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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Waldrach
Waldrach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldrach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 45′ N, 6° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 159 m ü. NHN
Fläche: 12,46 km2
Einwohner: 2035 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54320
Vorwahl: 06500
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 141
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Website: www.waldrach.de
Ortsbürgermeister: Rainer Krämer (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Waldrach im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Waldrach im Ruwertal

Waldrach (moselfränkisch: Waldrisch) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Ruwer, der sie auch angehört. Waldrach ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

GeographieBearbeiten

Der Weinort liegt im Ruwertal. Zu Waldrach gehören auch die Wohnplätze Haus Kampf, Schleifmühle und Schmelzmühle.[3]

GeschichteBearbeiten

Die Besiedlung des Trierer Landes, die zur Zeit der Kelten wohl nur sporadisch war, erfuhr mit der Eroberung und Besitznahme durch die Römer einen enormen Aufschwung. Mit Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen entstanden auf dem Lande mehr und mehr römische Hofgüter sowie Villen und aus vielen von diesen dörfliche Siedlungen, insbesondere in den Tälern von Mosel, Saar und Ruwer, in denen sich der Weinbau ausbreitete. Die bekannteste Weinlage ist die Waldracher Krone. Auch der Viez wird in der Umgebung hergestellt.

Der im unteren Ruwertal gelegene Weinort Waldrach, mit einer Gemarkungsgröße von rund 1.200 ha, davon rund 70 ha Weinberge, kann auf eine fast 2.000-jährige Geschichte zurückblicken. Reste von römischen Siedlungen wurden im Bereich der Pfarrkirche, der Schleifmühle (Marmorschleifmühle, laut Ausonius), in Zalzick und in St. Liepert (römisches Hofgut) gefunden. Etwas oberhalb der Schleifmühle war der Einlauf bzw. Anfang der aus dem Wasser der Ruwer gespeisten römischen Wasserleitung, die durch einen geschlossenen Kanalbau führte und die Römerstadt Trier mit Wasser versorgte. Ein Nachbau des Querschnitts dieser römischen Wasserleitung befindet sich am südlichen Ortsrand an einem Parkplatz der Kreisstraße 12. Reste des Originals der römischen Wasserleitung sind im Bereich des ehemaligen Bahnhofes zu sehen.

Der Ortsname ist in seiner Schreibweise im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geändert worden. „Valeriacum“ wird der Ort in Urkunden Karls des Großen (802) sowie Ottos des Großen (949) genannt. Wohl abgeleitet von dem Namen „Valerius“, einer der drei ersten Bischöfe in Trier. Seit der Eckbert-Urkunde von 981 – in der die Pfarrkirche erstmals erwähnt ist – heißt der Ort dann Waltrach (1200 Waltracha, 1212 Waltrache, 1255 Waltrachen, 1323 Waltraco, 1411 Valtrich, 1646 Waltrich) und ab 1841 erstmals Waldrach.

Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Laurentius geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Pfarrkirche in ihrer jetzigen Form wurde 1904/05 erbaut. Bei der Einnahme des Orts durch US-amerikanische Streitkräfte im Februar 1945 setzten diese den Dachstuhl der Kirche durch gezielten Beschuss in Brand, da man einen Beobachtungsposten des Volkssturms im Kirchturm vermutete. Diese Annahme erwies sich jedoch als falsch, da der Volkssturm zu diesem Zeitpunkt bereits nach Fell abgerückt war. Der Dachstuhl brannte durch den Beschuss völlig aus. Nach Kriegsende wurde die Kirche aufwendig wiederhergestellt und Anfang der 1980er Jahre modernisiert. Weitere Renovierungsarbeiten fanden vor dem 100. Kirchenjubiläum im Jahre 2005 statt.

Die 1967 eröffnete St. Laurentius Grund- und Hauptschule war eine Mittelpunktschule, später eine Regionalschule und ab 2009/2010 eine Realschule plus für die umliegenden Ortsgemeinden.

Im Jahre 1985 wurde Mechthild Meyer (später Weis) aus Waldrach Deutsche Weinkönigin. Der "Platz unserer Deutschen Weinkönigin" (ehem. Untere Kirchstraße 1, später verlegt an den Südwest-Rand der Gemeinde) wurde in Anlehnung an dieses Ereignis benannt.

Zur Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Waldrach wurden im Jahr 2007 durch den Künstler Gunter Demnig sechs Stolpersteine verlegt, siehe dazu auch die Liste der Stolpersteine in Waldrach.

2014 wurde am Gemeindeplatz das neue Familienzentrum Waldrach fertiggestellt. Es umfasst Räumlichkeiten für die Kindertagesstätte St. Laurentius, einen Bürgersaal sowie einen Jugendraum. Im September 2017 wurde Kathrin Hegner aus Waldrach zur neuen Moselweinkönigin gewählt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waldrach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 533
1835 677
1871 722
1905 1.015
1939 1.564
1950 1.649
1961 1.926
Jahr Einwohner
1970 2.204
1987 2.084
1997 2.056
2005 2.030
2011 2.029
2017 2.046
Grafik der Einwohnerentwicklung
 

Am 31. Dezember 2015 gab es 2.098 Haupt- und Nebenwohnsitze in Waldrach und am 31. Dezember 2017 waren es 2.130.[4]

PolitikBearbeiten

Seit dem 1. November 2005 ist Waldrach Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Ruwer mit einem neu erbauten Rathaus in der Unteren Kirchstraße 1.

