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Halsey (Sängerin)

US-amerikanische Sängerin

BiografieBearbeiten

Kindheit und JugendBearbeiten

Ashley Nicolette Frangipane wuchs in New Jersey in einer disfunktionalen Familie auf. Ihre Eltern schmissen das College, als ihre Mutter mit ihr schwanger war. Sie war das älteste von drei Kindern. Ihre Eltern arbeiteten in Niedriglohn-Jobs um die Familie durchzubringen und zogen häufig um. Wie ihre Mutter leidet Frangipane an einer bipolaren Störung. Für Musik interessierte sie sich bereits in ihrer Kindheit, lernte unter anderem Violine, Viola und Cello, bevor sie sich mit 14 auf die akustische Gitarre festlegte. Erste Songs entstanden in ihrer High-School-Zeit. Ihren Künstlernamen leitete sie als Anagramm von ihrem Vornamen Ashley ab, versteht ihn aber auch als Erinnerung an die Halsey Street in Brooklyn, wo ihr damaliger Freund lebte. In ihren Teenager-Jahren brach sie bereits mehrfach mit ihrer Familie. Mit siebzehn unternahm sie einen Selbstmordversuch.[1]

Nach ihrem Abschluss an der Warren Hills Regional High School besuchte sie zunächst die Rhode Island School of Design, jedoch konnte sie sich das College nicht leisten.[2] Anschließend fand sie ein Community College, das sie nach wenigen Semestern abbrach. Eine zeitlang lebte sie auf der Straße und trieb sich mit drogensüchtigen Jugendlichen herum.

Musikalische KarriereBearbeiten

Eher durch Zufall lernte sie auf einer Party einen Musikproduzenten kennen, der kurz darauf ihre erste Single Ghost produzierte. Diese lud er auf Soundcloud hoch, wo sie innerhalb kurzer Zeit viral ging. Die ersten Labels zeigten Interesse an ihr. Sie begann verschiedene Konzerte zu spielen. Dabei kam es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, als sie sich ins Tourleben stürzte und dies zu einer Fehlgeburt führte, die sie in der Folgezeit schwer belastete. Doch sie begann sich weiterhin auf ihre Musikkarriere zu konzentrieren und unterschrieb ihren ersten Plattenvertrag mit Astralwerks 2014.[3] Im Anschluss spielte sie als Support für The Kooks.[4] Im gleichen Jahr erschien ihre erste EP Room 93, die in den Billboard 200 Platz 159 erreichte.[5]

2015 folgte ihr Debütalbum Badlands, mit dem ihr endgültig der Durchbruch gelang. Es war das zweitgrößte Debütalbum einer weiblichen Künstlerin nach Meghan Trainors Album Title und erreichte Platz 2 der US-Billboard-Charts. In den Vereinigten Staaten wurde es mit Platin ausgezeichnet.[6] Ihre anstehende US-Tour war innerhalb weniger Minuten fast ausverkauft, unter anderem auch ihr Auftritt im Madison Square Garden, der die Tour beschloss.[2] Neben ihren Soloauftritten war sie auch Vorgruppe für The Weeknd. Daneben hatte sie einen Gastauftritt auf Justin Biebers Album Purpose.[2]

2016 war Halsey Gaststar und Koautorin auf der Hit-Single Closer von The Chainsmokers.[7] Für den Song erhielt sie eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Best Pop Duo/Group Performance.[8]

2017 veröffentlichte sie das Album Hopeless Fountain Kingdom, das Platz 1 der US-Billboard 200 erreichte. Gleichzeitig war sie mit der Single Not Afraid Anymore auf dem Soundtrack von Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe vertreten.[9]

2018 war sei als Gast auf der Debütsingle Eastside von Benny Blanco vertreten. Im Zeichentrickfilm Teen Titans Go! To the Movies war sie als Stimme von Wonder Woman zu hören. Außerdem hatte sie einen Cameo in A Star Is Born. Außerdem trat sie in der Fernsehshow The Voice als Trainerin auf.[10] Im Oktober 2018 erschien die Single Without Me. Sie wurde ihre bisher erfolgreichste Single und ihr erster Nummer-eins-Hit in den Billboard Hot 100.[5] Sie war außerdem Gastsängerin für unter anderem BTS, Yungblud und Juice WRLD.

