Spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen

Auswahlmannschaft der Frauen des spanischen Fußballverbandes

Die spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen repräsentiert Spanien im internationalen Frauenfußball. Die Nationalmannschaft ist dem spanischen Fußballverband unterstellt.

Spanien
España
Spitzname(n) La Selección
La Furia Roja
Verband Real Federación
Española de Fútbol
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor adidas
Cheftrainer Jorge Vilda
Kapitän Jennifer Hermoso/
Irene Paredes/
Alexia Putellas
Rekordtorschützin Jennifer Hermoso (43)
Rekordspielerin Alexia Putellas (93)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code ESP
FIFA-Rang 7. (1985,84 Punkte)
(Stand: 17. Juni 2022)[1]
Heim
Auswärts
Bilanz
238 Spiele
111 Siege
53 Unentschieden
74 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
SpanienSpanien Spanien 0:1 Portugal Portugal
(La Guardia, Spanien; 5. Februar 1983)
Höchster Sieg
SpanienSpanien Spanien 17:0 Slowenien Slowenien
(Palamós, Spanien; 20. März 1994)
Höchste Niederlage
SpanienSpanien Spanien 0:8 Schweden SchwedenSchweden
(Gandia, Spanien; 2. Juni 1996)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2015)
Beste Ergebnisse Achtelfinale (2019)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 3 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Halbfinale 1997
(Stand: 1. Dezember 2021)

GeschichteBearbeiten

Die erste, nicht vom spanischen Fußballverband anerkannte und somit inoffizielle, Fußballnationalmannschaft der Frauen wurde im Jahr 1971 ins Leben gerufen und bestritt ihr erstes Spiel am 21. Februar im Estadio La Condomina in Murcia gegen Portugal. Die Begegnung endete mit einem 3:3-Unentschieden. Star der Mannschaft war zu dieser Zeit Conchi Sánchez, eine Pionierin des spanischen Fußballs die von 1973 bis 1995 in Italien als Profi aktiv war und in der Saison 1996/97 ihre Karriere beim Arsenal Women FC beendete. Diese nicht offiziell anerkannte Mannschaft sollte in der Folge mehrere Freundschaftsspiele gegen Italien, zu jener Zeit eine der stärksten Mannschaften des Kontinents, bestreiten, das erste davon sollte am 15. Juli 1971 im Stadio Communale in Turin stattfinden und endete mit einer 8:1 Niederlage. Danach fanden unter dem Namen Trofeo Adriático noch vier weitere Begegnungen zwischen den beiden Teams statt, zwei davon in Italien (Padua und Udine) und zwei in Spanien (Córdoba und Badajoz). Die spanische Frauennationalmannschaft musste jedoch zu jener Zeit mit dem Widerstand der politischen Institutionen der Franco-Diktatur sowie des spanischen Verbandes kämpfen und hatte nie offiziellen Charakter.[2]

Die Anerkennung des Frauenfußballs von Seiten der Real Federación Española de Fútbol erfolgte erst am 21. Oktober 1980 und drei Jahre später, am 5. Februar 1983, sollte das erste offizielle Spiel der spanischen Nationalmannschaft stattfinden. Der Gegner der Spanierinnen war erneut Portugal und die Begegnung endete mit einer 0:1-Niederlage. Der spanische Frauenfußball sollte noch lange ein Schattendasein führen, der erste Sieg bei einem Länderspiel gelang am 12. Mai 1984 in Zürich gegen die Schweiz und die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde sollte bis 1997 auf sich warten lassen. Spanien hatte die Qualifikation zwar nur auf dem dritten Platz beendet und dabei lediglich ein Spiel gegen Rumänien gewonnen sowie zwei Unentschieden erreicht, konnte sich jedoch im abschließenden Play-off überraschend mit 3:2 nach Hin- und Rückspiel gegen England durchsetzen. Auch die EM-Endrunde 1997 sollte positiv für die Ibererinnen verlaufen. In der Vorrunde erreichte die Mannschaft nach einem 1:0-Sieg gegen Russland und einem 1:1-Unentschieden gegen Frankreich sowie einer knappen 0:1-Niederlage gegen den Mitfavoriten und Gastgeber Schweden den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für das Halbfinale, bis zum heutigen Tag das beste Abschneiden der Spanierinnen bei einer Endrunde. Dort scheiterte das Team mit 2:1 an Italien.