GemeinderatBearbeiten

Der Ortsgemeinderat in Waldrach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 4 8 4 16 Sitze
2014 3 9 4 16 Sitze
2009 3 9 4 16 Sitze
2004 3 8 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Waldrach e. V.

OrtsbürgermeisterBearbeiten

  • Johann Bales, 1964 bis 1989
  • Heinfried Carduck, 1989 bis 2019
  • Rainer Krämer, ab 2019

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Der Schild ist geteilt und oben gespalten. Oben rechts in Silber ein rotes Balkenkreuz. Oben links in Grün ein schräglinkes silbernes Wellenband, beiderseits begleitet von einem goldenen Tannenbaum. Unten in Gold ein grüner Weinstock mit drei grünen Blättern und zwei grünen Trauben.“
Wappenbegründung: Das rote Balkenkreuz in Silber ist das heraldische Wahrzeichen des Erzbistums und Kurfürstentums Trier, zu dem Waldrach vom Mittelalter bis zur Säkularisation gehörte. Das silberne Wellenband kennzeichnet die Ruwer. Die Tannenbäume weisen „redend“ auf den Begriff „Wald“ im Ortsnamen hin. Der Weinstock erinnert daran, dass Waldrach die größte Weinbaugemeinde an der Ruwer ist.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Sehenswert sind Teile der Römischen Ruwerwasserleitung im Bereich des ehemaligen Bahnhofes sowie ein Nachbau der Ruwerwasserleitung oberhalb des Ortes an der Straße der Römer.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Land- und Forstwirtschaft, WeinbauBearbeiten

Die Bodenfläche in Waldrach hat eine Größe von 12,46 km². Davon entfallen auf:

  • Landwirtschaftsflächen 37,9 %
  • Waldflächen 48,1 %
  • Wasserflächen 0,4 %
  • Siedlungs- und Verkehrsflächen 13,5 %
  • Sonstige Flächen 0,1 %

Die Weinlagen sind Heiligenhäuschen, Hubertusberg, Sonnenberg, Jungfernberg, Krone, Laurentiusberg, Ehrenberg, Doktorberg, Meisenberg, Jesuitengarten und Kurfürstenberg.

Der bis in die 1980er Jahre landschaftsbestimmend ausgeprägte Weinbau ist heute stark rückläufig, wie an den stillgelegten Anbauflächen deutlich zu erkennen ist. Grund hierfür ist u. a. die abnehmende Anzahl der Nebenerwerbswinzer, für die der Weinbau durch die hohen personellen und materiellen Anforderungen der Bewirtschaftung von Steillagen und die niedrigen Erzeugerpreise finanziell keine Anreize mehr bietet.

Waldrach ist bekannt für seine Douglasienbestände. Im Forstrevier Waldrach gibt es etwa 15 Hektar Douglasienwald.

UnternehmenBearbeiten

Waldrach verfügt über einige Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie über Geschäftsstellen der Sparkasse Trier, der Volksbank Trier und der Postbank. Zwischen Waldrach und Kasel befindet sich ein Gewerbegebiet. Dort hat im Jahre 2011 ein Wasgau-Markt einen neu errichteten Einkaufsmarkt bezogen; in dem bisherigen Gebäude eröffnete im Oktober 2015 eine Norma-Filiale. Größte Arbeitgeber sind die Schule und die Verbandsgemeindeverwaltung. Dem Tourismus wird in den letzten Jahren immer größere Bedeutung beigemessen.

Über Waldrach an der Landesstraße 151 befindet sich ein Bürgerwindpark mit zehn Windkraftanlagen.[6]

MedienBearbeiten

Örtliche Medien sind der Trierische Volksfreund, der Mosel-Ruwertaler Wochenspiegel und das Amtsblatt der Verbandsgemeinde Ruwer.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Öffentliche Einrichtungen in Waldrach sind die Bücherei, das Familienzentrum, die Feuerwehr, das Jugendhaus, der Kindergarten, die Pfarrkirche St. Laurentius, das Rathaus, die Schule, die Sozialstation mit Pflegestützpunkt, die zentrale Sportanlage, die Tennisanlage, die Volkshochschule und die Jagdgenossenschaft.

VerkehrBearbeiten

Durch das Gemeindegebiet von Waldrach führt die Landesstraße 151 (ehem. Bundesstraße 52), durch die Ortslage führt die Landesstraße 149 durch die Trierer Straße, die Bahnhofstraße und die Hermeskeiler Straße.

Öffentlicher Personennahverkehr: Waldrach ist sowohl an das Busnetz der Stadt Trier als auch an die Überlandlinie R200/202 ((Türkismühle-)Hermeskeil-Trier) angeschlossen.

Vom 1889 bis 1998 führte die Hochwaldbahn durch Waldrach. Dort verläuft heute der Ruwer-Hochwald-Radweg.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Paul Linz (* 1956), Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler

BilderBearbeiten

Literarische BearbeitungBearbeiten

Die Landschaft des Ruwertals wird im Ruwertallied beschrieben.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Waldrach – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 120 (PDF; 3 MB).
  4. ewois.de
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Zweite Invest-Wind Waldrach GmbH & Co. KG