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Avicii

schwedischer DJ, Remixer und Musikproduzent
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Avicii (2014)
Avicii logo.svg
Aviciis Logo

Avicii (* 8. September 1989 als Tim Bergling in Stockholm; † 20. April 2018 in Maskat, Oman) war ein schwedischer DJ, Remixer und Musikproduzent im Bereich der elektronischen Tanzmusik. Er feierte im Jahr 2011 mit dem Lied Levels seinen weltweiten Durchbruch. Im Jahr 2013 veröffentlichte er sein erstes Studioalbum True, dessen erste Single-Auskopplung das Lied Wake Me Up darstellte, das in über 20 Ländern auf Platz eins der Single-Charts vorrücken konnte. 2015 folgte sein zweites Album Stories, das unter anderem das Lied Waiting for Love beinhaltete, das in über fünf Ländern Platz eins erreichte. 2017 erschien die EP Avīci (01) mit Without You als Lead-Single. Bergling wurde 2012 für seine Arbeit an dem Lied Sunshine mit David Guetta sowie 2013 für den Song Levels für einen Grammy nominiert.

Nach Auftritten auf den größten Festival-Bühnen der Welt (darunter dem Ultra Music Festival und dem Tomorrowland) sowie zwei Konzert-Tourneen zog sich Bergling 2016 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Rampenlicht zurück.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Tim Bergling wurde 1989 in Stockholm als Sohn des 1945 geborenen Managers Klas Bergling und der Schauspielerin Anki Lidén geboren. Sein Halbbruder ist der 1977 geborene Musiker und Schauspieler Anton Körberg, ein Sohn von Tommy Körberg.

Da sein bürgerlicher Name auf Myspace schon vergeben war, wählte Bergling Avicii als Künstlernamen.[1][2] Der Name leitet sich von Avici ab, der tiefsten Ebene der buddhistischen Unterwelt.

2008–2010: Anfänge als DJ

Avicii begann seine Karriere mit einem Remix der Titelmusik des C64-Spiels Lazy Jones. Das Stück wurde kurze Zeit später über Strike Recordings unter dem Titel Lazy Lace veröffentlicht.[3] Seine Musik war inspiriert u. a. von Laidback Luke, Steve Angello, Tocadisco, Daft Punk, Eric Prydz und Axwell.[4] Im April 2008 erschien bei Pete Tongs Label Bedroom Bedlam der Track Manman.[5] Im Mai desselben Jahres unterschrieb Avicii Verträge bei At Night Management und Vicious Grooves.[6]

2011: Durchbruch als DJ

 
Avicii (2011)

Im Sommer 2011 veröffentlichte die britische Sängerin Leona Lewis ihre Single Collide. Das Stück basiert auf Aviciis Instrumental Penguin aus dem Jahr 2010. Avicii beschuldigte Lewis’ Plattenfirma Syco Music des Plagiats und bewirkte gerichtlich, dass sein Name ebenfalls auf der Single erscheint.[7] Im Juli 2011 erschien das Stück als Fade Into Darkness vom schwedischen Sänger Andreas Moe, der zuvor eine Akustikversion auf YouTube veröffentlicht hatte und daraufhin von Avicii ins Studio eingeladen worden war. Den Text schrieben Simon Jeffes, John Martin und Michel Zitron.[8] Das Stück erreichte Platzierungen unter anderem in den schwedischen, rumänischen und niederländischen Single-Charts.

Im Herbst 2011 konnte Avicii mit Levels einen internationalen Hit landen, der es in Großbritannien, Österreich und Deutschland in die Top 10 der Charts schaffte und in seinem Heimatland Schweden und in Norwegen sein erster Nummer-1-Hit wurde.[9] Der Track bildet auch die Grundlage von Flo Ridas Hit Good Feeling, der zeitgleich große Popularität erlangte und weltweit Spitzenplätze in den Charts belegte. Beide Songs basieren auf dem Lied Something’s Got a Hold on Me von Etta James.[10]

Im Dezember 2012 veröffentlichte er gemeinsam mit dem DJ Nicky Romero und der Sängerin Noonie Bao den Song I Could Be the One. Er erreichte hohe Chartplatzierungen in vielen Ländern. Mitte Februar 2013 gelang ihnen der Sprung auf Platz eins der britischen Singlecharts. Die Instrumentalversion war bereits im Winter 2011 unter den Titeln Nicktim und Fuck School im Internet erschienen.

