Dunning-Kruger-Effekt

kognitive Verzerrung

Der Dunning-Kruger-Effekt ist die kognitive Verzerrung, bei der Menschen mit geringen Fähigkeiten bei einer Aufgabe ihre Fähigkeiten überschätzen. Einige Forscher schließen in ihrer Definition auch den gegenteiligen Effekt bei leistungsstarken Personen ein: ihre Tendenz, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen. Der Dunning-Kruger-Effekt wird in der Regel durch den Vergleich von Selbsteinschätzung und objektiver Leistung gemessen. Zum Beispiel können die Teilnehmer einer Studie gebeten werden, ein Quiz auszufüllen und dann einzuschätzen, wie gut sie abgeschnitten haben. Diese subjektive Einschätzung wird dann damit verglichen, wie gut sie tatsächlich abgeschnitten haben. Dies kann entweder relativ oder absolut geschehen, d. h. in Bezug zur eigenen Vergleichsgruppe als Prozentsatz der Teilnehmer, die man übertroffen hat, oder in Bezug auf objektive Standards als Anzahl der richtig beantworteten Fragen. Der Dunning-Kruger-Effekt tritt in beiden Fällen auf, ist aber im relativen Fall stärker ausgeprägt: Personen im unteren Viertel der Leistungsskala neigen dazu, sich als Teil der oberen beiden Viertel zu sehen. Die ursprüngliche Studie wurde von David Dunning und Justin Kruger durchgeführt. Sie konzentriert sich auf logisches Denken, Grammatik und soziale Fähigkeiten. Seitdem wurden verschiedene andere Studien zu einem breiten Aufgabenspektrum durchgeführt. Dazu gehören Fähigkeiten aus Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Medizin, Autofahren, Luftfahrt, räumliches Gedächtnis, Schulprüfungen und Lese- und Schreibkompetenz.

Der Dunning-Kruger-Effekt wird normalerweise in Bezug auf metakognitive Fähigkeiten erklärt. Dieser Ansatz beruht auf der Überlegung, dass Leistungsschwache noch nicht die Fähigkeit erworben haben, zwischen guten und schlechten Leistungen zu unterscheiden. Sie neigen dazu, sich selbst zu überschätzen, weil sie den qualitativen Unterschied zwischen ihren Leistungen und den Leistungen anderer nicht erkennen können. Dies wird auch als „Erklärung der doppelten Bürde“ bezeichnet, da der Mangel an Kompetenz mit der Unwissenheit dieses Mangels einhergeht. Einige Forscher sehen die metakognitive Komponente als Teil der Definition des Dunning-Kruger-Effekts und nicht nur als eine davon getrennte Erklärung. Viele Debatten um den Dunning-Kruger-Effekt und die Kritik an ihm konzentrieren sich auf die metakognitive Erklärung, akzeptieren aber ansonsten die empirischen Belege selbst. Dies geschieht häufig durch alternative Erklärungen, die eine bessere Darstellung der beobachteten Tendenzen in Aussicht stellen. Die prominenteste unter ihnen ist die statistische Erklärung, die besagt, dass der Dunning-Kruger-Effekt hauptsächlich ein statistisches Artefakt ist, das auf die Regression zur Mitte in Kombination mit einer anderen kognitiven Verzerrung zurückzuführen ist, die als „Besser als der Durchschnitt“-Effekt bekannt ist. Andere Theoretiker gehen davon aus, dass die Art und Weise, wie die Leistungsstärken von Personen verteilt sind, es für Leistungsschwache schwieriger macht, ihr Fähigkeitsniveau einzuschätzen, wodurch ihre fehlerhafte Selbsteinschätzung unabhängig von ihren metakognitiven Fähigkeiten erklärt wird. Ein anderer Ansatz sieht den Mangel an Anreizen, genaue Selbsteinschätzungen abzugeben, als die Fehlerquelle.

Der Dunning-Kruger-Effekt ist für verschiedene praktische Angelegenheiten von Bedeutung. Er kann dazu führen, dass Menschen Fehlentscheidungen treffen, z. B. einen Beruf wählen, für den sie nicht geeignet sind, oder ein Verhalten an den Tag legen, das für sie selbst oder andere gefährlich ist, weil sie nicht wissen, dass ihnen die erforderlichen Fähigkeiten fehlen. Es kann die Betroffenen auch daran hindern, sich mit ihren Mängeln auseinanderzusetzen, um sich zu verbessern. In einigen Fällen kann das damit verbundene übermäßige Selbstvertrauen positive Nebenwirkungen haben, wie die Steigerung von Motivation und Energie.

