Spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen

Auswahlmannschaft der Frauen des spanischen Fußballverbandes

Die spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen repräsentiert Spanien im internationalen Frauenfußball. Die Nationalmannschaft ist dem spanischen Fußballverband unterstellt.

Spanien
España
Spitzname(n) La Selección
La Furia Roja
Verband Real Federación
Española de Fútbol
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor adidas
Cheftrainer Jorge Vilda
Kapitän Jennifer Hermoso/
Irene Paredes/
Alexia Putellas
Rekordtorschützin Jennifer Hermoso (42)
Rekordspielerin Marta Torrejón (90)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code ESP
FIFA-Rang 10. (1935.87 Punkte)
(Stand: 20. August 2021)[1]
Heim
Auswärts
Bilanz
225 Spiele
100 Siege
52 Unentschieden
73 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
SpanienSpanien Spanien 0:1 Portugal PortugalPortugal
(La Guardia, Spanien; 5. Februar 1983)
Höchster Sieg
SpanienSpanien Spanien 17:0 Slowenien SlowenienSlowenien
(Palamós, Spanien; 20. März 1994)
Höchste Niederlage
SpanienSpanien Spanien 0:8 Schweden SchwedenSchweden
(Gandia, Spanien; 2. Juni 1996)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2015)
Beste Ergebnisse Achtelfinale (2019)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 3 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Halbfinale 1997
(Stand: 10. Juni 2021)

GeschichteBearbeiten

Die erste, nicht vom spanischen Fußballverband anerkannte und somit inoffizielle, Fußballnationalmannschaft der Frauen wurde im Jahr 1971 ins Leben gerufen und bestritt ihr erstes Spiel am 21. Februar im Estadio La Condomina in Murcia gegen Portugal. Die Begegnung endete mit einem 3:3 Unentschieden. Star der Mannschaft war zu dieser Zeit Conchi Sánchez, eine Pionierin des spanischen Fußballs die von 1973 bis 1995 in Italien als Profi aktiv war und in der Saison 1996/97 ihre Karriere beim Arsenal Women FC beendete. Diese nicht offiziell anerkannte Mannschaft sollte in der Folge mehrere Freundschaftsspiele gegen Italien, zu jener Zeit eine der stärksten Mannschaften des Kontinents, bestreiten, das erste davon sollte am 15. Juli 1971 im Stadio Communale in Turin stattfinden und endete mit einer 8:1 Niederlage. Danach fanden unter dem Namen Trofeo Adriático noch vier weitere Begegnungen zwischen den beiden Teams statt, zwei davon in Italien (Padua und Udine) und zwei in Spanien (Córdoba und Badajoz). Die spanische Frauennationalmannschaft musste jedoch zu jener Zeit mit dem Widerstand der politischen Institutionen der Franco-Diktatur sowie des spanischen Verbandes kämpfen und hatte nie offiziellen Charakter.[2]

Die Anerkennung des Frauenfußballs von Seiten der Real Federación Española de Fútbol erfolgte erst am 21. Oktober 1980 und drei Jahre später, am 5. Februar 1983, sollte das erste offizielle Spiel der spanischen Nationalmannschaft stattfinden. Der Gegner der Spanierinnen war erneut Portugal und die Begegnung endete mit einer 0:1 Niederlage. Der spanische Frauenfußball sollte noch lange ein Schattendasein führen, der erste Sieg bei einem Länderspiel gelang am 12. Mai 1984 in Zürich gegen die Schweiz und die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde sollte bis 1997 auf sich warten lassen. Spanien hatte die Qualifikation zwar nur auf dem dritten Platz beendet und dabei lediglich ein Spiel gegen Rumänien gewonnen sowie zwei Unentschieden erreicht, konnte sich jedoch im abschließenden Play-off überraschend mit 3:2 nach Hin- und Rückspiel gegen England durchsetzen. Auch die EM-Endrunde 1997 sollte positiv für die Ibererinnen verlaufen. In der Vorrunde erreichte die Mannschaft nach einem 1:0 Sieg gegen Russland und einem 1:1 Unentschieden gegen Frankreich sowie einer knappen 0:1 Niederlage gegen den Mitfavoriten und Gastgeber Schweden den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für das Halbfinale, bis zum heutigen Tag das beste Abschneiden der Spanierinnen bei einer Endrunde. Dort scheiterte das Team mit 2:1 an Italien.

