Olympische Sommerspiele 1952/Leichtathletik – 3000 m Hindernis (Männer)

Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki wurde am 23. und 25. Juli 1952 im Olympiastadion in Helsinki ausgetragen. 35 Athleten nahmen teil.

Helsinki1952.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 3000-Meter-Hindernislauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 35 Athleten aus 19 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Helsinki
Wettkampfphase 23. Juli 1952 (Vorläufe)
25. Juli 1952 (Finale)
Medaillengewinner
Horace Ashenfelter (Vereinigte Staaten 48 USA)
Wladimir Kasanzew (Sowjetunion 1923 URS)
John Disley (Vereinigtes Konigreich GBR)

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Horace Ashenfelter. Er gewann vor Wladimir Kasanzew aus der Sowjetunion und dem Briten John Disley.

Rekorde / BestleistungenBearbeiten

Bestehende Rekorde / BestleistungenBearbeiten

Weltbestleistung 8:48,8 min Wladimir Kasanzew (Sowjetunion 1923  Sowjetunion) Moskau, Sowjetunion 10. Juli 1951 [1]
Olympischer Rekord 9:03,8 min Volmari Iso-Hollo (Finnland  Finnland) Finale OS Berlin, Deutsches Reich 8. August 1936

Anmerkung zum Weltrekord:
Die Internationale Leichtathletik-Föderation IAAF legte erst 1953 Einzelheiten zur Anzahl, Reihenfolge und Beschaffenheit der Hindernisse fest und führte erst von da an eine offizielle Weltrekordliste.

 
Eröffnungsfeier bei den Olympischen Spielen in Helsinki

Rekord- / BestleistungsverbesserungenBearbeiten

Der bestehende olympische Rekord wurde insgesamt dreimal verbessert, die letzte Verbesserung stellte gleichzeitig eine neue Weltbestleistung dar.

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Läufer traten am 23. Juli zu drei Vorläufen an. Die jeweils vier besten Athleten – hellblau unterlegt – qualifizierten sich für das Finale am 25. Juli.

ZeitplanBearbeiten

  • 23. Juli, 16.35 Uhr: Vorläufe
  • 25. Juli, 16.20 Uhr: Finale[2]

VorläufeBearbeiten

Datum: 23. Juli 1952, ab 16:35 Uhr[2]

Vorlauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
1 Wladimir Kasanzew Sowjetunion 1923  Sowjetunion 8:58,0 min OR 8:58,17 min
2 Günter Heßelmann Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland 9:05,0 min 9:05,93 min
3 Gunnar Tjörnebo Schweden  Schweden 9:05,4 min 9:05,59 min
4 Cahit Önel Turkei  Türkei 9:06,0 min 9:06,02 min
5 Jindřich Roudný Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 9:06,4 min 9:06,92 min
6 Kauko Lusenius Finnland  Finnland 9:26,8 min k. A.
7 Kenneth Johnson Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 9:27,0 min
8 Drago Štritof Jugoslawien  Jugoslawien 9:28,0 min
9 Victor Firea Rumänien 1952  Rumänien 9:29,2 min
10 Guillermo Solá Chile  Chile 9:32,2 min
11 Pierre Prat Frankreich 1946  Frankreich 9:32,8 min
12 Gulzara Singh Mann Indien  Indien 9:48,6 min
DNF Bill Ashenfelter Vereinigte Staaten 48  USA

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
1 John Disley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:59,4 min 8:59,59 min
2 Olavi Rinteenpää Finnland  Finnland 8:59,4 min 8:59,71 min
3 József Apró Ungarn 1949  Ungarn 9:00,4 min 9:00,60 min
4 Helmut Gude Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland 9:04,2 min 9:04,74 min
5 Fjodor Marulin Sowjetunion 1923  Sowjetunion 9:08,4 min 9:08,73 min
6 Ali Baghbanbashi Iran 1925  Iran 9:13,2 min 9:13,43 min
7 Jan Kielas Polen 1944  Polen 9:15,4 min 9:15,62 min
8 André Lebrun Frankreich 1946  Frankreich 9:17,8 min k. A.
9 Susumu Takahashi Japan 1870  Japan 9:21,6 min
10 Božidar Ðurašković Jugoslawien  Jugoslawien 9:23,2 min
11 Eric Nilsson Schweden  Schweden 9:25,0 min
12 Browning Ross Vereinigte Staaten 48  USA 9:44,0 min
DNS Augusto Robles Guatemala  Guatemala