DefinitionBearbeiten

Der Dunning-Kruger-Effekt ist definiert als die Tendenz von Menschen mit geringen Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich, diese Fähigkeiten übermäßig positiv einzuschätzen.[1][2][3][4][5][6] Dies wird häufig als kognitive Verzerrung verstanden, d. h. als eine systematische Tendenz zu fehlerhaftem Denken und Urteilen.[7][8][3] Kognitive Verzerrungen sind systematisch in dem Sinne, dass sie konsistent in verschiedenen Situationen auftreten.[8] Sie sind Tendenzen, da es sich um bestimmte Neigungen oder Dispositionen handelt, die bei Gruppen von Menschen beobachtet werden können, aber nicht in jedem Einzelfall auftreten.[7][8] Beim Dunning-Kruger-Effekts betrifft dies vor allem Personen mit geringen Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich, die versuchen, ihre Kompetenz in diesem Bereich einzuschätzen. Der systematische Fehler betrifft ihre Tendenz, ihre Kompetenz stark zu überschätzen oder sich für kompetenter zu halten, als sie sind.[7]

Einige Forscher betonen die metakognitive Komponente in ihrer Definition. Nach dieser Auffassung ist der Dunning-Kruger-Effekt die These, dass diejenigen, die in einem bestimmten Gebiet inkompetent sind, dazu neigen, sich ihrer Inkompetenz nicht bewusst zu sein, d. h. ihnen fehlt die metakognitive Fähigkeit, sich ihrer Inkompetenz bewusst zu werden.[9][7] Diese Definition ermöglicht eine einfache Erklärung des Effekts: Inkompetenz beinhaltet die Unfähigkeit, zwischen Kompetenz und Inkompetenz zu unterscheiden, weshalb es für Inkompetente schwierig ist, ihre Inkompetenz zu erkennen.[9][7] Dies wird manchmal als „Erklärung der doppelten Bürde“ (dual-burden account) bezeichnet, da zwei Bürden gemeinsam auftreten: der Mangel an Fähigkeiten und die Unkenntnis dieses Mangels.[10] Aber die meisten Definitionen konzentrieren sich auf die Tendenz zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und sehen den Zusammenhang mit der Metakognition als mögliche Erklärung unabhängig von der Definition.[10][11][7] Diese Unterscheidung ist wichtig, da die metakognitive Erklärung umstritten ist und verschiedene Kritiken am Dunning-Kruger-Effekt auf diese Erklärung abzielen, nicht aber auf den Effekt selbst, wenn er im engeren Sinne definiert wird.[10][1][11]

Der Dunning-Kruger-Effekt wird in der Regel speziell für die Selbsteinschätzung von Personen mit geringer Kompetenz definiert.[7][9][1][3][10] Einige Definitionen beschränken ihn jedoch nicht auf kognitive Verzerrungen von Personen mit geringer Kompetenz, sondern sehen ihn stattdessen als einen Effekt, der sich auf falsche Selbsteinschätzungen auf verschiedenen Kompetenzniveaus bezieht.[12] So wird manchmal behauptet, dass er auch den umgekehrten Effekt bei Personen mit hohen Fähigkeiten umfasst.[1][10][4] Nach dieser Auffassung betrifft der Dunning-Kruger-Effekt auch die Tendenz hoch qualifizierter Menschen, ihre Fähigkeiten im Vergleich zu den Fähigkeiten anderer zu unterschätzen. Es wurde jedoch argumentiert, dass die Quelle dieses Fehlers nicht in der Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten liegt, sondern in einer übermäßig positiven Einschätzung der Fähigkeiten anderer.[1] Dieses Phänomen wurde als eine Form der kognitiven Verzerrung der Konsensüberschätzung kategorisiert.[1][10]

Messung und AnalyseBearbeiten

Der gängigste Ansatz zur Messung des Dunning-Kruger-Effekts besteht darin, die Selbsteinschätzung mit der objektiven Leistung zu vergleichen. Die Selbsteinschätzung wird manchmal als subjektive Fähigkeit bezeichnet, im Gegensatz zur objektiven Fähigkeit, die der tatsächlichen Leistung entspricht.[3] Die Selbstbeurteilung kann vor oder nach der Erbringung der Leistung geschehen.[3][1][10] Wenn sie danach erfolgt, ist es wichtig, dass die Teilnehmer während der Leistung keine unabhängigen Hinweise darauf erhalten, wie gut sie waren. Wenn die Aktivität also die Beantwortung von Quizfragen beinhaltet, wird keine Rückmeldung darüber gegeben, ob eine bestimmte Antwort richtig war.[1] Die Messung der subjektiven und der objektiven Fähigkeit kann absolut oder relativ erfolgen. Bei der absoluten Messung werden Selbsteinschätzung und Leistung nach absoluten Maßstäben gemessen, z. B. dadurch, wie viele Quizfragen richtig beantwortet wurden.[9][11] Bei der relativen Messung werden die Ergebnisse in Bezug gestellt zu denen einer Vergleichsgruppe. In diesem Fall wird jeder Teilnehmer gebeten, seine Leistung im Verhältnis zu den anderen Teilnehmern zu bewerten, beispielsweise in Form einer Schätzung des Prozentsatzes der Teilnehmer, die man übertroffen hat.[1][9] Der Dunning-Kruger-Effekt tritt in beiden Fällen auf, ist aber in der Regel bei der relativen Beurteilung deutlich ausgeprägter. Die Teilnehmer sind also in der Regel genauer bei der Rohbewertung ihrer Leistung als wenn sie einschätzen, wie gut sie relativ zu ihrer Vergleichsgruppe waren.[9]

