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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – Diskuswurf (Frauen)

Der Diskuswurf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 20. und 21. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 42 Athletinnen nahmen teil.

Olympische Ringe
2014 - Olympic Stadium (Athens).JPG
Sportart Leichtathletik
Disziplin Diskuswurf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 42 Athletinnen aus 25 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Athen
Wettkampfphase 20. August 2004 (Qualifikation)
21. August 2004 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Natalja Sadowa (RusslandRussland RUS)
Silbermedaille Anastasia Kelesidou (GriechenlandGriechenland GRE)
Bronzemedaille Věra Pospíšilová-Cechlová (TschechienTschechien CZE)

Olympiasiegerin wurde Natalja Sadowa aus Russland. Sie gewann vor der Griechin Anastasia Kelesidou und der Tschechin Věra Pospíšilová-Cechlová.

Mit der Weißrussin Iryna Jattschanka gab es einen Dopingfall. Ihr wurde die zunächst gewonnene Bronzemedaille 2012 wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.[1]

Mit Franka Dietzsch ging eine deutsche Teilnehmerin an den Start. Sie schied in der Qualifikation aus.
Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmerinnen.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle TitelträgerinnenBearbeiten

Olympiasiegerin 2000 Elina Swerawa (Weissrussland  Weißrussland) 68,40 m Sydney 2000
Weltmeisterin 2003 Iryna Jattschanka (Weissrussland  Weißrussland) 67,32 m Paris 2003
Europameisterin 2002 Ekaterini Vongoli (Griechenland  Griechenland) 64,31 m München 2002
Panamerikanische Meisterin 2003 Aretha Hill (Vereinigte Staaten  USA) 63,30 m Santo Domingo 2003
Zentralamerika und Karibik-Meisterin 2003 Yania Ferrales (Kuba  Kuba) 59,07 m St. George’s 2003[2]
Südamerika-Meisterin 2003 Elisângela Adriano (Brasilien  Brasilien) 58,37 m Barquisimeto 2003[3]
Asienmeisterin 2003 Li Yanfeng (China Volksrepublik  Volksrepublik China) 61,87 m Manila 2003[4]
Afrikameisterin 2004 Elizna Naudé (Sudafrika  Südafrika) 57,50 m Brazzaville 2004
Ozeanienmeisterin 2002 Melehifo Uhi (Tonga  Tonga) 51,01 m Christchurch 2002[5]

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 76,80 m Gabriele Reinsch (Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR) Neubrandenburg, DDR (heute Deutschland) 9. Juli 1988[6]
Olympischer Rekord 72,30 m Martina Hellmann (Deutschland Demokratische Republik 1949  DDR) Finale von Seoul, Südkorea 29. September 1988

Anmerkungen:

  • Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen.
  • Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

QualifikationBearbeiten

Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug betrug 62,50 m. Da nur sieben Athletinnen diese Weite erreichten (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Sportlerinnen beider Gruppen auf zwölf Teilnehmerinnen aufgefüllt (hellgrün unterlegt). Für die Teilnahme waren schließlich 61,35 m zu erbringen.

Gruppe ABearbeiten

20. August 2004, 21:30 Uhr

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Věra Pospíšilová Tschechien  Tschechien 64,48 - - 64,48
2 Natalja Sadowa Russland  Russland 64,33 - - 64,33
3 Beatrice Faumuina Neuseeland  Neuseeland 64,07 - - 64,07
4 Ekaterini Vongoli Griechenland  Griechenland 63,39 - - 63,39
5 Nicoleta Grasu Rumänien  Rumänien 59,87 60,89 61,91 61,91
6 Joanna Wiśniewska Polen  Polen 61,48 56,11 58,43 61,48
7 Harwant Kaur Indien  Indien 60,82 59,82 59,95 60,82 eigentlich für das Finale qualifiziert
8 Elina Swerawa Weissrussland  Weißrussland 60,35 x 60,63 60,63
9 Philippa Roles Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 57,30 58,83 x 58,83
10 Olga Tschernjawskaja Russland  Russland 58,64 58,19 58,55 58,64
11 Stephanie Brown Vereinigte Staaten  USA x 58,54 x 58,54
12 Natalja Fokina Ukraine  Ukraine 58,28 56,84 55,64 58,28
13 Elisângela Adriano Brasilien  Brasilien x 58,13 x 58,13
14 Franka Dietzsch Deutschland  Deutschland x 57,57 58,12 58,12
15 Vera Begić Kroatien  Kroatien x 54,80 57,31 57,31
16 Mélina Robert-Michon Frankreich  Frankreich 56,70 x 56,53 56,70
17 Huang Qun China Volksrepublik  Volksrepublik China 56,53 x 55,06 56,53
18 Anna Söderberg Schweden  Schweden 55,49 54,04 51,24 55,49
19 Éva Kürti Ungarn  Ungarn 52,52 50,85 x 52,52
20 Tereapii Tapoki Cookinseln  Cookinseln 47,59 48,12 x 48,12
21 Zwetanka Christowa Bulgarien  Bulgarien 43,25 x x 43,25

