Kenn

Gemeinde in Deutschland

Kenn ist eine Ortsgemeinde an der Mosel im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße an. Kenn gilt als Tor zur Römischen Weinstraße.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kenn
Kenn
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kenn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 48′ N, 6° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Schweich an der Römischen Weinstraße
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 3,9 km2
Einwohner: 2821 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 723 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54344
Vorwahl: 06502
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 060
Adresse der Verbandsverwaltung: Brückenstraße 26
54338 Schweich
Website: www.kenn.de
Ortsbürgermeister: Rainer Müller (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Kenn im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Blick auf Kenn

GeschichteBearbeiten

Es ist anzunehmen, dass sich bereits ab ca. 250 v. Chr. Kelten rund um das heutige Kenn niederließen. Funde in der näheren Umgebung belegen deren Existenz. Es ist jedoch unklar, ob es sich nur um einzelne kleine Gruppen handelte, die auf der Durchreise waren, oder ob dort bereits größere Stämme angesiedelt waren. Gesichert ist, dass bereits vor etwa 2.000 Jahren eine ortsähnliche Ansiedlung römischen Ursprungs auf dem Terrain des heutigen Kenn entstanden ist.

Es gibt mehrere Funde aus der Eisenzeit sowie aus der Zeit des Römischen Reiches. Eine Kopie der Statue einer römischen Quellnymphe ist auf dem Römerplatz in Kenn zu sehen, während sich das gut erhaltene Original mittlerweile im Rheinischen Landesmuseum Trier befindet.

Der Kenner Ortskern ist auf einem Areal gewachsen, das einen ehemaligen römischen Gutshof aus der Mitte des 2. Jahrhunderts umschließt. Im Zuge von Bauarbeiten wurden im Jahr 1987 auf einer Fläche von ca. 23 m × 4,40 m drei in einer Reihe angelegte Kellerräume dieses Gutshofes freigelegt, von denen der südliche Raum restauriert wurde und heute von außen besichtigt werden kann. Auch das 1764 erbaute Bauernhaus, das heute das Kenner Heimatmuseum beherbergt, wurde auf der 'Villa Urbana', so der Name des Gutshofes, errichtet.[2]

Eine erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 893 datiert. Dort erwähnt ist der Name „Cannis“. Ein Name, der aus dem Lateinischen hergeleitet werden kann und soviel wie „Schilfufer“ bedeutet. Die Schreibweise „Kenn“ wird erst seit dem 18. Jahrhundert verwendet.

Sehr stark geprägt wurde Kenn durch die Maximiner Zeit. Obwohl sich eine urkundliche Erwähnung von 633 als Fälschung erwies, gibt es dennoch Grund zur Annahme, dass eine Schenkung ausgedehnter Grundherrschaften mit Feldern, Wäldern und Dörfern (darunter auch Cannis) an die Reichsabtei St. Maximin auf den Merowingerkönig Dagobert I. zurückzuführen ist.

Diese Episode in der Kenner Geschichte dauerte mehrere Jahrhunderte an und endete erst mit der Säkularisation, im Zuge dessen die Benediktinerabtei St. Maximin 1802 aufgehoben wurde. Bereits 1797 wurde nach dem Ersten Koalitionskrieg im Frieden von Campo Formio das gesamte linke Rheinufer, somit auch die Region um Kenn, zum französischen Staatsgebiet erklärt. Unter französischer Territorialherrschaft wurde Kenn der Mairie Longuich im Kanton Schweich zugeteilt. Das Maximiner Hofgut wurde 1812 versteigert.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kenn, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 409
1835 737
1871 808
1905 713
1939 872
Jahr Einwohner
1950 960
1961 1.114
1970 1.324
1987 2.276
1997 2.503
Jahr Einwohner
2005 2.535
2011 2.552
2017 2.607
2020 2.821[1]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus von Kenn

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Kenn besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019 4 8 8 20 Sitze
2014 4 9 7 20 Sitze
2009 4 9 7 20 Sitze
2004 5 10 5 20 Sitze
1999 7 7 6 20 Sitze

* FWG = Freie Wählergruppe Kenn 1979 e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Rainer Müller (CDU) wurde 2009 Ortsbürgermeister von Kenn.[6] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 68,44 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[7]

Müllers Vorgänger Manfred Nink (SPD) hatte das Amt von 1996 bis 2009 ausgeübt.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Das Wappen ist geteilt und in der unteren Hälfte gespalten. Oben in Gold ein doppelköpfiger schwarzer, rot bewehrter Adler mit silbernem Nimbus. Unten rechts in Blau zwei schräg gekreuzte goldene Schilfrohre mit Kolben. Unten links in Silber eine hängende grüne Weintraube mit zwei Blättern.“

