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Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2013/Deutschland

Dieser Artikel behandelt die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2013 in Schweden. Deutschland war Titelverteidiger und Rekordeuropameister mit sieben Titeln und konnte den Titel zum fünften Mal in Folge verteidigen und damit den achten Titel gewinnen.

QualifikationBearbeiten

Deutschland wurde für die Qualifikation in Gruppe 2 gelost und traf dabei auf Kasachstan, Rumänien, die Schweiz, Spanien und die Türkei. In den zehn Spielen blieb die deutsche Auswahl ungeschlagen und konnte bis auf ein 2:2 in Spanien alle Spiele gewinnen. Der 17:0-Sieg gegen Kasachstan war gleichzeitig ein neuer Rekordsieg. Mit einem 10:0 gegen die Türkei gab es einen weiteren zweistelligen Sieg der DFB-Elf.

Seit nunmehr 26 EM-Qualifikationsspielen ist die deutsche Mannschaft ungeschlagen. Célia Okoyino da Mbabi war mit 17 Treffern die erfolgreichste Torschützin der gesamten Qualifikation.[1] In drei Spielen gelangen ihr jeweils vier Treffer. Beim Spiel gegen Kasachstan brauchte sie nur 14 Minuten.[2] Der Gruppenzweite Spanien setzte sich in den Playoff-Spielen gegen Schottland durch und qualifizierte sich ebenfalls.

TabelleBearbeiten

Pl. Team Sp. S U N Tore Punkte
1 Deutschland  Deutschland 10 9 1 0 64:03 28
2 Spanien  Spanien 10 6 2 2 43:14 20
3 Rumänien  Rumänien 10 5 1 4 20:20 16
4 Schweiz  Schweiz 10 5 0 5 29:24 15
5 Kasachstan  Kasachstan 10 2 1 7 04:55 07
6 Turkei  Türkei 10 0 1 9 04:48 01

SpielergebnisseBearbeiten

17.09.2011 Augsburg
SGL arena
Deutschland Schweiz 4:1 (1:0) Tore: 1:0, 2:0 Fatmire Bajramaj (32., 66.), 2:1 Ramona Bachmann (68.), 3:1 Linda Bresonik (73.), 4:1 Martina Müller (79.)
22.10.2011 Bukarest
Mogosoaia
Rumänien Deutschland 0:3 (0:1) Tore: 0:1 Lena Goeßling (21.), 0:2 Fatmire Bajramaj (56.), 0:3 Melanie Behringer (59., Elfmeter)
19.11.2011 Wiesbaden
Brita-Arena
Deutschland Kasachstan 17:0 (10:0) Tore: 1:0, 3:0, 5:0, 6:0 Célia Okoyino da Mbabi (3., 10., 14., 16.), 2:0, 4:0, 8:0, 12:0 Alexandra Popp (5., 11., 31., 59.), 7:0, 10:0 Simone Laudehr (23., 41.), 9:0 Melanie Behringer (Elfmeter), 11:0 Fatmire Bajramaj (51.), 13:0, 14:0, 17:0 Babett Peter (62., 65., 89.), 15:0, 16:0 Martina Müller (74., 85.)
24.11.2011 Motril
Estadio Municipal Escribano Castilla
Spanien Deutschland 2:2 (0:2) Tore: 0:1 Lena Goeßling (27.), 0:2 Ruth García (30., Eigentor), 1:2 Verónica Boquete (57.), 2:2 Willy (90.+1)
15.02.2012 Izmir
Buca Arena
Türkei Deutschland 0:5 (0:2) Tore: 0:1 Dzsenifer Marozsán (10.), 0:2 Célia Okoyino da Mbabi (11.), 0:3 Linda Bresonik (71.), 0:4, 0:5 Melanie Behringer (76., 90.)
31.03.2012 Mannheim
Carl-Benz-Stadion
Deutschland Spanien 5:0 (1:0) Tore: 1:0, 2:0, 4:0, 5:0 Célia Okoyino da Mbabi (24., 58., 68., 86.), 3:0 Alexandra Popp (61.)
05.04.2012 Aarau
Stadion Brügglifeld
Schweiz Deutschland 0:6 (0:3) Tore: 0:1, 0:3, 0:5, 0:6 Célia Okoyino da Mbabi (16., 38., 71., 85.), 0:2 Anja Mittag (24.), 0:4 Marie-Andrea Egli (64., Eigentor)
31.05.2012 Bielefeld
SchücoArena
Deutschland Rumänien 5:0 (3:0) Tore: 1:0 Linda Bresonik (1.), 2:0, 4:0, 5:0 Alexandra Popp (34., 50., 90.), 3:0 Dzsenifer Marozsán (40.)
15.09.2012 Qaraghandy
Schachtjor-Stadion
Kasachstan Deutschland 0:7 (0:3) Tore: 0:1, 0:3 Célia Okoyino da Mbabi (8., 42.), 0;2 Viola Odebrecht (33.), 0:4 Anja Mittag (55.), 0:5 Bianca Schmidt (63.), 0:6 Martina Müller (86.), 0:7 Lena Goeßling (87.)
19.09.2012 Duisburg
Schauinsland-Reisen-Arena
Deutschland Türkei 10:0 (3:0) Tore: 1:0, 7:0 Célia Okoyino da Mbabi (17., 74.), 2:0 Anja Mittag (23.), 3:0 Simone Laudehr (45.+1, Elfmeter), 4:0, 5:0 Melanie Behringer (52., 60. Elfmeter), 6:0, 9:0, 10:0 Martina Müller (72., 86., 90.+2), 8:0 Fatmire Bajramaj (85.)

