Spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen

Auswahlmannschaft der Frauen des spanischen Fußballverbandes
Spanien
España
Spitzname(n) La Selección
La Furia Roja
Verband Real Federación
Española de Fútbol
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor adidas
Cheftrainer Jorge Vilda
Kapitän Irene Paredes/Jennifer Hermoso
Rekordtorschützin Verónica Boquete (38)
Rekordspielerin Marta Torrejón (90)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code ESP
FIFA-Rang 13. (1915 Punkte)
(Stand: 14. August 2020)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
221 Spiele
96 Siege
52 Unentschieden
73 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
SpanienSpanien Spanien 0:1 Portugal PortugalPortugal
(La Guardia, Spanien; 5. Februar 1983)
Höchster Sieg
SpanienSpanien Spanien 17:0 Slowenien SlowenienSlowenien
(Palamós, Spanien; 20. März 1994)
Höchste Niederlage
SpanienSpanien Spanien 0:8 Schweden SchwedenSchweden
(Gandia, Spanien; 2. Juni 1996)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 2 (Erste: 2015)
Beste Ergebnisse Achtelfinale (2019)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 3 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Halbfinale 1997
(Stand: 19. September 2020)

Die spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen repräsentiert Spanien im internationalen Frauenfußball. Die Nationalmannschaft ist dem spanischen Fußballverband unterstellt.

GeschichteBearbeiten

Die erste, nicht vom spanischen Fußballverband anerkannte und somit inoffizielle, Fußballnationalmannschaft der Frauen wurde im Jahr 1971 ins Leben gerufen und bestritt ihr erstes Spiel am 21. Februar im Estadio La Condomina in Murcia gegen Portugal. Die Begegnung endete mit einem 3:3 Unentschieden. Star der Mannschaft war zu dieser Zeit Conchi Sánchez, eine Pionierin des spanischen Fußballs die von 1973 bis 1995 in Italien als Profi aktiv war und in der Saison 1996/97 ihre Karriere beim Arsenal Women FC beendete. Diese nicht offiziell anerkannte Mannschaft sollte in der Folge mehrere Freundschaftsspiele gegen Italien, zu jener Zeit eine der stärksten Mannschaften des Kontinents, bestreiten, das erste davon sollte am 15. Juli 1971 im Stadio Communale in Turin stattfinden und endete mit einer 8:1 Niederlage. Danach fanden unter dem Namen Trofeo Adriático noch vier weitere Begegnungen zwischen den beiden Teams statt, zwei davon in Italien (Padua und Udine) und zwei in Spanien (Córdoba und Badajoz). Die spanische Frauennationalmannschaft musste jedoch zu jener Zeit mit dem Widerstand der politischen Institutionen der Franco-Diktatur sowie des spanischen Verbandes kämpfen und hatte nie offiziellen Charakter.[2]

Die Anerkennung des Frauenfußballs von Seiten der Real Federación Española de Fútbol erfolgte erst am 21. Oktober 1980 und drei Jahre später, am 5. Februar 1983, sollte das erste offizielle Spiel der spanischen Nationalmannschaft stattfinden. Der Gegner der Spanierinnen war erneut Portugal und die Begegnung endete mit einer 0:1 Niederlage. Der spanische Frauenfußball sollte noch lange ein Schattendasein führen, der erste Sieg bei einem Länderspiel gelang am 12. Mai 1984 in Zürich gegen die Schweiz und die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde sollte bis 1997 auf sich warten lassen. Spanien hatte die Qualifikation zwar nur auf dem dritten Platz beendet und dabei lediglich ein Spiel gegen Rumänien gewonnen sowie zwei Unentschieden erreicht, konnte sich jedoch im abschließenden Play-off überraschend mit 3:2 nach Hin- und Rückspiel gegen England durchsetzen. Auch die EM-Endrunde 1997 sollte positiv für die Ibererinnen verlaufen. In der Vorrunde erreichte die Mannschaft nach einem 1:0 Sieg gegen Russland und einem 1:1 Unentschieden gegen Frankreich sowie einer knappen 0:1 Niederlage gegen den Mitfavoriten und Gastgeber Schweden den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für das Halbfinale, bis zum heutigen Tag das beste Abschneiden der Spanierinnen bei einer Endrunde. Dort scheiterte das Team mit 2:1 an Italien.