In der DJ-Mag-Liste der weltweiten Top 100 der DJ stand er im Dezember 2011 auf Platz sechs.[11] Ein Jahr später stieg er auf den dritten Platz. Bei den International Dance Music Awards 2012 wurde Levels als „Best Electro/Tech House Track“ ausgezeichnet. Daneben gewann er auch in der Kategorie „Best European DJ“.[12]

2013: Debütalbum True

Im Januar 2013 wurde Avicii X You mit Ericsson und Universal Music gestartet. In diesem Musikprojekt erzeugt Avicii Tracks aus von Teilnehmern eingesendeten Klängen. Die erste Single daraus X You wurde im Februar 2013 veröffentlicht. Sie konnte direkt in Großbritannien und Schweden in die Charts einsteigen.[13]

Im Frühjahr 2013 komponierte Avicii zusammen mit den ehemaligen ABBA-Mitgliedern Benny Andersson und Björn Ulvaeus das Stück We Write the Story, das als Titelsong des Eurovision Song Contests im Mai 2013 verwendet wurde.[14]

Anfang Juni 2013 erschien die Single Wake Me Up, die aus einem Gesangspart von Aloe Blacc und einem Instrumentalteil von Bergling zusammengesetzt ist. Das Lied wurde sofort ein europaweiter Erfolg und erreichte in mehreren Ländern Platz eins. Auch darüber hinaus war er erfolgreich und kam unter anderem in Australien und Neuseeland auf Platz eins und in den USA auf Platz vier. Bereits nach wenigen Monaten erreichte die Single sechsmal Platin-Status und zweimal Gold-Status.

Im September 2013 veröffentlichte Avicii sein erstes Musikalbum True.[15] Es enthält neben Wake Me Up weitere ähnlich aufgebaute Songs in Zusammenarbeit mit internationalen Sängern. Das Album erreichte Platz eins in Schweden und in vielen anderen europäischen Ländern die Top 10. In Schweden kamen alle Lieder des Albums als Einzeldownloads auch in die Singlecharts.

Mit der zweiten offiziellen Single-Auskopplung You Make Me, die von dem schwedischen Sänger Salem Al Fakir gesungen wird, löste er sich in seinem Heimatland selbst an der Chartspitze ab. Außerdem wurde das Lied Hey Brother, das von Dan Tyminski gesungen wird, der zur Begleitband der amerikanischen Country-Sängerin Alison Krauss gehört, zum dritten Nummer-eins-Hit in Folge in Schweden. Avicii besetzte somit 20 Wochen Platz eins der schwedischen Charts. Auch in Deutschland und Norwegen erreichte das Lied Platz eins und konnte sich auch in anderen Ländern in den Top 10 platzieren, noch bevor es Anfang November 2013 offiziell als Single veröffentlicht wurde. Der französische Radiosender NRJ gründete die Webradiostation NRJ Avicii, bei der ausschließlich Lieder von Avicii gespielt werden. Gegen Ende des Jahres 2013 absolvierte Avicii Studioarbeiten unter anderem mit David Guetta, Daft Punk und Coldplay.

