Klimaskeptizismus (eigentlich Klimawandelskeptizismus) bezeichnet eine zweifelnde oder ablehnende Haltung bezüglich der gegenwärtig zu beobachtenden menschengemachten globalen Erwärmung. Es existiert ein fließender Übergang zur expliziten Leugnung der globalen Erwärmung, wobei Klimaskeptiker offen sind für rationale Argumente und sich Klimawandelleugner Argumenten verschließen.[1]

Während innerhalb der Wissenschaft ein starker Konsens hinsichtlich der menschengemachten globalen Erwärmung herrscht,[2][3][4] lehnen Teile der Öffentlichkeit, insbesondere in manchen angelsächsischen Staaten, weiterhin deren Existenz ab. Deutlich ausgeprägt ist die Ablehnung in Staaten, in denen mit großem finanziellen Einsatz durch Unternehmen, v. a. aus der Branche der fossilen Energien, eine einflussreiche Kontrabewegung geschaffen wurde, deren Ziel es ist, die Existenz des wissenschaftlichen Konsenses durch bewusstes Säen von Zweifeln zu untergraben. Besonders erfolgreich waren diese Aktionen unter konservativen Bevölkerungsteilen in den USA.[5] Bei dieser organisierten Klimaleugnerszene handelt es sich um eine finanziell gut ausgestattete, komplexe und recht koordiniert vorgehende Bewegung, die unter anderem aus einigen Wissenschaftlern, konservativen Think Tanks, verschiedenen politischen Frontgruppierungen sowie einer Vielzahl von Laienbloggern, selbsternannten Experten, PR-Unternehmen, Astroturfing-Gruppierungen, konservativen Medien, Pundits und Politikern besteht. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Ablehnung von staatlicher Regulierung durch Klimaschutzmaßnahmen.[6]

Bei Klimaskeptizismus handelt es sich im Allgemeinen nicht um Skeptizismus im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr um die organisierte Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung. So existiert mittlerweile eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass Widerstand gegen Klimaschutzmaßnahmen entweder politisch organisiert, ideologisch motiviert oder auch beides ist.[7]

Inhaltsverzeichnis

BegriffeBearbeiten

Personen, die einen menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bestreiten, nicht für relevant halten oder die Folgen nicht für relevant halten, bzw. (insbesondere bis in die 1990er Jahre) einen Klimawandel überhaupt bestreiten, werden als Klima(wandel)skeptiker, Klima(wandel)leugner und Klimawandelcontrarian bezeichnet. Die Begriffe werden in der Forschung häufig synonym verwendet, wobei intensiv debattiert wird, welcher der Begriffe Personen am treffendsten beschreibt, die den wissenschaftlichen Konsens bezüglich des menschengemachten Klimawandels ablehnen.[8]

Andere Forscher finden es wichtig, klar zwischen echtem Skeptizismus und weltanschaulich bedingter Leugnung zu unterscheiden.[9] Demnach ist z.B. der Begriff Klimawandelskeptiker problematisch für Personen, die einen weithin anerkannten wissenschaftlichen Konsens bezweifeln, da echter Skeptizismus ein Kernbestandteil wissenschaftlichen Arbeitens ist. Hingegen sei er für das ungerechtfertigte pseudoskeptische Bezweifeln von Aussagen aus jedem beliebigen Grund unangebracht, da er zur Verwirrung der Öffentlichkeit beitrage.[10] Betont wird auch, dass der Begriff Skeptiker passend sei für Teile der Öffentlichkeit, die an den Schwere der Folgen der globalen Erwärmung zweifeln. Diejenige aber, die aktive Kampagnen zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels betreiben und für keine Argumente (mehr) zugänglich sind, seien mit Skeptiker falsch beschrieben. Dies träfe insbesondere auf den Kern der organisierten Leugnerindustrie zu, die aus den Vertretern konservativer Think Tanks, konträren Wissenschaftler, Bloggern und viele ihrer Anhängern besteht.[11] In diesem Kontext wird teilweise auch von "Klimaskeptikern" in Anführungszeichen gesprochen.[12]

Eine Definition für die explizite Leugnung wissenschaftlicher Sachverhalte liefern Pascal Diethelm und Martin McKee. Für sie ist die gezielte Leugnung des wissenschaftlichen Konsenses in einem bestimmten Feld "ein Prozess, der manche oder alle der folgenden fünf Elemente auf miteinander abgestimmte Art und Weise nutzt"[13]:

