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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Marathon (Frauen)

Der Marathon der Frauen bei den Olympische Sommerspiele 2004 fand am 23. September 2004 in Athen, Griechenland statt.

Der Marathonlauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 22. August 2004 auf einem Kurs vom Ort Marathon zum Panathinaiko-Stadion in Athen ausgetragen. Von den 82 gestarteten Athletinnen erreichten 66 das Ziel.

Olympische Ringe
Panathenaic Stadium (14027345349).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Marathonlauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 82 Athletinnen aus 46 Ländern
Wettkampfort MarathonAthen
Wettkampfphase 22. August 2004
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Mizuki Noguchi (JapanJapan JPN)
Silbermedaille Catherine Ndereba (KeniaKenia KEN)
Bronzemedaille Deena Kastor (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)

Olympiasiegerin wurde die Japanerin Mizuki Noguchi. Sie gewann vor der Kenianerin Catherine Ndereba und der US-Amerikanerin Deena Kastor.

Mit Ulrike Maisch und Luminita Zaituc nahmen zwei Deutsche teil. Maisch konnte das Rennen nicht beenden, Zaituc erreichte das Ziel auf Platz achtzehn.

Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle TitelträgerinnenBearbeiten

Olympiasiegerin 2000 Naoko Takahashi (Japan  Japan) 2:23:14 h Sydney 2000
Weltmeisterin 2003 Catherine Ndereba (Kenia  Kenia) 2:23:55 h Paris 2003
Europameisterin 2002 Maria Guida (Italien  Italien) 2:26:05 h München 2002
Panamerikanische Meisterin 2003 Márcia Narloch (Brasilien  Brasilien) 2:39:54 h Santo Domingo 2003
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003 Wettbewerb nicht im Meisterschaftsprogramm St. George’s 2003
Südamerika-Meisterin 2002 Maria Baldaia (Brasilien  Brasilien) 2:36:07 h São Paulo 2002
Asienmeisterin 2002 Zhang Shujing (China Volksrepublik  Volksrepublik China) 2:36:27 h Hongkong 2002
Afrikameisterin 2004 Wettbewerb nicht im Meisterschaftsprogramm Brazzaville 2004
Ozeanienmeisterin 2002 Christchurch 2002

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 2:15:25 h Paula Radcliffe (Vereinigtes Konigreich  Großbritannien) London, Großbritannien 13. April 2003[1]
Olympischer Rekord 2:23:14 h Naoko Takahashi (Japan  Japan) Marathon von Sydney, Australien 24. September 2000

Anmerkung: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen.

StreckenführungBearbeiten

Die Strecke begann in der Ortschaft Marathon und führte über die Nationalstraße 83 zunächst nach Süden, wobei der Grabhügel der in der Schlacht bei Marathon gefallenen Athener umrundet wurde. Anschließend durchquerte der Kurs die Stadt Nea Makri. Nach zehn flachen Kilometern kamen nun die ersten Anstiege. Bei Rafina bog die Route nach Westen auf die Nationalstraße 54 ab. Über Rafina-Pikermi, Pallini und Gerakas gelangte man bei Streckenkilometer 32 nach Agia Paraskevi, wo mit 240 Metern über dem Meer der höchste Punkt der Strecke erreicht wurde. Von dort ging es bergab durch Chalandri, Cholargos und Goudi in die Kernstadt von Athen. Das Ziel befand sich im Panathinaiko-Stadion, in dem die Läufer noch eine Runde zurückzulegen hatten.[2]

AusgangssituationBearbeiten

Die Britin Paula Radcliffe hatte im Vorjahr einen Weltrekord aufgestellt, der um mehr als drei Minuten besser war als die Zeit der in der Weltrangliste hinter ihr platzierten Kenianerin Catherine Ndereba. Nur Radcliffe selber hatte darüber hinaus im Jahr 2002 noch eine Zeit erzielt, die nur knapp zwei Minuten langsamer war als ihr Weltrekord. Allerdings war die Britin ausgerechnet im Olympiajahr durch einen verletzungsbedingten Trainingsrückstand nicht auf der Höhe ihres eigentlichen Könnens und es war erstaunlich, dass sie mit diesen Voraussetzungen sogar den Doppelstart über 10.000 Meter und im Marathonlauf realisierte. Favoritin war jetzt vor allem Ndereba als Nummer zwei der Weltrangliste und amtierende Weltmeisterin. Weitere klare Medaillenanwärterinnen waren nach ihrem Erfolg bei den letzten Weltmeisterschaften die beiden Japanerinnen Mizuki Noguchi als Vizeweltmeisterin und Naoko Sakamoto als WM-Vierte. Auch die anstelle der WM-Dritten Masako Chiba für Japan nominierte Vizeweltmeisterin von 2001 Reiko Tosa gehörte zum Kreis der Favoritinnen, ebenso wie die rumänische Weltmeisterin von 2001 und Silbermedaillengewinnerin von 2000 Lidia Șimon.