2014: The Days/The Nights

Im Frühjahr 2014 wurde die vierte Single Addicted to You ausgekoppelt. Sie wurde ein weiterer Top-10-Erfolg in mehreren Ländern. Gesungen wird das Lied von Audra Mae. Kurze Zeit später erschien die fünfte Auskopplung Lay Me Down in Zusammenarbeit mit Adam Lambert. Auch dieser Song konnte bereits in einigen Ländern vor der Veröffentlichung im Mai in die Charts einsteigen. Im März 2014 veröffentlichte Avicii das Remixalbum True – Avicii by Avicii mit neuen Versionen der ersten neun Songs seines Debütalbums True.[16]

Im April 2014 hatte das von ihm produzierte Lied A Sky Full of Stars von Coldplay Radio-Premiere. Es erschien im Mai als Single. Im Juni veröffentlichte Avicii zusammen mit dem Gitarristen Carlos Santana und dem Sänger Wyclef Jean einen von der FIFA ausgewählten Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014, Dar Um Jeito (We Will Find a Way). Ebenfalls im Juni 2014 produzierte er gemeinsam mit dem taiwanesischen Sänger Wang Leehom den Song Lose Myself. Dieser wurde im September 2014 veröffentlicht und diente als Titelsong für das STORM Electronic Music Festival in Shanghai.[17] Des Weiteren veröffentlichte David Guetta gemeinsam mit Sam Martin den von Avicii co-produzierten Song Lovers on the Sun. Auch bei Guettas Listen-Albumtrack Yesterday wirkte er mit.

Im Oktober 2014 veröffentlichte Avicii in Zusammenarbeit mit Robbie Williams die Single The Days. Das Lied erreichte die Top-10 zahlreicher Länder und war die zweite US-Chartplatzierung für Williams. Des Weiteren wurde es Aviciis fünfter Nummer-eins-Hit in Schweden. Der Track ist auf der gleichnamigen EP mit der Nachfolge-Single The Nights zu finden. The Nights wurde vom schwedischen Singer-Songwriter Ras gesungen und ist im Soundtrack der Videospielserie FIFA enthalten.[18] Auch diese Single wurde insbesondere in Schweden und Großbritannien ein Erfolg.

Im November 2014 veröffentlichte Wyclef Jean den Song Divine Sorrow, der von Avicii produziert worden war. In Zusammenarbeit mit Coca-Cola und der von Bono gegründeten AIDS-Organisation RED gingen 1,03 Euro von jedem Singleverkauf auf iTunes als Spende an den Global Fund.[19] In den DJ-Mag-Charts rutschte er von Platz 3 auf Nummer 6 ab.

2015: Zweites Album Stories

Im Frühjahr 2015 erschien Madonnas dreizehntes Studioalbum Rebel Heart, das unter anderem das von Avicii produzierte Lied Devil Pray beinhaltet. Im Mai 2015 wurde Aviciis Song Feeling Good, ein Cover des gleichnamigen Blues-Klassikers von Nina Simone veröffentlicht.[20] Des Weiteren erschienen zahlreiche Previews im Internet, darunter von Kollaborationen mit Aloe Blacc, Chris Martin und Martin Garrix. Quellen für die Tracks war unter anderem sein Auftritt beim Ultra Music Festival 2015. Der niederländische DJ und Produzent Tiësto bot ihm an, einen Guestmix für seinen Podcast Tiësto’s Club Life 422 zu produzieren. Dabei war auch sein Song I’ll Be Gone, der bereits 2013 unter dem Titel Stars im Internet erschienen war. Des Weiteren wurde das gesamte Instrumental für den Avicii by Avicii-Remix seines Liedes Liar Liar sowie der Drop für den Song Black and Blue mit Aloe Blacc verwendet.

Eine aus dem Ultra Music Festival resultierende, angebliche Kollaboration mit Martin Garrix und John Legend erschien am 21. Mai 2015 unter dem Namen Waiting for Love im neuseeländischen iTunes-Store. Garrix und Legend wurden dabei nicht erwähnt, was nicht untypisch ist, da Robbie Williams bei The Days auch nicht erwähnt wurde. Die Beteiligung von Garrix wurde wenige Tage nach der Veröffentlichung offiziell bestätigt. Als Sänger stellte sich jedoch nicht Legend, sondern Simon Aldred, Leadsänger der Band Cherry Ghosts heraus.