  • 1: Das Vertreten von Verschwörungstheorien: Gibt es z.B. in einem Forschungsfeld zu einer bestimmte Aussage eine überwältigende wissenschaftliche Zustimmung, so wird dies nicht mit dem Umstand erklärt, dass sehr viele Forscher unabhängig voneinander zu gleichen Ergebnissen kamen, sondern mit einer Verschwörung der entsprechender Forscher. Teilweise versuchen Industriegruppierungen auch die eigenen Interessen, Forschungsergebnisse falsch darzustellen, wissenschaftlichen Institutionen in die Schuhe zu schieben.
  • 2: Das nutzen falsche Experten, die eine quer zum Stand der Forschung liegende Meinung vertreten: Diese Methode zielt darauf ab, vermeintlich seriöse Fachleute zu präsentieren, die sich als Experten in einem bestimmten Fachgebiet ausgeben, deren Ansichten tatsächlich aber konträr zu dem Forschungsstand liegen. Falsche Experten arbeiten häufig für verschiedene politische Frontorganisationen, sodass die dahinterstehenden Industrieunternehmen oder Verbände für die Öffentlichkeit verschleiert werden. Unter anderem dien(t)en falsche Experten dazu, Industriepositionen vermeintlich unabhängig zu vertreten und somit Journalisten, Politiker und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Unsicherheiten bezüglich der globalen Erwärmung zu groß seien, um die Einführung von Klimaschutzmaßnahmen zu rechtfertigen. Die Nutzung falscher Experten geht häufig mit Diffamierungskampagnen gegen echte Experten und Forscher einher, um diese in Verruf zu bringen.
  • 3: Selektivität bzw. Rosinenpicken bei der Datenauswahl: Dies erfolgt z.B. durch (starkes) Nutzen von isolierten Außenseiterarbeiten, die den Konsens in einem Forschungsfeld angreifen. Üblicherweise sind Klimaleugner durch ihre isolierte Position nicht abgeschreckt, sondern sehen sich vielmehr als moderne Galileos, die den Mut haben, gegen die herrschende Lehrmeinung oder eine vermeintliche Political Correctness anzukämpfen.
  • 4: Das Stellen unerfüllbarer Anforderungen an wissenschaftliche Forschung: Der Aufbau unerfüllbarer Erwartungen zielt darauf ab, Forderungen zu stellen, die wissenschaftliche Arbeit überhaupt nicht leisten kann. Beispielsweise verweisen Klimaleugner darauf, dass vor Erfindung des Thermometer keine exakten Temperaturdaten erhoben werden konnten oder führen Unsicherheiten in Klimamodellen dazu an, diese Modelle pauschal abzulehnen.
  • 5: Der Rückgriff auf Falschdarstellungen und logischen Fehlschlüsse: Falschdarstellungen und logische Fehlschlüsse umfassen eine Reihe verschiedener rhetorischer Argumente, beispielsweise die Nutzung von Strohmann-Argumenten, bei denen zunächst das Argument des jeweiligen Diskussionspartners entstellt wird, sodass dieses dann leichter widerlegt werden kann. Möglich sind ebenfalls falsche Analogien.[13]

Unterschieden wird daneben zwischen „Trend-“, „Ursachen-“ und „Folgenskeptiker“: Ein Trendskeptiker leugnet den Erderwärmungstrend generell, ein Ursachenskeptiker zweifelt an der Ursächlichkeit menschlicher Aktivität an der gegenwärtigen globalen Erwärmung und ein Folgenskeptiker zweifelt an den in der Wissenschaft für wahrscheinlich angegebenen Folgen der globalen Erwärmung.[12]

Organisierte KlimaleugnerszeneBearbeiten

Eine wichtige Rolle bei der Verschleierung des Standes der Wissenschaft spielen konservative Denkfabriken, deren Rolle in der öffentlichen und politischen Klimadebatte mittlerweile immer stärker in den Fokus der Forschung rückt.[14] So stammen z.B. in den USA mehr als 90 % der Papers, die klimaskeptische Positionen äußern, von diesen Denkfabriken.[15] Historische Forschungen ergaben, dass bei der Verbreitung von Skepsis oder Ablehnung in Gebieten, in denen ein wissenschaftlicher Konsens herrscht, insbesondere mit großem finanziellem Aufwand betriebene und sehr gut organisierte Kampagnen eine wichtige Rolle spielen. Dies ist auch bei der Klimaforschung der Fall und geschieht vor allem durch die Etablierung eines alternativen klimaskeptischen Diskurses von einzelnen Personen und Organisationen.[16]