Auf diesen Höhepunkt sollte jedoch erneut eine lange Durststrecke folgen. Zwar machten die Spanierinnen im Nachwuchs zusehends auf sich aufmerksam und konnten bei der U-19 EM 2004 ihren ersten Titelgewinn feiern, doch im Erwachsenenbereich dauerte es 16 Jahre bis die Ibererinnen schließlich bei der EM 2013 wieder die Endrunde erreichten. Dort überstand die Mannschaft die Vorrunde und scheiterte erst im Viertelfinale am späteren Vizeeuropameister Norwegen. In der Folge begann sich das spanische Nationalteam, parallel zur steigenden Beliebtheit des Frauenfußballs im Land sowie des Aufstiegs des heimischen Klubfußballs, in der europäischen Spitze zu etablieren. Bei der Qualifikation zur WM 2015 überzeugte das Team mit neun Siegen und nur einem Unentschieden und erhoffte sich somit ein gutes Ergebnis bei ihrer ersten Teilnahme an einer WM-Endrunde. Unstimmigkeiten zwischen dem langjährigen Trainer Ignacio Quereda und seinen Spielerinnen im Vorfeld des Turniers trübten jedoch die Stimmung und bei der Weltmeisterschaft enttäuschte Spanien mit dem letzten Platz in ihrer Vorrundengruppe. Gegen Costa Rica gelang lediglich ein Unentschieden auf das Niederlagen gegen Brasilien und Südkorea folgten. Im Anschluss an das Turnier veröffentlichte die Mannschaft geschlossen einen Brief in dem die Vorbereitung auf die Endrunde scharf kritisiert und die Ablösung des Trainers verlangt wurde.[3] Der seit 1988 amtierende Quereda trat daraufhin zurück und der spanische Verband ernannte U-19-Nationaltrainer Jorge Vilda zu seinem Nachfolger.[4]

Unter dem neuen Trainer konnte die Mannschaft den Aufwärtstrend fortsetzen und qualifizierte sich sowohl für die EM-Endrunde 2017, wo man im Viertelfinale überraschend nach Verlängerung im Elfmeterschießen an Österreich scheiterte, als auch für die WM 2019, wo die Spanierinnen im Achtelfinale, nach hartem Kampf, mit 1:2 gegen den späteren Weltmeister USA verloren. Darüber hinaus erreichte Spanien beim Algarve-Cup 2017 und Zypern-Cup 2018 die ersten Turniersiege, den prestigeträchtigen SheBelieves Cup 2020 beendete die Mannschaft nach Siegen gegen Japan und England sowie einer 0:1 Niederlage gegen die USA auf Platz zwei.

In den letzten Jahren pendelte Spanien mit Tendenz nach oben in der FIFA-Weltrangliste zwischen Platz 21 (Juni 2004 und März 2008) und Platz 10 (August 2021).[5]

ErfolgeBearbeiten

TurnierbilanzBearbeiten

WeltmeisterschaftBearbeiten

  • 1991: nicht qualifiziert
  • 1995: nicht qualifiziert
  • 1999: nicht qualifiziert
  • 2003: nicht qualifiziert
  • 2007: nicht qualifiziert

EuropameisterschaftBearbeiten

  • 1984: nicht teilgenommen
  • 1987: nicht qualifiziert
  • 1989: nicht qualifiziert
  • 1991: nicht qualifiziert
  • 1993: nicht qualifiziert
  • 1995: nicht qualifiziert
  • 1997: Halbfinale