Das Hauptinteresse der Forscher gilt in der Regel der Korrelation zwischen subjektiven und objektiven Fähigkeiten.[3] Um eine vereinfachte Form der Analyse der Messungen zu ermöglichen, werden objektive Leistungen häufig in vier Gruppen eingeteilt, beginnend mit dem untersten Viertel der Leistungsschwachen bis zum obersten Viertel der Leistungsstarken.[9][1][3] Der stärkste Effekt ist bei den Teilnehmern des untersten Viertels zu beobachten, die sich bei relativen Messungen tendenziell den beiden obersten Vierteln zugehörig fühlen.[9] Einige Forscher konzentrieren ihre Analyse auf den Unterschied zwischen den beiden Fähigkeiten, d. h. auf subjektive Fähigkeit minus objektive Fähigkeit, um die negative Korrelation hervorzuheben.[3]

StudienBearbeiten

Der Dunning-Kruger-Effekt wurde in vielen verschiedenen Studien über ein breites Aufgabenspektrum hinweg erforscht.[9][7] Die anfängliche Studie konzentrierte sich auf logisches Denken, Grammatikkenntnisse und soziale Fähigkeiten, wie emotionale Intelligenz und die Beurteilung, welche Witze lustig sind.[9][7] Während viele Studien in Laboren durchgeführt werden, finden andere in wirklichkeitsnahen Situationen statt. Letztere umfassen die Bewertung des Wissens von Jägern über Schusswaffen und Sicherheit, oder die Kenntnisse von Labortechnikern über medizinische Laborverfahren.[9] In neueren Studien wird auch in großem Maßstab versucht, die entsprechenden Daten online zu sammeln.[11] Verschiedene Studien konzentrieren sich auf Schüler und Studenten, die beispielsweise ihre Leistungen unmittelbar nach Abschluss einer Prüfung selbst einschätzen. In einigen Fällen sammeln und vergleichen diese Studien Daten aus vielen verschiedenen Ländern.[9] Weitere Forschungsgebiete sind Wirtschaft, Politik, Medizin, Fahrverhalten, Luftfahrt, räumliches Gedächtnis, Lese- und Schreibkompetenz, Debattierfähigkeit und Schach.[7][9][4][12][10]

Die beiden Sozialpsychologen hatten in vorausgegangenen Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen oder Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen.[13] An der Cornell University erforschten sie diesen Effekt in weiteren Experimenten und kamen 1999 zum Resultat, dass weniger kompetente Personen

  • dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen,
  • überlegene Fähigkeiten bei anderen nicht erkennen,
  • das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht richtig einschätzen,
  • durch Bildung oder Übung nicht nur ihre Kompetenz steigern, sondern auch lernen können, sich und andere besser einzuschätzen.

Dunning und Kruger zeigten, dass schwache Leistungen bei solchen Menschen häufig mit größerer Selbstüberschätzung einhergehen als stärkere Leistungen. In Self-insight: Roadblocks and Detours on the Path to Knowing Thyself (2005) beschrieb Dunning den Dunning-Kruger-Effekt als „die Anosognosien des Alltagslebens“ und bezog sich dabei auf eine neurologische Erkrankung, bei der eine behinderte Person ihre Behinderung entweder leugnet oder sich ihrer Behinderung nicht bewusst zu sein scheint. Er erklärte:

„Wenn man inkompetent ist, kann man nicht wissen, dass man inkompetent ist […]. Die Fähigkeiten, die Sie benötigen, um eine richtige Antwort zu geben, sind genau die Fähigkeiten, die Sie benötigen, um zu erkennen, was eine richtige Antwort ist.“

David Dunning[14]

Grundsätzliche Aussagen zu diesem Thema sind in der Literatur schon weitaus früher zu finden. So schreibt William Butler Yeats in seinem 1920 veröffentlichten Gedicht Die Wiederkunft: „The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.“ (Zu Deutsch etwa: „Den Besten fehlt jede Überzeugung, die Schlechtesten sind voller leidenschaftlicher Ausstrahlung.“)[15] In seinem Essay The Triumph of Stupidity schreibt Bertrand Russell am 10. Mai 1933: „The fundamental cause of the trouble is that in the modern world the stupid are cocksure while the intelligent are full of doubt“ (übersetzt: „Der Hauptgrund für die Schwierigkeiten liegt darin, dass in der modernen Welt die Dummen vollkommen sicher sind, während die Intelligenten voller Zweifel sind“).[16] Schon Sokrates stellt in seiner Apologie mit den Worten „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ klar, dass wahre Weisheit in dem Bewusstsein über das eigene Nichtwissen liegt.