Im Juli 2015 erschien ein Remix des Songs Insomnia der britischen Musikergruppe Faithless als Single unter dem Titel Insomnia 2.0. Durch den Remix platzierte sich das Lied wieder in den Charts und rückte unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz in die obere Charthälfte. Im August 2015 stand das Release der EP Pure Grinding/For a Better Day an. Die Doppelsingle war nach Waiting for Love ein zweiter Vorgeschmack auf das Studioalbum. Parallel wurde das Album Stories auf iTunes zur Vorbestellung freigegeben. Das Album wurde im Oktober 2015 veröffentlicht. Darauf finden sich unter anderem Kollaborationen mit Audra Mae, Chris Martin und Wyclef Jean. Avicii kooperierte außerdem mit dem Modeunternehmen Ralph Lauren, für das er als Model und Werbeträger tätig war.[21][22]

2016: Rückzug und The Crowning of Prince Liam

Nach seinem Auftritt beim Ultra Music Festival 2016 kündigte Avicii Ende Februar 2016 auf seiner Website überraschenderweise das Ende seiner Bühnenkarriere an, die Tour 2016 sei demnach seine letzte.[23] Er wolle aber weiterhin Musik machen. Kurz zuvor war er mit Freunden zwei Wochen lang durch die USA gereist und veranstaltete zwischendurch Livestreams von Outdoor-Studiosessions.[24] Das Projekt nannte sich The Crowning of Prince Liam („Die Krönung von Prinz Liam“). Im März 2016 verkündete Avicii über seine Facebook-Seite, dass er mit Ablauf des Jahres 2016 vorläufig keine weiteren Liveauftritte geben werde, um sich auf ein Leben außerhalb der Musik zu konzentrieren. Gesundheitliche Aspekte verstärkten seine Entscheidung.[25] Er widme sich jedoch weiterhin der Musik.[26]

2016 komponierte Avicii zusammen mit dem australischen Singer-Songwriter Conrad Sewell das Lied Taste the Feeling, das von Coca-Cola als Werbesong verwendet wird. Außerdem veröffentlichte Sewell eine Solo-Version des Songs für die Fußball-Europameisterschaft 2016 und die Olympischen Spiele 2016. Im Juni 2016 veröffentlichte Avicii die zweite Kollaboration mit dem schwedischen DJ und Produzenten Otto Knows. Der Titel Back Where I Belong bezieht sich auf den Stil des Liedes, der sich an dem ursprünglichen Stil der beiden Musiker orientierte. Auf dem Cover ist ein Kinderfoto abgebildet, das beide zusammen zeigt. In ihrer Heimat konnte sich der Track 12 Wochen in den offiziellen Single-Charts platzieren. In den DJ-Mag-Charts rutschte er im Jahr 2016 von Platz 7 auf Nummer 11 ab.

2017 − Februar 2018: EP Avīci

Avicii widmete sich weiterhin der Musik und veröffentlichte im August 2017 eine EP mit dem Titel Avīci. Diese besteht aus sechs Tracks.[27] Without You wurde als Single ausgekoppelt. Das Lied entstand in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Musiker Sandro Cavazza und erreichte in Schweden Platz eins der Hitparade. Auch in zahlreichen weiteren Ländern konnten Charts-Platzierungen erreicht werden, darunter in Deutschland, Großbritannien und Australien. Alle fünf weiteren Songs, darunter Kollaborationen mit Rita Ora und AlunaGeorge, stiegen in die Top-15 der schwedischen Single-Charts ein.