Auf diesen Höhepunkt sollte jedoch erneut eine lange Durststrecke folgen. Zwar machten die Spanierinnen im Nachwuchs zusehends auf sich aufmerksam und konnten bei der U-19 EM 2004 ihren ersten Titelgewinn feiern, doch im Erwachsenenbereich dauerte es 16 Jahre, bis die Ibererinnen schließlich bei der EM 2013 wieder die Endrunde erreichten. Dort überstand die Mannschaft die Vorrunde und scheiterte erst im Viertelfinale am späteren Vizeeuropameister Norwegen. In der Folge begann sich das spanische Nationalteam, parallel zur steigenden Beliebtheit des Frauenfußballs im Land sowie des Aufstiegs des heimischen Klubfußballs, in der europäischen Spitze zu etablieren. Bei der Qualifikation zur WM 2015 überzeugte das Team mit neun Siegen und nur einem Unentschieden und erhoffte sich somit ein gutes Ergebnis bei ihrer ersten Teilnahme an einer WM-Endrunde. Unstimmigkeiten zwischen dem langjährigen Trainer Ignacio Quereda und seinen Spielerinnen im Vorfeld des Turniers trübten jedoch die Stimmung und bei der Weltmeisterschaft enttäuschte Spanien mit dem letzten Platz in ihrer Vorrundengruppe. Gegen Costa Rica gelang lediglich ein Unentschieden auf das Niederlagen gegen Brasilien und Südkorea folgten. Im Anschluss an das Turnier veröffentlichte die Mannschaft geschlossen einen Brief, in dem die Vorbereitung auf die Endrunde scharf kritisiert und die Ablösung des Trainers verlangt wurde.[3] Der seit 1988 amtierende Quereda trat daraufhin zurück und der spanische Verband ernannte U-19-Nationaltrainer Jorge Vilda zu seinem Nachfolger.[4]

Unter dem neuen Trainer konnte die Mannschaft den Aufwärtstrend fortsetzen und qualifizierte sich sowohl für die EM-Endrunde 2017, wo man im Viertelfinale überraschend nach Verlängerung im Elfmeterschießen an Österreich scheiterte, als auch für die WM 2019, wo die Spanierinnen im Achtelfinale, nach hartem Kampf, mit 1:2 gegen den späteren Weltmeister USA verloren. Darüber hinaus erreichte Spanien beim Algarve-Cup 2017 und Zypern-Cup 2018 die ersten Turniersiege, den prestigeträchtigen SheBelieves Cup 2020 beendete die Mannschaft nach Siegen gegen Japan und England sowie einer 0:1-Niederlage gegen die USA auf Platz zwei.

In den letzten Jahren pendelte Spanien mit Tendenz nach oben in der FIFA-Weltrangliste zwischen Platz 21 (Juni 2004 und März 2008) und Platz 7 (März 2022).[5]

ErfolgeBearbeiten

TurnierbilanzBearbeiten

WeltmeisterschaftBearbeiten

  • 1991: nicht qualifiziert
  • 1995: nicht qualifiziert
  • 1999: nicht qualifiziert
  • 2003: nicht qualifiziert
  • 2007: nicht qualifiziert

EuropameisterschaftBearbeiten

  • 1984: nicht teilgenommen
  • 1987: nicht qualifiziert
  • 1989: nicht qualifiziert
  • 1991: nicht qualifiziert
  • 1993: nicht qualifiziert
  • 1995: nicht qualifiziert
  • 1997: Halbfinale