Olympische SpieleBearbeiten

  • 1996: nicht qualifiziert
  • 2000: nicht qualifiziert
  • 2004: nicht qualifiziert
  • 2008: nicht qualifiziert
  • 2012: nicht qualifiziert
  • 2016: nicht qualifiziert
  • 2020: nicht qualifiziert

Aktueller KaderBearbeiten

 
Nationalmannschaft 2018

Kader für die WM-Qualifikationsspiele im September 2021 gegen die Färöer und Ungarn.[6]

Nr.[7] Name Verein Geburtsdatum Länderspiele Länderspieltore Debüt
Tor
01 Misa Rodríguez Spanien  Real Madrid 22. Juli 1999 002 00 2021
13 Sandra Paños Spanien  FC Barcelona 4. November 1992 043 00 2011
María Asunción Quiñones Spanien  Athletic Bilbao 29. Oktober 1996 003 00 2017
Abwehr
02 Ona Batlle England  Manchester United 10. Juni 1999 011 00 2019
05 Ivana Andrés Spanien  Real Madrid 13. Juli 1994 026 00 2015
16 Mapi León Spanien  FC Barcelona 13. Juni 1995 042 01 2016
20 Andrea Pereira Spanien  FC Barcelona 19. September 1993 034 00 2016
Laia Aleixandri Spanien  Atlético Madrid 25. August 2000 005 01 2019
Ainhoa Vicente Spanien  Athletic Bilbao 20. August 1995 003 00 2020
Mittelfeld
06 Aitana Bonmatí Spanien  FC Barcelona 18. Januar 1998 030 10 2017
12 Patricia Guijarro Spanien  FC Barcelona 17. Mai 1998 036 09 2017
14 Alexia Putellas Spanien  FC Barcelona 4. Februar 1994 087 18 2013
Marta Corredera Spanien  Real Madrid 8. August 1991 082 05 2011
Irene Guerrero Spanien  UD Levante 12. Dezember 1996 006 01 2019
Anna Torradà Spanien  FC Valencia 21. Januar 2000 001 00 2021
Angriff
08 Mariona Caldentey Spanien  FC Barcelona 19. März 1996 041 09 2017
09 Esther González Spanien  Real Madrid 8. Dezember 1992 012 08 2016
Candela Andújar Spanien  FC Valencia 18. Februar 2002 000 00
Athenea del Castillo Spanien  Real Madrid 24. Oktober 2000 002 00 2020
Nerea Eizagirre Spanien  Real Sociedad 4. Januar 2000 005 01 2020
Lucía García Spanien  Athletic Bilbao 14. Juli 1998 024 05 2018
Clàudia Pina Spanien  FC Barcelona 12. August 2001 001 00 2021
Amaiur Sarriegi Spanien  Real Sociedad 13. Dezember 2000 001 00 2021

Stand: 13. September 2021 vor dem Spiel gegen die Färöer

TrainerBearbeiten

Stand: 19. September 2020

Name Spiele S U N Erstes Spiel Letztes Spiel Erfolge
Spanien  Teodoro Nieto 19 4 5 10 5. Feb. 1983 14. Mai 1988
Spanien  Ignacio Quereda 141 53 37 51 29. Okt. 1988 17. Juni 2015
Spanien  Jorge Vilda 61 39 10 12 18. Sep. 2015 Algarve-Cup 2017, Zypern-Cup 2018

RekordspielerinnenBearbeiten

Spielerinnen in Fettdruck sind noch aktiv (Stand: 18. Februar 2021).

