Fell (Mosel)

eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz

Fell (moselfränkisch: Faähl) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an. Fell ist ein Weinbauort und bekannt für seine Tradition im Schiefer­bergbau.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Fell
Fell (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Fell hervorgehoben

Koordinaten: 49° 46′ N, 6° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 15,73 km2
Einwohner: 2421 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54341
Vorwahl: 06502
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 022
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Website: www.schweich.de
Ortsbürgermeister: Alfons Rodens (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Fell im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Ortsansicht von Norden

GeographieBearbeiten

Durch Fell fließt der Feller Bach, der bei Riol in die Mosel mündet; auf dem Gemeindegebiet überspannt die Fellerbachtalbrücke sein unteres Tal in 100 Metern Höhe.

Zur Gemeinde gehört seit dem 7. Juni 1969 der Ortsteil Fastrau.[2] Zum Ortsteil Fell gehören auch die Wohnplätze Fellerhof, Im Scholenskopf und Noßertal; zum Ortsteil Fastrau der Wohnplatz Fastrauermühle.[3]

Umliegende Gemeinden sind Longuich, Riol, Mehring, Lorscheid, Herl, Thomm, Waldrach, Kasel und Mertesdorf.

Der Feller Berg bezeichnet den Höhenrücken zwischen dem Feller Bach und dem Nossernbach. Er erreicht seine höchste Höhe in der Nähe des Feller Hofes mit 431 Metern über NN. Der Feller Berg wurde bereits in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande als solcher bezeichnet.

GeschichteBearbeiten

Der Name Fell (von lat. vallis, das Tal) deutet auf (spät-)römischen Ursprung hin. Die frühe Besiedlung des Tales durch Kelten und Römer belegten Ausgrabungen in den 1980er-Jahren auf dem Burgkopf. Die Ausoniusstraße (Römerstraße) führte einst durch Fell.

Im Mittelalter wurde der Ort über Jahrhunderte von der Trierer Abtei St. Maximin geleitet, zu dessen Besitz Fell gehörte (Grafschaft Fell). Die Maximiner erbauten auch eine Burg, von der heute nur noch das Burgtor, Teile der Mauer und ein Burgkeller erhalten sind. Historisch werden die Ortsteile Oberfell und Niederfell unterschieden. Der frühere Fronhof des Klosters weist auf die Verbindung zu St. Maximin hin.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Fell, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 801
1835 1.188
1871 1.361
1905 1.689
1939 1.854
1950 1.843
1961 1.949
Jahr Einwohner
1970 2.091
1987 2.091
1997 2.419
2005 2.361
2011 2.470
2017 2.500
2019 2.421
Grafik der Einwohnerentwicklung

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Ortsgemeinderat in Fell besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU Wähler­gruppen Gesamt
2019 3 4 9 16 Sitze
2014 3 3 10 16 Sitze
2009 3 4 9 16 Sitze
2004 4 4 8 16 Sitze

OrtsbürgermeisterBearbeiten

  • bis 2009 Helmut Schneiders (SPD)
  • 2009 bis 2014: Rony Sebastiani
  • ab 2014: Alfons Rodens (CDU)

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Seit 1994 unterhält die Gemeinde eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Champs-sur-Yonne in Burgund.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Nähe von Fell befindet sich das seit 1997 in Betrieb befindliche Besucherbergwerk Fell. Es besteht aus zwei übereinander liegenden, miteinander verbundenen historischen Bergwerken.

Im Dorfzentrum gibt es einen kleinen Park mit Sauerbrunnen, Wassertretbecken, Kinderspielplatz und Ruhebänken.

In Fell ist die katholische Kirche St. Martin und im Ortsteil Fastrau die katholische Filialkirche St. Stephanus sehenswert.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Fell

SportBearbeiten

In den vergangenen Jahren war Fell einer der Orte, durch die die Rallye Deutschland führte. Von 2006 bis 2014 wurde zwischen Fell und Thomm ein 20-Stunden-Radmarathon veranstaltet. Fell war von 1971 bis 2011 Startpunkt des Trierer Bergrennens, das seit 1991 zur Europa-Bergmeisterschaft zählte.

Feller MarktBearbeiten

Am dritten Wochenende im September findet eines der traditionsreichsten Weinfeste an der Mosel in Fell statt, der Feller Markt. Er wird von der Arbeitsgemeinschaft Feller Markt organisiert. Die Eröffnung stellt dabei eine große öffentliche Weinprobe mit Präsentation der Feller und Fastrauer Winzer und ihrer Produkte dar. Umrahmt wird dieser besondere Abend von Weinmajestäten, Live-Musik und multimedialen Showacts. Zum Festabschluss findet montags ein Viehauftrieb mit Prämierung statt. Das Festzelt verfügt über ca. 850 Sitzplätze.

WirtschaftBearbeiten

Rund um Fell wird vorwiegend Wein- und Obstbau betrieben.

Weinlagen

Maximiner Burgberg (Großlage Probstberg)

LiteraturBearbeiten

  • Ralf Hansjosten: Non nobis sed posteris. Geschichte der Bergbaugemeinden Fell und Thomm. Kliomedia, Trier 2001, ISBN 3-89890-042-8.

WeblinksBearbeiten

Commons: Fell – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 163 (PDF; 2,8 MB).
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 120 (PDF; 3 MB).
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 5. März 2020.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. Abgerufen am 5. März 2020.