Auf diesen Höhepunkt sollte jedoch erneut eine lange Durststrecke folgen. Zwar machten die Spanierinnen im Nachwuchs zusehends auf sich aufmerksam und konnten bei der U-19 EM 2004 ihren ersten Titelgewinn feiern, doch im Erwachsenenbereich dauerte es 16 Jahre bis die Ibererinnen schließlich bei der EM 2013 wieder die Endrunde erreichten. Dort überstand die Mannschaft die Vorrunde und scheiterte erst im Viertelfinale am späteren Vizeeuropameister Norwegen. In der Folge begann sich das spanische Nationalteam, parallel zur steigenden Beliebtheit des Frauenfußballs im Land sowie des Aufstiegs des heimischen Klubfußballs, in der europäischen Spitze zu etablieren. Bei der Qualifikation zur WM 2015 überzeugte das Team mit neun Siegen und nur einem Unentschieden und erhoffte sich somit ein gutes Ergebnis bei ihrer ersten Teilnahme an einer WM-Endrunde. Unstimmigkeiten zwischen dem langjährigen Trainer Ignacio Quereda und seinen Spielerinnen im Vorfeld des Turniers trübten jedoch die Stimmung und bei der Weltmeisterschaft enttäuschte Spanien mit dem letzten Platz in ihrer Vorrundengruppe. Gegen Costa Rica gelang lediglich ein Unentschieden auf das Niederlagen gegen Brasilien und Südkorea folgten. Im Anschluss an das Turnier veröffentlichte die Mannschaft geschlossen einen Brief in dem die Vorbereitung auf die Endrunde scharf kritisiert und die Ablösung des Trainers verlangt wurde.[3] Der seit 1988 amtierende Quereda trat daraufhin zurück und der spanische Verband ernannte U-19-Nationaltrainer Jorge Vilda zum seinem Nachfolger.[4]

Unter dem neuen Trainer konnte die Mannschaft den Aufwärtstrend fortsetzen und qualifizierte sich sowohl für die EM-Endrunde 2017, wo man im Viertelfinale überraschend nach Verlängerung im Elfmeterschießen an Österreich scheiterte, als auch für die WM 2019, wo die Spanierinnen im Achtelfinale, nach hartem Kampf, mit 1:2 gegen den späteren Weltmeister USA verloren. Darüber hinaus erreichte Spanien beim Algarve-Cup 2017 und Zypern-Cup 2018 die ersten Turniersiege, den prestigeträchtigen SheBelieves Cup 2020 beendete die Mannschaft nach Siegen gegen Japan und England sowie einer 0:1 Niederlage gegen die USA auf Platz zwei.

In den letzten Jahren pendelte Spanien mit Tendenz nach oben in der FIFA-Weltrangliste zwischen Platz 21 (Juni 2004 und März 2008) und Platz 12 (März 2018).[5]

ErfolgeBearbeiten

TurnierbilanzBearbeiten

WeltmeisterschaftBearbeiten

  • 1991: nicht qualifiziert
  • 1995: nicht qualifiziert
  • 1999: nicht qualifiziert
  • 2003: nicht qualifiziert

EuropameisterschaftBearbeiten

  • 1984: nicht teilgenommen
  • 1987: nicht qualifiziert
  • 1989: nicht qualifiziert
  • 1991: nicht qualifiziert
  • 1993: nicht qualifiziert
  • 1995: nicht qualifiziert