ErklärungenBearbeiten

MetakognitivBearbeiten

Zur Erklärung des Dunning-Kruger-Effekts wurden verschiedene Ansätze vorgeschlagen. Die anfängliche und am weitesten verbreitete Erklärung basiert auf metakognitiven Fähigkeiten.[7][9][3][11] Sie beruht auf der Annahme, dass ein Teil des Erwerbs einer Fähigkeit darin besteht, zu lernen, zwischen guten und schlechten Leistungen bei dieser Fähigkeit zu unterscheiden. Da Menschen mit geringen Fähigkeiten diese Unterscheidungsfähigkeit noch nicht erworben haben, sind sie nicht in der Lage, ihre Leistung richtig einzuschätzen.[9][7][3] Dies führt dazu, dass sie sich für besser halten, als sie sind, weil sie den qualitativen Unterschied zwischen ihren Leistungen und den Leistungen anderer nicht erkennen. Es fehlt ihnen also die metakognitive Fähigkeit, ihre Inkompetenz zu erkennen.[9][7] Dieser Ansatz wird auch als „Erklärung der doppelten Bürde“ oder „Doppelbelastung“ bezeichnet, da die Bürde der regulären Inkompetenz mit der Bürde der metakognitiven Inkompetenz gepaart ist.[10][9][11] Er wird in der Regel mit der These verbunden, dass die entsprechenden metakognitiven Fähigkeiten mit steigendem Kompetenzniveau erworben werden.[12] Aber der metakognitive Mangel kann manche Menschen daran hindern, besser zu werden, da er ihre Schwächen vor ihnen verbirgt.[9] Auf diese Weise lässt sich erklären, warum das Selbstvertrauen bei Unfähigen manchmal höher ist als bei Menschen mit durchschnittlichen Fähigkeiten: Nur letztere sind sich ihrer Schwächen bewusst.[12][9] Es wurden einige Versuche unternommen, die metakognitiven Fähigkeiten direkt zu messen, um diese Hypothese zu bestätigen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es eine reduzierte metakognitiver Sensitivität bei Leistungsschwachen gibt, aber es ist nicht klar, ob ihr Ausmaß ausreicht, um den Dunning-Kruger-Effekt zu erklären.[10] Ein indirektes Argument für die metakognitive Erklärung beruht auf der Beobachtung, dass das Training in logischem Denken den Geschulten hilft, genauere Selbsteinschätzungen vorzunehmen.[1]

Kritik und AlternativenBearbeiten

Nicht jeder ist mit den Annahmen einverstanden, auf denen die metakognitive Erklärung beruht.[11] Viele Kritiken am Dunning-Kruger-Effekt konzentrieren sich hauptsächlich auf die metakognitive Erklärung, stimmen aber ansonsten den empirischen Befunden zu.[9] Diese Argumentationslinie geht in der Regel von einem alternativen Ansatz aus, der eine bessere Erklärung der beobachteten Tendenzen verspricht. Einige Erklärungen konzentrieren sich nur auf einen bestimmten Faktor, während andere eine Kombination verschiedener Faktoren als Ursache sehen.[9] Eine dieser Erklärungen beruht auf der Idee, dass sowohl Leistungsschwache als auch Leistungsstarke im Allgemeinen über die gleiche metakognitive Fähigkeit zur Einschätzung ihres Kompetenzniveaus verfügen.[17] Geht man jedoch davon aus, dass die Kompetenzniveaus vieler Leistungsschwacher sehr nahe beieinander liegen, d. h. dass „viele Menschen auf den untersten Rängen des Kompetenzniveaus angehäuft sind“,[1] so befinden sie sich in einer schwierigeren Position, um ihre Fähigkeiten im Vergleich zu anderen Teilnehmern einzuschätzen.[17][10] Der Grund für die erhöhte Tendenz zu falschen Selbsteinschätzungen ist also nicht ein Mangel an metakognitiver Fähigkeit, sondern eine schwierigere Situation, in der diese Fähigkeit zum Einsatz kommt.[17] Somit lässt sich die erhöhte Fehlerquote auch ohne eine doppelte Bürde erklären.[1][10] Eine Kritik an diesem Ansatz richtet sich gegen die Annahme, dass diese Art der Verteilung von Kompetenzniveaus immer als Erklärung herangezogen werden kann. Sie ist zwar in verschiedenen Bereichen zu finden, in denen der Dunning-Kruger-Effekt erforscht wurde, aber nicht in allen.[1] Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass dieser Ansatz den Dunning-Kruger-Effekt nur dann erklären kann, wenn die Selbsteinschätzung relativ zur eigenen Vergleichsgruppe gemessen wird, nicht aber, wenn sie in Bezug auf absolute Standards gemessen wird.[1]

