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Olympische Sommerspiele 1952/Leichtathletik – Weitsprung (Frauen)

Der Weitsprung der Frauen bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki wurde am 23. Juli 1952 ausgetragen. 34 Athletinnen nahmen teil.

Olympische Ringe
Nations at 1952 Olympics.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Weitsprung
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 34 Athletinnen aus 22 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Helsinki
Wettkampfphase 23. Juli 1952
Medaillengewinnerinnen
Goldmedaille Yvette Williams (NeuseelandNeuseeland NZL)
Silbermedaille Alexandra Tschudina (Sowjetunion 1923Sowjetunion URS)
Bronzemedaille Shirley Cawley (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR)

Olympiasiegerin wurde die Neuseeländerin Yvette Williams. Sie gewann vor Alexandra Tschudina aus der Sowjetunion und der Britin Shirley Cawley.

Bestehende RekordeBearbeiten

Weltrekord 6,25 m Fanny Blankers-Koen (Niederlande  Niederlande) Leiden, Niederlande 19. September 1943[1]
Olympischer Rekord 5,69 m Olga Gyarmati (Ungarn 1949  Ungarn) Finale von London, Großbritannien 4. August 1948

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

 
Silber für Alexandra Tschudina (URS)
 
Die Polin Maria Ilwicka scheiterte in der Qualifikation

Die Teilnehmerinnen traten am 23. Juli in zwei Gruppen zu einer Qualifikationsrunde an, die Qualifikationsweite betrug 5,30 Meter. Alle qualifizierten Athletinnen bestrittenen das Finale am gleichen Tag. Die in dieser Qualifikation erzielten Resultate wurden nicht für das Finale mitgewertet.
Im Finale hatten alle Teilnehmerinnen zunächst drei Versuche. Die sechs besten Athletinnen konnten dann drei weitere Versuche ablegen.

Anmerkung: Die qualifizierten Athletinnen sind hellblau unterlegt.

ZeitplanBearbeiten

23. Juli, 10.00 Uhr: Qualifikation
23. Juli, 16.50 Uhr: Finale[2]

QualifikationBearbeiten

Datum: 23. Juli 1952, 10.00 Uhr[2]

Die Reihenfolgen der Versuchsserien sind unbekannt.

Gruppe ABearbeiten

Platz Name Nation Weite Anmerkung
01 Alexandra Tschudina Sowjetunion 1923  Sowjetunion 5,77 m
02 Shirley Cawley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 5,73 m
03 Verna Johnston Australien  Australien 5,58 m
04 Thelma Jones Bermuda 1910  Bermuda 5,55 m
05 Gladys Erbetta Argentinien  Argentinien 5,51 m
06 Olga Gyarmati Ungarn 1949  Ungarn 5,50 m
07 Elżbieta Krzesińska Polen 1944  Polen 5,43 m
08 Leni Hofknecht Deutschland  Deutschland 5,41 m
09 Yvonne Curtet Frankreich  Frankreich 5,36 m
10 Helena de Menezes Brasilien 1889  Brasilien 5,33 m
11 Ursula Finger Saarland 1947  Saarland 5,27 m
12 Suzanne Glotin Frankreich  Frankreich 5,26 m
13 Lilián Buglia Argentinien  Argentinien 5,25 m
14 Éliane Dudal Frankreich  Frankreich 5,21 m
15 Gretel Bollinger Schweiz  Schweiz 5,14 m
16 Maria Ilwicka Polen 1944  Polen 5,09 m
17 Phyllis Lightbourn-Jones Bermuda 1910  Bermuda 4,92 m

Gruppe BBearbeiten

Platz Name Nation Weite Anmerkung
01 Yvette Williams Neuseeland  Neuseeland 6,16 m OR
02 Mabel Landry Vereinigte Staaten 48  USA 5,88 m
03 Nina Tjurkina Sowjetunion 1923  Sowjetunion 5,77 m
04 Wilhelmina Lust Niederlande  Niederlande 5,63 m
05 Elfriede von Nitzsch Deutschland  Deutschland 5,62 m
05 Maire Österdahl Finnland  Finnland 5,62 m
07 Irmgard Schmelzer Deutschland  Deutschland 5,61 m
08 Valentina Litujewa Sowjetunion 1923  Sowjetunion 5,51 m
09 Adriana Millard Chile  Chile 5,49 m
10 Greta Magnusson Schweden  Schweden 5,45 m
11 Constance Willoughby Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 5,44 m
12 Wanda dos Santos Brasilien 1889  Brasilien 5,35 m
13 Dawn Josephs Kanada 1921  Kanada 5,34 m
13 Ayako Yoshikawa Japan  Japan 5,34 m
15 Tamar Metal Israel  Israel 5,16 m
16 Kathleen Russell Jamaika 1906  Jamaika 5,10 m
ogV Rosella Thorne Kanada 1921  Kanada ohne Weite