Gruppe BBearbeiten

20. August 2004, 23:15 Uhr

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung
1 Olena Antonowa Ukraine  Ukraine 62,15 64,20 - 64,20
2 Anastasia Kelesidou Griechenland  Griechenland 64,13 - - 64,13
3 Styliani Tsikouna Griechenland  Griechenland 61,72 60,17 60,67 61,72
4 Yania Ferrales Kuba  Kuba x 56,46 61,54 61,54
5 Li Yanfeng China Volksrepublik  Volksrepublik China 61,19 61,35 61,24 61,35
6 Seema Antil Indien  Indien 59,93 60,64 58,41 60,64
7 Wioletta Potępa Polen  Polen 60,50 x 57,99 60,50
8 Neelam Jaswant Singh Indien  Indien 60,26 57,25 60,10 60,26
9 Aretha Hill Vereinigte Staaten  USA 52,93 58,82 x 58,82
10 Elizna Naudé Sudafrika  Südafrika 58,74 58,26 58,32 58,74
11 Teresa Machado Portugal  Portugal 58,47 57,00 57,65 58,47
12 Song Aimin China Volksrepublik  Volksrepublik China 58,19 58,03 x 58,19
13 Dace Ruskule Lettland  Lettland 54,49 57,43 x 57,43
14 Oksana Jesiptschuk Russland  Russland x 57,27 57,18 57,27
15 Shelley Newman Vereinigtes Konigreich  Großbritannien x 54,04 56,04 56,04
16 Vladimíra Racková Tschechien  Tschechien 55,82 x 55,36 55,82
17 Alice Matějková Spanien  Spanien 54,15 x 55,37 55,37
18 Eha Rünne Estland  Estland 54,28 x 54,82 54,82
19 Dragana Tomašević Serbien und Montenegro  Serbien und Montenegro 51,71 x 54,44 54,44
ogV Seilala Sua Vereinigte Staaten  USA x x x ohne Weite
DOP Iryna Jattschanka Weissrussland  Weißrussland 62,15 63,04 - 63,04 Disqualifikation später, deshalb zunächst im Finale

FinaleBearbeiten

21. August 2004, 21:10 Uhr

Für das Finale hatten sich zwölf Athletinnen qualifiziert, sieben von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere fünf über ihre Platzierungen. Vertreten waren alle drei Griechinnen sowie je eine Teilnehmerin aus China, Kuba, Neuseeland, Russland, Polen, Rumänien, Weißrussland, Tschechien und der Ukraine. In die Wertung kamen letztlich allerdings nur elf Werferinnen, denn der Weißrussin Iryna Jattschanka wurde die Bronzemedaille 2012 wegen Dopingmissbrauchs aberkannt.[1]

Mit ihrem Dopingbetrug hatte Jattschanka auch eine nicht mehr gut zu machende Benachteiligung zweier Teilnehmerinnen verursacht. Die Inderin Harwant Kaur wäre mit ihren 60,82 m als zunächst Dreizehnte der Qualifikation am Finale teilnahmeberechtigt gewesen. Darüber hinaus hätten der Chinesin Li Yanfeng im Finale drei weitere Versuche zugestanden, die ihr auf ihrem zunächst neunten Platz verwehrt blieben.

Es gab einen größeren Favoritenkreis für diesen Wettbewerb. Zunächst einmal war da die amtierende Weltmeisterin Iryna Jattschanka, deren Resultat wie oben ausgesagt acht Jahre nach dem Wettkampf annulliert wurde. Mit Anastasia Kelesidou und Ekaterini Vongoli gingen auch zwei Griechinnen aussichtsreich an den Start. Kelesidou war die Vizeweltmeisterin von 2003, WM-Dritte von 2001 und EM-Dritte von 2002. Vongoli ging als amtierende Europameisterin und WM-Dritte von 2003 an den Start. Auch die weißrussische Olympiasiegerin von 2000 und Weltmeisterin von 2001 Elina Swerawa gehörte in diesen Kreis genauso wie die russische Vizeeuropameisterin und WM-Sechste von 2003 Natalja Sadowa, die tschechische WM-Fünfte von 2003 und EM-Vierte Vera Pospíšilová sowie die ukrainische WM-Vierte von 2003 Olena Antonowa.