Eine andere Erklärung, die manchmal von Theoretikern mit wirtschaftswissenschaftlichem Hintergrund angeführt wird, konzentriert sich auf die Tatsache, dass den Teilnehmern der entsprechenden Studien meist der Anreiz fehlt, eine genaue Selbsteinschätzung abzugeben.[9][18] In solchen Fällen können die Teilnehmer durch intellektuelle Faulheit oder den Wunsch, in den Augen des Versuchsleiters gut dazustehen, motiviert sein, übermäßig positive Selbsteinschätzungen abzugeben. Aus diesem Grund wurden einige Studien mit zusätzlichen Anreizen zur genauen Selbsteinschätzung durchgeführt. In einer Studie wurde beispielsweise eine Gruppe von Teilnehmern mit einer Geldprämie belohnt, die darauf basierte, wie genau ihre Selbsteinschätzung war. In diesen Studien konnte jedoch keine signifikante Erhöhung der Genauigkeit bei der Anreizgruppe im Gegensatz zur Kontrollgruppe festgestellt werden.[9]

Ein anderer Ansatz ist weiter von psychologischen Erklärungen entfernt und sieht den Dunning-Kruger-Effekt hauptsächlich als ein statistisches Artefakt ohne Bezug auf irgendwelche prominente zugrunde liegende psychologische Tendenzen.[3][9][11][19][20][21] Er basiert auf der Idee, dass der als Regression zur Mitte bekannte statistische Effekt ausreicht, um die empirischen Befunde zu erklären. Im Falle der Qualität von Leistungen beruht dieser Effekt auf der Vorstellung, dass die Qualität einer bestimmten Leistung nicht nur von den Fähigkeiten des Teilnehmers abhängt, sondern auch vom Glück oder Pech, das bei einer bestimmten Gelegenheit im Spiel ist.[3][9] Selbst wenn also ein Teilnehmer mit durchschnittlichen Fähigkeiten eine genaue Selbsteinschätzung seiner Fähigkeiten abgibt, kann seine Leistung bei dieser Gelegenheit von Unglück begleitet sein, was dazu führt, dass er in die Kategorie der leistungsschwachen Personen fällt, die ihre Fähigkeiten überschätzt haben. Nach diesem Ansatz wird die Zufälligkeit des Glücks dafür verantwortlich gemacht, dass eine Diskrepanz zwischen selbst eingeschätzter Fähigkeit und objektiver Leistung besteht, insbesondere in den Extremfällen.[3][9]

Die meisten Forscher erkennen an, dass die Regression zur Mitte ein relevanter statistischer Effekt ist, der bei der Interpretation der empirischen Befunde berücksichtigt werden muss. Dies kann durch verschiedene Methoden erreicht werden.[10][9] Solche Anpassungen beseitigen den Dunning-Kruger-Effekt jedoch nicht, weshalb die Ansicht, dass die Regression zur Mitte als Erklärung ausreicht, in der Regel abgelehnt wird.[11] Es wurde jedoch behauptet, dass sie in Verbindung mit anderen kognitiven Verzerrungen, wie dem „Besser als der Durchschnitt“-Effekt, eine fast vollständige Erklärung für die empirischen Befunde liefern kann.[3][10][1][4] Diese Art von Ansatz wird manchmal als „Noise plus Bias“-Erklärung bezeichnet.[9] Laut dem „Besser als der Durchschnitt“-Effekt neigen Menschen generell dazu, ihre Fähigkeiten, Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale als überdurchschnittlich gut einzuschätzen.[22][23][24][9] Dieser Effekt unterscheidet sich vom Dunning-Kruger-Effekt, da er nicht verfolgt, wie diese übermäßig positive Einstellung mit den Fähigkeiten der sich selbst beurteilenden Personen zusammenhängt, während der Dunning-Kruger-Effekt sich primär darauf konzentriert, wie diese Art der Fehleinschätzung bei leistungsschwachen Personen auftritt.[1][4][9] Wenn der „Besser als der Durchschnitt“-Effekt mit der Regression zur Mitte gepaart wird, lässt sich sowohl erklären, dass Leistungsschwache dazu neigen, ihre Kompetenz stark zu überschätzen, als auch, dass der umgekehrte Effekt bei Leistungsstarken deutlich schwächer ausgeprägt ist.[3][10] Durch die Wahl der richtigen Variablen für die Zufälligkeit aufgrund von Glück und eines positiven Offsets zur Berücksichtigung des „Besser als der Durchschnitt“-Effekts ist es möglich, Experimente zu simulieren, die fast die gleiche Korrelation zwischen selbst eingeschätzter Fähigkeit und objektiver Leistung zeigen, wie sie in der empirischen Forschung gefunden wurde.[3] Aber selbst Befürworter dieser Erklärung sind sich einig, dass dies die empirischen Befunde nicht vollständig erklärt. Dies bedeutet, dass der Dunning-Kruger-Effekt immer noch eine Rolle spielen kann, wenn auch nur eine untergeordnete.[3] Gegner dieses Ansatzes haben argumentiert, dass diese Herangehensweise den Dunning-Kruger-Effekt nur dann erklären kann, wenn man die eigenen Fähigkeiten relativ zur Vergleichsgruppe beurteilt, nicht aber, wenn die Selbsteinschätzung in Bezug auf einen objektiven Standard erfolgt.[10][9]