VorbereitungBearbeiten

Insgesamt wurden drei Lehrgänge sowie drei Vorbereitungsspiele angesetzt, unter anderem gegen den amtierenden Weltmeister Japan.[3]

15.06.2013 Essen
Stadion Essen
Deutschland Schottland 3:0 (3:0) Tore: 1:0 Lena Goeßling (33.), 2:0, 3:0 Célia Okoyino da Mbabi (43., 44.)
19.06.2013 Paderborn
Benteler-Arena
Deutschland Kanada 1:0 (0:0) Tore: 1:0 Leonie Maier (53.)
29.06.2013 München
Allianz Arena
Deutschland Japan 4:2 (1:1) Tore: Maier (17.), Ōno (40.), Celia Okoyino da Mbabi (46./FE, 87.), Ogimi (60.), Laudehr (90.+1/FE)

KaderBearbeiten

Am 21. Mai 2013 benannte die Bundestrainerin Silvia Neid ein 28-köpfiges vorläufiges Aufgebot.[3] Bereits einen Tag später musste Viola Odebrecht wegen eines Knorpelschadens im Knie absagen. Für sie wurde Isabelle Linden nachnominiert.[4] Am 28. Mai 2013 sagte Verena Faißt ihre Teilnahme ab, da sie am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankte. Die Bundestrainerin verzichtete auf eine Nachnominierung.[5] Fünf Tage später musste auch Alexandra Popp wegen einer Knöchelverletzung ihre Teilnahme absagen. Für sie wurden Isabel Kerschowski und Sara Däbritz nachnominiert.[6]

Schließlich sagte Linda Bresonik am 13. Juni wegen einer Entzündung der Achillessehne ihre EM-Teilnahme ab. Auch hier verzichtete die Bundestrainerin auf eine Nachnominierung.[7] Es folgten Absagen von Kim Kulig wegen einer Schädigung des Außenmeniskus[8] und Babett Peter wegen eines Ermüdungsbruch des Kahnbeins.[9] Am 20. Juni 2013 nominierte Silvia Neid schließlich den EM-Kader, dem Kathrin Längert und Isabel Kerschowski nicht angehören. Das Durchschnittsalter der Mannschaft beträgt 24,1 Jahre[10] und ist damit das niedrigste aller EM-Kader. Laura Benkarth und Sara Däbritz hatten vor dem Turnier noch keine Einsätze in der Nationalmannschaft.[11] Im Kader stehen noch 9 Spielerinnen aus dem erfolgreichen EM-Kader 2009 und zehn Teilnehmerinnen der WM 2011. Sieben Spielerinnen standen 2012 im Kader für die U-20. Erfahrenste Spielerin mit 118 Länderspielen (Stand 29. Juni 2013) war die Torhüterin und Kapitänin Nadine Angerer.