AkteureBearbeiten

Zu den wichtigsten Kräften der organisierten Klimaleugnerbewegung, die die Existenz der menschengemachten globalen Erwärmung durch gezielte Attacken auf die Klimaforschung abstreiten, zählen das Cato Institute, das Competitive Enterprise Institute das George C. Marshall Institute sowie das Heartland Institute, allesamt konservativ ausgerichtete Think-Tanks. Ihr Ziel war und ist es, mittels der „Fear, Uncertainty and Doubt“-Strategie in der Bevölkerung Unsicherheit und Zweifel an der Existenz der globalen Erwärmung zu schaffen, um anschließend zu argumentieren, dass es nicht genügend Belege dafür gebe, konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Zuvor war diese Kommunikationsstrategie bereits bei der Schädlichkeit des Tabakrauchens sowie des Passivrauchens, der Existenz des Ozonlochs und des Sauren Regens angewendet worden.[17][18] Ebenfalls sehr bedeutsam bei der Leugnung der globalen Erwärmung ist die Rolle von Internetblogs.[19]

Unternehmen aus der Branche der fossilen Energien erkannten schon früh die Folgen, die Klimaschutzmaßnahmen auf ihre Geschäftsaktivitäten haben würde, und bekämpften deshalb Klimaforschung und Klimapolitik bereits sehr schnell. Viele Unternehmen und Verbände wie ExxonMobil, Peabody Energy, American Petroleum Institute, die Western Fuels Association und das Edison Electric Institute finanzierten klimaskeptische Wissenschaftler, konservative Think Tanks, die die Existenz der globalen Erwärmung leugneten, und diverse Frontorganisationen, um Klimaforschung zu unterminieren und Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern.[20] Als besonders einflussreiche Sponsoren wurden ExxonMobil und die Koch family foundations identifiziert[16], wobei letztere noch immer viel Geld für derartige Zwecke zur Verfügung stellen. Für den Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 versprachen die Gebrüder Koch beispielsweise, der Republikanischen Partei fast 900 Mio. Dollar als Wahlkampfhilfe zukommen zu lassen. Dies gilt als der höchste Wert, der jemals von Privatpersonen im Wahlkampf eingesetzt wurde.[21]

Selbst waren die Unternehmen bereits früh über die Existenz und bedrohlichen Folgen des Klimawandels informiert. Das American Petroleum Institute, der größte Interessenverband der US-Öl- und Gasindustrie, war sogar schon 1968, und damit rund 2 Jahrzehnte vor der Öffentlichkeit, vom Stanford Research Institute darüber informiert worden war, dass der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid durch die Verbrennung fossiler Energieträger erhebliche Gefahren für die Erde bergen würde. Unter anderem warnten Wissenschaftler das API davor, dass der menschengemachte Klimawandel u.a. zu einem Abschmelzen der Arktis sowie einem Meeresspiegelanstieg führen würde. In der Öffentlichkeit bestritt das API hingegen jahrzehntelang, dass die Existenz des Klimawandels wissenschaftlich fundiert sei.[22] Exxon wusste seit 1977 und von den Gefahren der globalen Erwärmung, 11 Jahre bevor dieser einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden.[23]

Eine wichtige Frontorganisation der organisierten Klimaskepsis war die Global Climate Coalition, die von 1989 bis 2002 gezielt Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur globalen Erwärmung und platzierte Klimaskeptiker in öffentlichen medialen Diskussionen säte. Diese wurde zunächst von William O'Keefe vom American Petroleum Institute geleitet und engagierte sich sehr stark im Kampf gegen die US-amerikanische Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Es spielte jedoch auch eine entscheidende Rolle bei den Angriffen auf den IPCC-Leitautoren Benjamin D. Santer, was die Diskreditierung des Zweiten Sachstandsberichts des IPCC sowie des Weltklimarats insgesamt zum Ziel hatte; im Nachhinein stellten sich die Attacken als unbegründet heraus.[24] Ihre Lobby- und PR-Aktivitäten gegen die Klimaforschung führte die Globale Climate Coalition trotz des Wissens der Mitgliedergesellschaften aus, dass deren Ergebnisse wissenschaftlich fundiert waren. So hatte unter anderem eine interne Sachstandsbewertung ergeben, dass die Behauptungen von Klimaskeptikern "keine überzeugenden Argumente gegen das konventionelle Modell des durch Treibhausgase verursachten Klimawandels boten". [25]