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Römerkeller
 
Herrenbor
 
Pfarrkirche St. Margaretha
  • Unmittelbar am Moselufer liegt die Kenner Flur, ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet an der Mosel mit einem alten Wasserwerk Baujahr 1903. Es dient als Kinderstube für Vogelarten wie Haubentaucher, Uferschwalbe und Flussregenpfeifer sowie als Rastplatz während des Vogelzugs.
  • Heimatmuseum, ein vollständig eingerichtetes Bauernhaus mit über 800 Exponaten über das einfache Leben der Landbevölkerung im 19. und 20. Jahrhundert.
  • Römerkeller am Römerplatz, Teile einer römischen Villa Urbana aus dem 2. Jahrhundert
  • Ehemaliges Hofgut der Reichsabtei St. Maximin
  • Herrenbor, der älteste erhaltene Dorfbrunnen des Landkreises, wurde um 1500 mit spätgotischen Merkmalen erbaut.
  • Pfarrkirche St. Margareta[9]
  • Die Kenner Ley im Westen des Ortes, eine von 1970 bis 1990 mit Wohnbauten bebaute Steiluferpartie rund 60 Meter über dem Moseltal mit guter Aus- und Fernsicht.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kenn

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In Kenn befinden sich ein katholischer Kindergarten, eine Grundschule[10] und eine Geschäftsstelle der Sparkasse Trier. Des Weiteren gibt es in Kenn eine Apotheke, einen Internisten, einen Tierarzt und einen Zahnarzt.[11] Zudem sind zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen sowie Industriebetriebe in Kenn ansässig.[12]

Das Mosel-Einkaufszentrum (MEZ) Kenn am Kenner Haus wurde 1969 eröffnet. Es liegt an der Landesstraße 145 und an der Bundesautobahn 602. Es wurde bisher betrieben von Schmidt & Breug (ab 1969), Plaza (ab 1986), Continent (ab 1990), Interspar (ab 1996), Walmart (ab 1999) und Real (ab 2007). 2019 wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert. Ende September 2021 soll der Markt schließen.[13]

VerkehrBearbeiten

Kenn liegt an der Trasse der ehemaligen Moselbahn. Durch den Ort führt der Mosel-Radweg.

StraßenverkehrBearbeiten

Kenn liegt an der A 602 (Verteilerkreis TrierAutobahndreieck Moseltal) und an der A 64a (Kenn – Trier-Ehrang), beide sind Teil der Europastraße 44, sowie an den Landesstraßen L 145 und L 151.

Öffentlicher PersonennahverkehrBearbeiten

Der ÖPNV im Tarifbereich des Verkehrsverbundes Region Trier wird durch Busse der Moselbahn GmbH und Robert-Reisen betrieben.

MoselbrückeBearbeiten

Im Westen der Gemeinde liegt die Moselbrücke Ehrang der Bundesautobahn 64a zwischen Kenn und Trier-Ehrang. Sie hat einen Fuß- und Radweg, die zum Trierer Hafen und zur Ortsmitte von Ehrang führen.

WeinlagenBearbeiten

  • Kenner Held
  • Maximiner Hofgarten

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Manfred Nink (* 1950), Politiker (SPD), Mitglied des deutschen Bundestages und früherer Ortsbürgermeister

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 182–183.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kenn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Eintrag zu Heimatmuseum Villa Urbana in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier; abgerufen am 12. Oktober 2015.
  3. Die Geschichte Kenns. Abgerufen am 5. März 2021.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 6. März 2021.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  6. Bürgermeister und Ortsvorsteher der VG Schweich. In: Trierischer Volksfreund. 8. Juni 2009, abgerufen am 28. Januar 2021.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 28. Januar 2021 (siehe Schweich a.d.R. Weinstr., Verbandsgemeinde, achte Ergebniszeile).
  8. Manfred Nink tritt nicht mehr für den Bundestag an. In: Trierischer Volksfreund. 1. Juli 2012, abgerufen am 28. Januar 2021.
  9. Sankt Margareta, Kenn. Pfarreiengemeinschaft Schweich, abgerufen am 18. April 2021.
  10. Grundschule und Kindergarten. Abgerufen am 5. März 2021.
  11. Medizinische Versorgung. Abgerufen am 5. März 2021.
  12. Gewerbe. Abgerufen am 5. März 2021.
  13. Ende einer Supermarkt-Ära in Kenn. In: SWR aktuell. 27. Januar 2021, abgerufen am 5. März 2021.