Nachdem auch Lonely Together mit Rita Ora bereits vor der Single-Veröffentlichung der Sprung in die unter anderem britischen, österreichischen und deutschen Charts gelang, wurde für diesen Song ein offizielles Musikvideo veröffentlicht. In einem Interview mit Pete Tong gab Avicii bekannt, dass Avīci die erste von drei EPs sei, aus denen dann sein drittes Studioalbum bestehe. Die weiteren EPs sollten 2018 erscheinen.[28]

Am 11. September 2017 kam eine Dokumentation mit dem Titel Avicii: True Stories in die Kinos. Sie zeigte Aviciis Rückzug aus dem Rampenlicht und enthält Interviews mit verschiedenen Musikern, auf die er während seiner Karriere stieß, darunter David Guetta, Tiësto, Wyclef Jean, Nile Rodgers und Chris Martin von Coldplay.[29]

Am 10. Februar 2018 wurde der Song Ghost veröffentlicht, bei dem er als Produzent für den schwedischen Singer-Songwriter Daniel Adams-Ray alias HUMAN in Erscheinung trat. Das Lied, das bereits 2014 unter dem Titel (I’m Still) In Love with Your Ghost in das Internet gelangte, stellt nach Somewhere in Stockhom die zweite Zusammenarbeit der zwei Schweden dar.[30]

April 2018: Tod

Am 20. April 2018 wurde Avicii während eines Urlaubs im Oman auf einem Anwesen der omanischen Königsfamilie tot aufgefunden.[31] Nach Angaben der BBC litt er schon seit längerem unter schweren gesundheitlichen Problemen und zuletzt an einer Pankreatitis.[32] Am 21. April 2018 gab die Polizei im Oman bekannt, dass sie im Zusammenhang mit seinem Tod kein Verbrechen vermute.[33] Die genaue Todesursache sei bekannt, werde aber mit Rücksicht auf die Angehörigen nicht veröffentlicht. Am 26. April veröffentlichte seine Familie eine Erklärung, in der es unter anderem heißt: „Er hat wirklich gerungen mit dem Nachdenken über den Sinn, das Leben, das Glück. Jetzt hat er es nicht länger geschafft. Er wollte Frieden haben.“[34] Avicii wurde am 8. Juni 2018 in seiner Heimatstadt Stockholm beigesetzt.[35]

Nachleben

Rezeption

Im April 2018 würdigte die amerikanische Band OneRepublic Bergling mit seiner erfolgreichsten Single Wake Me Up während ihrer Show in Mumbai. Am selben Tag spielte Tiësto während des EDC Las Vegas ein Medley aus Berglings Songs. Aloe Blacc begleitete ihn auf der Bühne und sang Wake Me Up live.

Im Mai 2018 äußerten das US-amerikanische DJ-Duo The Chainsmokers und die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Halsey ihre Trauer während der Verleihung der Billboard Music Awards 2018. Sie sagte, dass Berglings Tod ein großer Verlust für die Musikwelt und für sie selbst sei. Er sei ein Künstler gewesen, der so viele Menschen auf so viele Arten inspiriert und jedem in der EDM-Community viel bedeutet habe. Halsey führte daraufhin das Thema psychische Gesundheit weiter aus und appellierte, dass man einander lieben und unterstützen sollte.

Im Juli 2018 veröffentlichte der russische DJ und Produzent Arty einen Song namens Tim als Hommage an Bergling. „Ich habe einen Track für meinen Freund produziert“, sagte er. „Ich möchte nur sein Andenken in Ehren halten ...“

Im November 2018 organisierte Berglings Familie einen öffentlichen Gedenkgottesdienst in der Hedvig Eleonora Church in Stockholm. Hunderte von Fans füllten die Kirche, um zu trauern und ihren Respekt zu erweisen. Ein Orchester spielte Musik, die mit Bergling in Verbindung stand und die mit seinem größten Erfolg Wake Me Up endete.

