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David H. Koch

US-amerikanischer Unternehmer
David H. Koch (2015)

David Hamilton Koch [koʊk] (* 3. Mai 1940 in Wichita, Kansas) ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Philanthrop und Politiker. Er besitzt ein geschätztes Vermögen von 43,8 Milliarden US-Dollar (Stand: 2018) und ist damit – wie sein Bruder Charles G. Koch – auf Platz 8 der Forbes-Liste der reichsten Menschen. Die beiden unterstützen massiv konservativ-libertäre Kandidaten und Bewegungen wie die Tea-Party-Bewegung. Die von Ihnen gegründete Interessensgruppe Americans for Prosperity (AFP) kämpft gegen Steuern, Barack Obamas Gesundheitsreform (Patient Protection and Affordable Care Act) und Regulierungen für die Industrie.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Sein Vater war der Unternehmer Fred C. Koch. Er hat drei Brüder, darunter Charles Koch, der seit 1967 der Präsident von Koch Industries ist. Am Massachusetts Institute of Technology studierte David Koch Chemie. Nach dem Studium stieg er in das Familienunternehmen ein. Nach dem Tod des Vaters 1967 wurde er der Vize-Präsident und der CEO der Chemical Technology Group innerhalb des Konzerns. Während Charles in Wichita, dem Hauptsitz des Unternehmens, mit großem Einsatz die Firma leitete, lebte und arbeitete David in New York und genoss neben der Arbeit das Leben eines reichen Junggesellen. Er mietete die Megayacht Leander in Südfrankreich für bis zu einer halben Million Dollar pro Woche und kaufte ein Anwesen am Meer in Southampton, wo er rauschende Partys veranstaltete.[1][2]

1991 überlebte er ein Flugzeugunglück schwer verletzt als einziger der Passagiere in der Ersten Klasse, und anschließend wurde ein Prostatakrebs diagnostiziert. Daraufhin änderte er sein Leben, heiratete und gründete eine Familie. Seither ist er mit Julia M. Flesher verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Die Familie lebt in 740 Park Avenue, einer der exklusivsten Adressen in Manhattan. Koch ist der reichste Einwohner New Yorks.[1]

Mitte 2018 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma zurück.[3]

Philanthropie und PolitikBearbeiten

 
Das David H. Koch Theater im Lincoln Center, New York

Kochs Vater hatte einen Teil seines Vermögens schon zu Lebzeiten in Form eines Fonds an seine Söhne übertragen, der zur Vermeidung der Erbschaftssteuer mit der Auflage belegt war, dass 20 Jahre lang alle anfallenden Gewinne für wohltätige Zwecke gespendet werden mussten. Wie David Koch später erzählte, war er dadurch schon in jungen Jahren gewohnt, dass ein großer Teil seines Einkommens philanthropischen Zwecken zugeführt wurde („I sort of got into it.“).[4] In späteren Jahren unterstützte er in großem Umfang das Kulturzentrum Lincoln Center, das Metropolitan Museum of Art und das American Museum of Natural History (alle in Manhattan).[1] Die David H. Koch Charitable Foundation vergab allein in den Jahren 1998 bis 2008 über 120 Millionen Dollar an Spenden.[5] 2008 spendete Koch 100 Millionen Dollar für die Renovierung des New York State Theater im Lincoln Center, das daraufhin nach ihm benannt wurde.[6]

1980 wurde er auf Initiative seines Bruders Charles als Vizepräsidentschafts-Kandidat (Running Mate) von Edward E. Clark für die Libertarian Party bei der Präsidentschaftswahl nominiert. Obwohl Koch – als Kandidat von der Beschränkung auf 1.000 Dollar befreit – über 2 Millionen Dollar investierte, was fast 60 % des Etats der Kampagne ausmachte, erlangten sie mit 921.299 Stimmen nur 1,1 Prozent. Daraus zogen die Brüder die Konsequenz, nicht mehr auf Wahlen zu setzen, sondern sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und mit großem finanziellen Einsatz an Universitäten und in Denkfabriken ihre radikal libertären Ansichten in der Wissenschaft zu etablieren und zu verbreiten (siehe Charles G. Koch#Politik).[7]

Als Koch Industries zunehmend mit Gesetzen in Konflikt geriet, begannen Charles und David Koch, sich wieder für Politik zu interessieren, und entwickelten sich in den 1990er Jahren zu wichtigen Spendern für die Republikanische Partei. 1996 gehörte David Koch zur Leitung der Kampagne des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Bob Dole gegen Bill Clinton.[8]

2009 kam David Koch in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er im Beirat des National Cancer Institute saß, während sein Unternehmen, das zu der Zeit einer der Hauptproduzenten von Formaldehyd war, gegen die Einstufung dieser Substanz als krebserregend vorging. Koch sah da keinen Interessenkonflikt und war aufgebracht darüber, dass seine Integrität infrage gestellt wurde.[9]

VermögenBearbeiten

David H. Koch ist Multi-Milliardär und einer der reichsten Menschen der Welt. Gemäß der Forbes-Liste 2018 beträgt sein Vermögen – wie das seines Bruders Charles – 43,8 Milliarden US-Dollar. Damit steht er bei Forbes auf Platz 7 in der Liste der reichsten Menschen in den USA und auf Platz 8 der reichsten Menschen der Welt.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Jane Mayer: Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right. Doubleday, New York 2016. S. 52.
  2. Bornrich: David Koch net worth. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  3. Amerikanischer Milliardär David Koch ist krank. In: www.faz.net. 5. Juni 2018, abgerufen am 5. Juni 2018.
  4. Jane Mayer: Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right. Doubleday, New York 2016. S. 42.
  5. Jane Mayer: Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right. Doubleday, New York 2016. S. 147.
  6. Robin Pogrebin: David H. Koch to give $100 million to theater. The New York Times, 10. Juli 2008.
  7. Jane Mayer: Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right. Doubleday, New York 2016. S. 57f.
  8. Jane Mayer: Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right. Doubleday, New York 2016. S. 142f.
  9. Jane Mayer: Dark Money: The Hidden History of the Billionaires Behind the Rise of the Radical Right. Doubleday, New York 2016. S. 139f.
  10. Forbes: #7 Charles Koch, abgerufen am 10. Dez. 2018.