2019 arbeitete sie vorwiegend an ihrem dritten Album, das im Januar 2020 erscheinen soll. 2019 erschienen bereits die beiden Singles Nightmare und Graveyard.[11]

Soziales EngagementBearbeiten

Vor allem zu Beginn ihrer Karriere bezeichnete sie sich auf Twitter „tri-bi“, wo mit sie sich als bipolar, bisexuell und „biracial“ bezeichnete. Nach einiger Kritik bezeichnete sie dies als missverständliches Label. Dennoch sind diese drei Bestandteile ihrer Identität ihr wichtig. Obwohl ihr Erscheinungsbild sie als „Weiße“ ausweist hat sie schwarze Wurzeln und sie versteht sich als Nachfahre und Vertreterin auch einer schwarzen Kultur. Hinweise auf ihre Bisexualität und ihre bipolare Störung befinden sich außerdem häufig in ihren Texten.[12] Ihr Selbstverständnis im Hinblick auf diese drei Identitäten brachte sie außerdem in den Konflikt mit anderen Musikern. So bezeichnete sie Iggy Azaleas Musik als „a complete disregard of black culture“[13] und die Rapperin darüber hinaus als Idiotin.[14] Weitere Auseinandersetzungen hatte sie mit Demi Lovato. Außerdem unterstützte sie ihren damaligen Freund G-Eazy bei diversen Beefs.[15]

In der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 unterstützte sie Bernie Sanders.[16] Sie beteiligte sich an mehreren Charity-Singles, so an Hands, einer Single, die den Opfern und Angehörigen des Anschlags von Orlando am 12. Juni 2016 gewidmet ist. An der Single beteiligten sich neben ihr unter anderem Selena Gomez, Pink und Britney Spears.[17] 2019 beteiligte sie sich an einer Benefiz-Single namens Earth, die auf den Klimawandel aufmerksam machen will.[18]

Halsey beteiligte sich an der Kampagne I'm Listening für Suizidprävention des Radio-Netzwerks Entercom.[19] Sie versteht sich als Feministin und unterstützte unter anderem den Women’s March on Washington und dessen Fortsetzung 2018 Women's March, der sich vornehmlich gegen Donald Trump richtete. Dort trat sie mit einem Gedicht auf, das ihre eigenen Erfahrungen mit sexuellen Missbrauch und der Unterdrückung von Frauen verarbeitete[20]. Außerdem beteiligte sie sich am March for Our Lives.[21]

MusikstilBearbeiten

Halsey spielt einen Mix aus Singer-Songwriter-Musik und Pop vermischt mit elektronischen Einflüssen. Sie versteht sich als ethnopluralistische Persönlichkeit, die sowohl schwarze als auch weiße Wurzeln hat. So nahm sie wesentliche Einflüsse aus ihrer Musik sowohl aus dem Indie-Rock als auch aus der Hip-Hop-Kultur. Sie hörte in ihrer Jugend sowohl Tupac, NWA und den Wu-Tang Clan als auch Nirvana, The Cure, Gin Blossoms und Alanis Morissette. Das erste Album ist dabei noch deutlich vom EDM-Stil dominiert, während vor allem beim zweiten Album auch Einflüsse aus dem R&B wie The Weeknd und TLC erkennbar sind.[4][22]

PrivatlebenBearbeiten

Halsey lebt offen bisexuell.[23] Von 2015 bis 2016 hatte sie eine Beziehung mit dem Musikproduzenten Lido, der ihr mit ihrem ersten Album half. Ihr zweites Album soll zu einem Großteil von ihrer Beziehung mit ihm handeln.[24] Es folgte eine eher dysfunktionale Beziehung mit G-Eazy. Nicht nur war Halsey in diverse Beefs des Rappers mit einbezogen, auch erschienen Boulevard-Fotos die ihren Kokainkonsum dokumentierten. Auch gab es mehrfach öffentlichkeitswirksame Streits und Affären.[15][25][26] Das Paar trennte sich schließlich im Oktober 2018.[24] Es folgte eine kurze Beziehung mit Yungblud. Derzeit ist sie mit dem Schauspieler Evan Peters liiert.[27]

DiskografieBearbeiten

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Chartplatzierungen Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Schweiz  CH Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US
2015 Badlands
Astralwerks
37
(1 Wo.)
18
(1 Wo.)
26
(2 Wo.)
9
 Gold

(24 Wo.)
2
 Platin

(158 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. August 2015
Verkäufe: + 1.245.000
2017 Hopeless Fountain Kingdom
Astralwerks
27
(2 Wo.)
20
(1 Wo.)
24
(1 Wo.)
12
 Silber

(5 Wo.)
1
 Platin

(115 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2017
Verkäufe: + 1.160.000

AuszeichnungenBearbeiten

Grammy Awards:

  • 2017: Grammy Award for Best Pop Duo/Group Performance zusammen mit The Chainsmokers (Closer) (Nominierung)

MTV Europe Music Awards

MTV Video Music Awards

  • 2017: Best Collaboration (mit The Chainsmokers) (Nominierung)
  • 2019: Artist of the Year (Nominierung)
  • 2019: Best Collaboration (mit BTS) (Nominierung)
  • 2019: Video for Good / Best Power Anthem (Nightmare) (Nominierung)
  • 2019: Best K-Pop (mit BTS) (Gewonnen)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Alex Morris, Alex Morris: Inside Halsey's Troubled Past, Chaotic Present. In: Rolling Stone. 28. Juli 2016, abgerufen am 15. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  2. a b c Fetty Wap, Halsey & Charlie Puth: NJ's Pop Heavyweights. 30. Oktober 2015, abgerufen am 15. November 2019.
  3. Halsey Opened Up to 'Rolling Stone' About Her Life. In: Time.com. Abgerufen am 15. November 2019 (englisch).
  4. a b Interview: Halsey | All Things Go. Abgerufen am 15. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  5. a b Chartquellen: DE AT CH UK US. Abgerufen am 15. November 2019.
  6. Halsey’s Album ‘Badlands’ Goes Platinum In The USA. 8. September 2016, abgerufen am 15. November 2019 (britisches Englisch).
  7. Condé Nast: The Chainsmokers Get Real About Their Debut Album. In: teenvogue.com. Abgerufen am 15. November 2019 (englisch).
  8. Nominees And Winners | GRAMMY.com. 1. Februar 2012, abgerufen am 15. November 2019.
  9. Listen to Halsey's Mercurial 'Not Afraid Anymore' Off Upcoming 'Fifty Shades Darker' Soundtrack. In: Billboard.com. Abgerufen am 15. November 2019.
  10. Halsey in der Internet Movie Database (englisch)Vorlage:IMDb/Wartung/„importiert aus“ fehlt
  11. Halsey Announces 'Manic' Album Title, Begins Painting on Mysterious Live Stream. In: Billboard.com. Abgerufen am 15. November 2019.
  12. Brian Hiatt, Brian Hiatt: Halsey on Duetting With Bieber, Hating 'Tri-Bi' Label. In: Rolling Stone. 10. Februar 2016, abgerufen am 16. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  13. Peter Robinson: Halsey: ‘I used to be a social queen – now I’m terrified of people’. In: The Guardian. 22. Juni 2017, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 16. November 2019]).
  14. News: Halsey Responds to Backlash After Calling Iggy Azalea a 'F-cking Moron'. Abgerufen am 16. November 2019 (englisch).
  15. a b 8 Cringey Details About Halsey And G-Eazy’s Relationship, Including Rumors They Do Drugs Together. Abgerufen am 16. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  16. Halsey on 2016 Presidential Election: 'I Love Bernie Sanders So Much'. In: Billboard.com. Abgerufen am 16. November 2019.
  17. LISTEN: Troye Sivan, Halsey, And Others Team Up For Orlando Victims Charity Single. Abgerufen am 16. November 2019 (englisch).
  18. Lil Dicky reveals epic "Earth" video featuring Justin Bieber, Ariana Grande, Leonardo DiCaprio, more: Watch. In: Consequence of Sound. 19. April 2019, abgerufen am 16. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  19. Halsey, Logic, Michael Angelakos & More To Participate in Mental Health Awareness & Suicide Prevention Campaign 'I'm Listening'. In: Billboard.com. Abgerufen am 16. November 2019.
  20. Joyce Chen, Joyce Chen: See Rousing Women's March Speeches from Halsey, Viola Davis and More. In: Rolling Stone. 22. Januar 2018, abgerufen am 16. November 2019 (amerikanisches Englisch).
  21. Marquita Harris: These Celebrities Showed Up To Support March For Our Lives. Abgerufen am 16. November 2019 (englisch).
  22. Andreas Borcholte: US-Sängerin Halsey: "Ich bin immun gegen alles". In: Spiegel Online. 4. Juni 2017 (spiegel.de [abgerufen am 16. November 2019]).
  23. Halsey Defends Bisexuals After Claims She's Not in LGBTQ Community. In: advocate.com. 12. Oktober 2018, abgerufen am 16. November 2019 (englisch).
  24. a b Halsey's Complete Dating History: All Her Ex-Boyfriends From G Eazy To Yungblud, Machine Gun Kelly & More. Abgerufen am 16. November 2019 (englisch).
  25. Halsey & G-Eazy: Erneute Trennung nach wenigen gemeinsamen Wochen. 25. Oktober 2018, abgerufen am 16. November 2019.
  26. Halsey verrät: So kam sie mit der Trennung von G-Eazy klar. 5. September 2019, abgerufen am 16. November 2019.
  27. Halsey Was Legit Scared Into Confirming Her Relationship With Evan Peters. In: kissfmseattle.iheart.com. Abgerufen am 16. November 2019.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Halsey – Sammlung von Bildern