Im Finale setzte sich Sadowa mit einem Wurf von noch nicht besonders überzeugenden 64,78 m nach dem ersten Durchgang an die Spitze. Pospíšilová folgte mit 63,02 m vor Kelesidou – 62,77 m – und der Rumänin Nicoleta Grasu – 62,01 m. Das waren alles noch keine Offenbarungen. In Runde zwei gelangen Pospíšilová dann 66,08 m, was ihr die Führung einbrachte. Sadowa verbesserte sich um drei Zentimeter und blieb damit Zweite vor Antonowa, die sich auf 64,11 m steigerte. Langsam bekam der Wettkampf ein etwas höheres Niveau und vor allem ging es spannend zu. Zur Freude der einheimischen Zuschauer erzielte Kelesidou mit ihrem dritten Wurf 66,68 m, womit sie jetzt die Spitze übernahm. Außer ihr konnte sich nur Grasu verbessern. Mit ihren 63,48 m war sie Fünfte. Im dritten Durchgang gab es insgesamt sieben ungültige Versuche. Sadowas Verbesserung auf 65,33 m brachte ihr keine rangmäßige Steigerung, sie blieb Dritte. Doch dabei blieb es nicht, denn der fünfte Wurf der Russin landete bei 67,02 m. Damit führte sie das Feld an. In der letzten Runde gab es noch zwei Verbesserungen durch Antonowa und Grasu, die damit jedoch nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen konnten.

Olympiasiegerin wurde Natalja Sadowa vor der einheimischen Anastasia Kelesidou. Věra Pospíšilová gewann die Bronzemedaille vor Olena Antonowa. Platz fünf ging an Nicoleta Grasu, Beatrice Faumuina wurde Sechste vor der Griechen Ekaterini Vongoli und der Chinesin Li Yanfeng.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Natalja Sadowa Russland  Russland 64,78 64,81 x 65,33 67,02 66,68 67,02
2 Anastasia Kelesidou Griechenland  Griechenland 62,77 x 66,68 63,71 66,09 61,59 66,68
3 Věra Pospíšilová Tschechien  Tschechien 63,02 66,08 x 62,81 63,21 64,84 66,08
4 Olena Antonowa Ukraine  Ukraine 59,88 64,11 x 63,61 60,37 65,75 65,75
5 Nicoleta Grasu Rumänien  Rumänien 62,01 62,21 63,48 61,58 61,93 64,92 64,92
6 Beatrice Faumuina Neuseeland  Neuseeland x 62,45 x 63,45 62,99 x 63,45
7 Ekaterini Vongoli Griechenland  Griechenland 60,66 61,44 x 62,37 62,32 61,84 62,37
8 Li Yanfeng China Volksrepublik  Volksrepublik China 60,67 57,36 61,05 nicht im Finale der
besten acht Werferinnen
61,05
9 Joanna Wiśniewska Polen  Polen 58,33 60,74 59,95 60,74
10 Styliani Tsikouna Griechenland  Griechenland 59,48 57,76 x 59,48
ogV Yania Ferrales Kuba  Kuba x x x ohne Weite
DOP Iryna Jattschanka Weissrussland  Weißrussland 59,98 61,67 66,17 65,46 63,08 65,54 66,17 Aberkennung der Bronzemedaille im Jahr 2012[1]

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c IOC Media Relations Team: IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples (Englisch) Internationales Olympisches Komitee. 5. Dezember 2012. Abgerufen am 16. Mai 2018.
  2. Central American and Caribbean Championships (Women) auf gbrathletics.com, abgerufen am 16. Mai 2018
  3. South American Championships (Women) auf gbrathletics.com, abgerufen am 16. Mai 2018
  4. Asian Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 16. Mai 2018
  5. Oceania Championships auf gbrathletics.com, abgerufen am 16. Mai 2018
  6. IAAF Weltrekorde, Diskuswurf Frauen, abgerufen am 15. April 2018