Olympische SpieleBearbeiten

  • 1996: nicht qualifiziert
  • 2000: nicht qualifiziert
  • 2004: nicht qualifiziert
  • 2008: nicht qualifiziert
  • 2012: nicht qualifiziert
  • 2016: nicht qualifiziert
  • 2020: nicht qualifiziert

Aktueller KaderBearbeiten

 
Nationalmannschaft 2018

Kader für die Länderspiele gegen Brasilien und Schottland im April 2022.[6]

Nr. Name Verein Geburtsdatum Länderspiele Länderspieltore Debüt
Tor
Lola Gallardo Spanien  Atlético Madrid 10. Juni 1993 037 00 2012
Sandra Paños Spanien  FC Barcelona 4. November 1992 048 00 2011
Misa Rodríguez Spanien  Real Madrid 22. Juli 1999 005 00 2021
Abwehr
Laia Aleixandri Spanien  Atlético Madrid 25. August 2000 008 02 2019
Ivana Andrés Spanien  Real Madrid 13. Juli 1994 032 00 2015
Ona Batlle England  Manchester United 10. Juni 1999 019 00 2019
Olga Carmona Spanien  Real Madrid 12. Juni 2000 007 00 2021
Sheila García Spanien  Atlético Madrid 15. März 1997 005 00 2019
Mapi León Spanien  FC Barcelona 13. Juni 1995 047 01 2016
Leila Ouahabi Spanien  FC Barcelona 22. März 1993 046 01 2016
Irene Paredes Spanien  FC Barcelona 4. Juli 1991 080 09 2011
Andrea Pereira Spanien  FC Barcelona 19. September 1993 039 00 2016
Mittelfeld
Teresa Abelleira Spanien  Real Madrid 9. Januar 2000 003 00 2017
Aitana Bonmatí Spanien  FC Barcelona 18. Januar 1998 038 14 2017
Maite Oroz Spanien  Real Madrid 25. März 1998 001 00 2021
Claudia Pina Spanien  FC Barcelona 12. August 2001 003 00 2021
Alexia Putellas Spanien  FC Barcelona 4. Februar 1994 096 25 2013
Claudia Zornoza Spanien  Real Madrid 29. Oktober 1990 001 00 2016
Angriff
Nerea Eizagirre Spanien  Real Sociedad 4. Januar 2000 010 02 2020
Lucía García Spanien  Athletic Bilbao 14. Juli 1998 030 06 2018
Esther González Spanien  Real Madrid 8. Dezember 1992 019 14 2016
Jennifer Hermoso Spanien  FC Barcelona 9. Mai 1990 090 43 2011
Bárbara Latorre Spanien  Atlético Madrid 14. März 1993 022 01 2016
Amaiur Sarriegi Spanien  Real Sociedad 13. Dezember 2000 010 12 2021

Stand: 31. März 2022 vor dem Spiel gegen Brasilien

TrainerBearbeiten

Stand: 23. Februar 2022

Name Spiele S U N Erstes Spiel Letztes Spiel Erfolge
Spanien  Teodoro Nieto 19 4 5 10 5. Feb. 1983 14. Mai 1988
Spanien  Ignacio Quereda 142 54 37 51 29. Okt. 1988 17. Juni 2015
Spanien  Jorge Vilda 80 54 13 13 18. Sep. 2015 Algarve-Cup 2017, Zypern-Cup 2018

RekordspielerinnenBearbeiten

Spielerinnen in Fettdruck sind noch aktiv (Stand: 23. Februar 2022).