Scheinbares Wissen und HalbwissenBearbeiten

Unwissenheit wird gelegentlich auch durch ein von Dunning so bezeichnetes reach around knowledge getarnt. Demnach zeigen Menschen diese auch auf eine Weise, die eine weitere Erklärung dafür liefert, warum sie ihre Unkenntnis nicht erkennen. Forscher haben Menschen dabei ertappt, wie sie Wissen über Themen zum Ausdruck brachten, von denen die Forscher mit Sicherheit sagen konnten, dass man darüber nichts wissen kann, weil diese Themen in der Wissenschaft nicht existieren. Bei einer Untersuchung wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihr Wissen über 150 verschiedene Themen einzuschätzen. Unter diesen Themen befanden sich 30 Themen, die lediglich eine Erfindung der Experimentatoren waren. Von den echten Themen gaben 44 % der Befragten an, sie einigermaßen zu kennen. Von den nicht existierenden behaupteten die Befragten dasselbe für etwa 25 % der Themen. Die Autoren bezeichnen diese Tendenz als over-claiming, eine Form der Selbstaufwertung, die unabhängig von den intellektuellen Fähigkeiten sei. Menschen äußerten demnach auch Meinungen über nicht existierende soziale Gruppen und dergleichen. Eine beträchtliche Anzahl der Personen behauptete, über genügend Hintergrundwissen zu verfügen, um sich darüber eine Meinung bilden zu können.[25]

Nach einer Studie von Carmen Sanchez und David Dunning kann der Dunning-Kruger-Effekt auch bei Halbwissen auftreten. Ganz am Anfang eines Lernprozesses wissen die Personen zumeist, dass sie noch etwas zu lernen haben, was sie vor Selbstüberschätzung schützt. Nachdem sie einige Erfahrungen gesammelt haben, können sie aber sehr anfällig für den Dunning-Kruger-Effekt werden.[26]

Praktische BedeutungBearbeiten

Es wurden verschiedene Behauptungen über die praktische Bedeutung des Dunning-Kruger-Effekts gemacht oder darüber, warum er wichtig ist. Sie konzentrieren sich oft darauf, wie der Effekt die betroffenen Menschen dazu bringt, Entscheidungen zu treffen, die für sie oder andere Menschen schlimme Folgen haben. Dies gilt insbesondere für Entscheidungen mit langfristigen Folgen. So kann es beispielsweise dazu führen, dass leistungsschwache Personen Karrieren einschlagen, für die sie nicht geeignet sind.[3] Leistungsstarke Personen, die ihre Fähigkeiten unterschätzen, verzichten dagegen möglicherweise auf realistische Karrieremöglichkeiten, die ihren Fähigkeiten entsprechen, zugunsten von weniger vielversprechenden Karrieren, die unter ihrem Qualifikationsniveau liegen.[3] In anderen Fällen können die Fehlentscheidungen auch schwerwiegende kurzfristige Auswirkungen haben, wenn beispielsweise ein Pilot aus übertriebenem Selbstvertrauen ein neues Flugzeug bedient, für das er nicht ausreichend ausgebildet ist, oder sich auf Flugmanöver einlässt, die seine Fähigkeiten übersteigen.[4] Auch in der Notfallmedizin ist die richtige Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und der Risiken einer Behandlung von zentraler Bedeutung. Die Tendenz von Ärzten in der Ausbildung zu Selbstüberschätzung müssen berücksichtigt werden, um ein angemessenes Maß an Supervision und Feedback zu gewährleisten.[12] Der Dunning-Kruger-Effekt kann sich auch bei einer Reihe von Wirtschaftstätigkeiten negativ auf den Marktteilnehmer auswirken, da der Preis eines Gutes, z. B. eines Gebrauchtwagens, häufig durch die Unsicherheit der Käufer über dessen Qualität gesenkt wird.[1] Ein übermäßig selbstbewusster Käufer, der sich seines mangelnden Wissens nicht bewusst ist, kann andererseits bereit sein, einen viel höheren Preis zu zahlen, ohne sich aller potenzieller Mängel und Risiken gewahr zu sein, die für den Preis relevant sind.[1]

Eine weitere Auswirkung betrifft Bereiche, in denen Selbsteinschätzungen eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Fähigkeiten spielen. Sie werden beispielsweise häufig in der Berufsberatung oder zur Einschätzung der Informationskompetenz von Studenten und Fachkräften eingesetzt.[3][2] Der Dunning-Kruger-Effekt deutet darauf hin, dass solche Selbsteinschätzungen häufig nicht den zugrunde liegenden Fähigkeiten entsprechen, was sie als Methode zur Erhebung dieser Art von Daten unzuverlässig macht.[2] Unabhängig vom Bereich der betreffenden Fähigkeit kann die metakognitive Unwissenheit, die oft mit dem Dunning-Kruger-Effekt in Verbindung gebracht wird, leistungsschwache Personen daran hindern, sich zu verbessern. Da sie sich vieler ihrer Schwächen nicht bewusst sind, haben sie möglicherweise wenig Motivation, diese anzugehen und zu überwinden.[9]