Einsätze
Rang Name Einsätze Zeitraum
01. Marta Torrejón 90 2007–2019
02. Jennifer Hermoso 83 2011–0000
Alexia Putellas 83 2013–0000
04. Marta Corredera 81 2013–0000
05. Irene Paredes 75 2011–0000
06. Arantza del Puerto 71 1990–2005
07. Silvia Meseguer 67 2008–2019
08. Virginia Torrecilla 65 2013–0000
09. Vicky Losada 64 2010–0000
10 Mar Prieto 62 1989–2000
Tore
Rang Name Tore Spiele Tore pro Spiel Zeitraum
01. Jennifer Hermoso 42 83 0,51 2011–0000
02. Verónica Boquete 38 56 0,68 2005–2017
03. Sonia Bermúdez 34 61 0,56 2005–2017
04. Adriana Martín 33 37 0,89 2005–2015
05. Mar Prieto 27 62 0,44 1989–2000
06. Alexia Putellas 17 83 0,21 2013–0000
07. Mari Paz Vilas 15 25 0,60 2008–2018
08. Laura del Río 14 30 0,47 2000–2008
09. Natalia Pablos 13 22 0,59 2008–2018
10. Vicky Losada 13 64 0,20 2010–0000

Spiele gegen Nationalmannschaften aus dem deutschsprachigen RaumBearbeiten

Alle Ergebnisse aus spanischer Sicht.

DeutschlandBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
24. April 1997 Lübeck 0:6 Testspiel
24. November 2011 Motril 2:2 EM-Qualifikation 2013
31. März 2012 Mannheim 0:5 EM-Qualifikation 2013
13. November 2018 Erfurt 0:0 Freundschaftsspiel
12. Juni 2019 Valenciennes 0:1 WM-Gruppenspiel

SchweizBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
30. März 1983 Aranjuez 0:0 Testspiel
12. Mai 1984 Zürich 1:0 Testspiel
25. Mai 1985 Cuenca 0:2 EM-Qualifikation 1987
10. Mai 1986 Solothurn 3:0 EM-Qualifikation 1987
4. November 1989 Benicàssim 0:0 EM-Qualifikation 1991
2. Mai 1990 Binningen 1:2 EM-Qualifikation 1991
23. Oktober 2011 Madrid 3:2 EM-Qualifikation 2013
16. Juni 2012 Aarau 3:4 EM-Qualifikation 2013
22. Januar 2017 Oliva 8:1 inoff. Spiel
6. März 2019 Albufeira 2:0 Algarve-Cup 2019 Spiel um Platz 7

ÖsterreichBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
24. Oktober 2009 Córdoba 2:0 (2:0) WM-Qualifikation 2011
29. Oktober 2009 Amstetten 1:0 (0:0) WM-Qualifikation 2011
15. Februar 2012 Santiago de Compostela 4:1 (0:1) Testspiel
10. Februar 2015 San Pedro del Pinatar 2:2 (1:1) Testspiel
30. Juli 2017 Tilburg (NLD) 0:0 n. V., 3:5 i. E. Europameisterschaft 2017
28. November 2017 Palma 4:0 (3:0) WM-Qualifikation 2019
28. Februar 2018 Larnaka (CYP) 2:0 Zypern-Cup
10. April 2018 Maria Enzersdorf 1:0 WM-Qualifikation 2019

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Frauen-Weltrangliste. In: fifa.com. FIFA, 20. August 2021, abgerufen am 20. August 2021 (Mannschaften ohne Platz und Punkte sind provisorisch, da nicht mehr als fünf Spiele absolviert wurden oder die Mannschaften seit mehr als 48 Monaten inaktiv sind.).
  2. La Selección 'clandestina'. In: As. 7. August 2020, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  3. Spaniens Fußballerinnen starten Revolte gegen Trainer. In: Spiegel.de. 20. Juni 2015, abgerufen am 12. September 2020.
  4. Jorge Vilda, nuevo seleccionador de las chicas (a Quereda no le echaron: se fue). In: El Confidencial. 30. Juli 2015, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  5. Spanien (Frauen) in der FIFA Weltrangliste. In: fifa.com. 12. September 2020, abgerufen am 12. September 2020.
  6. María de Alharilla causa baja en la convocatoria de la Selección femenina y Lucía Rodríguez ocupará su puesto. In: sefutbol.com. 7. September 2021, abgerufen am 11. September 2021 (spanisch).
  7. Nummern beim Spiel gegen die Niederlande (9.4.2021)