Olympische SpieleBearbeiten

  • 1996: nicht qualifiziert
  • 2000: nicht qualifiziert
  • 2004: nicht qualifiziert
  • 2008: nicht qualifiziert
  • 2012: nicht qualifiziert
  • 2016: nicht qualifiziert
  • 2020: nicht qualifiziert

Aktueller KaderBearbeiten

 
Nationalmannschaft 2018

Kader für die EM-Qualifikationsspiele im September 2020.[6]

Nr.[7] Name Verein Geburtsdatum Länderspiele Länderspieltore Debüt
Tor
01 Misa Rodríguez Spanien  Real Madrid 22. Juli 1999 000 00
13 Sandra Paños Spanien  FC Barcelona 4. November 1992 040 00 2011
23 María Asunción Quiñones Spanien  Real Sociedad 29. Oktober 1996 003 00 2017
Abwehr
02 Ona Batlle England  Manchester United 10. Juni 1999 005 00 2019
03 Ainhoa Vicente Spanien  Athletic Bilbao 20. August 1995 001 00 2020
04 Irene Paredes Frankreich  Paris Saint Germain 4. Juli 1991 073 09 2011
05 Ivana Andrés Spanien  Real Madrid 13. Juli 1994 023 00 2015
15 Leila Ouahabi Spanien  FC Barcelona 22. März 1993 035 01 2016
16 Mapi León Spanien  FC Barcelona 13. Juni 1995 035 00 2016
20 Andrea Pereira Spanien  FC Barcelona 19. September 1993 029 00 2016
Mittelfeld
06 Aitana Bonmatí Spanien  FC Barcelona 18. Januar 1998 022 04 2017
07 Marta Corredera Spanien  Real Madrid 8. August 1991 079 05 2011
09 Marta Cardona Spanien  Real Madrid 26. Mai 1995 006 00 2019
11 Irene Guerrero Spanien  UD Levante 12. Dezember 1996 003 01 2019
12 Patricia Guijarro Spanien  FC Barcelona 17. Mai 1998 029 05 2017
14 Alexia Putellas Spanien  FC Barcelona 4. Februar 1994 078 14 2013
19 Amanda Sampedro Spanien  Atlético Madrid 26. Juni 1993 052 11 2015
22 Teresa Abelleira Spanien  Real Madrid 9. Januar 2000 000 00
Angriff
08 Mariona Caldentey Spanien  FC Barcelona 19. März 1996 033 06 2017
10 Jennifer Hermoso (C)  Spanien  FC Barcelona 9. Mai 1990 079 33 2011
17 Lucía García Spanien  Athletic Bilbao 14. Juli 1998 024 05 2018
18 Ainize Barea Spanien  Deportivo La Coruña 25. Januar 1992 000 00
21 Alba Redondo Spanien  UD Levante 27. August 1996 010 03 2018

Stand: 19. September 2020 nach dem Spiel gegen Moldau

TrainerBearbeiten

Stand: 19. September 2020

Name Spiele S U N Erstes Spiel Letztes Spiel Erfolge
Spanien  Teodoro Nieto 19 4 5 10 05. Februar 1983 14. Mai 1988
Spanien  Ignacio Quereda 141 53 37 51 29. Oktober 1988 17. Juni 2015
Spanien  Jorge Vilda 61 39 10 12 18. September 2015 Algarve-Cup 2017, Zypern-Cup 2018

RekordspielerinnenBearbeiten

Spielerinnen in Fettdruck sind noch aktiv (Stand: 12. September 2020).