In Deutschland war zeitweise die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), einer Forschungsinstitution der Bundesregierung, daran beteiligt, falsche Darstellungen zum Klimawandel zu verbreiten. 1995 veröffentlichten Autoren des BGR eine Studie und ein Buch, wonach nicht Kohlendioxid, sondern Wasserstoff und Sonnenaktivität für die Erwärmung verantwortlich seien. Erst 2016 wurde öffentlich, dass die Mitarbeiter vom Kohlekonzern Rheinbraun und anderen Industrieunternehmen mit Geldern und Prämien unterstützt worden waren. Auch eine Revision des Bundeswirtschaftsministeriums, unter dessen Dach die BGR angesiedelt ist, kam zu dem Schluss, dass die gezahlten Gelder von den Mitarbeitern aus Gründen des Korruptionsverdachts nicht angenommen hätten werden dürfen.[26]

MotiveBearbeiten

Die bewusste Verbreitung von Falschinformationen, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen, geschieht aus verschiedenen Gründen: Hierzu zählen z.B. das persönliches Profitstreben einzelner Leugner, das durch finanzielle Vergütungen von Industrieseite angespornt wird. Ebenfalls wichtig sind persönliche Motive wie Ideologie oder Glauben, die dazu führen, dass bestimmte Sachverhalte abgelehnt werden, die sich im Widerspruch zu diesen befinden. Wieder andere Leugner sind exzentrische Persönlichkeiten, die teilweise von Status als berühmter Leugner oder als Außenseiter in den Medien angezogen werden.[13]

Wichtige Aspekte sind insbesondere ideologische Gründen als auch das finanziellen Interesse von Unternehmen. Beispielsweise investierte die US-Industrie rund 500 Millionen US-Dollar in die erfolgreiche Bekämpfung eines Antrages, der die Einführung eines Emissionsdeckels für die Emissionen der Vereinigten Staaten vorsah.[27] Insgesamt stehen der US-Klima-Contrarian-Bewegung rund 900 Millionen Dollar pro Jahr für Kampagnenzwecke zur Verfügung. Die überwältigende Mehrheit der Mittel stammt von politisch konservativen Organisationen, wobei die Finanzierung zunehmend über Donors-Trust-Organisationen verschleiert wird.[28]

Daneben spielt der Glaube an freie Märkte sowie die Ablehnung des Staates und staatlicher Regulierungen eine wichtige Rolle für klimaskeptische Ansichten. Prominente Klimaleugner wie Frederick Seitz, Fred Singer, William Nierenberg und Robert Jastrow, während des Kalten Krieges noch angesehene Wissenschaftler, bezogen ihre Motivation für ihre Ablehnung der Schädlichkeit des Passivrauchens sowie der Existenz des Ozonlochs oder des Klimawandels aus marktfundamentalistischen und staatsskeptischen Positionen. Umweltschutzmaßnahmen wie Klimaschutz stellen ein Marktversagen dar, das nur mit staatlichen Eingriffen gelöst werden kann; diese Eingriffe erfordern jedoch staatliche Regulierung, die sie als schleichenden „Pfad zum Sozialismus“ kategorisch ablehnten.[29] Während persönliche und individuelle Aspekte für die Klimaskepsis bisher bereits viel Aufmerksamkeit in der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel erhalten haben, sind die Netzwerke, die hinter der Produktion von klimaskeptischen Texten stehen, jedoch noch relativ schlecht erforscht.[30]

Maßnahmen und Aktionen gegen Klimaskepsis und KlimaskeptikerBearbeiten

Eine Broschüre[31] des deutschen Umweltbundesamtes enthält ein Kapitel über Publizisten in Deutschland, die Ursachen und Folgen des Klimawandels bestreiten. Vorgestellt werden Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning, Dirk Maxeiner und Michael Miersch, Günter Ederer und das „Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE)“. Henryk M. Broder, der mit Maxeiner und Miersch ein gemeinsames Weblog betreibt, bezeichnete diese Veröffentlichung als ein Anprangern und staatlichen Eingriff in die Pressefreiheit, die ihn an die Reichskulturkammer erinnern würden.[32]