Nummer Name Verein vor EM-Beginn Geburtstag Sp. Tor      
Tor
01 Nadine Angerer (C)  1. FFC Frankfurt 10.11.1978 6 0 0 0 0
21 Laura Benkarth SC Freiburg 14.10.1992 0 0 0 0 0
12 Almuth Schult SC 07 Bad Neuenahr 09.02.1991 0 0 0 0 0
Abwehr
03 Saskia Bartusiak 1. FFC Frankfurt 09.09.1982 6 0 0 0 0
15 Jennifer Cramer 1. FFC Turbine Potsdam 24.02.1993 5 0 2 0 0
17 Josephine Henning VfL Wolfsburg 08.09.1989 0 0 0 0 0
05 Annike Krahn Frankreich  Paris Saint-Germain 01.07.1985 6 0 0/1 0 0
04 Leonie Maier SC 07 Bad Neuenahr 29.09.1992 6 0 1 0 0
02 Bianca Schmidt 1. FFC Frankfurt 23.01.1990 2 0 0 0 0
22 Luisa Wensing VfL Wolfsburg 08.02.1993 1 0 0 0 0
Mittelfeld
19 Fatmire Bajramaj 1. FFC Frankfurt 01.04.1988 1 0 0 0 0
07 Melanie Behringer 1. FFC Frankfurt 18.11.1985 1 0 0 0 0
23 Sara Däbritz SC Freiburg 15.02.1995 2 0 0 0 0
20 Lena Goeßling VfL Wolfsburg 08.03.1986 5 0 0 0 0
18 Svenja Huth 1. FFC Frankfurt 25.01.1991 0 0 0 0 0
08 Nadine Keßler VfL Wolfsburg 04.04.1988 6 0 1 0 0
06 Simone Laudehr 1. FFC Frankfurt 12.07.1986 6 1 0/1 0 0
16 Melanie Leupolz SC Freiburg 14.04.1994 4 0 0 0 0
14 Isabelle Linden Bayer 04 Leverkusen 15.01.1991 0 0 0 0 0
Angriff
09 Lena Lotzen Bayern München 11.09.1993 6 1 0 0 0
10 Dzsenifer Marozsán 1. FFC Frankfurt 18.04.1992 6 1 0 0 0
11 Anja Mittag Schweden  LdB FC Malmö 16.05.1985 6 1 0 0 0
13 Célia Okoyino da Mbabi SC 07 Bad Neuenahr 27.06.1988 5 2 0 0 0
Trainerstab
  Silvia Neid Trainerin 02.05.1964
  Ulrike Ballweg Co-Trainerin 17.09.1965
  Michael Fuchs Torwarttrainer 04.01.1970
  Dr. Norbert Stein Konditionstrainer 14.10.1953

PrämienBearbeiten

Durch die Titelverteidigung erhält jede Spielerin 22.500 € (2009 waren es 12.000 €). Für den zweiten Platz wären es 15.000 €, wenn das Aus im Halbfinale gekommen wäre 10.000 € und bei einem Aus im Viertelfinale 5.000 € gewesen.[12]

EM-EndrundeBearbeiten

Die deutsche Mannschaft traf in der Vorrundengruppe B erstmals bei einer EM auf die Niederlande und wie 2009 auf Island sowie Norwegen.