RennverlaufBearbeiten

22. August 2004, 18:00 Uhr – Ortszeit Athen (UTC+2) / Temperaturen um 35 °C

Das Rennen wurde den Wetterbedingungen entsprechend nicht sehr schnell angegangen. So blieb das Teilnehmerfeld zunächst einmal zusammen. Nach fünfzehn Kilometer hatte sich dann eine erste neunköpfige Spitzengruppe gebildet, die bei Kilometer 25 auf sieben Läuferinnen geschrumpft war. Angeführt wurde die Gruppe von Noguchi. Außerdem waren noch die Äthiopierin Elfenesh Alemu, Radcliffe, Tosa, Ndereba, Sakamoto und Olivera Jevtić aus Serbien und Montenegro mit dabei. Jetzt forcierte die führende Vizeweltmeisterin das Tempo deutlich und die Spitzengruppe fiel komplett auseinander. Bei Kilometer dreißig war Alemu Zweite mit einem Rückstand von 28 s, es folgten Radcliffe – 31 s zurück – und Ndereba – 37 s zurück.

Doch die Entscheidung war noch nicht gefallen. Alemu und Radcliffe, die sechs Kilometer vor dem Ziel das Rennen aufgab, fielen zwar weiter zurück, doch Nderebas Abstand zu Noguchi verkleinerte sich merklich. Bei Kilometer 35 lag Ndereba nur noch 28 Sekunden zurück, bei Kilometer vierzig waren es nur noch zwölf Sekunden. Von hinten arbeitete sich inzwischen die US-Läuferin Deena Kastor heran. Zwischen ihr und Alemu fiel die Entscheidung um die Bronzemedaille. Achtzehn Sekunden Rückstand hatte Kastor bei Kilometer vierzig noch auf Alemu gutzumachen. An der Spitze verteidigte Mizuki Noguchi ihren Vorsprung von zwölf Sekunden auf den letzten beiden Kilometern und wurde Olympiasiegerin vor Catherine Ndereba. Dahinter zog Kastor noch deutlich an Alemu vorbei. Deena Kastor gewann die Bronzemedaille genau eine Minute hinter der Olympiasiegerin und blieb zum Schluss 55 Sekunden vor Elfenesh Alemu. Reiko Tosa kam auf den fünften, Olivera Jevtić auf den sechsten und Naoko Sakamoto auf den siebten Platz. Achte wurde die Russin Ljudmila Petrowa.

Mizuki Noguchi gewann die vierte japanische Medaille im Marathonlauf der Frauen und die zweite Goldmedaille in Folge für Japan.

Agueda Amaral war die erste Olympionikin die für Osttimor startete. Im Jahr 2000 war sie als Unabhängige Olympiateilnehmerin an den Start gegangen.

Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende 5-km-Zeit
5 km 17:09 min Kenza Wahbi mit großer Gruppe 17:09 min
10 km 34:25 min Paula Radcliffe mit großer Spitzengruppe 17:16 min
15 km 52:11 min Mizuki Noguchi mit 9köpfiger Spitzengruppe 17:46 min
20 km 1:09:57 h Elfenesh Alemu mit 9köpfiger Spitzengruppe 17:45 min
25 km 1:28:05 h Mizuki Noguchi mit 7köpfiger Spitzengruppe 18:08 min
30 km 1:45:02 h Mizuki Noguchi / Alemu – 28 s zurück / Radcliffe – 31 s zurück / Ndereba – 37 s zurück 16:57 min
35 km 2:02:04 h Mizuki Noguchi / Ndereba – 28 s zurück / Radcliffe – 1 min zurück 17:02 min
40 km 2:19:00 h Mizuki Noguchi / Ndereba – 12 s zurück / Alemu – 1:17 min zurück / Kastor – 1:35 min zurück 16:56 min

ErgebnisBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (h) Anmerkung
01 Mizuki Noguchi Japan  Japan 2:26:20
02 Catherine Ndereba Kenia  Kenia 2:26:32
03 Deena Kastor Vereinigte Staaten  USA 2:27:20
04 Elfenesh Alemu Athiopien 1996  Äthiopien 2:28:15
05 Reiko Tosa Japan  Japan 2:28:44
06 Olivera Jevtić Serbien  Serbien 2:31:15
07 Naoko Sakamoto Japan  Japan 2:31:43
08 Ljudmila Petrowa Russland  Russland 2:31:56
09 Swetlana Sacharowa Russland  Russland 2:32:04
10 Bruna Genovese Italien  Italien 2:32:50
11 Alice Chelangat Nyerechi Kenia  Kenia 2:33:52
12 Zhang Shujing China Volksrepublik  Volksrepublik China 2:34:34
13 Nuța Olaru Rumänien  Rumänien 2:34:45
14 Živilė Balčiūnaitė Litauen 1989  Litauen 2:35:01
15 Corinne Raux Frankreich  Frankreich 2:35:54
16 Rosaria Console Italien  Italien 2:35:56
17 Małgorzata Sobańska Polen  Polen 2:36:43
18 Luminita Zaituc Deutschland  Deutschland 2:36:45
19 Lee Eun-jung Korea Sud  Südkorea 2:37:23
20 Constantina Tomescu Rumänien  Rumänien 2:37:31
21 Jong Yong-ok Korea Nord  Nordkorea 2:37:52
22 Li Helan China Volksrepublik  Volksrepublik China 2:37:53
23 Chung Yun-hee Korea Sud  Südkorea 2:38:57
24 Stine Larsen Norwegen  Norwegen 2:39:55
25 Liz Yelling Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:40:13
26 María Abel Spanien  Spanien 2:40:13
27 Hafida Izem Monaco  Monaco 2:40:46
28 Anna Pichrtová Tschechien  Tschechien 2:40:58
29 Tracey Morris Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 2:41:00
30 Kenza Wahbi Monaco  Monaco 2:41:36
31 Kerryn McCann Australien  Australien 2:41:41
32 Beatriz Ros Spanien  Spanien 2:41:51
33 Zhou Chunxiu China Volksrepublik  Volksrepublik China 2:42:54
34 Jennifer Rhines Vereinigte Staaten  USA 2:43:52
35 Choi Kyung-hee Korea Sud  Südkorea 2:44:05
36 Sandra Ruales Ecuador  Ecuador 2:44:28
37 Maria Dolores Pulido Spanien  Spanien 2:44:33
38 Margarita Tapia Mexiko  Mexiko 2:46:14
39 Colleen De Reuck Vereinigte Staaten  USA 2:46:30
40 Albina Majorowa Russland  Russland 2:47:23
41 Grażyna Syrek Polen  Polen 2:47:26
42 Nili Abramski Israel  Israel 2:48:08
43 Clarisse Rasoarizay Madagaskar  Madagaskar 2:48:14
44 Jane Salumäe Estland  Estland 2:48:47
45 Simona Staicu Ungarn  Ungarn 2:48:57
46 Angélica Sánchez Mexiko  Mexiko 2:49:04
47 Helena Sampaio Portugal  Portugal 2:49:18
48 Beáta Rakonczai Ungarn  Ungarn 2:49:41
49 Annemette Jensen Danemark  Dänemark 2:50:01
50 Yeoryia Abatzidou Griechenland  Griechenland 2:50:01
51 Liza Hunter-Galvan Neuseeland  Neuseeland 2:50:23
52 Hafida Gadi Frankreich  Frankreich 2:50:29
53 Gulsara Dadabajewa Tadschikistan  Tadschikistan 2:50:45
54 Épiphanie Nyirabaramé Ruanda  Ruanda 2:54:50
55 Sandra Torres Argentinien  Argentinien 2:54:48
56 Jo Bun-hui Korea Nord  Nordkorea 2:55:54
57 Hsu Yu-Fang Chinesisch Taipeh  Chinesisch Taipeh 2:55:58
58 Érika Olivera Chile  Chile 2:57:14
59 Mariela González Kuba  Kuba 3:02:20
60 Ida Kovács Ungarn  Ungarn 3:03:21
61 Svetlana Şepelev-Tcaci Moldau Republik  Moldau 3:03:29
62 Ana Dias Portugal  Portugal 3:08:11
63 Inga Juodeškienė Litauen 1989  Litauen 3:09:18
64 Mamokete Lechela Lesotho 1987  Lesotho 3:11:56
65 Agueda Amaral Osttimor  Osttimor 3:18:25
66 Luwsanlchündegiin Otgonbajar Mongolei  Mongolei 3:48:42
DNF Nasria Azaidj Algerien  Algerien
Irina Bogatschowa Kirgisistan  Kirgisistan
Monika Drybulska Polen  Polen
Nadia Ejjafini Bahrain  Bahrain
Marlene Fortunato Brasilien  Brasilien
Asha Gigi Athiopien 1996  Äthiopien
Ham Bong-sil Korea Nord  Nordkorea
Banuelia Katesigwa Tansania  Tansania
Ulrike Maisch Deutschland  Deutschland
Rakiya Maraoui-Quétier Frankreich  Frankreich
Márcia Narloch Brasilien  Brasilien
Margaret Okayo Kenia  Kenia
Lale Öztürk Turkei  Türkei
Paula Radcliffe Vereinigtes Konigreich  Großbritannien
Lidia Șimon Rumänien  Rumänien
Workenesh Tola Athiopien 1996  Äthiopien

Weblinks und QuellenBearbeiten

VideosBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015 Seite 807 (engl.), abgerufen am 10. Mai 2018
  2. Streckenbeschreibung auf Runscore.com (fr.), abgerufen am 10. Mai 2018