Hauptmenü öffnen

Boisné-La Tude ist eine französische Gemeinde mit 708 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Charente in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Angoulême, zum Kanton Tude-et-Lavalette und zum 2017 gegründeten Gemeindeverband Lavalette Tude Dronne.

Boisné-La Tude
Boisné-La Tude (Frankreich)
Boisné-La Tude
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente
Arrondissement Angoulême
Kanton Tude-et-Lavalette
Gemeindeverband Lavalette Tude Dronne
Koordinaten 45° 30′ N, 0° 11′ OKoordinaten: 45° 30′ N, 0° 11′ O
Höhe 89–203 m
Fläche 34,25 km2
Einwohner 708 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km2
Postleitzahl 16320
INSEE-Code

Rathaus (Mairie) von Boisné-La Tude

Boisné-La Tude wurde zum 1. Januar 2016 aus den vormals eigenständigen Gemeinden Charmant, Chavenat und Juillaguet gebildet. Der Verwaltungssitz befindet sich in Charmant.

GeografieBearbeiten

Boisné-La Tude liegt im Süden der historischen Provinz Angoumois, etwa 14 Kilometer südlich von Angoulême. Umgeben wird Boisné-La Tude von den Nachbargemeinden Fouquebrune im Norden, Magnac-Lavalette-Villars im Nordosten, Ronsenac im Osten und Südosten, Gurat im Südosten, Montmoreau im Süden und Südwesten sowie Chadurie im Westen und Nordwesten.

GliederungBearbeiten

Ortsteil ehemaliger
INSEE-Code
Fläche (km²) Einwohnerzahl (2016)[1]
Charmant (Verwaltungssitz) 16082 17,15 356
Chavenat 16092 09,83 191
Juillaguet 16172 07,27 161

SehenswürdigkeitenBearbeiten

CharmantBearbeiten

 
Église Notre-Dame
 
Querhaus und Apsiden
  • Das Langhaus der romanischen Pfarrkirche (Église Notre-Dame) mit seinen kleinen und hochgelegenen Fenstern wird noch dem ausgehenden 11. Jahrhundert zugerechnet als der Bau die Kapelle einer Templer-Komturei war; die reich durch Arkaden gegliederte und mit Konsolfiguren geschmückte Apsis sowie das Querhaus mit seinen Seitenapsiden sind jedoch eindeutig das Werk des 12. Jahrhunderts, also der Hochromanik. Der quadratische Vierungsturm und sein oktogonaler Spitzhelm wurden nach schweren Sturmschäden im Jahr 1843 ausgebessert und teilweise erneuert. Das ansonsten eher einfach gestaltete Portal der Kirche präsentiert eine ungewöhnliche, mit einem Säulenfries und einem Diamantstab gestaltete Archivolte; im Portalgewände und in der links davon befindlichen Blendarkade sind Templerkreuze eingeritzt. Das einschiffige, von einem offenen Dachstuhl überspannte Langhaus endet in einem Chorbogen, der in die Vierung und ins Querhaus überleitet, deren drei Apsiden zusammen ein Triumphbogenschema ausbilden. Der untere Teil der Mittelapsis ist durch sieben Blendarkaden gegliedert, von denen drei durchfenstert sind; in der Kalotte finden sich Reste von barocken Fresken. Die seitlichen Apsiden sind innen wie außen ungegliedert und verfügen jeweils über nur ein kleines Ostfenster. Der Kirchenbau ist bereits seit 1846 als Monument historique[2] anerkannt.
  • Unmittelbar neben der Kirche steht das sogenannte Château de Charmant – die ehemalige Templer-Komturei bzw. das Hauptgebäude des ehemaligen Priorates mit einer beachtenswerten Renaissance-Fassade sowie Rechteckfenstern mit Fensterkreuzen stammt in seiner heutigen Gestalt aus dem 16. Jahrhundert. Das von zwei vorgestellten Säulen flankierte Portal wird von einem balkonartigen Aufsatz mit Wappenschilden und einem querovalen Okulus überhöht. Der in Privatbesitz befindliche Gebäudekomplex wurde 1925 als Monument historique[3] anerkannt.

ChavenatBearbeiten

 
Domaine de Chénard (Portal)
 
Domaine de Chénard (Logis)
  • Die etwa zwei Kilometer südöstlich gelegene Domaine de Chénard (45° 26′ 36″ N, 0° 11′ 17″ O) ist ein pflanzenumrankter zweigeschossiger Baukomplex mit einem zweitürmigen historisierenden Eingangsportal aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude mitsamt seinem in den 1920er Jahren angelegten Garten befindet sich in Privatbesitz und ist seit 1992 als Monument historique[5] anerkannt.

JuillaguetBearbeiten

 
Château
  • Die einschiffige romanische Pfarrkirche (Église Saint-Hilaire) stammt in Teilen noch aus dem 12. Jahrhundert, sie wurde jedoch später mehrfach verändert – u. a. wurden zwei Seitenkapellen angebaut. Auch der einfache Glockengiebel scheint eine spätere Hinzufügung zu sein.
  • Das zweigeschossige Château de Juillaguet (oft auch nur als Logis bezeichnet) steht – hinter Büschen und Bäumen versteckt – im Ortszentrum und befindet sich in Privatbesitz.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Boisné-La Tude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  2. Église Notre-Dame, Charmant in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Prieuré ancienne, Charmant in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Église Saint-Cybard, Chavenat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Domaine de Chénard, Chavenat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)