Verbliebene Werke

Nach Berglings Tod berichteten mehrere Magazine, dass sich zum Zeitpunkt seines Todes über 200 unveröffentlichte Songs in der „Warteschleife“ befunden hätten. Einige davon seien fertiggestellt, andere noch in der Entwicklung.[36] Vor seinem Tod hätte er einige der besten Songs seiner Karriere produziert.[37] Im August 2018 teilte der Produzent Carl Falk, der 2015 einige der Songs auf dem Album Stories und 2017 auf Avici (01) mitproduziert hatte, mit, dass er während der Stories-Session in Zusammenarbeit mit Chris Martin das Lied Heaven geschrieben und kurz vor seinem Tod fertig gestellt habe. Es solle zusammen mit dem dritten Album posthum veröffentlicht werden.[38]

Im April 2019 wurde bekannt gegeben, dass am 6. Juni 2019 posthum das Studioalbum Tim veröffentlicht werde. An diesem arbeitete Avicii vor seinem Tod. Am 10. April 2019 erschien die erste Single-Auskopplung SOS, dessen Musikvideo Erinnerungen und Rückblicke von Aviciis Fans zeigt. Das Lied wurde von Kristoffer Fogelmark und Albin Nedler, die zuletzt auch an Pure Grinding beteiligt waren, fertig gestellt. Den Gesang, der zu Aviciis letzten Arbeiten an SOS noch nicht aufgenommen war, steuerte Aloe Blacc posthum bei. Alle Einnahmen aus dem Verkauf des Albums gehen an die Tim Bergling Foundation.[39]

Am 9. Mai 2019 wurde die zweite Single-Auskopplung aus dem kommenden Studioalbum veröffentlicht. Diese trägt den Titel Tough Love und stammt aus einer Studiosession, die im März 2016 stattfand. Unterstützt wurde er zu jener Zeit vom schwedischen Musiker-Duo Vargas & Lagola, bestehend aus Vincent Pontare und Salem Al Fakir, das unter anderem an Silhouettes, You Make Me und Friend of Mine beteiligt war. Nach Aviciis Tod stellte es den Song für die Single-Veröffentlichung fertig. In einem Interview erzählten sie, dass Avicii sich melodisch an den Klängen indischer Musik orientierte.[40] Da Avicii den Wunsch äußerte, dass das Lied von einem „echten Paar“ gesungen wird, steuerte Pontare den Gesang gemeinsam mit seiner Ehefrau Agnes Carlsson bei.[41]

Tim Bergling Foundation

Im März 2019 gründete die Familie Bergling eine Stiftung, die nach Tim Bergling benannt wurde. Die Stiftung arbeitet international und will unter anderem über die Behandlung psychischer Erkrankungen und Suizidprävention aufklären.[42][43][44]

Soziales Engagement

2011 hat Avicii zusammen mit seinem Manager die Wohltätigkeitsorganisation „House for Hunger“ gegründet. Neben einer Spende von 1 Million US-Dollar an Feeding America, die in den USA u. a. Suppenküchen betreibt, hat House for Hunger die von Laura Bush ins Leben gerufenen Feed Foundation finanziert, mit der mehr als 2 Millionen Schulspeisen in ganz Afrika verteilt werden konnten.[45] In Verbindung mit den Musikvideos zu For a Better Day und Pure Grinding unterstützte er Kampagnen gegen Menschenhandel und Bandengewalt.

Diskografie

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US Vereinigte Staaten  US Dance Schweden  SE
2013 True
PRMD / Universal Music
5
 Platin

(44 Wo.)
3
 Dreifachplatin

(46 Wo.)
2
 Gold

(54 Wo.)
2
 Platin

(55 Wo.)
5
 Platin

(42 Wo.)
1
(… Wo.)
1
 Dreifachplatin

(180 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 2013
Verkäufe: + 2.228.507
2014 True: Avicii by Avicii
PRMD / Universal Music
15
(4 Wo.)
55
(4 Wo.)
139
(1 Wo.)
8
(4 Wo.)
7
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. März 2014
Remixvariante von True
Verkäufe werden teilweise True hinzuaddiert.
2015 Stories
PRMD / Universal Music
8
(8 Wo.)
6
 Gold