Aber nicht alle Darstellungen des Dunning-Kruger-Effekts stellen seine negativen Seiten in den Mittelpunkt. Einige konzentrieren sich auch auf die positiven Seiten, z. B. dass Unwissenheit manchmal ein Segen ist. In diesem Sinne kann Optimismus dazu führen, dass Menschen ihre Situation positiver erleben, und übermäßiges Selbstvertrauen kann ihnen helfen, selbst unrealistische Ziele zu erreichen.[9] Um die negativen von den positiven Seiten zu unterscheiden, wurde vorgeschlagen, dass zwei wichtige Phasen für die Verwirklichung eines Ziels relevant sind: die vorbereitende Planung und die Ausführung des Plans.[9] Übermäßiges Selbstvertrauen kann in der Ausführungsphase von Vorteil sein, da es die Motivation und Energie erhöht. In der Planungsphase kann sie jedoch schädlich sein, da die Person möglicherweise geringe Erfolgschancen ignoriert, unnötige Risiken eingeht oder es versäumt, sich auf Eventualitäten vorzubereiten.[9] Übermäßiges Selbstvertrauen kann beispielsweise für einen General am Tag der Schlacht vorteilhaft sein, weil die zusätzliche Inspiration an seine Truppen weitergegeben wird, aber in den Wochen davor nachteilig, weil er die Notwendigkeit von Reservetruppen oder Schutzausrüstung ignoriert.[9]

Implikationen für Geschlecht und WissenschaftBearbeiten

 
An diesem Experiment nahmen Personen teil, die bereits fachliche Kompetenzen besaßen. Die Neigung, die eigenen Fähigkeiten gering einzuschätzen, war bei den Frauen ausgeprägter als bei den Männern.

Studien von Ehrlinger und Dunning zeigten, dass Menschen, die sich auf vorgefasste Selbstbilder verlassen, nur schwer zu der Erkenntnis gelangen können, sie seien ebenso kompetent wie ihre Altersgenossen. Männer und Frauen würden Karrieren in den Bereichen Informatik, Chemieingenieurwesen und Geowissenschaften in unterschiedlichem Maße einschlagen und darin verbleiben, wobei Männer überrepräsentiert seien. Frauen stellten nur 22 % der Arbeitskräfte in Wissenschaft und Technik, obgleich sie 56 % der Arbeitskräfte insgesamt ausmachen und obwohl keine offensichtlichen Unterschiede in der Fähigkeit bestehen, solche Karrieren zu bewältigen. Auf die Frage, warum der Enthusiasmus für die Wissenschaft unterschiedlich ausgeprägt sei und ob vorgefasste Meinungen über ihr wissenschaftliches Talent bestehen, fanden Ehrlinger und Dunning Hinweise darauf, dass Frauen dazu neigen, ihre wissenschaftlichen Begabungen geringer zu bewerten als Männer. Daraus ergab sich die Frage, ob die unterschiedliche Selbsteinschätzung zu einer Kaskade von psychologischen Ereignissen führen könne, infolge derer Männer und Frauen auf unterschiedlichen Karrierewegen divergieren. Man könne darüber spekulieren, wie viele Lebens- und Karriereentscheidungen von einem ähnlichen psychologischen Prozess geleitet werden, der keinen Bezug zur tatsächlichen Fähigkeit oder Leistung hat.[27][28]

RezeptionBearbeiten

In der psychologischen Fachliteratur wird der Dunning-Kruger-Effekt nur selten angeführt, in Blogs und Diskussionsforen des Internets und in akademischen Publikationen außerhalb der Psychologie hingegen häufig.[29][30][31][32] In einer kognitionswissenschaftlichen Publikation zur Klimawandelleugnung wird der Dunning-Kruger-Effekt als eine mögliche Erklärung für die Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Prozessen genannt.[33] In zwei Studien von 2016 und 2017 kommen fünf Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete zum Schluss, der von Dunning und Kruger beobachtete Sachverhalt beruhe auf der generellen menschlichen Unfähigkeit, die eigene Kompetenz zutreffend einzuschätzen. Das führe bei inkompetenten Menschen statistisch häufiger zu einer Überschätzung als bei kompetenten Menschen. Somit sei richtig, dass inkompetente Menschen häufiger zur Selbstüberschätzung neigen, aber falsch, dass kompetente Menschen über eine zuverlässigere Selbsteinschätzung verfügen.[34][35]

Im Jahr 2000 erhielten Dunning und Kruger für ihre Studie den satirischen Ig-Nobelpreis im Bereich Psychologie.[36][37]