Nach einem ernüchternden 0:0 gegen die Niederlande wurde Island mit 3:0 besiegt. Auf Grund der Ergebnisse der anderen Gruppen stand der Viertelfinaleinzug der deutschen Mannschaft schon vor dem letzten Spiel fest, bei dem es nur noch um den Gruppensieg ging. Obwohl die deutsche Mannschaft über weite Strecken das Spielgeschehen bestimmte, konnten die Norwegerinnen kurz vor Ende der ersten Halbzeit durch einen abgefälschten Schuss mit 1:0 in Führung gehen und diese bis zum Spielende verteidigen. Die deutsche Mannschaft konnte keine zwingende Torchance mehr erarbeiten. Damit verlor Deutschland erstmals seit dem 3. Juli 1993 wieder ein EM-Endrundenspiel und erstmals seit dem 11. März 2009 wieder gegen eine europäische Mannschaft. Als Gruppenzweiter traf die Mannschaft im Viertelfinale wie 2009 auf Italien, gegen das zuletzt in der Vorbereitung auf die WM 2011 mit 5:0 gewonnen wurde. Durch einen 1:0-Sieg gelang der Einzug ins Halbfinale gegen Gastgeber Schweden. In zuvor vier EM-Begegnungen gab es vier deutsche Siege und auch im fünften EM-Spiel gegen Schweden blieb die deutsche Mannschaft mit 1:0 siegreich. Sie erreichte somit zum sechsten Mal in Folge das Finale. Im Endspiel traf die DFB-Auswahl erneut auf Vorrundengegner Norwegen und konnte zum achten Mal den Titel holen, wobei die Hälfte der Titel gegen Norwegen gewonnen wurde. Mit dem 8. Titel stellte die deutsche Mannschaft den Rekord der chinesischen Fußballnationalmannschaft der Frauen ein, die achtmal die Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen gewonnen hat. Nur Uruguay und Argentinien bei den Männern haben mehr Kontinentalmeisterschaften gewonnen, wobei die Copa América wesentlich häufiger ausgetragen wurde.

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Norwegen  Norwegen  3  2  1  0 003:100  +2 07
 2. Deutschland  Deutschland  3  1  1  1 003:100  +2 04
 3. Island  Island  3  1  1  1 002:400  −2 04
 4. Niederlande  Niederlande  3  0  1  2 000:200  −2 01

GruppenspieleBearbeiten

Donnerstag, 11. Juli 2013, 20:30 Uhr in Växjö
Deutschland Niederlande 0:0
Sonntag, 14. Juli 2013, 20:30 Uhr in Växjö
Island Deutschland 0:3 (0:1)
Mittwoch, 17. Juli 2013, 18:00 Uhr
Deutschland Norwegen 0:1 (0:1)

FinalrundeBearbeiten

Sonntag, 21. Juli 2013, 18:00 Uhr in Växjö
Italien Deutschland 0:1 (0:1)
Mittwoch, 24. Juli 2013, 20:30 Uhr in Göteborg
Schweden Deutschland 0:1 (0:1)
Sonntag, 28. Juli 2013, 16:00 Uhr in Solna
Deutschland Norwegen 1:0 (0:0)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiken. UEFA, abgerufen am 21. Mai 2013.
  2. Rekordsieg für deutsche Frauen. UEFA, abgerufen am 21. Mai 2013.
  3. a b Silvia Neid beruft 28 Spielerinnen ins erweiterte EM-Aufgebot. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 19. Januar 2016.
  4. Odebrecht fällt für EM aus - Linden nachnominiert. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 23. Mai 2013.
  5. Verena Faißt sagt für EURO in Schweden ab. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 29. Mai 2013.
  6. Popp sagt EM-Teilnahme ab. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 2. Juni 2013.
  7. Bresonik fällt für EM in Schweden aus. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 13. Juni 2013.
  8. Kim Kulig muss EM-Teilnahme absagen. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 18. Juni 2013.
  9. EM-Aus für Babett Peter. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 18. Juni 2013.
  10. Das vom DFB und in anderen Quellen genannte Durchschnittsalter von 23,5 Jahren beruht auf einer falschen Berechnung bei der nur die Jahre, aber nicht die Monate und Tage berücksichtigt werden.
  11. Neid beruft endgültigen Kader für EM in Schweden. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 20. Juni 2013.
  12. fifa.com: DFB-Frauen starten selbstbewusst in Mission Titelverteidigung