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Olympische Sommerspiele 1952/Leichtathletik – Weitsprung (Männer)

Der Weitsprung der Männer bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki wurde am 21. Juli 1952 ausgetragen. 27 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Nations at 1952 Olympics.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Weitsprung
Geschlecht Männer
Teilnehmer 27 Athleten aus 19 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Helsinki
Wettkampfphase 21. Juli 1952
Medaillengewinner
Goldmedaille Jerome Biffle (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Silbermedaille Meredith Gourdine (Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA)
Bronzemedaille Ödön Földessy (Ungarn 1946Ungarn HUN)

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Jerome Biffle. Er gewann vor seinem Landsmann Meredith Gourdine und dem Ungarn Ödön Földessy.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 8,13 m Jesse Owens (Vereinigte Staaten 48  USA) Ann Arbor, USA 25. Mai 1935[1]
Olympischer Rekord 8,06 m Berlin, Deutschland 4. August 1936

Anmerkung: Der olympische Rekord wurde offiziell mit 8,06 m und Jesse Owens als Rekordhalter geführt, obwohl bei seinem Sprung ein irregulärer Rückenwind herrschte.[2]

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Teilnehmer traten am 21. Juli in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an, die Qualifikationsweite betrug 7,20 Meter. Sollten weniger als zwölf Athleten die geforderte Weite schaffen, würde das Finalstarterfeld nach den besten erzielten Weiten auf zwölf Springer aufgefüllt. Die in der Qualifikation erzielten Resultate wurden nicht für das Finale mitgewertet.

Im Finale hatten alle Teilnehmer zunächst drei Versuche. Die sechs besten Athleten durften dann drei weitere Versuche ausführen.

Anmerkung: Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die über die nächstbeste Weite qualifizierten hellgrün unterlegt.

ZeitplanBearbeiten

21. Juli, 10.00 Uhr: Qualifikation
21. Juli, 16.10 Uhr: Finale[3]

QualifikationBearbeiten

 
Olympiasieger Jerome Biffle (USA)

Datum: 21. Juli 1952, 10.00 Uhr[3] Die Reihenfolgen der Versuchsserien sind unbekannt.

Gruppe ABearbeiten

Platz Name Nation Weite Anmerkung
01 Meredith Gourdine Vereinigte Staaten 48  USA 7,41 m
02 Jerome Biffle Vereinigte Staaten 48  USA 7,40 m
03 George Brown Vereinigte Staaten 48  USA 7,32 m
04 Ödön Földessy Ungarn 1949  Ungarn 7,25 m
05 Ary de Sá Brasilien 1889  Brasilien 7,24 m
06 Paul Faucher Frankreich  Frankreich 7,10 m
07 Leonid Grigorjew Sowjetunion 1923  Sowjetunion 7,09 m
08 Anton Breder Saarland 1947  Saarland 6,88 m
09 Brígido Iriarte Venezuela 1930  Venezuela 6,82 m
10 Henryk Grabowski Polen 1944  Polen 6,77 m
11 Nikolai Anriuschtschenko Sowjetunion 1923  Sowjetunion 6,74 m
ogV Avni Akgün Turkei  Türkei ohne Weite

Gruppe BBearbeiten

Platz Name Nation Weite Anmerkung
01 Neville Price Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 7,36 m
02 Henk Visser Niederlande  Niederlande 7,21 m
03 Masaji Tajima Japan  Japan 7,13 m
04 Karl-Erik Israelsson Schweden  Schweden 7,10 m
05 Pentti Snellman Finnland  Finnland 7,09 m
05 Jorma Valtonen Finnland  Finnland 7,09 m
07 Carlos Vera Chile  Chile 7,07 m
08 Felix Würth Osterreich  Österreich 6,99 m
09 Sylvanus Williams Nigeria 1914  Nigeria 6,98 m
10 Jorma Valkama Finnland  Finnland 6,97 m
11 Karim Olowu Nigeria 1914  Nigeria 6,96 m
12 Geraldo de Oliveira Brasilien 1889  Brasilien 6,71 m
13 Patrick Leane Australien  Australien 6,40 m
14 Kamtorn Snidvongs Thailand  Thailand 5,31 m
ogV Baldadaş Mədətov Sowjetunion 1923  Sowjetunion ohne Weite

Finale und EndresultatBearbeiten

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Jerome Biffle Vereinigte Staaten 48  USA 7,21 m x 7,57 m 7,49 m 7,36 m 7,51 m 7,57 m
2 Meredith Gourdine Vereinigte Staaten 48  USA 7,38 m 6,58 m 7,53 m x x x 7,53 m
3 Ödön Földessy Ungarn 1949  Ungarn 7,04 m 7,23 m x 7,17 m 7,30 m 7,12 m 7,30 m
4 Ary de Sá Brasilien 1889  Brasilien 7,15 m 6,77 m 7,06 m 7,22 m 7,20 m 7,23 m 7,23 m
5 Jorma Valtonen Finnland  Finnland x 7,06 m 7,16 m x x 6,97 m 7,16 m
6 Leonid Grigorjew Sowjetunion 1923  Sowjetunion x 7,14 m 6,92 m 5,55 m x 6,67 m 7,14 m
7 Karl-Erik Israelsson Schweden  Schweden x x 7,10 m nicht im Finale der
besten sechs Springer
7,10 m
8 Paul Faucher Frankreich  Frankreich x 6,96 m 7,02 m 7,02 m
9 Pentti Snellman Finnland  Finnland x 6,88 m 7,02 m 7,02 m
10 Masaji Tajima Japan  Japan x 7,00 m x 7,00 m
11 Neville Price Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 6,40 m x x 6,40 m
ogV George Brown Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten x x x ohne Weite
Henk Visser Niederlande  Niederlande

Datum: 21. Juli 1952, 16.10 Uhr[3]

Als Topfavorit galt der US-Springer George Brown. Im Finale hatte er jedoch drei Fehlversuche und schied aus. Die besten drei Springer in der Qualifikation am Vormittag waren Meredith Gourdine und Jerome Biffle aus den USA sowie der Südafrikaner Neville Price. Price hatte sich jedoch in der Qualifikation verletzt und erreichte in diesem Finale nur 6,40 m und kam damit Rang elf. Biffle – 7,57 m – und Gourdine – 7,53 m – schafften ihre Bestweiten jeweils im dritten Versuch. Sie lagen nur um vier Zentimeter auseinander, waren aber mit diesen nicht unbedingt überragenden Resultaten immer noch deutlich besser als der Rest des Feldes. Der Ungar Ödön Földessy errang mit gerade einmal 7,30 m die Bronzemedaille.[4]

So fiel das Niveau dieses Wettbewerbs trotz guter Sprunganlage gegenüber den meisten anderen Wettbewerben deutlich ab.

Im zwölften olympischen Finale gewann Jerome Biffle die elfte Goldmedaille für die USA. Biffle und Meredith Gourdine gelang der siebte Doppelsieg der USA in dieser Disziplin.

Ödön Földessy gewann die erste Medaille für Ungarn im Weitsprung.

Anmerkung: Die jeweilige Bestweite ist fett gedruckt.

LiteraturBearbeiten

Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 91f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 556 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 207
  3. a b c Offizieller Bericht S. 266, engl. (PDF)
  4. SportsReference (engl.)