Dunning-Kruger-Effekt und Hochstapler-SyndromBearbeiten

Der gegenteilige Effekt wird als Hochstapler-Syndrom bezeichnet. Dies bezeichnet die Selbstwahrnehmung, insbesondere sehr kompetenter Personen, eigenen Erfolg nicht verdient zu haben. Insofern kann das Hochstapler-Syndrom, welches das andere Ende des Selbstwahrnehmungsspektrums darstellt[38], möglicherweise als Extrapolation der von Dunning und Kruger beschriebenen inversen Korrelation zwischen Kompetenz und Selbstwahrnehmung (hin zu hohen Kompetenzen) angesehen werden.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Justin Kruger, David Dunning: Unskilled and unaware of it. How difficulties in recognizing one’s own incompetence lead to inflated self-assessments. In: Journal of Personality and Social Psychology. Band 77, Nr. 6, 1999, S. 1121–1134 (englisch, Volltext Stand 3. März 2011 [PDF; 498 kB]).
  • Mark Benecke: Lachende Wissenschaft. Aus den Geheimarchiven des Spaß-Nobelpreises. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-404-60556-X, S. 185–190.
  • Philipp Hermanns: Organizational Hubris – Aufstieg und Fall einer Celebrity Firm am Beispiel der CargoLifter AG. Kölner Wissenschaftsverlag, Köln 2012, ISBN 978-3-942720-33-5. Zudem als Open-Access-Version verfügbar unter: FU Berlin: Dissertationen online.
  • Stav Atir, David Dunning, Emily Rosenzweig: When Knowledge Knows No Bounds: Self-Perceived Expertise Predicts Claims of Impossible Knowledge. In: Psychological Science. Veröffentlicht online vor Druck am 14. Juli 2015, doi:10.1177/0956797615588195.
  • D. Dunning, C. Heath, J. M. Suls: Flawed self-assessment: Implications for health, education, and the workplace. In: Psychological Science in the Public Interest. Band 5, Nr. 3, Dezember 2004, S. 69–106, doi:10.1111/j.1529-1006.2004.00018.x.
  • D. Dunning, K. Johnson, J. Ehrlinger, J. Kruger: Why people fail to recognize their own incompetence. In: Current Directions in Psychological Science. Band 12, Nr. 3, Juni 2003, S. 83–87, doi:10.1111/1467-8721.01235.
  • J. Ehrlinger, K. Johnson, M. Banner, D. Dunning, J. Kruger: Why the unskilled are unaware: Further explorations of (absent) self-insight among the incompetent. In: Organizational Behavior and Human Decision Processes. Band 105, Nr. 1, Januar 2008, S. 98–121, doi:10.1016/j.obhdp.2007.05.002.
  • J. Ehrlinger, D. Dunning: How chronic self-views influence (and potentially mislead) estimates of performance. In: Journal of Personality and Social Psychology. Band 84, Nr. 1, Januar 2003, S. 5–17, PMID 12518967.
  • David Dunning: Chapter five – The Dunning–Kruger Effect: On Being Ignorant of One’s Own Ignorance. In: Advances in Experimental Social Psychology. Band 44, 2011, S. 247–296, doi:10.1016/B978-0-12-385522-0.00005-6; Volltext. (PDF; 730 kB).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Thomas Schlösser, David Dunning, Kerri L. Johnson, Justin Kruger: How unaware are the unskilled? Empirical tests of the "signal extraction" counterexplanation for the Dunning–Kruger effect in self-evaluation of performance. In: Journal of Economic Psychology. 39, 1. Dezember 2013, ISSN 0167-4870, S. 85–100. doi:10.1016/j.joep.2013.07.004.
  2. a b c Khalid Mahmood: Do People Overestimate Their Information Literacy Skills? A Systematic Review of Empirical Evidence on the Dunning-Kruger Effect. In: Communications in Information Literacy. 10, Nr. 2, 1. Januar 2016, S. 199–213. doi:10.7548/cil.v10i2.385.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Gilles E. Gignac, Marcin Zajenkowski: The Dunning-Kruger effect is (mostly) a statistical artefact: Valid approaches to testing the hypothesis with individual differences data. In: Intelligence. 80, 1. Mai 2020, ISSN 0160-2896, S. 101449. doi:10.1016/j.intell.2020.101449.
  4. a b c d e f Samuel Pavel, Michael Robertson, Bryan Harrison: The Dunning-Kruger Effect and SIUC University's Aviation Students. In: Journal of Aviation Technology and Engineering. 2, Nr. 1, October 2012, S. 125–129. doi:10.5703/1288284314864.
  5. David W. Lawrence: The Information-Seeking Behaviours of Professionals and Information Sources in the Field of Injury Prevention and Safety Promotion. (PDF; 907 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: diss.kib.ki.se. Karolinska Institutet, 2008, S. 37, archiviert vom Original am 20. Februar 2009; abgerufen am 17. August 2020 (englisch).
  6. W. Keith Campbell, Joshua D. Miller: The Handbook of Narcissism and Narcissistic Personality Disorder. Wiley & Sons, Hoboken (NJ) 2011, ISBN 978-0-470-60722-0 (S. 400 in der Google-Buchsuche, abgerufen am 17. August 2020).
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