ClimateNameChange ist eine Initiative in Kooperation mit der Organisation 350.org, die die Offenlegung der Namen von Politikern, die den Klimawandel bezweifeln, zum Inhalt hat.[33] Die Initiative veröffentlichte Ende August 2013 ein humoristisches Video, in dem vorgeschlagen wird, Wirbelstürme nach bekannten Klimawandelleugnern zu benennen. Namentlich benannt werden die US-Politiker Michele Bachmann, John Boehner, Paul Broun, James Inhofe, Darrell Issa, Rick Perry, Collin Peterson, Marco Rubio, Paul Ryan, Jeff Sessions, Lamar Smith und David Vitter. Auf der Homepage werden zusätzlich Martha Roby, Mo Brooks, Robert Aderholt, Spencer Bachus, Richard Shelby, Don Young, Trent Franks, Paul Gosar, Rick Crawford, Tim Griffin, John Boozman, Ken Calvert, Jeff Denham, Devin Nunes, Dana Rohrabacher, John Campbell, Mario Diaz-Balart, Rand Paul, Steve Scalise, Bill Cassidy, Mary Landrieu, Fred Upton, Joe Heck, Michael Grimm, Tim Scott, Joe Barton, Ted Poe und Morgan Griffith genannt.[34] Das Video wurde bis Ende September 2013 über zwei Millionen Mal abgerufen.[35] Der Journalist Andrew Revkin merkte in der New York Times kritisch an, dass er das Video trotz guter Absichten als problematisch ansehe, da entsprechend dem 2012 vom Weltklimarat berichteten wissenschaftlichen Kenntnisstand zwar mit einer Zunahme der Stärke der einzelnen tropischen Wirbelstürme gerechnet werde, diese jedoch zukünftig seltener auftreten würden.[36]

Obwohl zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht nur die geophysikalischen Grundlagen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststanden, sondern auch die Erwärmung und ihre Folgen sich abzuzeichnen begann, dauerte es bis Ende 2015, bis auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 einstimmig beschlossen wurde, Maßnahmen zu ergreifen, die die globale Erwärmung auf unter 2 Grad begrenzen. Jedoch leugnen selbst in der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 die Bewerber der Republikanischen Partei, unterstützt von umfangreichen Spenden durch Energiekonzerne, weiterhin den menschlichen Einfluss auf das Klima bzw. dass es sich überhaupt ändert.[37]

In einer Studie wird Anfang 2017 dazu geraten, vorbeugend auf eventuelle Falschmeldungen hinzuweisen, wenn über den Forscherkonsens zum Klimawandel berichtet wird.[38]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Stellungnahmen von wissenschaftlichen OrganisationenBearbeiten

