Naurath (Eifel)

Gemeinde in der Eifel im Landkreis Trier-Saarburg

Naurath (Eifel) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Naurath (Eifel)
Naurath (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Naurath (Eifel) hervorgehoben

Koordinaten: 49° 53′ N, 6° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 323 m ü. NHN
Fläche: 5,18 km2
Einwohner: 353 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54340
Vorwahl: 06508
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 091
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Website: www.schweich.de
Ortsbürgermeister: Stephan Denis
Lage der Ortsgemeinde Naurath (Eifel) im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Luftbild Naurath/Eifel im Meulenwald (2015)
Naurath (Eifel)

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt im Meulenwald, einem Teil der südlichen Eifel, sechs Kilometer nördlich der Stadt Schweich.

Zu Naurath gehört auch der Wohnplatz Waldhaus.[2]

Nachbargemeinden von Naurath sind Dierscheid im Norden, Hetzerath im Osten, Föhren im Südosten, Schweich im Süden und Zemmer im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

In der Gemarkung von Naurath wurden Spuren römischer Grundmauern und Ziegel gefunden, die auf eine Besiedlung in der Römerzeit deuten. Der Ortsname könnte von nuwe rode (neue Rodung) hergeleitet sein. Im Jahr 1569 wurde der Ort unter dem Namen Nuwert, später als Nawert erwähnt.[3]

1465 wurden in alten Urkunden Bergwerke zu Nuinrait genannt. Hier wurde Erz abgebaut. Heute ist vom damaligen Bergbau nichts mehr zu sehen. Die Reichsgrafen von Kesselstatt verwalteten den Ort.

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Naurath ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die gesamte Region nach der Niederlage Napoleons an das Königreich Preußen.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Naurath innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Naurath (Eifel), die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 148
1835 267
1871 299
1905 367
1939 363
1950 367
Jahr Einwohner
1961 351
1970 375
1987 330
1997 347
2005 407
2019 353

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Ortsgemeinderat in Naurath besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

BürgermeisterBearbeiten

Stephan Denis wurde am 10. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Naurath.[6] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 89,25 % für fünf Jahre gewählt worden.[7]

Die Vorgänger von Denis waren der seit 2014 amtierende und am 30. Dezember 2018 überraschend verstorbene Jürgen Pull,[8] sowie Paul-Gerhard Jahn (2004–2014) und Helmut Schröder (1989–2004).[9][10][11]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Aus der Kesselstatt'schen Zeit stammt das ehemalige Hofhaus in der Kirchstraße. Gegenüber liegt eine Brauerei, die besichtigt werden kann. In der Dorfmitte liegt ein Relikt aus dem alten dörflichen Leben, das Brunnenhaus. Hier wird alljährlich ein alter Brauch zelebriert: Die Junggesellen des Ortes ziehen im November am Kirmesmontag in den Nachbarort Dierscheid und stehlen dort einen Hahn, der an der Gemarkungsgrenze zum Naurather Kuckuck umgetauft wird. Er wird dann im Dorf als neuer Einwohner gefeiert und landet darauf im Kochtopf des zuletzt getrauten Ehepaares. Niemand kennt den Ursprung dieses kuriosen Brauches.[12]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Naurath (Eifel)

VerkehrBearbeiten

Naurath ist über die in der Nähe verlaufende Landesstraße 46 an das überörtliche Straßennetz angeschlossen. Drei Kilometer südöstlich befindet sich der Flugplatz Trier-Föhren.

WeblinksBearbeiten

Commons: Naurath – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2020. S. 115 (PDF; 1 MB).
  3. Ortsgemeinde Naurath. Verbandsgemeinde Schweich a.d.R.Weinstr., abgerufen am 30. Januar 2021.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Unterrichtung der Einwohner über die Sitzung des Ortsgemeinderates Naurath/Eifel am 10. Juli 2019. In: Amtsblatt Verbandsgemeinde Schweich, Ausgabe 30/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 30. Januar 2021.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Schweich a.d.R.Weinstr., Verbandsgemeinde, 15. Ergebniszeile. Abgerufen am 30. Januar 2021.
  8. Naurath trauert um Ortschef Jürgen Pull. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 10. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  9. Albert Follmann: Spannende Duelle und Dreikämpfe an der Mosel. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 22. April 2014, abgerufen am 30. Januar 2021.
  10. Ein neuer Mann an der Spitze. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 2. August 2004, abgerufen am 30. Januar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  11. Alle standen hinter mir. Verabschiedung Helmut Schröder. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 21. Oktober 2004, abgerufen am 30. Januar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  12. Naurath. Römische Weinstraße e.V., Tourist-Information, Schweich, abgerufen am 30. Januar 2021.