBearbeiten

  • 1999 bis 2019: Rainer Spies (SPD)
  • ab 2019: Uwe Roßmann (SPD)

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin balkenweise ein silberner Doppelhaken (Wolfsangel), in Silber ein roter Ölkrug mit spitzem Boden, belegt mit einem schwarzen (griechischen) Apfelkreuz.“
Wappenbegründung: Mit Reinsfeld verbunden war die Familie Schenk von Schmidtburg. Der silberne Doppelhaken entstammt dem Wappen des Bruno von Schmidtburg, das Ölfläschchen ist das Attribut des Kirchenpatrons Remigius. Die Schildfarben Rot und Silber sind auch die Farben des ehemaligen Erzstifts.

Verkehr und WirtschaftBearbeiten

Reinsfeld hat Anbindungen zur Hunsrückhöhenstraße B407, zur Bundesautobahn 1 und zur Landesstraße L151 (ehem. Bundesstraße 52). Die Autobahnraststätten „Hochwald West“ und „Hochwald Ost“ an der A1 gehören zu Reinsfeld sowie 10 große Windenergieanlagen, die zurzeit mehr Energie produzieren, als die Haushalte verbrauchen, sowie zwei Biogasanlagen und das Montagewerk eines Herstellers von Fensterbeschlägen (SIEGENIA-AUBI KG). Bei der Felsenmühle im Wadrilltal liegt der Premium-Wanderweg Traumschleife Frau Holle.

SpracheBearbeiten

In Reinsfeld wird ein moselfränkischer Dialekt gesprochen.

KulturBearbeiten

Eine Attraktion in Reinsfeld sind jedes Jahr im Herbst die von Angehörigen der katholischen Pfarrgemeinde St. Remigius aus Körnern, Samen und Blütenblättern gefertigten „Erntedankteppiche“ von etwa zwei Metern Durchmesser, die jedes Jahr ein wechselndes biblisches Motiv zeigen.

NaturBearbeiten

 
Naturschutzgebiet Osterbachtal

Auf der Gemarkung von Reinsfeld befinden sich zwei Naturschutzgebiete. Das Naturschutzgebiet Osterbachtal das sich im Osten und Süden fast direkt an die Bebauung anschließt und das Naturschutzgebiet Wadrilltal zwischen Felsenmühle und Grimburg dessen unterster und nördlichster Teil sich in der Gemarkung Reinsfeld befindet.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Reinsfeld – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 75 (PDF; 2,2 MB).
  4. Heinrich Beyer: Mittelrheinisches Urkundenbuch, Band I, Coblenz: Hölscher, 1860, Urkunde 255: „Erzbischof Egbert schenkt dem h. Paulin …“ (www.dilibri.de)
  5. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 113, 166.