Finale und EndresultatBearbeiten

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anm.
1 Yvette Williams Neuseeland  Neuseeland x x 5,90 m 6,24 m 6,11 m 5,99 m 6,24 m OR
2 Alexandra Tschudina Sowjetunion 1923  Sowjetunion 5,99 m 6,14 m 5,74 m 5,90 m 5,95 m 6,07 m 6,14 m
3 Shirley Cawley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 5,92 m x 5,53 m 5,46 m 5,78 m 5,82 m 5,92 m
4 Irmgard Schmelzer Deutschland  Deutschland 5,89 m 5,76 m 5,90 m x 5,84 m x 5,90 m
5 Wilhelmina Lust Niederlande  Niederlande 5,68 m 5,65 m 5,79 m x 5,81 m x 5,81 m
6 Nina Tjurkina Sowjetunion 1923  Sowjetunion 5,61 m 5,81 m 5,76 m 5,52 m x x 5,81 m
7 Mabel Landry Vereinigte Staaten 48  USA x x 5,75 m nicht im Finale der
besten sechs Springerinnen
5,75 m
8 Verna Johnston Australien  Australien 5,51 m 5,60 m 5,74 m 5,74 m
9 Maire Österdahl Finnland  Finnland 5,62 m 5,73 m 5,70 m 5,73 m
10 Olga Gyarmati Ungarn 1949  Ungarn 5,48 m 5,67 m 5,60 m 5,67 m
11 Valentina Litujewa Sowjetunion 1923  Sowjetunion 5,50 m 5,63 m 5,65 m 5,65 m
12 Elżbieta Krzesińska Polen 1944  Polen 5,65 m 5,40 m 5,55 m 5,65 m
13 Adriana Millard Chile  Chile 5,58 m 5,56 m 5,59 m 5,59 m
14 Elfriede von Nitzsch Deutschland  Deutschland x 5,57 m x 5,57 m
15 Leni Hofknecht Deutschland  Deutschland 5,45 m 5,54 m 5,55 m 5,55 m
16 Ayako Yoshikawa Japan  Japan 5,54 m x 5,38 m 5,54 m
17 Dawn Josephs Kanada 1921  Kanada 5,17 m 5,47 m 5,44 m 5,47 m
18 Gladys Erbetta Argentinien  Argentinien 5,39 m 5,40 m 5,47 m 5,47 m
19 Constance Willoughby Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 5,39 m 5,44 m 5,13 m 5,44 m
20 Greta Magnusson Schweden  Schweden 5,37 m 5,43 m 5,40 m 5,43 m
21 Wanda dos Santos Brasilien 1889  Brasilien 5,36 m 5,30 m 5,21 m 5,36 m
22 Thelma Jones Bermuda 1910  Bermuda 5,33 m 5,27 m 5,31 m 5,33 m
23 Yvonne Curtet Frankreich  Frankreich 5,28 m 4,94 m 5,09 m 5,28 m
24 Helena de Menezes Brasilien 1889  Brasilien x 4,98 m 4,66 m 4,98 m

Datum: 23. Juli 1952, 16.50 Uhr[2]

In Abwesenheit der Weltrekordhalterin Fanny Blankers-Koen galt die Neuseeländerin Yvette Williams als große Favoritin, insbesondere als sie in der Qualifikation als erste Athletin die sechs-Meter-Marke bei Olympischen Spielen übersprang. Doch in den ersten drei Runden führte Alexandra Tschudina aus der Sowjetunion, die mit 6,14 m ebenfalls über diese Marke sprang. Für Williams wurde es eng, sie hatte sich in der Qualifikation verletzt und ihre ersten beiden Versuche im Finale waren ungültig. Mit 5,90 m im dritten Versuch erreichte sie das Finale der besten Sechs aber doch noch. Erst im vierten Durchgang ging Williams mit einem weiteren Olympiarekord in Führung. Mit 6,24 m blieb sie nur einen Zentimeter unter dem Weltrekord. Zwar gelang Tschudina im letzten Versuch nochmals ein Sprung über die sechs Meter, doch verbessern konnte sie sich nicht. Die Britin Shirley Cawley gewann mit 5,92 m die Bronzemedaille. Nur zwei Zentimeter dahinter erreichte die Deutsche Irmgard Schmelzer Platz vier.[3]
Yvette Williams gelang der erste Olympiasieg einer neuseeländischen Frau.

Anmerkung: Die Bestweite ist fett gedruckt.

LiteraturBearbeiten

Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 106f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 646 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. a b c Offizieller Bericht S. 266, engl. (PDF)
  3. SportsReference (engl.)