Argumente von Skeptikern und Stellungnahmen dazuBearbeiten

ReportagenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Riley E. Dunlap: Climate Change Skepticism and Denial: An Introduction. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 691–698, S. 693, doi:10.1177/0002764213477097.
  2. Naomi Oreskes: The Scientific Consensus on Climate Change. In: Science. Band 306, Nr. 5702, 2004, S. 1686, doi:10.1126/science.1103618.
  3. Anderegg et al.: Expert credibility in climate change. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 107, Nr. 27, 2010, S. 12107–12109, doi:10.1073/pnas.1003187107.
  4. Cook et al.: Quantifying the consensus on anthropogenic global warming in the scientific literature. In: Environmental Research Letters. Band 8, 2013, doi:10.1088/1748-9326/8/2/024024.
  5. Paul C. Stern: Sociology. Impacts on climate change views. In: Nature Climate Change. Band 6, 2016, S. 341–342, doi:10.1038/nclimate2970.
  6. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg). The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press 2011, S. 144–160, S. 144.
  7. Stephan Lewandowsky: Future Global Change and Cognition. In: Topics in Cognitive Science. Band 8, 2016, S. 7–18, hier 11 f., doi:10.1111/tops.12188.
  8. Wouter Poortinga et al., Uncertain climate: An investigation into public scepticism about anthropogenic climate change. In: Global Environmental Change 21, (2011), 1015–1024, S. 1016, doi:10.1016/j.gloenvcha.2011.03.001.
  9. Vgl. z.B. Jeremy Kemp et al.: Sceptics and deniers of climate change not to be confused. Nature, Nr. 464, 2010, S. 673, doi:10.1038/464673a.
  10. Lawrence Torcello: The Ethics of Belief, Cognition, and Climate Change Pseudoskepticism: Implications for Public Discourse. In: Topics in Cognitive Science. Band 8, 2016, S. 19–48, doi:10.1111/tops.12179.
  11. Riley E. Dunlap: Climate Change Skepticism and Denial: An Introduction. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 691–698, doi:10.1177/0002764213477097.
  12. a b Stefan Rahmstorf, Hans Joachim Schellnhuber: Der Klimawandel. C. H. Beck, 7. Auflage 2012, S. 85.
  13. a b c Pascal Diethelm, Martin McKee: Denialism: what is it and how should scientists respond? In: European Journal of Public Health. Band 19, Nr. 1, 2009, S. 2–4, doi:10.1093/eurpub/ckn139.
  14. Constantine Boussalis, Travis G. Coan: Text-mining the signals of climate change doubt. In: Global Environmental Change. Band 36, 2016, S. 89–100, doi:10.1016/j.gloenvcha.2015.12.001.
  15. Jordi Xifra: Climate Change Deniers and Advocacy: A Situational Theory of Publics Approach. In: American Behavioral Scientist. Band 60, Nr. 3, 2016, S. 276–287, hier S. 284, doi:10.1177/0002764215613403.
  16. a b Justin Farrell, Corporate funding and ideological polarization about climate change. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 113, Nr.1, 2015, S. 92–97, doi:10.1073/pnas.1509433112.
  17. Riley E. Dunlap and Peter J. Jacques: Climate Change Denial Books and Conservative Think Tanks: Exploring the Connection. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 699–731, doi:10.1177/0002764213477096.
  18. Naomi Oreskes, Erik M. Conway, Die Machiavellis der Wissenschaft (Original:Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming), Weinheim 2014.
  19. Lewandowsky et al.: NASA Faked the Moon Landing—Therefore, (Climate) Science Is a Hoax: An Anatomy of the Motivated Rejection of Science. In: Psychological Science. Band 24, Nr. 5, 2013, S. 622–633, doi:10.1177/0956797612457686.
  20. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg). The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press 2011, S. 144–160, insb. 148.
  21. „Ist der Klimawandel eine Tatsache?“ – „Nein“. In: Handelsblatt, 17. März 2015. Abgerufen am 19. November 2016.
  22. Oil industry knew of 'serious' climate concerns more than 45 years ago. In: The Guardian, 13. April 2016. Abgerufen am 19. November 2016.
  23. Exxon Knew about Climate Change almost 40 years ago. In: Scientific American, 28. Oktober 2015. Abgerufen am 19. November 2016.
  24. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg). The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press 2011, S. 144–160, insb. S. 150.
  25. David Miller, William Dinan: Resisting meaningful Action on Climate Changes. Think tanks, ‘merchants of doubt’ and the ‘corporate capture’ of sustainable development. In: Anders Hansen, Robert Cox (Hrsg.), The Routledge Handbook of Environment and Communication. London 2015, 86-99, S. 90.
  26. Extra-Kasse statt Extra-Klasse?, tagesschau, 29.6.2016
  27. Nick Watts et al.: Health and climate change: policy responses to protect public health. In: The Lancet. Band 386, 2015, S. 1861–1914, S. 1901, doi:10.1016/S0140-6736(15)60854-6.
  28. Robert J. Brulle: Institutionalizing delay: foundation funding and the creation of U.S. climate change counter-movement organizations. In: Climatic Change. 2013, doi:10.1007/s10584-013-1018-7.
  29. Vgl. Naomi Oreskes, Erik Conway, Die Machiavellis der Wissenschaft (Original:Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming), Weinheim 2014, insb. S. 318f.
  30. Justin Farrell: Network structure and influence of the climate change counter-movement. In: Nature Climate Change. Band 6, 2016, S. 370–374, doi:10.1038/nclimate2875.
  31. Und sie erwärmt sich doch – Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel? (PDF; 3,4 MB)
  32. Henryk M. Broder: Eine Behörde erklärt die Klimadebatte für beendet, DIE WELT vom 19. Mai 2013
  33. Satire of climate skeptics becomes viral hit. Auf philly.com, 10. September 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  34. Climate Name Change (mit Video, 2 min 38 sek) auf climatenamechange.org, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  35. 2 Climate Change Efforts Hope To Impact Policy, Public Auf: Media Post, 27. September 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  36. Andrew Revkin: '‘Hurricane Marco Rubio’ – A Winning Climate Campaign?' In: The New York Times, 30. August 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  37. Oil and gas industry has pumped millions into Republican campaigns . In: The Guardian, 3. März 2016. Abgerufen am 7. April 2016.
  38. Desinformations-Kampagnen kontern - mit einer "Schutzimpfung", Klimafakten.de, 31. Januar 2017
  39. Brandon Keim: The Psychology of Climate Change Denial. Interview mit Kari Marie Norgaard. In: Wired, 12. September 2009, abgerufen am 11. November 2013.
  40. Irene Quaile: Warum wir den Klimawandel nicht wahrhaben wollen. In: Deutsche Welle. 17. Februar 2014.