(8 Wo.)
3
(14 Wo.)
9
 Silber

(7 Wo.)
17
(5 Wo.)
1
(27 Wo.)
1
 Doppelplatin

(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2015
Verkäufe: + 197.500

Dokumentationen

Auszeichnungen

  • Echo Pop
    • 2014: in der Kategorie Hit des Jahres (Wake Me Up)
    • 2014: in der Kategorie Electronic Dance Music
Jahr Auszeichnung Kategorie Werk Ergebnis
2012 Grammis 2012 Elektro/Dance-Act des Jahres Levels/Fade into Darkness Nominiert
Innovation des Jahres (vergeben von Telia, Spotify und IFPI Sverige) Gewonnen
Lied des Jahres Levels Gewonnen
Größter Schwedischer Erfolg im Ausland Nominiert
2013 Grammis 2013 Elektro/Dance-Act des Jahres Silhouettes/Superlove Nominiert
2014 Grammis 2014 Album des Jahres True Nominiert
Künstler/in des Jahres Gewonnen
Elektro/Dance-Act des Jahres True Nominiert
Lied des Jahres Wake me up Nominiert
Produzent des Jahres (zusammen mit Ash Pournouri) True Nominiert
Innovation des Jahres (vergeben von Spotify und IFPI Sverige) Nominiert
2015 Grammis 2015 Elektro/Dance-Act des Jahres The Days/The Nights Nominiert
Lied des Jahres The Days Nominiert
2016 Grammis 2016 Elektro/Dance-Act des Jahres Stories Nominiert
Lied des Jahres Waiting for Love Nominiert
2018 Grammis 2018 Elektro/Dance-Act des Jahres AVīCI (01) Nominiert
Lied des Jahres Without You (feat. Sandro Cavazza) Nominiert