Einsätze
Rang Name Einsätze Zeitraum
01. Marta Torrejón 90 2007–2019
02. Marta Corredera 79 2013–0000
Jennifer Hermoso 79 2011–0000
04. Alexia Putellas 78 2013–0000
05. Irene Paredes 73 2011–0000
06. Arantza del Puerto 71 1990–2005
07. Silvia Meseguer 67 2008–2019
08. Virginia Torrecilla 65 2013–0000
09. Vicky Losada 64 2010–0000
10 Mar Prieto 62 1989–2000
Tore
Rang Name Tore Spiele Tore pro Spiel Zeitraum
01. Verónica Boquete 38 56 0,68 2005–2017
02. Sonia Bermúdez 34 61 0,56 2005–2017
03. Adriana Martín 33 37 0,89 2005–2015
Jennifer Hermoso 33 79 0,42 2011–0000
05. Mar Prieto 27 62 0,44 1989–2000
06. Mari Paz Vilas 15 25 0,60 2008–2018
07. Alexia Putellas 14 78 0,18 2013–0000

Spiele gegen Nationalmannschaften aus dem deutschsprachigen RaumBearbeiten

Alle Ergebnisse aus spanischer Sicht.

DeutschlandBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
24. April 1997 Lübeck 0:6 Testspiel
24. November 2011 Motril 2:2 EM-Qualifikation 2013
31. März 2012 Mannheim 0:5 EM-Qualifikation 2013
13. November 2018 Erfurt 0:0 Freundschaftsspiel
12. Juni 2019 Valenciennes 0:1 WM-Gruppenspiel

SchweizBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
30. März 1983 Aranjuez 0:0 Testspiel
12. Mai 1984 Zürich 1:0 Testspiel
25. Mai 1985 Cuenca 0:2 EM-Qualifikation 1987
10. Mai 1986 Solothurn 3:0 EM-Qualifikation 1987
4. November 1989 Benicàssim 0:0 EM-Qualifikation 1991
2. Mai 1990 Binningen 1:2 EM-Qualifikation 1991
23. Oktober 2011 Madrid 3:2 EM-Qualifikation 2013
16. Juni 2012 Aarau 3:4 EM-Qualifikation 2013
22. Januar 2017 Oliva 8:1 inoff. Spiel
6. März 2019 Albufeira 2:0 Algarve-Cup 2019 Spiel um Platz 7

ÖsterreichBearbeiten

Datum Ort Ergebnis Anlass
24. Oktober 2009 Córdoba 2:0 (2:0) WM-Qualifikation 2011
29. Oktober 2009 Amstetten 1:0 (0:0) WM-Qualifikation 2011
15. Februar 2012 Santiago de Compostela 4:1 (0:1) Testspiel
10. Februar 2015 San Pedro del Pinatar 2:2 (1:1) Testspiel
30. Juli 2017 Tilburg (NLD) 0:0 n. V., 3:5 i. E. Europameisterschaft 2017
28. November 2017 Palma 4:0 (3:0) WM-Qualifikation 2019
28. Februar 2018 Larnaka (CYP) 2:0 Zypern-Cup
10. April 2018 Maria Enzersdorf 1:0 WM-Qualifikation 2019

Siehe auchBearbeiten

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. Frauen-Weltrangliste. In: fifa.com. FIFA, 14. August 2020, abgerufen am 14. August 2020 (Mannschaften ohne Platz und Punkte sind provisorisch, da nicht mehr als fünf Spiele absolviert wurden oder die Mannschaften seit mehr als 18 Monaten inaktiv sind.).
  2. La Selección 'clandestina'. In: As. 7. August 2020, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  3. Spaniens Fußballerinnen starten Revolte gegen Trainer. In: Spiegel.de. 20. Juni 2015, abgerufen am 12. September 2020.
  4. Jorge Vilda, nuevo seleccionador de las chicas (a Quereda no le echaron: se fue). In: El Confidencial. 30. Juli 2015, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  5. Spanien (Frauen) in der FIFA Weltrangliste. In: fifa.com. 12. September 2020, abgerufen am 12. September 2020.
  6. Estas son las jugadoras convocadas para el choque ante Moldavia. In: sefutbol.com. 2. September 2020, abgerufen am 12. September 2020 (spanisch).
  7. Nummern beim Spiel gegen Moldau (19.09.2020)

WeblinksBearbeiten

Commons: Spanische Fußballnationalmannschaft der Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien