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Der Musikstil Trap (englisch für Falle) oder Trap Music ist ein Subgenre des Hip-Hop, das sich vor allem in den Südstaaten der USA entwickelte. Dort ging es unter anderem aus Stilrichtungen wie Down South und Crunk hervor. Die musikalischen Wurzeln von Trap reichen bis in die 1990er Jahre zurück.[1] In den 2010er Jahren ist eine neue, stärker durch die Electronic Dance Music (EDM) geprägte Variante populär und international bekannt geworden, die ebenfalls mit dem Namen Trap assoziiert wird. Diese wird auch als EDM Trap Music bezeichnet.[2]

BegriffBearbeiten

Der Name „trap“ ist ein Slangausdruck. Er bezeichnet in der US-amerikanischen Drogenszene den Ort, an dem Drogendeals stattfinden. Größere Bekanntheit erlangte der Begriff zuerst in der Hauptstadt Georgias, Atlanta. Dort wurde er Anfang der 1990er Jahre von lokalen Dirty South Kollektiven wie der Dungeon Family, OutKast und dem Goodie Mob in Liedtexten verwendet und so bekannt gemacht. Hörer und Kritiker fingen an, Rapper, deren lyrisches Hauptthema Drogenhandel war, als „Trap Rapper“ zu bezeichnen.[3] Im Jahr 2003 veröffentlichte Südstaaten-Rapper T.I. das kommerziell erfolgreiche Album „Trap Muzik“. Dieses wurde zu einem Meilenstein in der Entstehungsphase eines neuen Hip-Hop Subgenres. Rapper mit ähnlichem musikalischen Stil, wie etwa Jeezy, Gucci Mane, Yo Gotti und Rick Ross, begannen Mainstream-Erfolge zu feiern. So entwickelte sich Trap Mitte der 2000er Jahre zu einem anerkannten Musikgenre.[4]

StilmerkmaleBearbeiten

Zu den markantesten Stilmerkmalen des Trap zählen die schleppenden Rhythmen mit sehr tiefen Bassdrums und schnellen, „rollenden“, typischerweise als Zweiunddreißigstelnoten gesetzten Hi-Hats.[5][6][3] Klanglich dominieren der Sound des Drumcomputers Roland TR-808 sowie eine zumeist düstere, aggressive Atmosphäre, wie sie für die dunkleren Spielarten des Hip-Hop typisch ist.[3][5] Eine wichtige Kompositionstechnik im Trap ist das screwing & chopping.[6] Die Geschwindigkeit variiert zwischen 60 und 95 BPM; die Programmierung erfolgt oftmals in Doubletime.[5][7]

In der Hip-Hop-Variante kommen heruntergepitchte Stimmen und AdLibs (eine Art stilistisches „Markenzeichen“ von Rappern[8]) zum Einsatz. Die Texte nehmen typischerweise Bezug auf das urbane Ghetto- und Drogenmilieu. Ein stilbildender Track für die EDM-Variante des Trap war der 2012 von Flosstradamus produzierte Remix von Major Lazers Original Don. Im Unterschied zum ursprünglichen Trap wurden hier zahlreiche charakteristische Klänge aus Dubstep, Brostep und Electro-House bzw. „Big Room“ – darunter der für den „Big Room“ typische Drop – sowie Samples von Sirenen, Hupen, Pistolen und zerklirrenden Scheiben eingebunden.

Bekannte Vertreter (Auswahl)Bearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zur Geschichte vgl. Kat Bein: Miami New Times: An 11-part history of trap. In: Miami New Times, 25. Juli 2012.
  2. Trap Music. Under Lock & key. The trap phenomenon explained. In: DJ Magazine vom 28. Februar 2013. Ähnlich: What is Trap music? In: Run The Trap, 7. Mai 2013.
  3. a b c Miles Raymer: Who owns trap? In: Chicago Reader, 20. November 2012.
  4. Joseph Patterson: Trap Music: The Defintive Guide In: Topman Generation, 19. Januar 2013.
  5. a b c Florian Selzer: Trap-Beat erstellen bei Delamar.de
  6. a b Quit Screwing with Trap Music: An Interview with Houston-Born Producer Lōtic. (Memento vom 3. November 2012 im Internet Archive) In: Vice-Magazin, 11. Juni 2012.
  7. Crashkurs Trap Music: How to make a Trap beat bei Bonedo.de
  8. Das sind Adlibs – und so kamen sie nach Deutschland bei PULS Musik.
  9. Trap im Deutschrap. In: Blackstreet Magazin. 20. Januar 2016, abgerufen am 26. Juli 2017.
  10. Hayiti – Musikerporträt. In: laut.de. Abgerufen am 20. August 2019.
  11. Ufo361 und Miami Yacine retten uns aus unserer Trap-Verdrossenheit. In: Vice. 12. September 2016, abgerufen am 26. Juli 2017.
  12. Money Boy ist der unterschätzteste Rapper dieser Zeit. In: welt.de. 19. Januar 2016, abgerufen am 26. Juli 2017.
  13. Ufo361 und Miami Yacine retten uns aus unserer Trap-Verdrossenheit. In: Vice. 12. September 2016, abgerufen am 26. Juli 2017.