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LageBearbeiten

Puymoyen liegt etwa sechs Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich der Stadt Angoulême in der alten Kulturlandschaft des Angoumois in einer Höhe von etwa 140 Metern ü. d. M.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 314 436 841 1573 2258 2305 2413 2388

Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl von etwa 300 im Jahr 1800 auf etwa 700 im Jahr 1900 an. Aufgrund der Nähe zur Stadt Angoulême und vergleichsweise günstiger Immobilienpreise ist die Bevölkerung der Gemeinde – nach einem Einbruch in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg – in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf über 2400 Einwohner angewachsen.

WirtschaftBearbeiten

Der Ort ist traditionell landwirtschaftlich geprägt. Im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden einige Wassermühlen (auch zur Papierherstellung) betrieben. Ansonsten bestimmen Einzelhandel, Handwerk und kleinere Dienstleistungsbetriebe das wirtschaftliche Geschehen des Ortes.

GeschichteBearbeiten

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden Knochenreste eines Neanderthalers gefunden. In mittelalterlichen Urkunden ist der Ort als Poimea (1147) oder als Podiomea (1160) überliefert.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Fassade der Kirche Saint-Vincent
 
Teufelsfiguren am Portal des Château du Diable
  • Die Pfarrkirche Saint-Vincent ist ein mit exakt behauenen Natursteinen verkleideter romanischer Bau aus dem 12. Jahrhundert mit einem schmucklosen, allerdings durch zwei horizontale Gesimse in drei Geschosse unterteilten Vierungsturm und einer eher unscheinbaren Apsis. Das ansonsten schmucklose Portal der Westfassade zeigt allerdings eine deutliche Tiefenstaffelung mit undekorierten Archivoltenbögen und zwei eingestellten Säulen. Das einschiffige Langhaus der Kirche ist in einen breiteren und einen schmaleren Abschnitt unterteilt; unterhalb der Vierung befindet sich eine Kuppel auf Pendentifs. Die Kirche ist seit dem Jahr 1969 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Zur Ausstattung der Kirche gehört ein imposantes oktogonales romanisches Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, dessen Außenseite mit einem Schachbrettmuster und kleinen Arkaden verziert ist sowie eine spätgotische Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert; beide sind gesondert unter Schutz gestellt.[2][3]
  • Der Name des Château du Diable erinnert an die Zeit des Hundertjährigen Krieges (1337–1453), als die Engländer als 'diables rouges' (‚rote Teufel‘) bezeichnet wurden. Der Bau befindet sich in Privatbesitz; das Tor wurde im Jahr 1937 mit zwei Teufelsgestalten geschmückt.
  • Eine immer noch in Betrieb befindliche Papiermühle aus dem 17. Jahrhundert am Bach Eaux-Claires im Weiler Moulin-du-Verger gilt als das älteste noch erhaltene Zeugnis der Papierherstellung im Angoumois und ist seit 1991 ebenfalls als Monument historique[4] eingetragen.
  • Im Weiler Charsé stehen die eindrucksvollen Überreste eines ehemaligen Herrenhauses, das heute zu einem Gutshof gehört.

PartnergemeindenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Puymoyen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Église Saint-Vincent, Puymoyen in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Fonts Baptismaux, Église Saint-Vincent, Puymoyen in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Vierge à l’Enfant, Église Saint-Vincent, Puymoyen in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Moulin du Verger, Puymoyen in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)