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
1 Horace Ashenfelter Vereinigte Staaten 48  USA 8:51,0 min OR 8:51,17 min
2 Michail Saltykow Sowjetunion 1923  Sowjetunion 8:55,8 min 8:56,05 min
3 Curt Söderberg Schweden  Schweden 9:02,4 min 9:02,30 min
4 Chris Brasher Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 9:03,2 min 9:03,18 min
5 Urho Julin Finnland  Finnland 9:09,4 min 9:09,54 min
6 László Jeszenszky Ungarn 1949  Ungarn 9:11,2 min 9:11,10 min
7 André Paris Frankreich 1946  Frankreich 9:30,0 min k. A.
8 Robert Schoonjans Belgien  Belgien 9:30,6 min
9 Petar Šegedin Jugoslawien  Jugoslawien 9:40,2 min
DNF Víctorio Solares Guatemala  Guatemala
DNS Vasilios Mavrapostolos Königreich Griechenland  Griechenland
Martin Stokken Norwegen  Norwegen
Osman Coşgül Turkei  Türkei

FinaleBearbeiten

Datum: 25. Juli 1952, 16:20 Uhr[2]

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
1 Horace Ashenfelter Vereinigte Staaten 48  USA 8:45,4 min WBL/OR 8:45,68 min
2 Wladimir Kasanzew Sowjetunion 1923  Sowjetunion 8:51,6 min 8:51,52 min
3 John Disley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 8:51,8 min 8:51,94 min
4 Olavi Rinteenpää Finnland  Finnland 8:55,2 min 8:55,60 min
5 Curt Söderberg Schweden  Schweden 8:55,6 min 8:55,87 min
6 Günter Heßelmann Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland 8:55,8 min 8:55,98 min
7 Michail Saltykow Sowjetunion 1923  Sowjetunion 8:56,2 min 8:56,47 min
8 Helmut Gude Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland 9:01,4 min 9:01,36 min
9 József Apró Ungarn 1949  Ungarn 9:04,2 min 9:04,30 min
10 Cahit Önel Turkei  Türkei 9:04,4 min 9:04,73 min
11 Chris Brasher Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 9:14,0 min k. A.
12 Gunnar Tjörnebo Schweden  Schweden 10:26,4 min

Im Finale war der sowjetische Inhaber der Weltbestzeit, Wladimir Kasanzew, der Favorit. Den US-Amerikaner Horace Ashenfelter nahm vor diesem Finale niemand so richtig ernst, obwohl er im Vorlauf Kasanzews gerade aufgestellten olympischen Rekord verbessert hatte und nicht weit von der Weltbestzeit geblieben war.

Gleich nach dem Start übernahm Michail Saltykow die Spitze und setzte sich nach kurzer Zeit einige Meter vom Feld ab. Die Durchgangszeit für 1000 Meter lautete 2:50 Minuten. Bald schloss Ashenfelter auf und übernahm nun seinerseits die Führung. Die 2000 Meter wurden in 5:47 min durchlaufen. Saltykow musste nun abreißen lassen, Kasanzew hatte als einziger noch Tuchfühlung mit Ashenfelter. Am letzten Wassergraben zog Ashenfelter unwiderstehlich das Tempo an und kam mit deutlichem Vorsprung vor Kasanzew ins Ziel. Die Siegerzeit war um ca. drei Sekunden schneller als Kasanzews Weltbestzeit. Der Brite John Disley lief zur Bronzemedaille und kam dabei dem Silbermedaillengewinner noch gefährlich nahe, während Saltykow entkräftet bis auf Platz sieben zurückfiel.[3]

Horace Ashenfelter gewann die erste Goldmedaille für die USA in dieser Disziplin.
Wladimir Kasanzew errang die erste sowjetische Medaille über 3000 Meter Hindernis.

VideoBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. S. 86 bis 88

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 87
  2. a b c Official Report of the Organising Committee for the XIV Olympiad, S. 266, digital.la84.org, englisch (PDF; 31.668 KB), abgerufen am 2. August 2021
  3. Athletics at the 1952 Helsinki Summer Games: Men's 3000 metres steeplechase, web.archive.org, sports-reference.com, abgerufen am 18. August 2017