Weblinks

  Commons: Avicii – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. The Origins of 10 Iconic Names in Dance Music. (Nicht mehr online verfügbar.) In: EDM.com. 4. Februar 2016, archiviert vom Original; abgerufen am 3. November 2016 (amerikanisches Englisch).
  2. Dylan Farella: Avicii discusses choosing his DJ name, connecting with manager Ash, more on rise to stardom. In: Dancing Astronaut. 11. August 2013, abgerufen am 3. November 2016 (englisch).
  3. Avicii. In: laut.de. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  4. Avicii. In: Beatport. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  5. Avicii Biography (Memento vom 17. April 2012 im Internet Archive) (englisch).
  6. Labels von Avicii. (Nicht mehr online verfügbar.) In: djtunes.com. Archiviert vom Original am 5. März 2016; abgerufen am 10. Oktober 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.djtunes.com
  7. Leona Lewis äußert sich zu den Plagiatsvorwürfen. In: fan-lexikon.de. 20. Juli 2011, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  8. Avicii – Fade Into Darkness. In: hitparade.ch. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  9. Levels by Avicii. In: acharts.co. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  10. Dan Hyman: Flo Rida and Avicii Remember Etta James. 'Her passing away really touched me,' says Miami rapper who sampled her on 'Good Feeling'. In: rollingstone.com. 24. Januar 2012, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  11. Top 100 DJs 2011. In: DJ Magazine. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  12. 30th Annual International Dance Music Awards. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Winter Music Conference. Archiviert vom Original am 29. Januar 2012; abgerufen am 11. Oktober 2015 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.27th Annual @127th Annual @2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wintermusicconference.com
  13. "Avicii X You": Ihr liefert die Sounds – Avicii macht einen Track daraus. (Nicht mehr online verfügbar.) In: universal-music.de. 11. Januar 2013, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 11. Oktober 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.universal-music.de
  14. Abba-Mitglieder schreiben Hymne für Eurovision Song Contest. In: T-online.de. 16. April 2013, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  15. Aviciis Debütalbum "True": Hier mehr erfahren und vorbestellen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: universal-music.de. 1. August 2013, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 11. Oktober 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.universal-music.de
  16. Produktdetail: True – Avicii By Avicii. In: universal-music.de. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  17. Avicii Collaborates With Taiwanese Star Wang Leehom in ‚Lose Myself‘. In: edmsuace.com. Abgerufen am 21. April 2018.
  18. Philip Cosores: Avicii Drops New Song ‘The Nights’ for FIFA 2015. (Nicht mehr online verfügbar.) In: 923amp.cbslocal.com. 19. September 2014, archiviert vom Original am 19. September 2015; abgerufen am 11. Oktober 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/923amp.cbslocal.com
  19. Divine Sorrow (feat. Avicii) – Single. In: iTunes. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  20. Feeling Good – Single. In: iTunes. Abgerufen am 11. Oktober 2015.
  21. Denim & Supply Ralph Lauren Partners with Avicii for Project Warehouse Mission 1. In: highsnobiety.com. 18. August 2014, abgerufen am 11. Oktober 2015.
  22. Booklet des Albums True
  23. Avicii. In: Avicii.com. Abgerufen am 1. April 2016.
  24. Avicii auf Instagram: „Thank you to everybody involved in the magic roadtrip to miami we had! Crew jacket painted by talented artist @connortingley…“ In: Instagram. Abgerufen am 1. April 2016.
  25. Avicii hört auf (Memento vom 29. März 2016 im Internet Archive) In: wdr.de, 29. März 2016
  26. Schwedischer DJ Avicii gibt Live-Rückzug bekannt. In: krone.at. 29. März 2016, abgerufen am 30. März 2016.
  27. Avicii ist zurück: Am 10. August 2017 erscheint die EP "Avīci". In: universal-music.de. Abgerufen am 6. August 2017.
  28. Avicii Talks Upcoming Album, Traveling Africa and Feeling Normal. In: Billboard. Abgerufen am 22. Oktober 2017.
  29. Kat Bein: Avicii Offers A Rare Look Into His ‘True Stories’ With Documentary Trailer: Watch. In: Billboard. Abgerufen am 21. April 2018.
  30. Avicii Shares New Song He Co-Wrote for HUMAN, “Ghost” auf „Your EDM“
  31. Avicii starb auf Anwesen der omanischen Königsfamilie. Focus Online, abgerufen am 15. Mai 2018 (deutsch).
  32. DJ Avicii, top electronic dance music artist, dies at 28. In: bbc.com. 20. April 2018, abgerufen am 20. April 2018 (englisch).
  33. DJ mit 28 gestorben: Polizei sieht bei Tod von Avicii keinen Hinweis auf Verbrechen. In: rp-online.de. 22. April 2018, abgerufen am 22. April 2018.
  34. Aviciis Todesursache: Statement der Familie legt Selbstmord nahe. In: musikexpress.de. 26. April 2018, abgerufen am 30. April 2018.
  35. Avicii: Fragen zur Todesursache. In: rollingstone.de, 11. Juni 2018.
  36. Nöje: New Avicii Album will be Released. In: Aftonbladet. Abgerufen am 9. Juli 2018 (schwedisch).
  37. Ashley Iasimone: Avicii’s Unreleased Album Was His ‘Best Music in Years’, Says Geffen Exec. In: Billboard. Abgerufen am 9. Juli 2018.
  38. Avicii’s Single “Heaven” With Chris Martin Is Being Prepared For Release. In: EDM Tunes. 5. August 2018 .
  39. Tim “Avicii” Berglings sista låtar släpps som skiva i sommar. In: SVT Nyheter. Abgerufen am 6. April 2019.
  40. Avicii goes Orient: „Tough Love“ fasziniert mit ungewöhnlichem Sound auf DJ Mag (DE).
  41. Avicii’s Posthumous Single ‘Tough Love’ Will Be Released Tomorrow auf DJ Mag.
  42. Avicii’s Family Launches Mental Illness and Suicide-Prevention Foundation in His Memory auf „Variery“
  43. Avicii's legacy is ‘transforming mental health in the music industry’ auf „BBC
  44. John Blistein: Avicii’s Family Launches Foundation to Address Mental Health, Suicide Prevention auf „Rolling Stone
  45. Youngs, Ian: Avicii: The superstar DJ behind some of the decade’s biggest hits". Abgerufen am 14. Januar 2019 (englisch).