Einsätze
Rang Name Einsätze Zeitraum
01. Alexia Putellas 96 2013–0000
02. Marta Torrejón 90 2007–2019
Jennifer Hermoso 90 2011–0000
04. Marta Corredera 85 2013–0000
05. Irene Paredes 80 2011–0000
06. Arantza del Puerto 71 1990–2005
07. Silvia Meseguer 67 2008–2019
08. Virginia Torrecilla 66 2013–0000
09. Vicky Losada 65 2010–0000
10 Mar Prieto 62 1989–2000
Tore
Rang Name Tore Spiele Tore pro Spiel Zeitraum
01. Jennifer Hermoso 43 90 0,48 2011–0000
02. Verónica Boquete 38 56 0,68 2005–2017
03. Sonia Bermúdez 34 61 0,56 2005–2017
04. Adriana Martín 33 37 0,89 2005–2015
05. Mar Prieto 27 62 0,44 1989–2000
06. Alexia Putellas 25 96 0,26 2013–0000
07. Mariona Caldentey 17 47 0,36 2017–0000
08. Mari Paz Vilas 15 26 0,58 2008–2018
09. Esther González 14 19 0,74 2016–0000
Laura del Río 14 30 0,47 2000–2008
Aitana Bonmatí 14 38 0,37 2017–0000

Spiele gegen Nationalmannschaften aus dem deutschsprachigen RaumBearbeiten

Alle Ergebnisse aus spanischer Sicht.

DeutschlandBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
24. April 1997 Lübeck 0:6 Testspiel
24. November 2011 Motril 2:2 EM-Qualifikation 2013
31. März 2012 Mannheim 0:5 EM-Qualifikation 2013
13. November 2018 Erfurt 0:0 Freundschaftsspiel
12. Juni 2019 Valenciennes 0:1 WM-Gruppenspiel
17. Februar 2022 Middlesbrough 1:1 Arnold Clark Cup
12. Juli 2022 London -:- EM-Gruppenspiel

SchweizBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
30. März 1983 Aranjuez 0:0 Testspiel
12. Mai 1984 Zürich 1:0 Testspiel
25. Mai 1985 Cuenca 0:2 EM-Qualifikation 1987
10. Mai 1986 Solothurn 3:0 EM-Qualifikation 1987
4. November 1989 Benicàssim 0:0 EM-Qualifikation 1991
2. Mai 1990 Binningen 1:2 EM-Qualifikation 1991
23. Oktober 2011 Madrid 3:2 EM-Qualifikation 2013
16. Juni 2012 Aarau 3:4 EM-Qualifikation 2013
22. Januar 2017 Oliva 8:1 inoff. Spiel
6. März 2019 Albufeira 2:0 Algarve-Cup 2019 Spiel um Platz 7

ÖsterreichBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
24. Oktober 2009 Córdoba 2:0 (2:0) WM-Qualifikation 2011
29. Oktober 2009 Amstetten 1:0 (0:0) WM-Qualifikation 2011
15. Februar 2012 Santiago de Compostela 4:1 (0:1) Testspiel
10. Februar 2015 San Pedro del Pinatar 2:2 (1:1) Testspiel
30. Juli 2017 Tilburg (NLD) 0:0 n. V., 3:5 i. E. Europameisterschaft 2017
28. November 2017 Palma 4:0 (3:0) WM-Qualifikation 2019
28. Februar 2018 Larnaka (CYP) 2:0 Zypern-Cup
10. April 2018 Maria Enzersdorf 1:0 WM-Qualifikation 2019

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Frauen-Weltrangliste. In: fifa.com. FIFA, 17. Juni 2022, abgerufen am 17. Juni 2022 (Mannschaften ohne Platz und Punkte sind provisorisch, da nicht mehr als fünf Spiele absolviert wurden oder die Mannschaften seit mehr als 48 Monaten inaktiv sind.).
  2. La Selección 'clandestina'. In: As. 7. August 2020, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  3. Spaniens Fußballerinnen starten Revolte gegen Trainer. In: Spiegel.de. 20. Juni 2015, abgerufen am 12. September 2020.
  4. Jorge Vilda, nuevo seleccionador de las chicas (a Quereda no le echaron: se fue). In: El Confidencial. 30. Juli 2015, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  5. Spanien (Frauen) in der FIFA Weltrangliste. In: fifa.com. 12. September 2020, abgerufen am 12. September 2020.
  6. Esta es la convocatoria de la Selección española femenina para los choques ante Brasil y Escocia. In: sefutbol.com. 31. März 2022, abgerufen am 31. März 2022 (spanisch).